Glaubensforum

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Anbetungsorte im 1000-jährigen Reich

Zuerst zu Jesaja 19 und den Nationen
William Kelly   
K W. AT
 K W. NT    Scofield .
C.I. Index  Walvoord    Bibeln und BibelTools
Pentecost

Tom Craig: Jesaja 19 (Asaph-Verlag).
Direkt zu Ägypten, Assur und Israel als «Segen inmitten der Erde». 

Gesamtüberblick Prophetie / Millennium

Arnold G. Fruchtenbaum: Handbuch der biblischen Prophetie
(Gerth; Original Footsteps of the Messiah).
Messianisch-jüdisch, dispensational, klare Abfolge. Behandelt Nationen, Tempel, Laubhüttenfest (Sacharja 14) und den Platz der Völker.
Es gibt eine neuere deutsche Ausgabe in mehreren Bänden unter dem Titel
Achtet auf die Schritte des Messias.

Erich Sauer:
Der Triumph des Gekreuzigten
(und dazu Das Morgenrot der Welterlösung).
Klassiker der heilsgeschichtlichen Linie (Brüderbewegung / Wiedenest).
Sauer nimmt den Hesekiel-Tempel, Maleachi 1,11 («an jedem Ort»)
und die Anbetung der Nationen ernst, ohne den Jerusalemer Mittelpunkt aufzulösen.

J. Dwight Pentecost: Bibel und Zukunft
(deutsche Ausgabe von Things to Come).
Auf der Seite bibelkreis.ch liegt bereits Material dazu. 

Kürzer / zugänglicher

Marc Tapernoux: Einführung in das Studium der Prophetie (online bei bibelkommentare.de, Teil «Das Tausendjährige Reich»).
Klar zu Hesekiel 40–48, Sacharja 14 und den Nationen, die nach Jerusalem ziehen.
Link zu Prophetie

Literatur dazu: 

Der Tempel in Jerusalem (Hesekiel 40–48) ist im 1000-jährigen Reich das zentrale Heiligtum. Von dort geht Weisung aus, dorthin wallfahren die Nationen. Das schliesst aber lokale Anbetung und Anbetungsorte in anderen Ländern nicht aus.

1. Der klare Mittelpunkt: Jerusalem

Sacharja 14,16–19 (Elberfelder 2023) sagt ausdrücklich:

Alle Übriggebliebenen der Nationen, die gegen Jerusalem gezogen waren, werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den Jahwe der Heerscharen, anzubeten (hischtachawah) und das Laubhüttenfest (Chag ha-Sukkot) zu feiern. Wer nicht kommt – ausdrücklich auch das Geschlecht Ägyptens –, bekommt keinen Regen bzw. die Plage.

Dazu Jesaja 2,2–3 / Micha 4,1–2: Viele Völker sagen:
«Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg Jahwe, zum Haus des Gottes Jakobs.»
Das Gesetz geht von Zion aus, das Wort Jahwe von Jerusalem.

Jesaja 66,23:
Von Neumond zu Neumond und von Sabbat zu Sabbat kommt alles Fleisch, um vor dem Jahwes anzubeten.

Der Hesekiel-Tempel bleibt also der vorgeschriebene Mittelpunkt; die Nationen sind verpflichtet,
Abordnungen nach Jerusalem zu schicken.

2. Trotzdem Anbetung in Ägypten

Genau das steht in Jesaja 19,18–25. «An jenem Tag» (typische Milleniumsformel) gilt:

  • Fünf Städte in Ägypten reden die Sprache Kanaans und schwören beim Jahwe der Heerscharen.
  • Mitten im Land Ägypten steht ein Jahwe geweihter Altar (mizbeach).
  • Nahe der Grenze steht eine Denksäule / Mazzebe (matzevah) für Jahwe– Zeichen und Zeugnis.
  • Die Ägypter erkennen Jahwe dienen mit Schlachtopfern (sevach)
    und Speisopfern (minchah), tun Gelübde und erfüllen sie.
  • Der Jahwe schlägt und heilt Ägypten; sie kehren um (wenden sich) zu Jahwe.
  • • Eine Strasse verbindet Ägypten und Assur; beide dienen Jahwe gemeinsam.
  • Israel wird der Dritte mit Ägypten und Assur, ein Segen inmitten der Erde:
    «Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil.»

