Glaubensforum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Das Böse meiden

Das Böse meiden

Scheidepunkt

Der Weise ist vorsichtig und weicht dem Bösen aus, aber der Tor ist übermütig und fühlt sich sicher. Schon dieser Spruch zeigt, dass der Unterschied zwischen Weisheit und Torheit nicht zuerst im Können, Wissen oder Fleiß liegt, sondern in der Haltung des Herzens. Der Weise vertraut nicht auf sich selbst, sondern auf Gott. Darum prüft er seine Wege, weicht dem Bösen aus und sucht das Gute. Der Tor dagegen fühlt sich sicher, obwohl er auf einem gefährlichen Weg geht. Die nachfolgenden Stellen zeigen, dass wahre Weisheit in der Unterordnung unter Gott besteht, während Übermut den Menschen leicht auf Abwege führt. Vgl. Spr. 3,5-7; 4,14-15; Hiob 28,28; Am. 5,14-15.

Sprüche 14,16
חָכָ֣ם יָ֭רֵא וְסָ֣ר מֵרָ֑ע וּ֝כְסִ֗יל מִתְעַבֵּ֥ר וּבֹוטֵֽחַ׃

Morphologie

Wort Wurzel Morphologie Satzglied Bedeutung
חָכָם חכם Substantiv m.s. Subjekt weise sein/werden; geschickt, lebenserfahren, Weiser
יָרֵא ירא qal partizip m.s. Prädikat I sich fürchten; in Furcht vor, furchtsam, vorsichtig
וְסָר ו
סור
Konj.
qal partizip m.s.
Konj.
Prädikat II
abbiegen, weggehen, weichen, sich fernhalten, abweichen, ausweichen
מֵרָע רעה Substantiv mit Präpositon m.s. indierektes Objekt weiden lassen, hüten; Böses, Bosheit, Unheil
         
וּכְסִיל ו
כְּסִיל
  Subjekt töricht, frech; der Tor
מִתְעַבֵּר עבר hitpael partizip m.s. Prädikat I vorübergehen, hinübergehen, vergehen; Gegenüberliegenden Seite, Rand, Ufer; als Hitpael: sie aufregen, überheblich handeln, unbeherrscht voranschreiten, übermütig .
וּבֹוטֵחַ ו
בטח
Konj.
qal partizip m.s.
Konj.
Prädikat II
vertrauen, fühlt sich sicher

Mögliche Übersetzung

Sprüche 14,16
Der Weise ist vorsichtig und weicht dem Bösen aus, aber der Tor ist übermütig und fühlt sich sicher.

Fußnoten

Das Objekt ist im zweiten Teil elliptisch. Es handelt sich um einen antithetischen Parallelismus. Das Prädikat ist jeweils durch die Konjunktion synthetisch zweiteilig. Vgl. Spr. 3,5-7; Spr. 4,14-15; Am. 5,14-15.

Eine Textcollage zu Spr. 14,16

Wahre Weisheit beginnt damit, den Herrn zu fürchten und vom Bösen zu weichen (Hiob 28,28). Wer auf den Herrn vertraut und sich nicht auf seinen eigenen Verstand stützt, wird seine Pfade nicht auf den Weg der Gottlosen setzen noch den Pfad der Bösen betreten (Spr. 3,5-7; 4,14-15). Der Unterschied liegt nicht zuerst in den Fähigkeiten des Menschen, sondern in seiner Gesinnung. Der Weise hört auf Gott, der Tor vertraut sich selbst.
Darum weicht der Weise vom Bösen und jagt dem Frieden nach (Ps. 34,15). Er hält sich von jeder Gestalt des Bösen fern (1. Thess. 5,22), weicht vom Bösen und tut Gutes (Ps. 37,27). Er sucht die Gemeinschaft derer, die Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden nachjagen (2. Tim. 2,22). Das Gute hängt an ihm fest, während er das Böse verabscheut (Röm. 12,9). Wer aus Gott geboren ist, bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an (1. Joh. 5,18).
Der Weise ist nüchtern und wachsam. Er unterwirft sich Gott und gibt dem Teufel keinen Raum (Eph. 4,27). Er weiß, dass sein Widersacher wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann (1. Petr. 5,8-9). Deshalb widersteht er ihm fest im Glauben. Wer sich Gott unterwirft und dem Teufel widersteht, erlebt, dass dieser flieht (Jak. 4,7). Nicht menschlicher Fleiß ist die Grundlage des Sieges, sondern die Unterordnung unter Gott.
Auch in Versuchungen bleibt der Weise nicht sich selbst überlassen. Gott ist treu und lässt nicht zu, dass wir über unser Vermögen versucht werden, sondern schafft mit der Versuchung auch den Ausgang (1. Kor. 10,13). Wir wissen auch, dass Gott selbst nicht versucht (Jak 1,13). Deshalb hassen die, welche den Herrn lieben, das Böse (Ps. 97,10). Sie lassen sich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinden das Böse mit dem Guten (Röm. 12,21). Der Herr Jesus hat dies vollkommen vorgelebt. Als Satan ihn in der Wüste versuchte, widerstand er jedem Angriff mit dem Wort Gottes, bis der Versucher von ihm wich (Mt. 4,1-11; Jak. 4,7).
Der Maßstab allen Guten ist nicht der Mensch, sondern der Herr Jesus selbst. Einer allein ist gut. Er ist Gott (Jes. 7,15-16; Mt. 19,17; Mk. 10,17-18; Lk. 18,19). Der Herr ist gut und aufrichtig (Ps. 25,8), der Herr ist gut, seine Güte währt ewig (Ps. 100,5), und jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab (Jak. 1,17). Wenn wir das Gute suchen, lässt sich der Herr Jesus finden. Ihm können wir vertrauen; er ist eine Zuflucht am Tag der Bedrängnis und kennt die, welche auf ihn vertrauen (Nah. 1,7).
Außer ihm ist kein Mensch gut. Da ist kein Gerechter, auch nicht einer (Röm. 3,10-12); kein Mensch auf der Erde tut nur Gutes und sündigt nicht (Pred. 7,20). Gut und wohltätig ist allein der Herr (Ps. 119,68). Deshalb sind alle Menschen auf seine Gnade angewiesen. Sowohl das Wollen als auch das Wirken kommt letztlich von Gott (Phil. 2,13). Wahre Weisheit besteht daher nicht darin, auf die eigene Kraft zu bauen, sondern auf den Herrn zu vertrauen, vom Bösen zu weichen und in seiner Kraft zu leben.

Bibelstellen (Elberfelder 1905)

Sprüche 14,16 Der Weise fürchtet sich und meidet das Böse, aber der Tor braust auf und ist sorglos.
Wege prüfen
Psalm 119,105 Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad.
1. Thessalonicher 5,21 prüfet aber alles, das Gute haltet fest.
Philipper 4,6 Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden;
Böses meiden
Sprüche 3,5–7 5 Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand. 6 Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade. 7 Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte Jehova und weiche vom Bösen:
Sprüche 4,14–15 14 Komm nicht auf den Pfad der Gesetzlosen, und schreite nicht einher auf dem Wege der Bösen. 15 Laß ihn fahren, geh nicht darauf; wende dich von ihm ab und geh vorbei.
Hiob 28,28 Und zu dem Menschen sprach er: Siehe, die Furcht des Herrn ist Weisheit, und vom Bösen weichen ist Verstand.
Psalm 34,15 Die Augen Jehovas sind gerichtet auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien;
Psalm 37,27 Weiche vom Bösen und tue Gutes, und bleibe ewiglich!
Amos 5,14–15 14 Trachtet nach dem Guten und nicht nach dem Bösen, auf daß ihr lebet; und Jehova, der Gott der Heerscharen, wird also mit euch sein, wie ihr saget. 15 Hasset das Böse und liebet das Gute, und richtet das Recht auf im Tore; vielleicht wird Jehova, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein.
1. Thessalonicher 5,22 Von aller Art des Bösen haltet euch fern.
Widerstand leisten
Philipper 2,13 denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen.
Matthäus 4,1–11 1 Dann wurde Jesus von dem Geiste in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden; 2 und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn danach. 3 Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: 4 Es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte, das durch den Mund Gottes ausgeht.“ 5 Dann nimmt der Teufel ihn mit in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels 6 und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln über dir befehlen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.“ 7 Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“ 8 Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: 9 Alles dieses will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst. 10 Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ 11 Dann verläßt ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herzu und dienten ihm.
Römer 12,21 Laß dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.
Epheser 4,27 und gebet nicht Raum dem Teufel.
Jakobus 4,7 Unterwerfet euch nun Gott. Widerstehet dem Teufel, und er wird von euch fliehen.
1. Petrus 5,8–9 8 Seid nüchtern, wachet; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. 9 Dem widerstehet standhaft im Glauben, da ihr wisset, daß dieselben Leiden sich vollziehen an eurer Brüderschaft, die in der Welt ist.
Gemeinschaft suchen
Römer 12,9 Die Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheuet das Böse, haltet fest am Guten.
2. Timotheus 2,22 Die jugendlichen Lüste aber fliehe; strebe aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.
1. Johannes 5,18 Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an.
Gottes Güte
Jesaja 7,15–16 15 Rahm und Honig wird er essen, wenn er weiß, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. 16 Denn ehe der Knabe weiß, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen beiden Königen dir graut.
Psalm 25,8 Gütig und gerade ist Jehova, darum unterweist er die Sünder in dem Wege;
Psalm 100,5 Denn gut ist Jehova; seine Güte währt ewiglich, und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 119,68 Du bist gut und guttätig; lehre mich deine Satzungen!
Nahum 1,7 Jehova ist gütig, er ist eine Feste am Tage der Drangsal; und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.
Matthäus 19,17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich über das Gute? Einer ist gut. Wenn du aber ins Leben eingehen willst, so halte die Gebote.
Markus 10,17–18 17 Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, auf daß ich ewiges Leben ererbe? 18 Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als nur Einer, Gott.
Lukas 18,19 Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut, als nur einer, Gott.
Jakobus 1,17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten.
Menschliche Sünde
Prediger 7,20 Denn unter den Menschen ist kein Gerechter auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige.
Römer 3,10–12 10 „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; 11 da ist keiner, der verständig sei; da ist keiner, der Gott suche. 12 Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tue, da ist auch nicht einer.“

 

 Jetzt lesen und mehr erfahren

Hans Peter Wepf, Martin K. und Carmen Katharina haben auf diesen Beitrag reagiert.
Hans Peter WepfMartin K.Carmen Katharina