Auserwählung Vorherbestimmung Vorherwissen prognostiko Berufen
Einen Kernpunkt, bei dem die Souveränität Gottes (sein Ratschluss)
und die Verantwortung der Menschen (ihre Schuld am Kreuz)
die klar auseinandergehalten werden müssen.
Extreme neigen dazu, Gottes Ratschluss so zu betonen, dass die menschliche Verantwortung verschwindet.
Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, das Kreuz nur als „Unglück“ oder „Vorwissen“ Gottes darzustellen.
Die Bibel zeigt:
Beides ist wahr – Gott hat das Kreuz geplant damit die Erlösung möglich wurde, und Menschen haben schuldig gehandelt.
1. Gott hat das Kreuz geplant, damit Erlösung möglich wurde
- Apg 2,23: „Diesen Mann, hingegeben nach dem bestimmten Ratschluss und der Vorkenntnis Gottes, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“
→ Beides ist da: Gottes Ratschluss und die Schuld der Menschen. - Jes 53,10: „Aber Jehova gefiel es, ihn zu zerschlagen; er hat ihn leiden lassen.“
→ Das Leiden war nicht Zufall, sondern Gottes Wille. - Offb 13,8: Christus ist „das Lamm, geschlachtet von Grundlegung der Welt an“.
→ Der Plan Gottes bestand von Ewigkeit.
2. Menschen handelten schuldig
- Apg 4,27–28: „Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit … Herodes und Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels,
gegen deinen heiligen Knecht Jesus, … zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvorbestimmt hatten, dass es geschehen sollte.“
→ Pilatus, Herodes, die Römer und Israel handelten verantwortlich und bleiben schuldig. - 1. Kor 2,8: „Keiner der Fürsten dieses Zeitalters hat [die Weisheit Gottes] erkannt; denn wenn sie sie erkannt hätten, so würden sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben.“
3. Abgrenzung zur Irrlehre
- Es ist falsch, zu sagen: „Gott hat nichts damit zu tun gehabt, er wusste es nur.“
→ Das leugnet Gottes ewigen Ratschluss. - Es ist aber ebenso falsch, zu sagen: „Die Menschen waren nur Werkzeuge, ohne Verantwortung.“
→ Das wäre Fatalismus oder gar Determinismus, wie er im Calvinismus anklingt.
4. Auflösung.
Das Wort Gottes zeigt klar:
Das Kreuz war von Gott geplant und notwendig zur Errettung (Apg 2,23; Jes 53,10).
Gleichzeitig sind die Römer, die Juden und alle Beteiligten alle Menschen schuldig, weil sie gegen den Gerechten gehandelt haben (Apg 4,27–28).
Gott hat das Kreuz nicht nur „vorausgesehen“,
sondern in seiner ewigen Weisheit bestimmt – aber ohne die Menschen ihrer Verantwortung zu entheben.
Genau hier liegt das Geheimnis:
Gottes souveräner Plan und menschliche Verantwortung stehen nebeneinander.
das Kreuz war weder ein blosser Zufall noch nur etwas, das Gott „vorausgesehen“ hat.
Die Schrift zeigt beides:
- Gottes Plan:
Jesus wurde „nach dem bestimmten Ratschluss und der Vorkenntnis Gottes hingegeben“ (Apg 2,23). Schon Jesaja sagt: „Jehova gefiel es, ihn zu zerschlagen“ (Jes 53,10).
Christus ist das „Lamm, geschlachtet von Grundlegung der Welt an“ (Offb 13,8). - Menschliche Schuld:
Zugleich haben Herodes, Pilatus, die Römer und das Volk Israel den Herrn in böser Verantwortung ans Kreuz gebracht – „zu tun, was Gottes Hand und Ratschluss zuvorbestimmt hatte“ (Apg 4,27–28).
Das Kreuz war also Gottes ewiger Heilsplan, und gleichzeitig tragen die Menschen, die Jesus verworfen haben, volle Schuld. Gott hat das Opfer nicht nur „vorausgesehen“, sondern in seiner Liebe geplant – zur Rettung der Welt.
►►►Diese Spannung, Gottes Souveränität und menschliche Verantwortung – zeigt uns die Bibel nebeneinander, ohne das eine auf Kosten des anderen zu erklären.
Das Kreuz war kein tragisches Missgeschick, sondern Gottes Liebesplan von Ewigkeit her.
Der Herr Jesus ging bewusst diesen Weg, „damit die Welt durch ihn errettet werde“ (Joh 3,17).
Die Menschen – ob Römer oder Juden – handelten böse und tragen Schuld (Apg 4,27),
aber Gott hat gerade durch dieses Böse das größte Heil geschenkt:
„Er hat den, der Sünde nicht kannte,
für uns zur Sünde gemacht,
damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm“ (2. Kor 5,21).So sehen wir:
Gott regiert in vollkommener Liebe, und gleichzeitig bleibt der Mensch verantwortlich. Aber für uns Gläubige bleibt die Botschaft: Am Kreuz zeigt Gott, wie sehr er uns liebt.