Das ist keine Konkurrenz zum Jerusalemer Tempel und kein zweiter Sühnetempel.
Dispensational ausgelegt:
lokale, öffentliche Anerkennung JHWHs  Jahwe`s, Gedenkaltar und Opfer als Erinnerung an das vollbrachte Werk des Messias – analog zu den Gedenkopfern im Hesekiel-Tempel.
Der verpflichtende Wallfahrtsort bleibt Jerusalem
(deshalb die Drohung in Sacharja 14 gerade gegen Ägypten).

Historisch hat Onias IV. im 2. Jh. v. Chr. in Leontopolis einen Tempel gebaut und sich auf Jesaja 19 berufen.
Das war eigenmächtig und nicht die Erfüllung; die volle Erfüllung liegt im Reich.

3. «An jedem Ort» – nicht nur Ägypten

Maleachi 1,11:

«Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang wird mein Name gross sein unter den Nationen; und an jedem Ort wird geräuchert, dargebracht werden meinem Namen,
und zwar reine Opfergaben (minchah tehorah).»

Zephanja 2,11:

Jahwe macht alle Götter der Erde dahinschwinden;
«und sie werden ihm huldigen, jeder von seinem Ort, alle Inseln der Nationen.»

Das passt zusammen:
Zentralheiligtum und Pflichtwallfahrt in Jerusalem und echte Anbetung in den Ländern selbst (Rauchopfer, reine Gaben, Niederwerfen am eigenen Ort).

4. Persien / Elam?

Einen eigenen Altar oder Tempel in Persien beschreibt die Schrift nicht.

  • Elam (das alte Kernland im heutigen Südwest-Iran) erscheint in Jesaja 11,11 als eines der Gebiete, aus denen Jahwe den Überrest Israels «zum zweiten Mal» sammelt.
  • Jeremia 49,39:
    «Aber in den letzten Tagen werde ich das Geschick Elams wenden, spricht Jahwe.»
  • Persien steht in Hesekiel 38 in der Gog-Koalition (je nach Auslegung vor oder am Ende des 1000-jährigen Reichs).

Als Teil «aller Nationen» und «jedes Orts» (Maleachi 1,11; Zephanja 2,11; Sacharja 14) wird es dort Anbetung geben. Ein gesonderter Kultort wie der Altar in Ägypten oder die Strasse Ägypten–Assur wird für Persien nicht genannt.
Assur in Jesaja 19 meint die Region des alten Assyrien (Nordirak / Teile Syriens), nicht Persien.

Kurz zusammengefasst

Jerusalem bleibt der eine Tempel und der Pflichtort der Nationen (besonders Laubhüttenfest).
Daneben gibt es nachweislich lokale Anbetung: ausdrücklich einen Altar und Opfer in Ägypten,
allgemein «an jedem Ort» reine Gaben und Huldigung
«jeder von seinem Ort».

Persien/Elam wird wiederhergestellt und gehört zu den Nationen,
die den König anerkennen, ohne dass uns ein eigener Tempel beschrieben wird.

Die Spannung «ein Tempel in Jerusalem»
und «Anbetung in den Ländern» ist in der Schrift selbst angelegt und muss nicht aufgelöst werden,
indem man die eine oder die andere Stelle wegerklärt. 

Kein Bild – nur die Elam-Stellen der Elberfelder 1905, soweit sie zu Ihrem Satz über Wiederherstellung und die Nationen gehören.

Hebräisch: Elam = עֵילָם (Elam / Eilam).

1. Herkunft und Lage

1. Mose 10,22
«Die Söhne Sems: Elam und Assur und Arpakschad und Lud und Aram.»

Elam steht also unter den Semiten, östlich des Tigris (später Kernland im heutigen Südwest-Iran / Chusistan, Hauptstadt Susan).

1. Mose 14,1.9
Kedor-Laomer, König von Elam, führt den Bund der Ostkönige.

2. Sammlung des Überrestes «an jenem Tag»

Jesaja 11,11 (Elberfelder 1905)
«Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Herr noch zum zweiten Male seine Hand ausstrecken, um loszukaufen den Überrest seines Volkes, der übrigbleiben wird, von Assyrien und von Ägypten und von Pathros und von Äthiopien und von Elam und von Sinear und von Hamath und von den Inseln des Meeres.»

Das ist die Hauptstelle für Ihr Thema: Elam existiert in der Heilszeit noch als Land, aus dem Israeliten heimgeholt werden. Es wird nicht ausgelöscht.

3. Gericht und ausdrückliche Wiederherstellung

Jeremia 49,34–39 (Elberfelder 1923, gekürzt auf das Entscheidende)

V. 34: «Das Wort Jahwes, welches an Jeremia, den Propheten, geschah über Elam, im Anfang der Regierung Zedekias…»

V. 35: «Siehe, ich zerbreche den Bogen Elams, die Hauptmacht ihrer Stärke.»

V. 36: Zerstreuung «in alle diese Winde»; «es soll keine Nation geben, wohin nicht Vertriebene Elams kommen werden.»

V. 38: «Und ich werde meinen Thron in Elam aufstellen und werde König und Fürsten daraus vertilgen, spricht Jahwe.»

V. 39: «Aber es wird geschehen am Ende der Tage, da werde ich die Gefangenschaft Elams wenden, spricht Jahwe.»

Hebräisch V. 39: we-haja be-acharit ha-jamim aschub et-schevut Elam – «am Ende der Tage wende ich die Gefangenschaft Elams».
Dieselbe Wendung wie bei Moab (Jeremia 48,47) und Ammon (Jeremia 49,6). Gericht zuerst, dann Wiederherstellung.

4. Weitere prophetische Erwähnungen (ohne eigenen Tempel)

Jesaja 21,2
«Zieh herauf, Elam! Belagere, Medien!» – Elam als Macht gegen Babel.

Jesaja 22,6
«Und Elam trägt den Köcher mit bemannten Wagen und Reitern…» – militärische Macht, nicht Kultort.

Jeremia 25,25
«und alle Könige Elams und alle Könige Mediens» – unter den Nationen im Zornbecher.

Hesekiel 32,24
«Da ist Elam und seine ganze Menge um sein Grab her…» – Gericht unter den Toten der Nationen. Kein Tempel, kein Altar.

Daniel 8,2
Vision «in der Burg Susan, welche in der Landschaft Elam ist» – geographische Angabe (Susan / Schuschan).

5. Was die Elberfelder 2023 nicht sagt

Es gibt in der ganzen Elberfelder 2023
keinen Altar, keine Mazzebe, keinen Tempel und keine Wallfahrtspflicht eigens für Elam/Persien.
Das steht nur für Ägypten (Jes 19,19–21)
und für Jerusalem (Sach 14; Jes 2; Hes 40–48).

Elam gehört also:

  • zu den Ländern der zweiten Sammlung (Jes 11,11),
  • zu den Nationen, deren Geschick «am Ende der Tage» gewendet wird (Jer 49,39),
  • und damit zu «jedem Ort» und «allen Inseln der Nationen» (Mal 1,11; Zeph 2,11) –

ohne den Sonderstatus Ägyptens und ohne den Zentraltempel Jerusalems zu ersetzen.

Apg 2,9 nennt noch «Elamiter» unter den Hörern zu Pfingsten – das Volk bleibt in der Geschichte sichtbar, ist aber nicht der Gegenstand von Jes 19.

 




IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL