2. Korintherbrief Kapitel 3 Vers um Vers Auslegung
Zitat von Hans Peter Wepf am 28. August 2026, 18:08 UhrKontext
Paulus verteidigt seinen apostolischen Dienst gegen Leute,
die mit Empfehlungsbriefen kamen (vgl. 2. Kor 2,17; 5,12; 10–13).
Er stellt nicht sich selbst in den Mittelpunkt,
sondern den Charakter seines Dienstes:
nicht Buchstabe, sondern Geist; nicht der Dienst des Todes, sondern der Gerechtigkeit.Gliederung
- V. 1–3 – Der lebendige Empfehlungsbrief
- V. 4–6 – Tüchtigkeit von Gott; Diener des neuen Bundes
- V. 7–11 – Zwei Dienste, zwei Herrlichkeiten
- V. 12–16 – Freimütigkeit und die Decke
- V. 17–18 – Freiheit und Verwandlung
1. V. 1–3 – Ihr seid unser Brief
Paulus braucht keine Papiere an die Korinther oder von ihnen.
Die Gemeinde selbst
ist der Brief: bekannt, gelesen von allen, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.Anspielung auf 2. Mose 24,12 / 31,18 (Steintafeln)
und auf die Verheissung in Jeremia 31,33 und Hesekiel 36,26–27 (Gesetz ins Herz, neues Herz, Geist).2. V. 4–6 – Diener des neuen Bundes
Das Vertrauen kommt durch Christus zu Gott.
Tüchtigkeit ist nicht aus uns selbst.
Gott hat uns tüchtig gemacht zu Dienern des neuen Bundes:
- nicht des Buchstabens, sondern des Geistes
- der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig
„Buchstabe“ meint hier nicht „wörtliche Schriftauslegung“,
sondern den alten Bund als Forderung ohne innewohnende Kraft
(Gesetz auf Stein, Dienst des Todes / der Verdammnis). Der Geist gibt Leben.3. V. 7–11 – Der grosse Vergleich
Alter Bund (Mose) Neuer Bund (Geist) Dienst des Todes Dienst des Geistes Buchstaben in Steine lebendig machend begann in Herrlichkeit vielmehr in Herrlichkeit Dienst der Verdammnis Dienst der Gerechtigkeit Herrlichkeit, die hinweggetan werden sollte Herrlichkeit, die bleibt Söhne Israels konnten das Angesicht Moses nicht unverwandt anschauen überschwängliche Herrlichkeit Paulus nimmt 2. Mose 34,29–35 auf: Moses Angesicht strahlte, aber die Herrlichkeit war vorübergehend. Deshalb die Decke.
Wichtig: Paulus leugnet nicht, dass der alte Bund wirklich Herrlichkeit hatte.
Er sagt: im Vergleich zur kommenden / bleibenden Herrlichkeit gilt jene als „nicht verherrlicht“ (V. 10).4. V. 12–16 – Die Decke
Weil wir eine bleibende Hoffnung haben, reden wir mit Freimütigkeit (nicht wie Mose, der eine Decke aufs Angesicht legte).
Die Decke liegt bis heute auf der Verlesung des Alten Bundes, wenn Israel Mose liest.
Sie wird nur weggenommen, wenn es zum Herrn umkehrt (V. 16; Anspielung auf 2. Mose 34,34: Mose ging zum HERRN und nahm die Decke ab).Das ist zuerst eine Aussage über Israel und das Lesen des Gesetzes.
Der Herr nimmt die Decke weg – nicht menschliche Methode.5. V. 17–18 – Freiheit und Verwandlung
Der Herr aber ist der Geist; wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
Dann der Höhepunkt:
Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
- „Wir alle“ – nicht nur Apostel
- aufgedecktes Angesicht (Gegensatz zur Decke)
- Anschauen wie in einem Spiegel (κατοπτριζόμενοι)
- Verwandlung ins gleiche Bild
- von Herrlichkeit zu Herrlichkeit
- durch den Herrn, den Geist
Das ist gegenwärtige, fortschreitende Verwandlung, nicht erst die Verherrlichung bei der Entrückung (die bleibt unangetastet, vgl. 1. Kor 15; Phil 3,20–21).
Theologische Linien,
- Der neue Bund ist in Jeremia 31 / Hesekiel 36 zuerst mit Haus Israel und Haus Juda geschlossen.
Paulus spricht hier von seinem Dienst dieses Bundes in der Gnadenzeit (Geist, Herz, Leben, Gerechtigkeit).
Das ist nicht dasselbe wie die nationale Erfüllung an Israel in der kommenden Heilsordnung.- „Buchstabe tötet“ ist keine Absage an das Wort Gottes, sondern der Kontrast Gesetz als Todesdienst vs. Geist, der lebendig macht.
- Die Decke betrifft das Lesen Moses ohne Umkehr zum Herrn. Sie ist nicht einfach „gesetzliche Frömmigkeit in der Gemeinde“.
- V. 18 ist Gemeindewahrheit: unverhülltes Anschauen der Herrlichkeit des Herrn und Verwandlung durch den Geist.
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2. Korintherbrief Kapitel 3 Vers um Vers Auslegung
Übersicht zu 2. Korinther 3
- Paulus braucht keine Empfehlungsbriefe – die Korinther selbst sind sein Brief.
- Dieser Brief ist von Christus, geschrieben mit dem Geist Gottes auf Herzenstafeln.
- Die Tüchtigkeit zum Dienst kommt nicht aus uns selbst, sondern von Gott.
- Gott hat uns zu Dienern des neuen Bundes gemacht – nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.
- Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.
- Der Dienst des Todes hatte Herrlichkeit – der Dienst des Geistes hat weit größere Herrlichkeit.
- Der Dienst der Verdammnis steht dem Dienst der Gerechtigkeit gegenüber.
- Die Herrlichkeit des Alten vergeht; die Herrlichkeit des Neuen bleibt.
- Deshalb reden wir mit Freimütigkeit und nicht wie Mose mit einer Decke.
- Bis heute liegt eine Decke auf dem Herzen, wenn Mose gelesen wird.
- Wenn man zum Herrn umkehrt, wird die Decke weggenommen.
- Der Herr ist der Geist; wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
- Mit aufgedecktem Angesicht schauen wir die Herrlichkeit des Herrn und werden verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.
2. Korinther 3 – Vers für Vers
Vers 1 Fangen wir wiederum an, uns selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir etwa, wie etliche, Empfehlungsbriefe an euch oder Empfehlungsbriefe von euch?
Paulus weist den Vorwurf der Selbstanpreisung zurück. Andere kamen mit Briefen; er braucht solche Papiere nicht. Anwendung: Echtes apostolisches bzw. geistliches Wirken braucht keine menschlichen Empfehlungsschreiben als Grundlage. Der Herr selbst bezeugt seinen Diener.
Vers 2 Ihr seid unser Brief, eingeschrieben in unsere Herzen, gekannt und gelesen von allen Menschen.
Die Gemeinde selbst ist der sichtbare Beweis seines Dienstes. Sie ist in sein Herz geschrieben und öffentlich lesbar. Anwendung: Menschen lesen zuerst unser Leben, dann unsere Worte. Eine Gemeinde soll ein lesbarer Brief sein.
Vers 3 … dass ihr ein Brief Christi seid, angefertigt durch uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.
Der eigentliche Verfasser ist Christus. Das Schreibmittel ist der Geist. Der Ort ist das Herz – im Gegensatz zu den Steintafeln vom Sinai (2. Mo 31,18; Jer 31,33; Hes 36,26). Anwendung: Gottes Werk geschieht innerlich durch den Geist, nicht bloß äußerlich durch Buchstaben und Formen.
Vers 4–5 Solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott: nicht dass wir von uns selbst aus tüchtig sind, etwas zu denken, als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist von Gott.
Paulus hat Zuversicht – aber nicht in sich. Jede Tüchtigkeit zum Denken und Dienen kommt von Gott. Anwendung: Geistlicher Dienst beginnt mit dem Eingeständnis: Aus uns selbst vermögen wir nichts.
