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2. Korintherbrief Kapitel 9 Vers um Vers Auslegung

2. Korintherbrief Kapitel 9 Vers um Vers Auslegung

Übersicht zu 2. Korinther 9

  1. Paulus hält es für überflüssig, den Korinthern über den Dienst für die Heiligen zu schreiben – er kennt ihren Eifer.
  2. Er hat den Mazedoniern von ihrer Bereitschaft seit vorigem Jahr gerühmt.
  3. Er sendet die Brüder, damit ihr Rühmen nicht zunichte werde und sie bereit seien.
  4. Er will vermeiden, dass er und sie beschämt würden, wenn Mazedonier mitkämen und sie unbereit fänden.
  5. Deshalb hielt er es für nötig, die Brüder zu ermahnen, die zuvor angekündigte Segensgabe vorzubereiten, damit sie als Segen und nicht als Habsucht bereitliege.
  6. Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer im Segen sät, wird auch im Segen ernten.
  7. Jeder gebe, wie er es sich im Herzen vorgenommen hat – nicht mit Verdruss oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
  8. Gott ist mächtig, jede Gnade gegen euch überreich zu machen, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.
  9. Wie geschrieben steht: „Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.“
  10. Der dem Sämann Samen darreicht und Brot zur Speise, wird eure Saat darreichen und vermehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.
  11. Ihr werdet in allem reich gemacht zu aller Freigebigkeit, die durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt.
  12. Denn die Besorgung dieses Dienstes füllt nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überreich durch viele Danksagungen gegen Gott.
  13. Durch die Bewährung dieses Dienstes verherrlichen sie Gott wegen des Gehorsams eures Bekenntnisses zum Evangelium und wegen der Freigebigkeit der Gemeinschaft mit ihnen und mit allen.
  14. Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes an euch.
  15. Dank sei Gott für seine unaussprechliche Gabe!

2. Korinther 9 – Vers für Vers

Vers 1–2
Denn über den Dienst für die Heiligen ist es mir überflüssig, euch zu schreiben. Denn ich kenne eure Bereitwilligkeit, deren ich mich euretwegen gegen die Mazedonier rühme, dass Achaja seit vorigem Jahr bereit gewesen ist, und euer Eifer hat die Mehrzahl angespornt.
Paulus kennt den Eifer der Korinther und hat ihn bereits den Mazedoniern gegenüber gerühmt.
Anwendung: Bekannter Eifer spornt andere an – und verpflichtet zugleich zur Treue.

Vers 3–4
Ich habe aber die Brüder gesandt, damit unser Rühmen über euch in dieser Hinsicht nicht zunichte werde, damit ihr, wie ich gesagt habe, bereit seid, dass nicht etwa, wenn Mazedonier mit mir kommen und euch unbereit finden, wir – um nicht zu sagen: ihr – in dieser Zuversicht beschämt werden.
Die Sendung der Brüder dient dazu, Beschämung zu vermeiden und die Bereitschaft sicherzustellen.
Anwendung: Gutes Rühmen muss durch tatsächliche Bereitschaft gedeckt sein, sonst wird es zur Beschämung.

Vers 5
Ich hielt es daher für nötig, die Brüder zu ermahnen, dass sie vorausziehen zu euch und eure zuvor angekündigte Segensgabe vorher zubereiten, damit sie so als Segen bereitliege und nicht als Habsucht.
Die Gabe soll als Segen (Segensgabe) und nicht als erzwungene oder habsüchtige Sache bereitliegen.
Anwendung: Geben soll Segen sein – nicht aus Druck, Berechnung oder Habsucht.

Vers 6
Dies aber sage ich: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, wird auch im Segen ernten.
Das Prinzip der Aussaat gilt auch für das Geben: Die Art des Säens bestimmt die Art des Erntens.
Anwendung: Kärglich geben bringt kärgliche Frucht; im Segen geben bringt Segen in der Ernte.

Vers 7
Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht mit Verdruss oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Das Geben soll aus freier Herzensentscheidung kommen – fröhlich, nicht widerwillig oder gezwungen.
Anwendung: Gott hat Freude an dem, der gerne und aus freiem Herzen gibt.

Vers 8
Gott aber ist mächtig, jede Gnade gegen euch überreich zu machen, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk.
Gott selbst sorgt dafür, dass den Gebern alle Genüge und Überfluss zu jedem guten Werk zuteilwird.
Anwendung: Wer gibt, darf darauf vertrauen, dass Gott mächtig ist, ihn mit allem Nötigen und darüber hinaus zu versorgen.

Vers 9–10
Wie geschrieben steht: „Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.“ Der aber, der dem Sämann Samen darreicht und Brot zur Speise, wird eure Saat darreichen und vermehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.
Gott ist der Geber von Samen und Brot – Er vermehrt die Saat und lässt die Früchte der Gerechtigkeit wachsen.
Anwendung: Unser Geben ist Teilhabe an Gottes eigenem Geben und Vermehren.

Vers 11–12
… indem ihr in allem reich gemacht werdet zu aller Freigebigkeit, die durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt. Denn die Besorgung dieses Dienstes füllt nicht nur den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überreich durch viele Danksagungen gegen Gott.
Freigebigkeit bewirkt nicht nur Versorgung der Bedürftigen, sondern vor allem überreiche Danksagung zu Gott.
Anwendung: Das letzte Ziel christlichen Gebens ist die Ehre Gottes durch die Danksagung vieler.

Vers 13–14
… indem sie durch die Bewährung dieses Dienstes Gott verherrlichen wegen des Gehorsams eures Bekenntnisses zum Evangelium Christi und wegen der Freigebigkeit der Gemeinschaft mit ihnen und mit allen, und indem sie in ihrem Gebet für euch Sehnsucht nach euch haben wegen der überschwänglichen Gnade Gottes an euch.
Die Gabe führt zur Verherrlichung Gottes, zum Erweis des Gehorsams gegenüber dem Evangelium und zu gegenseitiger Sehnsucht und Gebet.
Anwendung: Großzügiges Geben stärkt die Gemeinschaft und macht die Gnade Gottes sichtbar und preiswürdig.

Vers 15
Dank sei Gott für seine unaussprechliche Gabe!
Paulus schließt mit dem höchsten Dank: für Gottes unaussprechliche Gabe (Christus selbst).
Anwendung: Alle menschliche Freigebigkeit findet ihr Maß und ihre Motivation in der unaussprechlichen Gabe Gottes – in Christus.


IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
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