Die Zeichen von Markus 16 – erfüllt in der Apostelgeschichte und erklärt bei Paulus
Zitat von Hans Peter Wepf am 12. Mai 2026, 21:27 Uhr
Die Zeichen von Markus 16 – erfüllt in der Apostelgeschichte und erklärt bei PaulusMarkus 16,17–20 beschreibt fünf Zeichen, die den Glaubenden folgen werden:
Dämonenaustreibung,
neue Sprachen,
Schutz vor Schlangen und tödlichen Gefahren,
sowie Heilungen durch Handauflegung.
Wichtig ist:
Markus versteht diese Zeichen nicht als Selbstzweck, sondern als Bestätigung des Wortes durch den erhöhten Christus.
Der Herr wirkt mit und bestätigt die Verkündigung – das ist der theologische Kern.Die Apostelgeschichte zeigt die konkrete Erfüllung dieser Verheißungen:
- Dämonenaustreibung: Apg 5,16; 8,7; 16,16–18; 19,11–12
- Neue Sprachen: Apg 2; 10; 19
- Schlangen: Apg 28,3–6 – Paulus bleibt unversehrt
- Tödliches: kein direkter Fall, aber das Prinzip göttlicher Bewahrung erscheint in Apg 28
- Heilungen: Apg 3; 5; 9; 14; 19; 28
Damit zeigt Lukas:
Alles, was Markus verheisst, tritt in der missionarischen Praxis der Apostel ein.
Die Zeichen stehen nie im Zentrum, sondern bestätigen das Evangelium, genau wie Markus 16,20 sagt:
„Der Herr wirkte mit und bestätigte das Wort durch die Zeichen, die folgten.“Paulus ordnet diese Zeichen theologisch ein: In 1Kor 12–14 spricht er über Gaben wie Heilungen, Wunder und Sprachenrede.
In Röm 15,18–19 erklärt er, dass Zeichen und Wunder Beweise sind, dass Christus selbst durch ihn gewirkt hat.
In 2Kor 11 und 2Tim 4 beschreibt er die Bewahrung Gottes in tödlichen Gefahren.
Und in Eph 6 zeigt er, dass der eigentliche Kampf geistlich ist – die Austreibung von Dämonen ist Ausdruck der Autorität Christi.Die harmonisierte Sicht lautet:
- • Markus verheisst die Zeichen als Begleiterscheinungen der Mission.
- Die Apostelgeschichte berichtet, wie sie tatsächlich auftreten.
- Paulus erklärt, dass sie Werkzeuge Gottes sind, um das Evangelium zu bestätigen.
Die Zeichen sind also christologische Bestätigungsakte:
Sie zeigen, dass Jesus lebt, erhöht ist und sein Wort durch den Heiligen Geist bestätigt.
Sie sind nicht das Zentrum,
sondern Begleiterscheinungen der Verkündigung – damals wie heute, wo Christus sein Wort bestätigt.Markus 16,17–20 — Elberfelder 1905 2023
17 „Diese Zeichen aber werden denen folgen, die da glauben: in meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, und sie werden sich wohl befinden.“
19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie aber gingen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die Zeichen, die darauf folgten.
Griechischer Grundtext mit deutscher Transliteration
Vers 17
καὶ σημεῖα τοῖς πιστεύσασιν ταῦτα παρακολουθήσει· kai sēmeia tois pisteusasin tauta parakolouthēsei „Und Zeichen werden denen folgen, die geglaubt haben…“
Vers 18
ὄφεις ἀροῦσιν… opheis arousin „Schlangen werden sie aufnehmen…“
κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν… kan thanasimon ti piōsin „und wenn sie etwas Tödliches trinken…“
ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν… epi arrōstous cheiras epithēsousin „auf Kranke werden sie die Hände legen…“
Vers 19
Ὁ μὲν οὖν κύριος… ἀνελήμφθη εἰς τὸν οὐρανόν ho men oun kyrios… anelēmphthē eis ton ouranon „Der Herr wurde… in den Himmel aufgenommen“
Vers 20
ἐκεῖνοι δὲ ἐξελθόντες ἐκήρυξαν πανταχοῦ ekeinoi de exelthontes ekēruxan pantachou „Sie aber gingen hinaus und predigten überall“
τοῦ κυρίου συνεργοῦντος tou kyriou synergountos „während der Herr mitwirkte“
καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος kai ton logon bebaiountos „und das Wort bestätigte“
διὰ τῶν ἐπακολουθούντων σημείων dia tōn epakolouthountōn sēmeiōn „durch die Zeichen, die folgten“
Grammatische und kontextuelle Analyse
1. Tempusformen in den Versen 17–18 (Verheißungsebene)
Die Verben stehen überwiegend im Futur:
- παρακολουθήσει — wird folgen
- ἀροῦσιν — werden aufnehmen
- πίωσιν — wenn sie trinken werden
- ἐπιθήσουσιν — werden auflegen
➡️ Das sind klare Zukunftsaussagen aus Sicht Jesu vor der Himmelfahrt.
Es handelt sich um Verheissungen, nicht um Rückblicke.
2. Tempusformen in Vers 19–20 (Erfüllungsebene)
Hier wechselt der Text in den Aorist (Vergangenheitsform):
- ἀνελήμφθη (anelḗmpthē) — wurde aufgenommen
- ἐκάθισεν (ekáthisen) — setzte sich
- ἐκήρυξαν (ekḗryxan) — sie predigten
- συνεργοῦντος (synergúntos) — mitwirkend (Partizip Präsens)
- βεβαιοῦντος (bebaiúntos) — bestätigend (Partizip Präsens)
➡️ Das ist ein Rückblick des Evangelisten auf Ereignisse, die bereits geschehen waren.
Der Autor beschreibt:
- Jesu Himmelfahrt (bereits geschehen)
- Die Predigttätigkeit der Jünger (bereits im Gang)
- Die begleitenden Zeichen (bereits beobachtbar)
- Zentrale Frage: Spricht der Text von etwas, das beim Schreiben bereits erfüllt war?
Ja — eindeutig.
Der Text hat zwei Ebenen:
🟦 A. Verheissungsebene (V. 17–18)
Jesus spricht vor der Himmelfahrt und kündigt an:
- „Diese Zeichen werden folgen…“
➡️ Zukunft aus Jesu Perspektive.
🟧 B. Erfüllungsebene (V. 19–20)
Der Evangelist berichtet nach der Himmelfahrt:
- „Der Herr wurde aufgenommen…“
- „Sie gingen hinaus…“
- „Der Herr wirkte mit…“
- „Er bestätigte das Wort…“
➡️ Vergangenheit aus Sicht des Schreibers.
➡️ Der Autor sagt ausdrücklich: Die angekündigten Zeichen haben sich bereits erfüllt und tun es weiterhin.
📌 Theologische Aussagekraft
- • Jesu Verheissung (Futur) → gilt für die kommende apostolische Zeit.
- Markus’ Rückblick (Aorist + Präsenspartizip) → zeigt, dass die Verheissung bereits Realität geworden ist.
- Die Partizipien συνεργοῦντος / βεβαιοῦντος (mitwirkend / bestätigend) stehen im Präsens → das betont fortlaufende Wirkung.
➡️ Der Text zeigt:
Die Zeichen begannen unmittelbar nach der Himmelfahrt und setzten sich in der apostolischen Mission fort und
wurden auf der Höhe von 2. Korinther 12.12 erfüllt und haben seitdem das Wort Gottes vollständig geschrieben
und die Apostel gestorben sind, aufgehört.→→ Kurzfazit
- • V. 17–18: Zukunftsverheissung Jesu
- V. 19–20: Rückblickender Bericht → bereits erfüllt
- Der Autor beschreibt die Zeichen als eingetretene Realität, nicht als bloße Erwartung.
- Markus 16,17–20 und gehe Verb für Verb durch:
- Form (Tempus, Modus, Genus, Person, Numerus)
- Syntaktische Funktion im Satz
- Aspekt / Aktionsart
- Zeitbezug (aus Sicht des Erzählers)
- • Hinweis: Verheissung (Zukunft) vs. Erfüllung (Rückblick)
Ich orientiere mich am Mehrheits-/TR-Text, der mit der Elberfelder 1905 gut harmoniert.
Vers 17
καὶ σημεῖα τοῖς πιστεύσασιν ταῦτα παρακολουθήσει·
πιστεύσασιν
- Form: Aorist-Partizip Aktiv, Dativ Plural, maskulin/neutrum, von πιστεύω
- Syntaktische Funktion:
- Attributives Partizip zu τοῖς … πιστεύσασιν = „denen, die geglaubt haben“
- Bestimmt die Gruppe, der die Zeichen folgen werden.
- Aspekt: Aorist → punktuell, abgeschlossene Handlung als Ganzes.
- Zeitbezug:
- Formal: Vorzeitigkeit zum finiten Verb παρακολουθήσει (Futur).
- Inhaltlich: „diejenigen, die zum Zeitpunkt des Eintretens der Zeichen bereits zum Glauben gekommen sind“.
- Vermessungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißungsebene: Jesus beschreibt eine Gruppe, die durch Glauben charakterisiert ist; nicht notwendig rein vergangen, sondern „die Glaubenden“ als Kategorie.
παρακολουθήσει
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Singular, von παρακολουθέω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat des Satzes: „Diese Zeichen werden folgen…“
- Subjekt: σημεῖα ταῦτα („diese Zeichen“).
- Aspekt: Futur mit vorwiegend prospektivem Charakter (zukünftiges Geschehen).
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu (vor der Himmelfahrt).
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Klare Verheißung: Die Zeichen liegen (zum Zeitpunkt der Rede) in der Zukunft.
- Aus Sicht des Evangelisten beim Schreiben: Ein Teil davon ist bereits eingetreten (Vers 20), aber hier bleibt die Form Futur.
Vers 17b–18a
ἐν τῷ ὀνόματί μου δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν, γλώσσαις λαλήσουσιν καιναῖς, ὄφεις ἀροῦσιν, κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν, οὐ μὴ αὐτοὺς βλάψῃ, ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν, καὶ καλῶς ἕξουσιν.
Der Reihe nach:
ἐκβαλοῦσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἐκβάλλω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden Dämonen austreiben“.
- Subjekt: implizit „sie“ = die Glaubenden (aus V. 17).