Vers 6 … der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
Der neue Bund steht dem alten gegenüber. „Buchstabe“ meint hier den Gesetzesdienst auf Stein, der Forderung ohne Leben stellt. Der Geist gibt Leben. Anwendung: Wir sind nicht Diener einer toten Buchstabenreligion, sondern des lebendig machenden Geistes. Das Wort bleibt maßgebend – aber ohne den Geist tötet bloße Forderung.
Vers 7–8 Wenn aber der Dienst des Todes, mit Buchstaben in Steine eingegraben, in Herrlichkeit begann, sodass die Söhne Israels das Angesicht Moses nicht unverwandt anschauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Angesichts, die hinweggetan werden sollte, wie wird nicht vielmehr der Dienst des Geistes in Herrlichkeit bestehen?
- Mose 34,29–35 steht im Hintergrund. Schon der Todesdienst hatte echte Herrlichkeit – aber eine vergehende. Der Dienst des Geistes übertrifft sie. Anwendung: Wir sollen den alten Bund nicht geringachten, aber auch nicht zum Maßstab des gegenwärtigen Dienstes machen.
Vers 9 Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit ist, so ist vielmehr der Dienst der Gerechtigkeit überströmend in Herrlichkeit.
Gesetz überführt und verurteilt. Der neue Dienst bringt Gerechtigkeit – und zwar überströmend. Anwendung: Evangeliumsdienst ist nicht zuerst Drohen mit Verdammnis, sondern Bezeugen der Gerechtigkeit, die Gott schenkt.
Vers 10–11 Denn auch das Verherrlichte ist nicht in dieser Beziehung verherrlicht worden, wegen der überschwänglichen Herrlichkeit. Denn wenn das, was hinweggetan werden sollte, mit Herrlichkeit eingeführt wurde, wieviel mehr wird das Bleibende in Herrlichkeit bestehen!
Im Vergleich zur bleibenden Herrlichkeit tritt die frühere zurück. Das Alte sollte hinweggetan werden; das Neue bleibt. Anwendung: Was Christus und der Geist bringen, ist nicht eine verbesserte Auflage des Gesetzesdienstes, sondern das Bleibende.
Vers 12–13 Da wir nun eine solche Hoffnung haben, so gebrauchen wir große Freimütigkeit und tun nicht gleichwie Mose, der eine Decke über sein Angesicht legte, auf dass die Söhne Israels nicht anschauen möchten das Ende dessen, was hinweggetan werden sollte.
Mose verhüllte die vergehende Herrlichkeit. Paulus redet offen, weil die Herrlichkeit bleibt. Anwendung: Wer eine bleibende Hoffnung hat, darf klar und unverhüllt reden – ohne religiöse Verhüllung.
Vers 14–15 Aber ihr Sinn ist verstockt worden; denn bis auf den heutigen Tag bleibt beim Lesen des alten Bundes dieselbe Decke unaufgedeckt, die in Christo weggetan wird. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen.
Die Decke liegt nicht zuerst auf dem Buch, sondern auf dem Herzen. Sie bleibt, solange Mose ohne Christus gelesen wird. Anwendung: Schriftkenntnis allein nimmt die Decke nicht weg. Ohne Umkehr zum Herrn bleibt das Herz verhüllt – auch beim Lesen.
Vers 16 Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.
Wie Mose die Decke abnahm, wenn er zum HERRN ging (2. Mo 34,34), so wird die Decke nur durch Umkehr zum Herrn entfernt. Anwendung: Die Lösung ist nicht Methode, sondern Person: Umkehr zum Herrn.
Vers 17 Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
Der erhöhte Herr wirkt als der Geist. Sein Gegenwärtigsein bringt Freiheit – Freiheit von Decke, Verstockung und Knechtschaft des Buchstabens. Anwendung: Christliche Freiheit ist nicht Eigenwille, sondern Leben unter dem Geist des Herrn.
Vers 18 Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
Nicht nur Apostel – wir alle. Unverhüllt. Anschauend wie in einem Spiegel. Ziel: dasselbe Bild. Weg: von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Mittel: der Herr, der Geist. Anwendung: Verwandlung geschieht durch Anschauen der Herrlichkeit des Herrn, nicht durch Anschauen unserer selbst oder durch Rückkehr unter den Buchstaben.
IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL
Kontext
Paulus verteidigt seinen apostolischen Dienst gegen Leute,
die mit Empfehlungsbriefen kamen (vgl. 2. Kor 2,17; 5,12; 10–13).
Er stellt nicht sich selbst in den Mittelpunkt,
sondern den Charakter seines Dienstes:
nicht Buchstabe, sondern Geist; nicht der Dienst des Todes, sondern der Gerechtigkeit.
Gliederung
- V. 1–3 – Der lebendige Empfehlungsbrief
- V. 4–6 – Tüchtigkeit von Gott; Diener des neuen Bundes
- V. 7–11 – Zwei Dienste, zwei Herrlichkeiten
- V. 12–16 – Freimütigkeit und die Decke
- V. 17–18 – Freiheit und Verwandlung
1. V. 1–3 – Ihr seid unser Brief
Paulus braucht keine Papiere an die Korinther oder von ihnen.
Die Gemeinde selbst
ist der Brief: bekannt, gelesen von allen, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.
Anspielung auf 2. Mose 24,12 / 31,18 (Steintafeln)
und auf die Verheissung in Jeremia 31,33 und Hesekiel 36,26–27 (Gesetz ins Herz, neues Herz, Geist).
2. V. 4–6 – Diener des neuen Bundes
Das Vertrauen kommt durch Christus zu Gott.
Tüchtigkeit ist nicht aus uns selbst.
Gott hat uns tüchtig gemacht zu Dienern des neuen Bundes:
- nicht des Buchstabens, sondern des Geistes
- der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig
„Buchstabe“ meint hier nicht „wörtliche Schriftauslegung“,
sondern den alten Bund als Forderung ohne innewohnende Kraft
(Gesetz auf Stein, Dienst des Todes / der Verdammnis). Der Geist gibt Leben.
3. V. 7–11 – Der grosse Vergleich
| Alter Bund (Mose) | Neuer Bund (Geist) |
|---|---|
| Dienst des Todes | Dienst des Geistes |
| Buchstaben in Steine | lebendig machend |
| begann in Herrlichkeit | vielmehr in Herrlichkeit |
| Dienst der Verdammnis | Dienst der Gerechtigkeit |
| Herrlichkeit, die hinweggetan werden sollte | Herrlichkeit, die bleibt |
| Söhne Israels konnten das Angesicht Moses nicht unverwandt anschauen | überschwängliche Herrlichkeit |
Paulus nimmt 2. Mose 34,29–35 auf: Moses Angesicht strahlte, aber die Herrlichkeit war vorübergehend. Deshalb die Decke.
Wichtig: Paulus leugnet nicht, dass der alte Bund wirklich Herrlichkeit hatte.
Er sagt: im Vergleich zur kommenden / bleibenden Herrlichkeit gilt jene als „nicht verherrlicht“ (V. 10).
4. V. 12–16 – Die Decke
Weil wir eine bleibende Hoffnung haben, reden wir mit Freimütigkeit (nicht wie Mose, der eine Decke aufs Angesicht legte).
Die Decke liegt bis heute auf der Verlesung des Alten Bundes, wenn Israel Mose liest.
Sie wird nur weggenommen, wenn es zum Herrn umkehrt (V. 16; Anspielung auf 2. Mose 34,34: Mose ging zum HERRN und nahm die Decke ab).
Das ist zuerst eine Aussage über Israel und das Lesen des Gesetzes.
Der Herr nimmt die Decke weg – nicht menschliche Methode.
5. V. 17–18 – Freiheit und Verwandlung
Der Herr aber ist der Geist; wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
Dann der Höhepunkt:
Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
- „Wir alle“ – nicht nur Apostel
- aufgedecktes Angesicht (Gegensatz zur Decke)
- Anschauen wie in einem Spiegel (κατοπτριζόμενοι)
- Verwandlung ins gleiche Bild
- von Herrlichkeit zu Herrlichkeit
- durch den Herrn, den Geist
Das ist gegenwärtige, fortschreitende Verwandlung, nicht erst die Verherrlichung bei der Entrückung (die bleibt unangetastet, vgl. 1. Kor 15; Phil 3,20–21).
Theologische Linien,
- Der neue Bund ist in Jeremia 31 / Hesekiel 36 zuerst mit Haus Israel und Haus Juda geschlossen.
Paulus spricht hier von seinem Dienst dieses Bundes in der Gnadenzeit (Geist, Herz, Leben, Gerechtigkeit).
Das ist nicht dasselbe wie die nationale Erfüllung an Israel in der kommenden Heilsordnung. - „Buchstabe tötet“ ist keine Absage an das Wort Gottes, sondern der Kontrast Gesetz als Todesdienst vs. Geist, der lebendig macht.
- Die Decke betrifft das Lesen Moses ohne Umkehr zum Herrn. Sie ist nicht einfach „gesetzliche Frömmigkeit in der Gemeinde“.
- V. 18 ist Gemeindewahrheit: unverhülltes Anschauen der Herrlichkeit des Herrn und Verwandlung durch den Geist.
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2. Korintherbrief Kapitel 3 Vers um Vers Auslegung
Übersicht zu 2. Korinther 3
- Paulus braucht keine Empfehlungsbriefe – die Korinther selbst sind sein Brief.
- Dieser Brief ist von Christus, geschrieben mit dem Geist Gottes auf Herzenstafeln.
- Die Tüchtigkeit zum Dienst kommt nicht aus uns selbst, sondern von Gott.
- Gott hat uns zu Dienern des neuen Bundes gemacht – nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.
- Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.
- Der Dienst des Todes hatte Herrlichkeit – der Dienst des Geistes hat weit größere Herrlichkeit.
- Der Dienst der Verdammnis steht dem Dienst der Gerechtigkeit gegenüber.
- Die Herrlichkeit des Alten vergeht; die Herrlichkeit des Neuen bleibt.
- Deshalb reden wir mit Freimütigkeit und nicht wie Mose mit einer Decke.
- Bis heute liegt eine Decke auf dem Herzen, wenn Mose gelesen wird.
- Wenn man zum Herrn umkehrt, wird die Decke weggenommen.
- Der Herr ist der Geist; wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
- Mit aufgedecktem Angesicht schauen wir die Herrlichkeit des Herrn und werden verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.
2. Korinther 3 – Vers für Vers
Vers 1 Fangen wir wiederum an, uns selbst zu empfehlen? Oder bedürfen wir etwa, wie etliche, Empfehlungsbriefe an euch oder Empfehlungsbriefe von euch?
Paulus weist den Vorwurf der Selbstanpreisung zurück. Andere kamen mit Briefen; er braucht solche Papiere nicht. Anwendung: Echtes apostolisches bzw. geistliches Wirken braucht keine menschlichen Empfehlungsschreiben als Grundlage. Der Herr selbst bezeugt seinen Diener.
Vers 2 Ihr seid unser Brief, eingeschrieben in unsere Herzen, gekannt und gelesen von allen Menschen.
Die Gemeinde selbst ist der sichtbare Beweis seines Dienstes. Sie ist in sein Herz geschrieben und öffentlich lesbar. Anwendung: Menschen lesen zuerst unser Leben, dann unsere Worte. Eine Gemeinde soll ein lesbarer Brief sein.
Vers 3 … dass ihr ein Brief Christi seid, angefertigt durch uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.
Der eigentliche Verfasser ist Christus. Das Schreibmittel ist der Geist. Der Ort ist das Herz – im Gegensatz zu den Steintafeln vom Sinai (2. Mo 31,18; Jer 31,33; Hes 36,26). Anwendung: Gottes Werk geschieht innerlich durch den Geist, nicht bloß äußerlich durch Buchstaben und Formen.
Vers 4–5 Solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott: nicht dass wir von uns selbst aus tüchtig sind, etwas zu denken, als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist von Gott.
Paulus hat Zuversicht – aber nicht in sich. Jede Tüchtigkeit zum Denken und Dienen kommt von Gott. Anwendung: Geistlicher Dienst beginnt mit dem Eingeständnis: Aus uns selbst vermögen wir nichts.
Vers 6 … der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.
Der neue Bund steht dem alten gegenüber. „Buchstabe“ meint hier den Gesetzesdienst auf Stein, der Forderung ohne Leben stellt. Der Geist gibt Leben. Anwendung: Wir sind nicht Diener einer toten Buchstabenreligion, sondern des lebendig machenden Geistes. Das Wort bleibt maßgebend – aber ohne den Geist tötet bloße Forderung.
Vers 7–8 Wenn aber der Dienst des Todes, mit Buchstaben in Steine eingegraben, in Herrlichkeit begann, sodass die Söhne Israels das Angesicht Moses nicht unverwandt anschauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Angesichts, die hinweggetan werden sollte, wie wird nicht vielmehr der Dienst des Geistes in Herrlichkeit bestehen?
- Mose 34,29–35 steht im Hintergrund. Schon der Todesdienst hatte echte Herrlichkeit – aber eine vergehende. Der Dienst des Geistes übertrifft sie. Anwendung: Wir sollen den alten Bund nicht geringachten, aber auch nicht zum Maßstab des gegenwärtigen Dienstes machen.
Vers 9 Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit ist, so ist vielmehr der Dienst der Gerechtigkeit überströmend in Herrlichkeit.
Gesetz überführt und verurteilt. Der neue Dienst bringt Gerechtigkeit – und zwar überströmend. Anwendung: Evangeliumsdienst ist nicht zuerst Drohen mit Verdammnis, sondern Bezeugen der Gerechtigkeit, die Gott schenkt.
Vers 10–11 Denn auch das Verherrlichte ist nicht in dieser Beziehung verherrlicht worden, wegen der überschwänglichen Herrlichkeit. Denn wenn das, was hinweggetan werden sollte, mit Herrlichkeit eingeführt wurde, wieviel mehr wird das Bleibende in Herrlichkeit bestehen!
Im Vergleich zur bleibenden Herrlichkeit tritt die frühere zurück. Das Alte sollte hinweggetan werden; das Neue bleibt. Anwendung: Was Christus und der Geist bringen, ist nicht eine verbesserte Auflage des Gesetzesdienstes, sondern das Bleibende.
Vers 12–13 Da wir nun eine solche Hoffnung haben, so gebrauchen wir große Freimütigkeit und tun nicht gleichwie Mose, der eine Decke über sein Angesicht legte, auf dass die Söhne Israels nicht anschauen möchten das Ende dessen, was hinweggetan werden sollte.
Mose verhüllte die vergehende Herrlichkeit. Paulus redet offen, weil die Herrlichkeit bleibt. Anwendung: Wer eine bleibende Hoffnung hat, darf klar und unverhüllt reden – ohne religiöse Verhüllung.
Vers 14–15 Aber ihr Sinn ist verstockt worden; denn bis auf den heutigen Tag bleibt beim Lesen des alten Bundes dieselbe Decke unaufgedeckt, die in Christo weggetan wird. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen.
Die Decke liegt nicht zuerst auf dem Buch, sondern auf dem Herzen. Sie bleibt, solange Mose ohne Christus gelesen wird. Anwendung: Schriftkenntnis allein nimmt die Decke nicht weg. Ohne Umkehr zum Herrn bleibt das Herz verhüllt – auch beim Lesen.
Vers 16 Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.
Wie Mose die Decke abnahm, wenn er zum HERRN ging (2. Mo 34,34), so wird die Decke nur durch Umkehr zum Herrn entfernt. Anwendung: Die Lösung ist nicht Methode, sondern Person: Umkehr zum Herrn.
Vers 17 Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
Der erhöhte Herr wirkt als der Geist. Sein Gegenwärtigsein bringt Freiheit – Freiheit von Decke, Verstockung und Knechtschaft des Buchstabens. Anwendung: Christliche Freiheit ist nicht Eigenwille, sondern Leben unter dem Geist des Herrn.
Vers 18 Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
Nicht nur Apostel – wir alle. Unverhüllt. Anschauend wie in einem Spiegel. Ziel: dasselbe Bild. Weg: von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Mittel: der Herr, der Geist. Anwendung: Verwandlung geschieht durch Anschauen der Herrlichkeit des Herrn, nicht durch Anschauen unserer selbst oder durch Rückkehr unter den Buchstaben.
IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL