Abraham, Sarah, Hagar, Ketura und seine weiteren Frauen
Zitat von Hans Peter Wepf am 17. August 2026, 12:05 Uhr
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Abraham nach Saras Tod
- Sara stirbt in Hebron (Kirjat-Arba) und wird in der Höhle Machpela begraben.
- Abraham trauert intensiv und kauft das Grundstück von Efron, dem Hetiter, für 400 Silberschekel – das einzige Stück Land, das er zu Lebzeiten tatsächlich besitzt.
- Bibelstellen: 1. Mose 23,1–20 (besonders V. 2, 16–20).
Abraham ist zu diesem Zeitpunkt ca. 137 Jahre alt (Sara starb mit 127;
Abraham war 10 Jahre älter). Isaak lebt getrennt in der Nähe von Beer-Lahai-Roi.2. Die knappe Erwähnung Keturas
Der Text führt Ketura ohne jede Vorbereitung oder Beschreibung ein – fast wie eine administrative Notiz:
„Und Abraham nahm wieder ein Weib, und ihr Name war Ketura.“ (1. Mose 25,1)
- Keine Herkunft, kein Treffen, keine Beschreibung.
- Name Ketura (hebr. Qəṭūrā) bedeutet „Räucherwerk / Weihrauch / Duft“. Die Wurzel verweist auf das, was verbrannt wird und Wohlgeruch aufsteigen lässt.
- In 1. Chronik 1,32 wird sie als „Kebsweib Konkubine“ (pilegeš) bezeichnet;
in 1. Mose 25,6 werden die Söhne der „Konkubinen“ erwähnt (wahrscheinlich Hagar und Ketura).3. Die sechs Söhne Keturas
Ketura gebiert Abraham sechs Söhne:
Sohn Weitere Nachkommen (nach 1. Mose 25 und 1. Chronik 1) Zimran – Joksan Seba und Dedan → Assurim, Letuschim, Leummim Medan – Midian Efa, Efer, Hanoch, Abida, Eldaa Jischbak – Schuach – Bibelstellen:
- Mose 25,1–4
- Chronik 1,32–33
Abraham gibt Isaak alles, was er hat,
und schickt die Söhne der Konkubinen mit Geschenken nach Osten (1. Mose 25,5–6).4. Bedeutung der Nachkommen (besonders Midian)
Die Nachkommen Midian spielen später eine wichtige Rolle:
- Mose
flieht nach Midian, heiratet Zippora (Tochter des midianitischen Priesters Jitro/Reguel)
und empfängt dort den Ruf Gottes am Dornbusch (2. Mose 2,15–22; 3,1 ff.).- Die Midianiter
erscheinen später als Feinde Israels (z. B. unter Gideon in Richter 6–8).Damit durchzieht die Linie Keturas die biblische Geschichte von der Patriarchenzeit bis in die Richterzeit.
6. Abraham, der „Vater des Glaubens“ und der Verheißung
- Abraham, der „Vater des Glaubens“ und der Verheissung an Isaak, beginnt im hohen Alter noch einmal ein Familienleben.
- Die Bibel schweigt bewusst über Details – im Gegensatz zur ausführlichen Brautwerbung für Rebekka (1. Mose 24).
- Ketura steht für die „vergessenen“ Frauen der Bibel (ähnlich den namenlosen Töchtern Adams und Evas).
- Die Nachkommen Keturas zeigen, dass Abraham tatsächlich „Vater vieler Völker“ wurde (1. Mose 17,4–6), auch jenseits der Linie Isaaks.
7. Chronologischer Überblick (Bibelstellen)
Ereignis Stelle Tod und Begräbnis Saras 1. Mose 23 Isaaks Heirat mit Rebekka 1. Mose 24 Abraham nimmt Ketura 1. Mose 25,1 Geburt der sechs Söhne 1. Mose 25,2–4 Abraham schickt die Söhne fort 1. Mose 25,5–6 Tod Abrahams (175 Jahre) 1. Mose 25,7–8 Genealogie Keturas 1. Chronik 1,32–33
Zusammenfassung:
Ketura ist die zweite Frau Abrahams nach Saras Tod.
Die Bibel widmet ihr nur wenige Verse, doch ihre Nachkommen (besonders die Midianiter) verbinden sich später mit zentralen Gestalten wie Mose und Gideon.
Der Text lässt vieles ungesagt – Herkunft, Charakter, Beziehung zu Isaak – und regt dadurch zur Reflexion über die „stillen“ Figuren der Heilsgeschichte an.Abraham hatte mehrere Kebsweiber (hebr. פִּילַגְשִׁים pîlagšîm = Nebenfrauen / Konkubinen).
Mose 25,6 sagt das ausdrücklich im Plural.
► 1. Textbeobachtung: Pluralform in 1.Mose 25,6
Der hebräische Text lautet:
לִבְנֵי הַפִּילַגְשִׁים libnê ha‑pîlagšîm „den Söhnen der Nebenfrauen (Plural)“
Das ist grammatisch eindeutig: Abraham hatte mehrere Nebenfrauen.
→ 2. Welche Nebenfrauen sind namentlich bekannt?
→ Hagar
ausdrücklich als Nebenfrau bezeichnet (1Mo 16,3).
Mutter Ismaels.
→ Ketura
in 1.Mose 25,1 als „Frau“ bezeichnet,
aber in 1. Chronika 1,32 ausdrücklich als Nebenfrau (pîlagšâ) klassifiziert.
Damit haben wir mindestens zwei Nebenfrauen, die namentlich genannt werden.
► 3. Warum spricht 1Mo 25,6 von „Nebenfrauen“ (Plural)?Weil der Text alle Frauen Abrahams ausser Sara zusammenfasst:
Hagar (Nebenfrau)
Ketura (Nebenfrau)
evtl. weitere ungenannte Nebenfrauen, die zu den genealogischen Linien gehören könnten
Der Plural ist also historisch und literarisch korrekt, selbst wenn nicht alle Namen überliefert sind.
► 4. Theologische Bedeutung
A) Nebenfrauen ≠ Bundeslinie
Alle Kinder der Nebenfrauen gehören zur Kategorie:
„Kinder des Fleisches“ (Röm 9,7–8; Gal 4,22–23)
B) Isaak bleibt der einzige Erbe
- Mose 25,5:
„Abraham gab dem Isaak alles, was er hatte.“
Die Kinder der Nebenfrauen erhalten nur:
Geschenke
und werden weggezogen (25,6)
→ Sie haben keinen Anteil am Erbe und keinen Anteil an der Verheißung.
► 5. Zusammenfassung
Ja, Abraham hatte mehrere Nebenfrauen (Hagar, Ketura und weitere).
1. Mose 25,6 spricht bewusst im Plural, weil alle nicht‑saraïtischen
Frauen zusammengefasst werden.
Ihre Kinder sind biologische Nachkommen Abrahams, aber nicht Erben der Verheißung.
Abraham nach Saras Tod
- Sara stirbt in Hebron (Kirjat-Arba) und wird in der Höhle Machpela begraben.
- Abraham trauert intensiv und kauft das Grundstück von Efron, dem Hetiter, für 400 Silberschekel – das einzige Stück Land, das er zu Lebzeiten tatsächlich besitzt.
- Bibelstellen: 1. Mose 23,1–20 (besonders V. 2, 16–20).
Abraham ist zu diesem Zeitpunkt ca. 137 Jahre alt (Sara starb mit 127;
Abraham war 10 Jahre älter). Isaak lebt getrennt in der Nähe von Beer-Lahai-Roi.
2. Die knappe Erwähnung Keturas
Der Text führt Ketura ohne jede Vorbereitung oder Beschreibung ein – fast wie eine administrative Notiz:
„Und Abraham nahm wieder ein Weib, und ihr Name war Ketura.“ (1. Mose 25,1)
- Keine Herkunft, kein Treffen, keine Beschreibung.
- Name Ketura (hebr. Qəṭūrā) bedeutet „Räucherwerk / Weihrauch / Duft“. Die Wurzel verweist auf das, was verbrannt wird und Wohlgeruch aufsteigen lässt.
- In 1. Chronik 1,32 wird sie als „Kebsweib Konkubine“ (pilegeš) bezeichnet;
in 1. Mose 25,6 werden die Söhne der „Konkubinen“ erwähnt (wahrscheinlich Hagar und Ketura).
3. Die sechs Söhne Keturas
Ketura gebiert Abraham sechs Söhne:
| Sohn | Weitere Nachkommen (nach 1. Mose 25 und 1. Chronik 1) |
|---|---|
| Zimran | – |
| Joksan | Seba und Dedan → Assurim, Letuschim, Leummim |
| Medan | – |
| Midian | Efa, Efer, Hanoch, Abida, Eldaa |
| Jischbak | – |
| Schuach | – |
Bibelstellen:
-
- Mose 25,1–4
- Chronik 1,32–33
Abraham gibt Isaak alles, was er hat,
und schickt die Söhne der Konkubinen mit Geschenken nach Osten (1. Mose 25,5–6).
4. Bedeutung der Nachkommen (besonders Midian)
Die Nachkommen Midian spielen später eine wichtige Rolle:
- Mose
flieht nach Midian, heiratet Zippora (Tochter des midianitischen Priesters Jitro/Reguel)
und empfängt dort den Ruf Gottes am Dornbusch (2. Mose 2,15–22; 3,1 ff.). - Die Midianiter
erscheinen später als Feinde Israels (z. B. unter Gideon in Richter 6–8).
Damit durchzieht die Linie Keturas die biblische Geschichte von der Patriarchenzeit bis in die Richterzeit.
6. Abraham, der „Vater des Glaubens“ und der Verheißung
- Abraham, der „Vater des Glaubens“ und der Verheissung an Isaak, beginnt im hohen Alter noch einmal ein Familienleben.
- Die Bibel schweigt bewusst über Details – im Gegensatz zur ausführlichen Brautwerbung für Rebekka (1. Mose 24).
- Ketura steht für die „vergessenen“ Frauen der Bibel (ähnlich den namenlosen Töchtern Adams und Evas).
- Die Nachkommen Keturas zeigen, dass Abraham tatsächlich „Vater vieler Völker“ wurde (1. Mose 17,4–6), auch jenseits der Linie Isaaks.
7. Chronologischer Überblick (Bibelstellen)
| Ereignis | Stelle |
|---|---|
| Tod und Begräbnis Saras | 1. Mose 23 |
| Isaaks Heirat mit Rebekka | 1. Mose 24 |
| Abraham nimmt Ketura | 1. Mose 25,1 |
| Geburt der sechs Söhne | 1. Mose 25,2–4 |
| Abraham schickt die Söhne fort | 1. Mose 25,5–6 |
| Tod Abrahams (175 Jahre) | 1. Mose 25,7–8 |
| Genealogie Keturas | 1. Chronik 1,32–33 |
Zusammenfassung:
Ketura ist die zweite Frau Abrahams nach Saras Tod.
Die Bibel widmet ihr nur wenige Verse, doch ihre Nachkommen (besonders die Midianiter) verbinden sich später mit zentralen Gestalten wie Mose und Gideon.
Der Text lässt vieles ungesagt – Herkunft, Charakter, Beziehung zu Isaak – und regt dadurch zur Reflexion über die „stillen“ Figuren der Heilsgeschichte an.
Abraham hatte mehrere Kebsweiber (hebr. פִּילַגְשִׁים pîlagšîm = Nebenfrauen / Konkubinen).
-
Mose 25,6 sagt das ausdrücklich im Plural.
► 1. Textbeobachtung: Pluralform in 1.Mose 25,6
Der hebräische Text lautet:
לִבְנֵי הַפִּילַגְשִׁים libnê ha‑pîlagšîm „den Söhnen der Nebenfrauen (Plural)“
Das ist grammatisch eindeutig: Abraham hatte mehrere Nebenfrauen.
→ 2. Welche Nebenfrauen sind namentlich bekannt?
→ Hagar
-
ausdrücklich als Nebenfrau bezeichnet (1Mo 16,3).
-
Mutter Ismaels.
→ Ketura
-
in 1.Mose 25,1 als „Frau“ bezeichnet,
-
aber in 1. Chronika 1,32 ausdrücklich als Nebenfrau (pîlagšâ) klassifiziert.
Damit haben wir mindestens zwei Nebenfrauen, die namentlich genannt werden.
Weil der Text alle Frauen Abrahams ausser Sara zusammenfasst:
-
Hagar (Nebenfrau)
-
Ketura (Nebenfrau)
-
evtl. weitere ungenannte Nebenfrauen, die zu den genealogischen Linien gehören könnten
Der Plural ist also historisch und literarisch korrekt, selbst wenn nicht alle Namen überliefert sind.
► 4. Theologische Bedeutung
A) Nebenfrauen ≠ Bundeslinie
Alle Kinder der Nebenfrauen gehören zur Kategorie:
-
„Kinder des Fleisches“ (Röm 9,7–8; Gal 4,22–23)
B) Isaak bleibt der einzige Erbe
- Mose 25,5:
„Abraham gab dem Isaak alles, was er hatte.“
Die Kinder der Nebenfrauen erhalten nur:
-
Geschenke
-
und werden weggezogen (25,6)
→ Sie haben keinen Anteil am Erbe und keinen Anteil an der Verheißung.
► 5. Zusammenfassung
Ja, Abraham hatte mehrere Nebenfrauen (Hagar, Ketura und weitere).
1. Mose 25,6 spricht bewusst im Plural, weil alle nicht‑saraïtischen
Frauen zusammengefasst werden.
Ihre Kinder sind biologische Nachkommen Abrahams, aber nicht Erben der Verheißung.