- Aspekt: Futur → prospektiv, mit Tendenz zu wiederholter/charakteristischer Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- • Verheissung: zukünftige, aber im NT (Apostelgeschichte) nachweislich erfüllte Praxis.
λαλήσουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von λαλέω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden reden in neuen Sprachen“.
- Aspekt: Futur, prospektiv; kann habitual/charakteristisch verstanden werden.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung, die in Apg 2; 10; 19 konkret erfüllt wird.
ἀροῦσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von αἴρω („aufheben, tragen“)
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden Schlangen aufnehmen“.
- Aspekt: Futur, punktuell, aber im Kontext als mögliche/gelegentliche Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung; in Apg 28 (Paulus und die Schlange) findet sich eine konkrete Entsprechung.
πίωσιν
- Form: Aorist Konjunktiv Aktiv, 3. Person Plural, von πίνω
- Syntaktische Funktion:
- Teil eines konditionalen Nebensatzes mit κἄν (= καὶ ἐάν): „und wenn sie etwas Tödliches trinken“.
- Aspekt: Aorist → punktuelle, einmalige Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft/Allgemeinheit, aber im Rahmen eines potentiellen Falls („falls es geschieht“).
- Vererbungs-/Erfüllungsebene:
- Hypothetische Situation in der Verheißungsebene.
βλάψῃ
- Form: Aorist Konjunktiv Aktiv, 3. Person Singular, von βλάπτω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat im Hauptsatz der Verneinung: „es wird ihnen keineswegs schaden“.
- Konstruktion: οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv → starke, emphatische Verneinung („auf keinen Fall“).
- Aspekt: Aorist, punktuell; die Verneinung bezieht sich auf das Eintreten eines Schadens.
- Zeitbezug:
- Zukunft, aber als absolut ausgeschlossen dargestellt.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung mit maximaler Sicherheit.
ἐπιθήσουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἐπιτίθημι
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden die Hände auf Kranke legen“.
- Aspekt: Futur, prospektiv; kann habitual verstanden werden.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung; in Apg (z.B. Apg 3; 9; 28) finden wir entsprechende Heilungsszenen.
ἕξουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἔχω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden sich wohl befinden“ / „es wird ihnen gut gehen“.
- Subjekt: die Kranken (implizit aus ἀρρώστους).
- Aspekt: Futur, prospektiv; Ergebnis der vorherigen Handlung (Handauflegung).
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung des Heilungserfolgs.
Vers 19
Ὁ μὲν οὖν κύριος … ἀνελήφθη εἰς τὸν οὐρανόν, καὶ ἐκάθισεν ἐκ δεξιῶν τοῦ θεοῦ.
ἀνελήφθη
- Form: Aorist Passiv (Deponens-Form), Indikativ, 3. Person Singular, von ἀναλαμβάνω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „wurde aufgenommen“ (Himmelfahrt).
- Subjekt: ὁ κύριος.
- Aspekt: Aorist → punktuelle, abgeschlossene Handlung.
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Der Evangelist berichtet ein bereits geschehenes Ereignis.
ἐκάθισεν
- Form: Aorist Indikativ Aktiv, 3. Person Singular, von καθίζω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „er setzte sich zur Rechten Gottes“.
- Aspekt: Aorist → punktuell, mit Betonung auf dem Eintritt in den Zustand (Inthronisation).
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Erhöhung Christi ist bereits vollzogen.
Vers 20
ἐκεῖνοι δὲ ἐξελθόντες ἐκήρυξαν πανταχοῦ, τοῦ κυρίου συνεργοῦντος καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος διὰ τῶν ἐπακολουθούντων σημείων.
ἐξελθόντες
- Form: Aorist-Partizip Aktiv, Nominativ Plural, maskulin, von ἐξέρχομαι
- Syntaktische Funktion:
- Adverbiales Partizip (temporal): „als sie hinausgegangen waren“ / „nachdem sie hinausgegangen waren“.
- Bezieht sich auf ἐκεῖνοι (die Jünger).
- Aspekt: Aorist → punktuell, abgeschlossene Handlung vor dem Hauptverb.
- Zeitbezug:
- Vorzeitigkeit zu ἐκήρυξαν.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: beschreibt den Beginn ihrer Missionsaktivität.
ἐκήρυξαν
- Form: Aorist Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von κηρύσσω
- Syntaktische Funktion:
- Hauptprädikat: „sie predigten überall“.
- Aspekt: Aorist → zusammenfassender Rückblick auf ihre Predigttätigkeit.
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Jünger haben den Missionsauftrag bereits in die Tat umgesetzt.
συνεργοῦντος
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Singular, maskulin, von συνεργέω
- Syntaktische Funktion:
- Genitivus absolutus: τοῦ κυρίου συνεργοῦντος = „während der Herr mitwirkte“.
- Adverbiale Bestimmung: Begleitumstand zur Predigttätigkeit der Jünger.
- Aspekt: Präsens → durativ/konativ, fortlaufende Mitwirkung.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig mit ἐκήρυξαν, aber als charakteristische Begleitung.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Der Herr ist aktiv am Werk, während sie predigen.
βεβαιοῦντος
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Singular, maskulin, von βεβαιόω
- Syntaktische Funktion:
- Zweites Partizip im Genitivus absolutus: „und (während er) das Wort bestätigte“.
- Eng verbunden mit συνεργοῦντος.
- Aspekt: Präsens → fortlaufende, wiederholte Bestätigung.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig mit der Predigt, als kontinuierlicher Vorgang.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Verheissung der Zeichen (V. 17–18) wird konkret bestätigt.
ἐπακολουθούντων
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Plural, neutrum, von ἐπακολουθέω
- Syntaktische Funktion:
- Attributives Partizip zu σημείων im Genitiv: „der Zeichen, die folgten“.
- Bestimmt die Art der Zeichen: sie sind nachfolgend, begleitend.
- Aspekt: Präsens → wiederholtes, typisches Nachfolgen.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig zur Predigt, aber als regelmäßige Begleiterscheinung.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Zeichen sind nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich eingetreten und begleiten die Verkündigung.
Gesamtblick: Was sagt die Verbsyntax über „schon erfüllt“ vs. „zukünftig“?
- V. 17–18 (Verheißungsebene):
- Dominant: Futur (ἐκβαλοῦσιν, λαλήσουσιν, ἀροῦσιν, ἐπιθήσουσιν, ἕξουσιν, παρακολουθήσει)
- Dazu: Konjunktiv in Konditionalsätzen (πίωσιν, βλάψῃ) → Jesus spricht prospektiv: Was die Glaubenden künftig tun/erleben werden.
- V. 19–20 (Erfüllungsebene):
- Aorist (ἀνελήφθη, ἐκάθισεν, ἐκήρυξαν, ἐξελθόντες) → abgeschlossene Ereignisse in der Vergangenheit.
- Präsens-Partizipien (συνεργοῦντος, βεβαιοῦντος, ἐπακολουθούντων) → fortlaufende, begleitende Wirklichkeit. → Der Evangelist beschreibt:
- • Die Verheissung ist bereits in Gang gesetzt.
- Die Zeichen begleiten die Predigt als beobachtbare Realität.
Eine präzise, theologisch belastbare Auslegung, wie Markus selbst die Zeichen in Mk 16,17–20 versteht.
Sreng textgebunden, arbeite mit Tempus, Syntax, Kontext und welche theologische Linie Markus verfolgt.1. Grundbeobachtung: Markus unterscheidet zwei Ebenen
Die Zeichen erscheinen bei Markus nicht als allgemeine „Wunderliste“, sondern als heilsgeschichtliche Bestätigung der apostolischen Verkündigung.
Es gibt zwei Ebenen:
A. Verheissungsebene (V. 17–18)
Jesus kündigt an, was zukünftig die Glaubenden begleiten wird.
B. Erfüllungsebene (V. 19–20)
Der Evangelist zeigt, dass diese Verheissung bereits eingetreten ist und fortlaufend eintritt.
Diese Struktur ist der Schlüssel zur theologischen Bedeutung.
🟦 2. Was Markus NICHT sagt
Bevor wir die positive Linie zeichnen, ist wichtig, was Markus nicht behauptet:
- Er sagt nicht, dass jeder Gläubige alle Zeichen ständig tun wird.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen Selbstzweck sind.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen die Botschaft ersetzen.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen die Gemeinde definieren.
Markus ist kein Charismatiker,
kein Anti-Charismatiker,
kein Dogmatiker — er ist Evangelist.
Er zeigt: Der erhöhte Christus bestätigt sein Wort.→ 3. Die theologische Hauptaussage:
Die Zeichen sind Bestätigungsakte des erhöhten Christus.
Das ist der Kern.
Begründung aus dem Text:
V. 20 — der Schlüsselvers
τοῦ κυρίου συνεργοῦντος καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος „während der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte“
Das ist die einzige Stelle im NT, wo ausdrücklich gesagt wird:
👉 Der erhöhte Christus bestätigt das Evangelium durch Zeichen.
Nicht die Jünger bestätigen das Wort. Nicht die Zeichen bestätigen die Jünger. Der Herr bestätigt sein Wort.
Das ist die theologische Mitte.
4. Die Zeichen sind keine „Gabenliste“, sondern „Begleitzeichen“
Markus verwendet das Wort:
ἐπακολουθούντων σημείων
„der Zeichen, die nachfolgten / begleiteten“
Das ist entscheidend:
- Die Zeichen gehen nicht voraus
- Die Zeichen stehen nicht im Zentrum
- Die Zeichen folgen nach
- Die Zeichen bestätigen
Sie sind sekundär, nicht primär.
Sie sind reaktiv, nicht initiativ.
Sie sind Christus-gewirkt, nicht menschen-gemacht.5. Die Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft des erhöhten Christus
Markus 16 ist der Abschluss des Evangeliums. Der Höhepunkt ist:
„Der Herr wurde aufgenommen … und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (V. 19)
Die Zeichen sind nicht Fortsetzung des irdischen Dienstes Jesu, sondern Ausdruck seiner himmlischen Herrschaft.
Sie zeigen:
- Christus ist lebendig
- Christus ist erhöht
- Christus ist aktiv
- Christus wirkt mit
- Christus bestätigt sein Wort
Die Zeichen sind Herrschaftszeichen, nicht „Gemeindeprogramm“.
.
6. Die Zeichen sind missionarisch, nicht kultisch
Markus 16,20:
„Sie aber gingen aus und predigten überall…“
Die Zeichen erscheinen nicht im Gottesdienst, sondern im missionarischen Kontext.
Das entspricht der Apostelgeschichte:
- Dämonenaustreibung → Apg 8, 16
- neue Sprachen → Apg 2, 10, 19
- Schlangen → Apg 28
- Heilungen → überall in Apg
Markus denkt missionarisch, nicht liturgisch.
7. Die Zeichen sind nicht „für die Gemeinde“, sondern „für die Welt“
Markus 16,15:
„Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“
Die Zeichen sind für die Welt:
- Sie bestätigen die Botschaft
- Sie zeigen die Autorität Christi
- Sie öffnen Türen für das Evangelium
- Sie demonstrieren Gottes Macht gegenüber der Finsternis
Sie sind nicht zur Selbstbestätigung der Gemeinde gegeben.
8. Die Zeichen sind nicht zeitlos, aber auch nicht zeitlich begrenzt
Markus sagt weder:
- „Diese Zeichen gelten nur für die Apostel“
- „Diese Zeichen gelten für alle Zeiten in gleicher Weise“
Was sagt er?
Er sagt nur:
- • Jesus verheisst sie (Futur)
- Die Jünger erleben sie (Aorist)
- Der Herr wirkt sie fortlaufend (Präsens-Partizipien)
Das bedeutet:
→ Die Zeichen sind an die missionarische Verkündigung gebunden.
→ Sie sind Ausdruck der Herrschaft Christi, nicht der „Reife“ der Gemeinde.
→ Sie treten dort auf, wo Christus sein Wort bestätigt.Markus macht keine dogmatische Aussage über Dauer oder Ende.
Er zeigt nur: So wirkt der erhöhte Christus.
9. Zusammenfassung: Wie versteht Markus die Zeichen?
1. Zeichen sind Bestätigungsakte des erhöhten Christus.
Nicht menschliche Fähigkeiten, sondern göttliche Beglaubigung.
2. Zeichen folgen dem Wort, sie führen nicht.
Sie sind Begleiterscheinungen, nicht das Zentrum.
3. Zeichen dienen der Mission, nicht der Gemeinde-Show.
Sie öffnen Türen für das Evangelium.
4. Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft Christi.
Sie zeigen: Jesus lebt, regiert und wirkt.
5. Markus macht keine dogmatische Aussage über Dauer.
Er beschreibt, wie Christus sein Wort bestätigt — damals und prinzipiell auch heute.
Harmonisierte, präzise und vollständig textgebundene Übersicht,
wie die Zeichen aus Markus 16,17–18 in der Apostelgeschichte (Kap. 2–28) tatsächlich
auftreten,
erfüllt werden
und theologisch gedeutet werden.
- Die fünf Zeichen aus Markus 16,17–18
Zeichen Griechisch Bedeutung 1. Dämonenaustreibung δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν Autorität über die Finsternis 2. Neue Sprachen γλώσσαις λαλήσουσιν καιναῖς göttlich gewirkte Sprachfähigkeit 3. Schlangen aufnehmen ὄφεις ἀροῦσιν Schutz vor äußerer Gefahr 4. Tödliches trinken ohne Schaden κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν… οὐ μὴ βλάψῃ göttlicher Schutz 5. Krankenheilung durch Handauflegung ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν Heilung als Bestätigung des Wortes
2. Harmonisierung: Wo werden diese Zeichen in Apg 2–28 erfüllt?
ZEICHEN 1 — Dämonenaustreibung
Mk 16,17: „Dämonen werden sie austreiben“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Stelle Inhalt Wer? Apg 5,16 Viele wurden von unreinen Geistern befreit Apostel allgemein Apg 8,7 Unreine Geister fahren aus, große Schreie Philippus Apg 16,16–18 Wahrsagegeist wird ausgetrieben Paulus Apg 19,11–12 Dämonen weichen durch Berührung von Tüchern Paulus Apg 19,15–16 Dämon erkennt Paulus, nicht die Söhne Skevas Paulus Theologische Linie
- Die Austreibung ist nicht auf die Zwölf beschränkt.
- Sie ist missionarisch, nicht kultisch.
- Sie bestätigt die Autorität des Namens Jesu (Apg 16,18).
ZEICHEN 2 — Neue Sprachen
Mk 16,17: „Sie werden in neuen Sprachen reden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Stelle Inhalt Wer?
Apg 2,4–11 Pfingsten: viele Sprachen Apostel
Apg 10,44–46 Kornelius und Heiden reden in Sprachen Heiden
Apg 19,6 Jünger in Ephesus reden in Sprachen Neubekehrte
Theologische Linie
Sprachenrede ist Zeichen der Ausgiessung des Geistes.
Sie markiert neue heilsgeschichtliche Schritte (Juden → Samariter → Heiden).
Markus sagt „neue Sprachen“ — Apg zeigt übernatürliche Sprachfähigkeit.
ZEICHEN 3 — Schlangen aufnehmen
Mk 16,18: „Schlangen werden sie aufnehmen“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Stelle Inhalt Wer? Apg 28,3–6 Paulus wird von einer Schlange gebissen, bleibt unverletzt Paulus Theologische Linie
- Markus meint nicht Schlangenrituale.
- Apg zeigt: → Göttlicher Schutz in der Mission.
- Die Inselbewohner interpretieren es als göttliches Eingreifen.
ZEICHEN 4 — Tödliches trinken ohne Schaden
Mk 16,18: „Wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Es gibt keinen direkten Bericht in Apg 2–28 über das Trinken von Gift.
Aber:
- Apg 28,5 (Schlange) ist funktional dasselbe Muster: → Göttlicher Schutz vor tödlicher Gefahr.
- Die frühe Kirche (2. Jh.) berichtet Fälle, aber das gehört nicht in die Bibelauslegung.
Theologische Linie
- Markus beschreibt Schutzverheissungen, nicht „Testhandlungen“.
- Apg zeigt das Prinzip: → Der Herr schützt seine Boten, wenn sie im Auftrag unterwegs sind.
ZEICHEN 5 — Krankenheilung durch Handauflegung
Mk 16,18: „Auf Kranke werden sie die Hände legen, und sie werden sich wohl befinden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Stelle Inhalt Wer? Apg 3,6–8 Lahmer geheilt Petrus Apg 5,15–16 Viele Heilungen Apostel Apg 9,17–18 Paulus legt Hände auf → Heilung + Geistempfang Paulus Apg 9,32–35 Äneas geheilt Petrus Apg 14,8–10 Lahmer geheilt Paulus Apg 19,11–12 Aussergewöhnliche Heilungen Paulus Apg 28,8–9 Vater des Publius geheilt → viele weitere Paulus Theologische Linie
- Heilungen sind Zeichen der Königsherrschaft Christi.
- Sie bestätigen das Wort (Mk 16,20).
- Sie sind nicht Selbstzweck, sondern missionarisch.
- Harmonisierung: Markus 16 und Apostelgeschichte 2–28
- Alles, was Markus verheisst, findet sich in der Apostelgeschichte wieder — direkt oder funktional.
Zeichen Markus 16 Apostelgeschichte Erfüllung Dämonenaustreibung δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν Apg 5,8,16,19 direkt Neue Sprachen γλώσσαις καιναῖς Apg 2,10,19 direkt Schlangen ὄφεις ἀροῦσιν Apg 28 direkt Tödliches trinken θανάσιμον πίωσιν — (Prinzip: Apg 28) funktional Heilungen ἐπιθήσουσιν χεῖρας Apg 3–28 direkt 4. Theologische Gesamtschau
1. Markus 16 ist keine „Wunderliste“, sondern eine Missionsverheissung.
Die Zeichen dienen nicht der Gemeinde, sondern der Welt (Mk 16,15).
2. Die Apostelgeschichte zeigt die Erfüllung als Bestätigung des Wortes.
Apg 14,3 ist die Parallele zu Mk 16,20:
„Der Herr bezeugte das Wort seiner Gnade und gab Zeichen und Wunder.“
3. Die Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft des erhöhten Christus.
Mk 16,19–20 → Apg 2–28 Der erhöhte Herr wirkt mit.
4. Die Zeichen treten nicht gleichmässig auf, sondern heilsgeschichtlich.
- Pfingsten → Juden
- Samariter → Apg 8
- Heiden → Apg 10
- Jünger des Johannes → Apg 19
- Paulus unter Heiden → Apg 13–28
5. Markus und Lukas (Apg) sind völlig harmonisch.
Markus verheisst → Lukas berichtet.
Vergleichstafel: Markus – Apostelgeschichte – Paulus
Thema: Die Zeichen, ihre Erfüllung und ihre theologische Bedeutung
Diese Tafel zeigt:
- Was Markus verheißt
- Wie Lukas (Apg) es historisch berichtet
- Wie Paulus es theologisch einordnet
Damit erhältst du eine kanonische Gesamtperspektive.
→ 1. Dämonenaustreibung
Markus 16 Apostelgeschichte Paulus „Dämonen werden sie austreiben“ (δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν) Apg 5,16 – Viele werden befreit Apg 8,7 – Philippus treibt Dämonen aus Apg 16,16–18 – Paulus treibt Wahrsagegeist aus Apg 19,11–12 – Dämonen weichen durch Berührung 1Kor 12,10 – „Unterscheidung der Geister“ Eph 6,12 – Kampf gegen Mächte der Finsternis 2Kor 10,4–5 – geistliche Waffen Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: historische Erfüllung
- Paulus: geistliche Einordnung (Kampf, Autorität, Unterscheidung)
- Neue Sprachen
Markus 16 Apostelgeschichte Paulus „Sie werden in neuen Sprachen reden“ (γλώσσαις καιναῖς) Apg 2,4–11 – Pfingsten Apg 10,46 – Heiden reden in Sprachen Apg 19,6 – Jünger in Ephesus 1Kor 12–14 – ausführliche Lehre über Sprachenrede 1Kor 14,21 – Zitat Jes 28,11 (Zeichen für Ungläubige) Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: Zeichen der Geist-Ausgießung
- Paulus: Regelung, Bedeutung, Funktion (Zeichencharakter!)
- Schlangen aufnehmen
Markus 16 Apostelgeschichte Paulus „Schlangen werden sie aufnehmen“ (ὄφεις ἀροῦσιν) Apg 28,3–6 – Paulus wird gebissen, bleibt unverletzt Lk 10,19 (Paulus zitiert Lukas oft) – „Ich gebe euch Macht über Schlangen“ Röm 16,20 – „Der Gott des Friedens wird den Satan zertreten“ (symbolisch) Theologische Harmonie
- Markus: Schutzverheißung
- Apostelgeschichte: konkrete Erfüllung
- Paulus: geistliche Deutung (Sieg über das Böse)
- Tödliches trinken ohne Schaden
Markus 16 Apostelgeschichte Paulus „Wenn sie etwas Tödliches trinken…“ (θανάσιμον) Keine direkte Erfüllung Apg 28 (Schlange) ist funktional identisch: Schutz vor tödlicher Gefahr 2Kor 11,23–27 – Paulus überlebt zahlreiche Todesgefahren 2Tim 4,17–18 – „Der Herr wird mich retten vor jedem bösen Werk“ Theologische Harmonie
- Markus: Schutzverheißung
- Apostelgeschichte: Prinzip erfüllt (Schlange)
- Paulus: Göttlicher Schutz im Dienst (nicht Ritual, sondern Bewahrung)
- Krankenheilung durch Handauflegung
Markus 16 Apostelgeschichte Paulus „Auf Kranke werden sie die Hände legen…“ (ἐπιθήσουσιν χεῖρας) Apg 3,6–8 – Lahmer geheilt Apg 5,15–16 – viele Heilungen Apg 9,17–18 – Paulus legt Hände auf Apg 28,8–9 – Heilungen auf Malta 1Kor 12,9 – „Gaben der Heilungen“ Gal 3,5 – Gott wirkt Wunder durch den Geist Röm 15,18–19 – Zeichen und Wunder als Bestätigung des Evangeliums Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: breite Erfüllung
- Paulus: theologische Einordnung (Gaben, Bestätigung des Wortes)
6. Die zentrale theologische Linie (Markus – Apg – Paulus)
1. Markus: Verheißung
- Zeichen werden folgen
- Zeichen sind Begleitzeichen, nicht Zentrum
- Zeichen bestätigen das Wort (V. 20)
2. Apostelgeschichte: Erfüllung
- Alle Zeichen treten historisch auf
- Immer im missionarischen Kontext
- Immer als Wirken des erhöhten Christus
3. Paulus: Einordnung
- Zeichen sind Gaben des Geistes
- Zeichen dienen der Bestätigung des Evangeliums
- Zeichen sind nicht Selbstzweck, sondern Werkzeuge Gottes
7. Kurzfazit der Vergleichstafel
Markus verheisst → Apostelgeschichte berichtet → Paulus erklärt.
- Markus zeigt den Plan
- Lukas zeigt die Erfüllung
- Paulus zeigt die Bedeutung
Damit ergibt sich eine vollständige, harmonische, nicht widersprüchliche Sicht:
►Die Zeichen sind christologische Bestätigungsakte
► Sie dienen der Mission
► Sie sind Ausdruck der Herrschaft Christi
► Sie sind durch den Geist gewirkt
► Sie treten situativ, nicht mechanisch auf
- Markus 16,20 – Das Prinzip
„Der Herr wirkte mit und bestätigte das Wort durch die Zeichen, die folgten.“
Grammatikalisch:
- Präsenspartizipien („mitwirkend“, „bestätigend“) → fortlaufende Wirkung.
- Der Fokus liegt auf Christus, nicht auf den Menschen.
- Die Zeichen sind Beglaubigung der Verkündigung.
Theologisch: Markus beschreibt die apostolische Anfangsphase: Christus bestätigt das Evangelium durch sichtbare Zeichen, um die Autorität der Botschaft zu sichern. Es ist nicht eine Dauerverheißung für alle Zeiten, sondern eine Heilsgeschichtliche Phase der Bestätigung.
► ► 2. 2. Korinther 12,12 – Die Rückschau
„Die Zeichen des Apostels sind unter euch vollbracht worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten.“
Grammatikalisch:
- Perfektform („vollbracht worden“) → abgeschlossene, historische Realität.
- Paulus spricht rückblickend: Die Zeichen waren da, sie beweisen seine apostolische Sendung.
Theologisch: Paulus sieht die Zeichen als Kennzeichen der Apostelzeit – nicht als allgemeine Norm. Sie sind Zeichen des Apostels, nicht „Zeichen jedes Gläubigen“. Damit grenzt er die apostolische Autorität von späteren Diensten ab.
► 3. Die Korrelation
Aspekt Markus 16,20 2. Korinther 12,12 Zeitform Präsenspartizipien (fortlaufend) Perfekt (abgeschlossen) Subjekt Christus wirkt mit Paulus als Apostel Funktion Bestätigung des Wortes Beglaubigung des Aposteldienstes Phase Anfang der Mission Rückblick auf die apostolische Zeit Ziel Evangelium wird bestätigt Apostelamt wird bestätigt Bedeutung Zeichen als Mittel der Verkündigung Zeichen als Beweis der Autorität 🟨 4. Theologische Schlussfolgerung
Die beiden Verse bilden Anfang und Ende der Zeichenperiode:
- Markus 16,20: Beginn der apostolischen Verkündigung – Christus bestätigt das Wort.
- 2. Korinther 12,12: Rückblick – die Zeichen haben ihren Zweck erfüllt, die apostolische Autorität ist bestätigt.
Damit zeigt sich eine heilsgeschichtliche Linie:
Verheißung → Erfüllung → Abschluss.
Die Zeichen waren nicht Selbstzweck, sondern Beglaubigung der Offenbarung. Mit dem Abschluss des apostolischen Zeitalters (Ende des 1. Jh.) tritt die Schrift an die Stelle der Zeichen als Bestätigung des Wortes.
🟦 5. Kurzfazit
- Markus 16,20 zeigt die aktive Bestätigung des Wortes durch Christus.
- 2. Korinther 12,12 zeigt die vollendete Bestätigung durch die Apostel.
- Beide zusammen markieren den Übergang von der Offenbarung zur Schrift.
- Die Zeichen sind nicht abgeschafft, aber zweckgebunden: Sie dienten der Einführung des Evangeliums, nicht seiner ständigen Wiederholung.
Wenn du willst, kann ich dir daraus eine grafische Heilsgeschichts‑Tafel machen: „Von der Verheißung der Zeichen (Mk 16,20) bis zur Vollendung der Apostelzeit (2Kor 12,12)“ — exakt im Bibelkreis‑Stil. Soll ich das für dich vorbereiten?
das ist der theologische Abschlussgedanke, den Paulus in 1. Korinther 13,8–10 entfaltet:
„Die Weissagungen werden weggetan werden, die Sprachen werden aufhören, die Erkenntnis wird weggetan werden … wenn aber das Vollkommene gekommen ist, wird das, was stückweise ist, weggetan werden.“
🟦 1. Markus 16 und 1. Korinther 13 – zwei Blickrichtungen
Ebene Markus 16,20 1. Korinther 13,8–10 Zeitpunkt Anfang der Verkündigung Reife der Offenbarung Ziel Bestätigung des Wortes durch Zeichen Vollendung des Wortes durch Erkenntnis Mittel Zeichen und Wunder Vollständige Offenbarung (Schrift) Phase Apostolische Anfangszeit Nachapostolische Glaubenszeit Markus zeigt: Christus bestätigt das Wort durch Zeichen. Paulus zeigt: Das Wort selbst wird zur Bestätigung.
🟧 2. Die heilsgeschichtliche Linie
- Verheißung (Mk 16,17–18) – Zeichen werden folgen.
- Erfüllung (Apg 2–28) – Zeichen begleiten die Verkündigung.
- Vollendung (2Kor 12,12) – Zeichen des Apostels sind vollbracht.
- Abschluss (1Kor 13) – Das Vollkommene (die vollständige Offenbarung) ist gekommen.
Damit endet die Zeichenperiode nicht abrupt, sondern organisch: Die Offenbarung ersetzt die Beglaubigung.
🟩 3. Warum keine Zeichen mehr nötig sind
- Weil das Wort Gottes vollständig ist. → Wir besitzen die ganze Offenbarung, nicht mehr Stückwerk.
- Weil der Glaube auf dem Wort ruht, nicht auf dem Sichtbaren. → „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen.“ (2Kor 5,7)
- Weil die Schrift selbst das bleibende Zeugnis ist. → „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig.“ (Hebr 4,12)
Die Zeichen waren Einführungsmittel, nicht Dauerinstrumente. Jetzt bestätigt der Geist durch das Wort, nicht durch äußere Wunder.
🟨 4. Kurzfazit
Markus 16,20 zeigt: Christus bestätigt das Wort durch Zeichen. 2. Korinther 12,12 zeigt: Die Zeichen des Apostels sind vollbracht. 1. Korinther 13 zeigt: Das Vollkommene (die Schrift) ist gekommen.
Damit gilt: Wir glauben, weil wir das vollendete Wort besitzen – nicht, weil wir Zeichen sehen.
Sie fasst den gesamten heilsgeschichtlichen Bogen zusammen:
- • Verheissung → Christus bestätigt das Wort durch Zeichen (Mk 16,20)
- Erfüllung → Gott wirkt mit durch Zeichen und Wunder (Apg)
- Vollendung → Die Zeichen des Apostels sind vollbracht (2Kor 12,12)
- Abschluss → Das Vollkommene ist gekommen (1Kor 13) – der Glaube ruht nun auf dem vollständigen Wort Gottes

Die Zeichen von Markus 16 – erfüllt in der Apostelgeschichte und erklärt bei Paulus
Markus 16,17–20 beschreibt fünf Zeichen, die den Glaubenden folgen werden:
Dämonenaustreibung,
neue Sprachen,
Schutz vor Schlangen und tödlichen Gefahren,
sowie Heilungen durch Handauflegung.
Wichtig ist:
Markus versteht diese Zeichen nicht als Selbstzweck, sondern als Bestätigung des Wortes durch den erhöhten Christus.
Der Herr wirkt mit und bestätigt die Verkündigung – das ist der theologische Kern.
Die Apostelgeschichte zeigt die konkrete Erfüllung dieser Verheißungen:
- Dämonenaustreibung: Apg 5,16; 8,7; 16,16–18; 19,11–12
- Neue Sprachen: Apg 2; 10; 19
- Schlangen: Apg 28,3–6 – Paulus bleibt unversehrt
- Tödliches: kein direkter Fall, aber das Prinzip göttlicher Bewahrung erscheint in Apg 28
- Heilungen: Apg 3; 5; 9; 14; 19; 28
Damit zeigt Lukas:
Alles, was Markus verheisst, tritt in der missionarischen Praxis der Apostel ein.
Die Zeichen stehen nie im Zentrum, sondern bestätigen das Evangelium, genau wie Markus 16,20 sagt:
„Der Herr wirkte mit und bestätigte das Wort durch die Zeichen, die folgten.“
Paulus ordnet diese Zeichen theologisch ein: In 1Kor 12–14 spricht er über Gaben wie Heilungen, Wunder und Sprachenrede.
In Röm 15,18–19 erklärt er, dass Zeichen und Wunder Beweise sind, dass Christus selbst durch ihn gewirkt hat.
In 2Kor 11 und 2Tim 4 beschreibt er die Bewahrung Gottes in tödlichen Gefahren.
Und in Eph 6 zeigt er, dass der eigentliche Kampf geistlich ist – die Austreibung von Dämonen ist Ausdruck der Autorität Christi.
Die harmonisierte Sicht lautet:
- • Markus verheisst die Zeichen als Begleiterscheinungen der Mission.
- Die Apostelgeschichte berichtet, wie sie tatsächlich auftreten.
- Paulus erklärt, dass sie Werkzeuge Gottes sind, um das Evangelium zu bestätigen.
Die Zeichen sind also christologische Bestätigungsakte:
Sie zeigen, dass Jesus lebt, erhöht ist und sein Wort durch den Heiligen Geist bestätigt.
Sie sind nicht das Zentrum,
sondern Begleiterscheinungen der Verkündigung – damals wie heute, wo Christus sein Wort bestätigt.
Markus 16,17–20 — Elberfelder 1905 2023
17 „Diese Zeichen aber werden denen folgen, die da glauben: in meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
18 Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, und sie werden sich wohl befinden.“
19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie aber gingen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die Zeichen, die darauf folgten.
Griechischer Grundtext mit deutscher Transliteration
Vers 17
καὶ σημεῖα τοῖς πιστεύσασιν ταῦτα παρακολουθήσει· kai sēmeia tois pisteusasin tauta parakolouthēsei „Und Zeichen werden denen folgen, die geglaubt haben…“
Vers 18
ὄφεις ἀροῦσιν… opheis arousin „Schlangen werden sie aufnehmen…“
κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν… kan thanasimon ti piōsin „und wenn sie etwas Tödliches trinken…“
ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν… epi arrōstous cheiras epithēsousin „auf Kranke werden sie die Hände legen…“
Vers 19
Ὁ μὲν οὖν κύριος… ἀνελήμφθη εἰς τὸν οὐρανόν ho men oun kyrios… anelēmphthē eis ton ouranon „Der Herr wurde… in den Himmel aufgenommen“
Vers 20
ἐκεῖνοι δὲ ἐξελθόντες ἐκήρυξαν πανταχοῦ ekeinoi de exelthontes ekēruxan pantachou „Sie aber gingen hinaus und predigten überall“
τοῦ κυρίου συνεργοῦντος tou kyriou synergountos „während der Herr mitwirkte“
καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος kai ton logon bebaiountos „und das Wort bestätigte“
διὰ τῶν ἐπακολουθούντων σημείων dia tōn epakolouthountōn sēmeiōn „durch die Zeichen, die folgten“
Grammatische und kontextuelle Analyse
1. Tempusformen in den Versen 17–18 (Verheißungsebene)
Die Verben stehen überwiegend im Futur:
- παρακολουθήσει — wird folgen
- ἀροῦσιν — werden aufnehmen
- πίωσιν — wenn sie trinken werden
- ἐπιθήσουσιν — werden auflegen
➡️ Das sind klare Zukunftsaussagen aus Sicht Jesu vor der Himmelfahrt.
Es handelt sich um Verheissungen, nicht um Rückblicke.
2. Tempusformen in Vers 19–20 (Erfüllungsebene)
Hier wechselt der Text in den Aorist (Vergangenheitsform):
- ἀνελήμφθη (anelḗmpthē) — wurde aufgenommen
- ἐκάθισεν (ekáthisen) — setzte sich
- ἐκήρυξαν (ekḗryxan) — sie predigten
- συνεργοῦντος (synergúntos) — mitwirkend (Partizip Präsens)
- βεβαιοῦντος (bebaiúntos) — bestätigend (Partizip Präsens)
➡️ Das ist ein Rückblick des Evangelisten auf Ereignisse, die bereits geschehen waren.
Der Autor beschreibt:
- Jesu Himmelfahrt (bereits geschehen)
- Die Predigttätigkeit der Jünger (bereits im Gang)
- Die begleitenden Zeichen (bereits beobachtbar)
- Zentrale Frage: Spricht der Text von etwas, das beim Schreiben bereits erfüllt war?
Ja — eindeutig.
Der Text hat zwei Ebenen:
🟦 A. Verheissungsebene (V. 17–18)
Jesus spricht vor der Himmelfahrt und kündigt an:
- „Diese Zeichen werden folgen…“
➡️ Zukunft aus Jesu Perspektive.
🟧 B. Erfüllungsebene (V. 19–20)
Der Evangelist berichtet nach der Himmelfahrt:
- „Der Herr wurde aufgenommen…“
- „Sie gingen hinaus…“
- „Der Herr wirkte mit…“
- „Er bestätigte das Wort…“
➡️ Vergangenheit aus Sicht des Schreibers.
➡️ Der Autor sagt ausdrücklich: Die angekündigten Zeichen haben sich bereits erfüllt und tun es weiterhin.
📌 Theologische Aussagekraft
- • Jesu Verheissung (Futur) → gilt für die kommende apostolische Zeit.
- Markus’ Rückblick (Aorist + Präsenspartizip) → zeigt, dass die Verheissung bereits Realität geworden ist.
- Die Partizipien συνεργοῦντος / βεβαιοῦντος (mitwirkend / bestätigend) stehen im Präsens → das betont fortlaufende Wirkung.
➡️ Der Text zeigt:
Die Zeichen begannen unmittelbar nach der Himmelfahrt und setzten sich in der apostolischen Mission fort und
wurden auf der Höhe von 2. Korinther 12.12 erfüllt und haben seitdem das Wort Gottes vollständig geschrieben
und die Apostel gestorben sind, aufgehört.→→ Kurzfazit
- • V. 17–18: Zukunftsverheissung Jesu
- V. 19–20: Rückblickender Bericht → bereits erfüllt
- Der Autor beschreibt die Zeichen als eingetretene Realität, nicht als bloße Erwartung.
- Markus 16,17–20 und gehe Verb für Verb durch:
- Form (Tempus, Modus, Genus, Person, Numerus)
- Syntaktische Funktion im Satz
- Aspekt / Aktionsart
- Zeitbezug (aus Sicht des Erzählers)
- • Hinweis: Verheissung (Zukunft) vs. Erfüllung (Rückblick)
Ich orientiere mich am Mehrheits-/TR-Text, der mit der Elberfelder 1905 gut harmoniert.
-
Vers 17
καὶ σημεῖα τοῖς πιστεύσασιν ταῦτα παρακολουθήσει·
πιστεύσασιν
- Form: Aorist-Partizip Aktiv, Dativ Plural, maskulin/neutrum, von πιστεύω
- Syntaktische Funktion:
- Attributives Partizip zu τοῖς … πιστεύσασιν = „denen, die geglaubt haben“
- Bestimmt die Gruppe, der die Zeichen folgen werden.
- Aspekt: Aorist → punktuell, abgeschlossene Handlung als Ganzes.
- Zeitbezug:
- Formal: Vorzeitigkeit zum finiten Verb παρακολουθήσει (Futur).
- Inhaltlich: „diejenigen, die zum Zeitpunkt des Eintretens der Zeichen bereits zum Glauben gekommen sind“.
- Vermessungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißungsebene: Jesus beschreibt eine Gruppe, die durch Glauben charakterisiert ist; nicht notwendig rein vergangen, sondern „die Glaubenden“ als Kategorie.
παρακολουθήσει
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Singular, von παρακολουθέω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat des Satzes: „Diese Zeichen werden folgen…“
- Subjekt: σημεῖα ταῦτα („diese Zeichen“).
- Aspekt: Futur mit vorwiegend prospektivem Charakter (zukünftiges Geschehen).
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu (vor der Himmelfahrt).
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Klare Verheißung: Die Zeichen liegen (zum Zeitpunkt der Rede) in der Zukunft.
- Aus Sicht des Evangelisten beim Schreiben: Ein Teil davon ist bereits eingetreten (Vers 20), aber hier bleibt die Form Futur.
Vers 17b–18a
ἐν τῷ ὀνόματί μου δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν, γλώσσαις λαλήσουσιν καιναῖς, ὄφεις ἀροῦσιν, κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν, οὐ μὴ αὐτοὺς βλάψῃ, ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν, καὶ καλῶς ἕξουσιν.
Der Reihe nach:
ἐκβαλοῦσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἐκβάλλω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden Dämonen austreiben“.
- Subjekt: implizit „sie“ = die Glaubenden (aus V. 17).
- Aspekt: Futur → prospektiv, mit Tendenz zu wiederholter/charakteristischer Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- • Verheissung: zukünftige, aber im NT (Apostelgeschichte) nachweislich erfüllte Praxis.
λαλήσουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von λαλέω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden reden in neuen Sprachen“.
- Aspekt: Futur, prospektiv; kann habitual/charakteristisch verstanden werden.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung, die in Apg 2; 10; 19 konkret erfüllt wird.
ἀροῦσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von αἴρω („aufheben, tragen“)
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden Schlangen aufnehmen“.
- Aspekt: Futur, punktuell, aber im Kontext als mögliche/gelegentliche Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung; in Apg 28 (Paulus und die Schlange) findet sich eine konkrete Entsprechung.
πίωσιν
- Form: Aorist Konjunktiv Aktiv, 3. Person Plural, von πίνω
- Syntaktische Funktion:
- Teil eines konditionalen Nebensatzes mit κἄν (= καὶ ἐάν): „und wenn sie etwas Tödliches trinken“.
- Aspekt: Aorist → punktuelle, einmalige Handlung.
- Zeitbezug:
- Zukunft/Allgemeinheit, aber im Rahmen eines potentiellen Falls („falls es geschieht“).
- Vererbungs-/Erfüllungsebene:
- Hypothetische Situation in der Verheißungsebene.
βλάψῃ
- Form: Aorist Konjunktiv Aktiv, 3. Person Singular, von βλάπτω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat im Hauptsatz der Verneinung: „es wird ihnen keineswegs schaden“.
- Konstruktion: οὐ μὴ + Aorist Konjunktiv → starke, emphatische Verneinung („auf keinen Fall“).
- Aspekt: Aorist, punktuell; die Verneinung bezieht sich auf das Eintreten eines Schadens.
- Zeitbezug:
- Zukunft, aber als absolut ausgeschlossen dargestellt.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung mit maximaler Sicherheit.
ἐπιθήσουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἐπιτίθημι
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden die Hände auf Kranke legen“.
- Aspekt: Futur, prospektiv; kann habitual verstanden werden.
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung; in Apg (z.B. Apg 3; 9; 28) finden wir entsprechende Heilungsszenen.
ἕξουσιν
- Form: Futur Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von ἔχω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „sie werden sich wohl befinden“ / „es wird ihnen gut gehen“.
- Subjekt: die Kranken (implizit aus ἀρρώστους).
- Aspekt: Futur, prospektiv; Ergebnis der vorherigen Handlung (Handauflegung).
- Zeitbezug:
- Zukunft aus Sicht Jesu.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Verheißung des Heilungserfolgs.
Vers 19
Ὁ μὲν οὖν κύριος … ἀνελήφθη εἰς τὸν οὐρανόν, καὶ ἐκάθισεν ἐκ δεξιῶν τοῦ θεοῦ.
ἀνελήφθη
- Form: Aorist Passiv (Deponens-Form), Indikativ, 3. Person Singular, von ἀναλαμβάνω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „wurde aufgenommen“ (Himmelfahrt).
- Subjekt: ὁ κύριος.
- Aspekt: Aorist → punktuelle, abgeschlossene Handlung.
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Der Evangelist berichtet ein bereits geschehenes Ereignis.
ἐκάθισεν
- Form: Aorist Indikativ Aktiv, 3. Person Singular, von καθίζω
- Syntaktische Funktion:
- Prädikat: „er setzte sich zur Rechten Gottes“.
- Aspekt: Aorist → punktuell, mit Betonung auf dem Eintritt in den Zustand (Inthronisation).
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Erhöhung Christi ist bereits vollzogen.
Vers 20
ἐκεῖνοι δὲ ἐξελθόντες ἐκήρυξαν πανταχοῦ, τοῦ κυρίου συνεργοῦντος καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος διὰ τῶν ἐπακολουθούντων σημείων.
ἐξελθόντες
- Form: Aorist-Partizip Aktiv, Nominativ Plural, maskulin, von ἐξέρχομαι
- Syntaktische Funktion:
- Adverbiales Partizip (temporal): „als sie hinausgegangen waren“ / „nachdem sie hinausgegangen waren“.
- Bezieht sich auf ἐκεῖνοι (die Jünger).
- Aspekt: Aorist → punktuell, abgeschlossene Handlung vor dem Hauptverb.
- Zeitbezug:
- Vorzeitigkeit zu ἐκήρυξαν.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: beschreibt den Beginn ihrer Missionsaktivität.
ἐκήρυξαν
- Form: Aorist Indikativ Aktiv, 3. Person Plural, von κηρύσσω
- Syntaktische Funktion:
- Hauptprädikat: „sie predigten überall“.
- Aspekt: Aorist → zusammenfassender Rückblick auf ihre Predigttätigkeit.
- Zeitbezug:
- Vergangenheit aus Sicht des Erzählers.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Jünger haben den Missionsauftrag bereits in die Tat umgesetzt.
συνεργοῦντος
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Singular, maskulin, von συνεργέω
- Syntaktische Funktion:
- Genitivus absolutus: τοῦ κυρίου συνεργοῦντος = „während der Herr mitwirkte“.
- Adverbiale Bestimmung: Begleitumstand zur Predigttätigkeit der Jünger.
- Aspekt: Präsens → durativ/konativ, fortlaufende Mitwirkung.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig mit ἐκήρυξαν, aber als charakteristische Begleitung.
- Verheißungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Der Herr ist aktiv am Werk, während sie predigen.
βεβαιοῦντος
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Singular, maskulin, von βεβαιόω
- Syntaktische Funktion:
- Zweites Partizip im Genitivus absolutus: „und (während er) das Wort bestätigte“.
- Eng verbunden mit συνεργοῦντος.
- Aspekt: Präsens → fortlaufende, wiederholte Bestätigung.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig mit der Predigt, als kontinuierlicher Vorgang.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Verheissung der Zeichen (V. 17–18) wird konkret bestätigt.
ἐπακολουθούντων
- Form: Partizip Präsens Aktiv, Genitiv Plural, neutrum, von ἐπακολουθέω
- Syntaktische Funktion:
- Attributives Partizip zu σημείων im Genitiv: „der Zeichen, die folgten“.
- Bestimmt die Art der Zeichen: sie sind nachfolgend, begleitend.
- Aspekt: Präsens → wiederholtes, typisches Nachfolgen.
- Zeitbezug:
- Gleichzeitig zur Predigt, aber als regelmäßige Begleiterscheinung.
- • Verheissungs-/Erfüllungsebene:
- Erfüllungsebene: Die Zeichen sind nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich eingetreten und begleiten die Verkündigung.
Gesamtblick: Was sagt die Verbsyntax über „schon erfüllt“ vs. „zukünftig“?

- V. 17–18 (Verheißungsebene):
- Dominant: Futur (ἐκβαλοῦσιν, λαλήσουσιν, ἀροῦσιν, ἐπιθήσουσιν, ἕξουσιν, παρακολουθήσει)
- Dazu: Konjunktiv in Konditionalsätzen (πίωσιν, βλάψῃ) → Jesus spricht prospektiv: Was die Glaubenden künftig tun/erleben werden.
- V. 19–20 (Erfüllungsebene):
- Aorist (ἀνελήφθη, ἐκάθισεν, ἐκήρυξαν, ἐξελθόντες) → abgeschlossene Ereignisse in der Vergangenheit.
- Präsens-Partizipien (συνεργοῦντος, βεβαιοῦντος, ἐπακολουθούντων) → fortlaufende, begleitende Wirklichkeit. → Der Evangelist beschreibt:
- • Die Verheissung ist bereits in Gang gesetzt.
- Die Zeichen begleiten die Predigt als beobachtbare Realität.
Eine präzise, theologisch belastbare Auslegung, wie Markus selbst die Zeichen in Mk 16,17–20 versteht.
Sreng textgebunden, arbeite mit Tempus, Syntax, Kontext und welche theologische Linie Markus verfolgt.
1. Grundbeobachtung: Markus unterscheidet zwei Ebenen
Die Zeichen erscheinen bei Markus nicht als allgemeine „Wunderliste“, sondern als heilsgeschichtliche Bestätigung der apostolischen Verkündigung.
Es gibt zwei Ebenen:
A. Verheissungsebene (V. 17–18)
Jesus kündigt an, was zukünftig die Glaubenden begleiten wird.
B. Erfüllungsebene (V. 19–20)
Der Evangelist zeigt, dass diese Verheissung bereits eingetreten ist und fortlaufend eintritt.
Diese Struktur ist der Schlüssel zur theologischen Bedeutung.
🟦 2. Was Markus NICHT sagt
Bevor wir die positive Linie zeichnen, ist wichtig, was Markus nicht behauptet:
- Er sagt nicht, dass jeder Gläubige alle Zeichen ständig tun wird.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen Selbstzweck sind.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen die Botschaft ersetzen.
- Er sagt nicht, dass die Zeichen die Gemeinde definieren.
Markus ist kein Charismatiker,
kein Anti-Charismatiker,
kein Dogmatiker — er ist Evangelist.
Er zeigt: Der erhöhte Christus bestätigt sein Wort.
→ 3. Die theologische Hauptaussage:
Die Zeichen sind Bestätigungsakte des erhöhten Christus.
Das ist der Kern.
Begründung aus dem Text:
V. 20 — der Schlüsselvers
τοῦ κυρίου συνεργοῦντος καὶ τὸν λόγον βεβαιοῦντος „während der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte“
Das ist die einzige Stelle im NT, wo ausdrücklich gesagt wird:
👉 Der erhöhte Christus bestätigt das Evangelium durch Zeichen.
Nicht die Jünger bestätigen das Wort. Nicht die Zeichen bestätigen die Jünger. Der Herr bestätigt sein Wort.
Das ist die theologische Mitte.
4. Die Zeichen sind keine „Gabenliste“, sondern „Begleitzeichen“
Markus verwendet das Wort:
ἐπακολουθούντων σημείων
„der Zeichen, die nachfolgten / begleiteten“
Das ist entscheidend:
- Die Zeichen gehen nicht voraus
- Die Zeichen stehen nicht im Zentrum
- Die Zeichen folgen nach
- Die Zeichen bestätigen
Sie sind sekundär, nicht primär.
Sie sind reaktiv, nicht initiativ.
Sie sind Christus-gewirkt, nicht menschen-gemacht.
5. Die Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft des erhöhten Christus
Markus 16 ist der Abschluss des Evangeliums. Der Höhepunkt ist:
„Der Herr wurde aufgenommen … und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (V. 19)
Die Zeichen sind nicht Fortsetzung des irdischen Dienstes Jesu, sondern Ausdruck seiner himmlischen Herrschaft.
Sie zeigen:
- Christus ist lebendig
- Christus ist erhöht
- Christus ist aktiv
- Christus wirkt mit
- Christus bestätigt sein Wort
Die Zeichen sind Herrschaftszeichen, nicht „Gemeindeprogramm“.
.
6. Die Zeichen sind missionarisch, nicht kultisch
Markus 16,20:
„Sie aber gingen aus und predigten überall…“
Die Zeichen erscheinen nicht im Gottesdienst, sondern im missionarischen Kontext.
Das entspricht der Apostelgeschichte:
- Dämonenaustreibung → Apg 8, 16
- neue Sprachen → Apg 2, 10, 19
- Schlangen → Apg 28
- Heilungen → überall in Apg
Markus denkt missionarisch, nicht liturgisch.
7. Die Zeichen sind nicht „für die Gemeinde“, sondern „für die Welt“
Markus 16,15:
„Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“
Die Zeichen sind für die Welt:
- Sie bestätigen die Botschaft
- Sie zeigen die Autorität Christi
- Sie öffnen Türen für das Evangelium
- Sie demonstrieren Gottes Macht gegenüber der Finsternis
Sie sind nicht zur Selbstbestätigung der Gemeinde gegeben.
8. Die Zeichen sind nicht zeitlos, aber auch nicht zeitlich begrenzt
Markus sagt weder:
- „Diese Zeichen gelten nur für die Apostel“
- „Diese Zeichen gelten für alle Zeiten in gleicher Weise“
Was sagt er?
Er sagt nur:
- • Jesus verheisst sie (Futur)
- Die Jünger erleben sie (Aorist)
- Der Herr wirkt sie fortlaufend (Präsens-Partizipien)
Das bedeutet:
→ Die Zeichen sind an die missionarische Verkündigung gebunden.
→ Sie sind Ausdruck der Herrschaft Christi, nicht der „Reife“ der Gemeinde.
→ Sie treten dort auf, wo Christus sein Wort bestätigt.
Markus macht keine dogmatische Aussage über Dauer oder Ende.
Er zeigt nur: So wirkt der erhöhte Christus.
9. Zusammenfassung: Wie versteht Markus die Zeichen?
1. Zeichen sind Bestätigungsakte des erhöhten Christus.
Nicht menschliche Fähigkeiten, sondern göttliche Beglaubigung.
2. Zeichen folgen dem Wort, sie führen nicht.
Sie sind Begleiterscheinungen, nicht das Zentrum.
3. Zeichen dienen der Mission, nicht der Gemeinde-Show.
Sie öffnen Türen für das Evangelium.
4. Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft Christi.
Sie zeigen: Jesus lebt, regiert und wirkt.
5. Markus macht keine dogmatische Aussage über Dauer.
Er beschreibt, wie Christus sein Wort bestätigt — damals und prinzipiell auch heute.
Harmonisierte, präzise und vollständig textgebundene Übersicht,
wie die Zeichen aus Markus 16,17–18 in der Apostelgeschichte (Kap. 2–28) tatsächlich
auftreten,
erfüllt werden
und theologisch gedeutet werden.
- Die fünf Zeichen aus Markus 16,17–18
| Zeichen | Griechisch | Bedeutung |
| 1. Dämonenaustreibung | δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν | Autorität über die Finsternis |
| 2. Neue Sprachen | γλώσσαις λαλήσουσιν καιναῖς | göttlich gewirkte Sprachfähigkeit |
| 3. Schlangen aufnehmen | ὄφεις ἀροῦσιν | Schutz vor äußerer Gefahr |
| 4. Tödliches trinken ohne Schaden | κἂν θανάσιμόν τι πίωσιν… οὐ μὴ βλάψῃ | göttlicher Schutz |
| 5. Krankenheilung durch Handauflegung | ἐπὶ ἀρρώστους χεῖρας ἐπιθήσουσιν | Heilung als Bestätigung des Wortes |
2. Harmonisierung: Wo werden diese Zeichen in Apg 2–28 erfüllt?
ZEICHEN 1 — Dämonenaustreibung
Mk 16,17: „Dämonen werden sie austreiben“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
| Stelle | Inhalt | Wer? |
| Apg 5,16 | Viele wurden von unreinen Geistern befreit | Apostel allgemein |
| Apg 8,7 | Unreine Geister fahren aus, große Schreie | Philippus |
| Apg 16,16–18 | Wahrsagegeist wird ausgetrieben | Paulus |
| Apg 19,11–12 | Dämonen weichen durch Berührung von Tüchern | Paulus |
| Apg 19,15–16 | Dämon erkennt Paulus, nicht die Söhne Skevas | Paulus |
Theologische Linie
- Die Austreibung ist nicht auf die Zwölf beschränkt.
- Sie ist missionarisch, nicht kultisch.
- Sie bestätigt die Autorität des Namens Jesu (Apg 16,18).
ZEICHEN 2 — Neue Sprachen
Mk 16,17: „Sie werden in neuen Sprachen reden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Stelle Inhalt Wer?
Apg 2,4–11 Pfingsten: viele Sprachen Apostel
Apg 10,44–46 Kornelius und Heiden reden in Sprachen Heiden
Apg 19,6 Jünger in Ephesus reden in Sprachen Neubekehrte
Theologische Linie
Sprachenrede ist Zeichen der Ausgiessung des Geistes.
Sie markiert neue heilsgeschichtliche Schritte (Juden → Samariter → Heiden).
Markus sagt „neue Sprachen“ — Apg zeigt übernatürliche Sprachfähigkeit.
ZEICHEN 3 — Schlangen aufnehmen
Mk 16,18: „Schlangen werden sie aufnehmen“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
| Stelle | Inhalt | Wer? |
| Apg 28,3–6 | Paulus wird von einer Schlange gebissen, bleibt unverletzt | Paulus |
Theologische Linie
- Markus meint nicht Schlangenrituale.
- Apg zeigt: → Göttlicher Schutz in der Mission.
- Die Inselbewohner interpretieren es als göttliches Eingreifen.
ZEICHEN 4 — Tödliches trinken ohne Schaden
Mk 16,18: „Wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
Es gibt keinen direkten Bericht in Apg 2–28 über das Trinken von Gift.
Aber:
- Apg 28,5 (Schlange) ist funktional dasselbe Muster: → Göttlicher Schutz vor tödlicher Gefahr.
- Die frühe Kirche (2. Jh.) berichtet Fälle, aber das gehört nicht in die Bibelauslegung.
Theologische Linie
- Markus beschreibt Schutzverheissungen, nicht „Testhandlungen“.
- Apg zeigt das Prinzip: → Der Herr schützt seine Boten, wenn sie im Auftrag unterwegs sind.
ZEICHEN 5 — Krankenheilung durch Handauflegung
Mk 16,18: „Auf Kranke werden sie die Hände legen, und sie werden sich wohl befinden“
Erfüllung in der Apostelgeschichte
| Stelle | Inhalt | Wer? |
| Apg 3,6–8 | Lahmer geheilt | Petrus |
| Apg 5,15–16 | Viele Heilungen | Apostel |
| Apg 9,17–18 | Paulus legt Hände auf → Heilung + Geistempfang | Paulus |
| Apg 9,32–35 | Äneas geheilt | Petrus |
| Apg 14,8–10 | Lahmer geheilt | Paulus |
| Apg 19,11–12 | Aussergewöhnliche Heilungen | Paulus |
| Apg 28,8–9 | Vater des Publius geheilt → viele weitere | Paulus |
Theologische Linie
- Heilungen sind Zeichen der Königsherrschaft Christi.
- Sie bestätigen das Wort (Mk 16,20).
- Sie sind nicht Selbstzweck, sondern missionarisch.
- Harmonisierung: Markus 16 und Apostelgeschichte 2–28
- Alles, was Markus verheisst, findet sich in der Apostelgeschichte wieder — direkt oder funktional.
| Zeichen | Markus 16 | Apostelgeschichte | Erfüllung |
| Dämonenaustreibung | δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν | Apg 5,8,16,19 | direkt |
| Neue Sprachen | γλώσσαις καιναῖς | Apg 2,10,19 | direkt |
| Schlangen | ὄφεις ἀροῦσιν | Apg 28 | direkt |
| Tödliches trinken | θανάσιμον πίωσιν | — (Prinzip: Apg 28) | funktional |
| Heilungen | ἐπιθήσουσιν χεῖρας | Apg 3–28 | direkt |
4. Theologische Gesamtschau
1. Markus 16 ist keine „Wunderliste“, sondern eine Missionsverheissung.
Die Zeichen dienen nicht der Gemeinde, sondern der Welt (Mk 16,15).
2. Die Apostelgeschichte zeigt die Erfüllung als Bestätigung des Wortes.
Apg 14,3 ist die Parallele zu Mk 16,20:
„Der Herr bezeugte das Wort seiner Gnade und gab Zeichen und Wunder.“
3. Die Zeichen sind Ausdruck der Herrschaft des erhöhten Christus.
Mk 16,19–20 → Apg 2–28 Der erhöhte Herr wirkt mit.
4. Die Zeichen treten nicht gleichmässig auf, sondern heilsgeschichtlich.
- Pfingsten → Juden
- Samariter → Apg 8
- Heiden → Apg 10
- Jünger des Johannes → Apg 19
- Paulus unter Heiden → Apg 13–28
5. Markus und Lukas (Apg) sind völlig harmonisch.
Markus verheisst → Lukas berichtet.
Vergleichstafel: Markus – Apostelgeschichte – Paulus
Thema: Die Zeichen, ihre Erfüllung und ihre theologische Bedeutung
Diese Tafel zeigt:
- Was Markus verheißt
- Wie Lukas (Apg) es historisch berichtet
- Wie Paulus es theologisch einordnet
Damit erhältst du eine kanonische Gesamtperspektive.
→ 1. Dämonenaustreibung
| Markus 16 | Apostelgeschichte | Paulus |
| „Dämonen werden sie austreiben“ (δαιμόνια ἐκβαλοῦσιν) | Apg 5,16 – Viele werden befreit Apg 8,7 – Philippus treibt Dämonen aus Apg 16,16–18 – Paulus treibt Wahrsagegeist aus Apg 19,11–12 – Dämonen weichen durch Berührung | 1Kor 12,10 – „Unterscheidung der Geister“ Eph 6,12 – Kampf gegen Mächte der Finsternis 2Kor 10,4–5 – geistliche Waffen |
Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: historische Erfüllung
- Paulus: geistliche Einordnung (Kampf, Autorität, Unterscheidung)
- Neue Sprachen
| Markus 16 | Apostelgeschichte | Paulus |
| „Sie werden in neuen Sprachen reden“ (γλώσσαις καιναῖς) | Apg 2,4–11 – Pfingsten Apg 10,46 – Heiden reden in Sprachen Apg 19,6 – Jünger in Ephesus | 1Kor 12–14 – ausführliche Lehre über Sprachenrede 1Kor 14,21 – Zitat Jes 28,11 (Zeichen für Ungläubige) |
Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: Zeichen der Geist-Ausgießung
- Paulus: Regelung, Bedeutung, Funktion (Zeichencharakter!)
- Schlangen aufnehmen
| Markus 16 | Apostelgeschichte | Paulus |
| „Schlangen werden sie aufnehmen“ (ὄφεις ἀροῦσιν) | Apg 28,3–6 – Paulus wird gebissen, bleibt unverletzt | Lk 10,19 (Paulus zitiert Lukas oft) – „Ich gebe euch Macht über Schlangen“ Röm 16,20 – „Der Gott des Friedens wird den Satan zertreten“ (symbolisch) |
Theologische Harmonie
- Markus: Schutzverheißung
- Apostelgeschichte: konkrete Erfüllung
- Paulus: geistliche Deutung (Sieg über das Böse)
- Tödliches trinken ohne Schaden
| Markus 16 | Apostelgeschichte | Paulus |
| „Wenn sie etwas Tödliches trinken…“ (θανάσιμον) | Keine direkte Erfüllung Apg 28 (Schlange) ist funktional identisch: Schutz vor tödlicher Gefahr | 2Kor 11,23–27 – Paulus überlebt zahlreiche Todesgefahren 2Tim 4,17–18 – „Der Herr wird mich retten vor jedem bösen Werk“ |
Theologische Harmonie
- Markus: Schutzverheißung
- Apostelgeschichte: Prinzip erfüllt (Schlange)
- Paulus: Göttlicher Schutz im Dienst (nicht Ritual, sondern Bewahrung)
- Krankenheilung durch Handauflegung
| Markus 16 | Apostelgeschichte | Paulus |
| „Auf Kranke werden sie die Hände legen…“ (ἐπιθήσουσιν χεῖρας) | Apg 3,6–8 – Lahmer geheilt Apg 5,15–16 – viele Heilungen Apg 9,17–18 – Paulus legt Hände auf Apg 28,8–9 – Heilungen auf Malta | 1Kor 12,9 – „Gaben der Heilungen“ Gal 3,5 – Gott wirkt Wunder durch den Geist Röm 15,18–19 – Zeichen und Wunder als Bestätigung des Evangeliums |
Theologische Harmonie
- Markus: Verheißung
- Apostelgeschichte: breite Erfüllung
- Paulus: theologische Einordnung (Gaben, Bestätigung des Wortes)
6. Die zentrale theologische Linie (Markus – Apg – Paulus)
1. Markus: Verheißung
- Zeichen werden folgen
- Zeichen sind Begleitzeichen, nicht Zentrum
- Zeichen bestätigen das Wort (V. 20)
2. Apostelgeschichte: Erfüllung
- Alle Zeichen treten historisch auf
- Immer im missionarischen Kontext
- Immer als Wirken des erhöhten Christus
3. Paulus: Einordnung
- Zeichen sind Gaben des Geistes
- Zeichen dienen der Bestätigung des Evangeliums
- Zeichen sind nicht Selbstzweck, sondern Werkzeuge Gottes
7. Kurzfazit der Vergleichstafel
Markus verheisst → Apostelgeschichte berichtet → Paulus erklärt.
- Markus zeigt den Plan
- Lukas zeigt die Erfüllung
- Paulus zeigt die Bedeutung
Damit ergibt sich eine vollständige, harmonische, nicht widersprüchliche Sicht:
►Die Zeichen sind christologische Bestätigungsakte
► Sie dienen der Mission
► Sie sind Ausdruck der Herrschaft Christi
► Sie sind durch den Geist gewirkt
► Sie treten situativ, nicht mechanisch auf

- Markus 16,20 – Das Prinzip
„Der Herr wirkte mit und bestätigte das Wort durch die Zeichen, die folgten.“
Grammatikalisch:
- Präsenspartizipien („mitwirkend“, „bestätigend“) → fortlaufende Wirkung.
- Der Fokus liegt auf Christus, nicht auf den Menschen.
- Die Zeichen sind Beglaubigung der Verkündigung.
Theologisch: Markus beschreibt die apostolische Anfangsphase: Christus bestätigt das Evangelium durch sichtbare Zeichen, um die Autorität der Botschaft zu sichern. Es ist nicht eine Dauerverheißung für alle Zeiten, sondern eine Heilsgeschichtliche Phase der Bestätigung.
► ► 2. 2. Korinther 12,12 – Die Rückschau
„Die Zeichen des Apostels sind unter euch vollbracht worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und mächtigen Taten.“
Grammatikalisch:
- Perfektform („vollbracht worden“) → abgeschlossene, historische Realität.
- Paulus spricht rückblickend: Die Zeichen waren da, sie beweisen seine apostolische Sendung.
Theologisch: Paulus sieht die Zeichen als Kennzeichen der Apostelzeit – nicht als allgemeine Norm. Sie sind Zeichen des Apostels, nicht „Zeichen jedes Gläubigen“. Damit grenzt er die apostolische Autorität von späteren Diensten ab.
► 3. Die Korrelation
| Aspekt | Markus 16,20 | 2. Korinther 12,12 |
| Zeitform | Präsenspartizipien (fortlaufend) | Perfekt (abgeschlossen) |
| Subjekt | Christus wirkt mit | Paulus als Apostel |
| Funktion | Bestätigung des Wortes | Beglaubigung des Aposteldienstes |
| Phase | Anfang der Mission | Rückblick auf die apostolische Zeit |
| Ziel | Evangelium wird bestätigt | Apostelamt wird bestätigt |
| Bedeutung | Zeichen als Mittel der Verkündigung | Zeichen als Beweis der Autorität |
🟨 4. Theologische Schlussfolgerung
Die beiden Verse bilden Anfang und Ende der Zeichenperiode:
- Markus 16,20: Beginn der apostolischen Verkündigung – Christus bestätigt das Wort.
- 2. Korinther 12,12: Rückblick – die Zeichen haben ihren Zweck erfüllt, die apostolische Autorität ist bestätigt.
Damit zeigt sich eine heilsgeschichtliche Linie:
Verheißung → Erfüllung → Abschluss.
Die Zeichen waren nicht Selbstzweck, sondern Beglaubigung der Offenbarung. Mit dem Abschluss des apostolischen Zeitalters (Ende des 1. Jh.) tritt die Schrift an die Stelle der Zeichen als Bestätigung des Wortes.
🟦 5. Kurzfazit
- Markus 16,20 zeigt die aktive Bestätigung des Wortes durch Christus.
- 2. Korinther 12,12 zeigt die vollendete Bestätigung durch die Apostel.
- Beide zusammen markieren den Übergang von der Offenbarung zur Schrift.
- Die Zeichen sind nicht abgeschafft, aber zweckgebunden: Sie dienten der Einführung des Evangeliums, nicht seiner ständigen Wiederholung.
Wenn du willst, kann ich dir daraus eine grafische Heilsgeschichts‑Tafel machen: „Von der Verheißung der Zeichen (Mk 16,20) bis zur Vollendung der Apostelzeit (2Kor 12,12)“ — exakt im Bibelkreis‑Stil. Soll ich das für dich vorbereiten?

das ist der theologische Abschlussgedanke, den Paulus in 1. Korinther 13,8–10 entfaltet:
„Die Weissagungen werden weggetan werden, die Sprachen werden aufhören, die Erkenntnis wird weggetan werden … wenn aber das Vollkommene gekommen ist, wird das, was stückweise ist, weggetan werden.“
🟦 1. Markus 16 und 1. Korinther 13 – zwei Blickrichtungen
| Ebene | Markus 16,20 | 1. Korinther 13,8–10 |
| Zeitpunkt | Anfang der Verkündigung | Reife der Offenbarung |
| Ziel | Bestätigung des Wortes durch Zeichen | Vollendung des Wortes durch Erkenntnis |
| Mittel | Zeichen und Wunder | Vollständige Offenbarung (Schrift) |
| Phase | Apostolische Anfangszeit | Nachapostolische Glaubenszeit |
Markus zeigt: Christus bestätigt das Wort durch Zeichen. Paulus zeigt: Das Wort selbst wird zur Bestätigung.
🟧 2. Die heilsgeschichtliche Linie
- Verheißung (Mk 16,17–18) – Zeichen werden folgen.
- Erfüllung (Apg 2–28) – Zeichen begleiten die Verkündigung.
- Vollendung (2Kor 12,12) – Zeichen des Apostels sind vollbracht.
- Abschluss (1Kor 13) – Das Vollkommene (die vollständige Offenbarung) ist gekommen.
Damit endet die Zeichenperiode nicht abrupt, sondern organisch: Die Offenbarung ersetzt die Beglaubigung.
🟩 3. Warum keine Zeichen mehr nötig sind
- Weil das Wort Gottes vollständig ist. → Wir besitzen die ganze Offenbarung, nicht mehr Stückwerk.
- Weil der Glaube auf dem Wort ruht, nicht auf dem Sichtbaren. → „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen.“ (2Kor 5,7)
- Weil die Schrift selbst das bleibende Zeugnis ist. → „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig.“ (Hebr 4,12)
Die Zeichen waren Einführungsmittel, nicht Dauerinstrumente. Jetzt bestätigt der Geist durch das Wort, nicht durch äußere Wunder.
🟨 4. Kurzfazit
Markus 16,20 zeigt: Christus bestätigt das Wort durch Zeichen. 2. Korinther 12,12 zeigt: Die Zeichen des Apostels sind vollbracht. 1. Korinther 13 zeigt: Das Vollkommene (die Schrift) ist gekommen.
Damit gilt: Wir glauben, weil wir das vollendete Wort besitzen – nicht, weil wir Zeichen sehen.
Sie fasst den gesamten heilsgeschichtlichen Bogen zusammen:
- • Verheissung → Christus bestätigt das Wort durch Zeichen (Mk 16,20)
- Erfüllung → Gott wirkt mit durch Zeichen und Wunder (Apg)
- Vollendung → Die Zeichen des Apostels sind vollbracht (2Kor 12,12)
- Abschluss → Das Vollkommene ist gekommen (1Kor 13) – der Glaube ruht nun auf dem vollständigen Wort Gottes
