Israel – Weinstock und Feigenbaum
Zitat von Hans Peter Wepf am 1. September 2026, 14:30 Uhr
Israel – Weinstock und FeigenbaumJeremia 8,13 (Elberfelder 1905)
Wegraffen werde ich sie, spricht Jehova. Keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist verwelkt: So will ich ihnen solche bestellen, die sie verheeren werden.
1. Die Frage
Welche Bedeutung haben im Worte Gottes der Weinstock und der Feigenbaum?
Weinstock und Feigenbaum sind alttestamentliche Schattenbilder von Israel, dem irdischen Volk Gottes. Jehovas Absicht mit den Menschen war von jeher, dass sie fruchtbar sein sollten. In der Gesetzeszeit musste Gott durch den Propheten Jeremia klagen: Der Weinstock hat keine Trauben, der Feigenbaum keine Feigen.
2. Fruchtlosigkeit und Gericht
Aufgrund der Fruchtlosigkeit ist über Israel das Strafgericht Gottes (Zerstreuung) angekündigt. Ein Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen (Matthäus 3,10). Ein gefällter Baum dient der Verbrennung – das weist auf das Gericht über Israel hin.
Ins Gericht gelangt nur der fluchwürdige Teil, nicht der Fruchtträger. Dieselbe Warnung gilt nicht allein Israel, sondern auch der Christenheit (Römer 11,21).
Gott nennt sein irdisches Volk nicht grundlos an vielen Stellen Weinstock und Feigenbaum. Die beiden Bezeichnungen stellen Israel nach zwei Seiten dar. Diese Seiten begegnen im Tanach von Mose an bis zur Zeit Jesu auf Erden – und im Neuen Testament besitzen sie sogar Ewigkeitswert.
Kurz:
- Weinstock = Priestertum
- Feigenbaum = Königtum
3. Mose und Aaron – getrennte Dienste
Gott hatte Mose bestimmt, Königtum und Priestertum zu beginnen. Mose fand sich dazu nicht fähig, obwohl er das Zeugnis Gottes besaß:
Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren. (4. Mose 12,3)
Er blickte zu sehr auf seine Unfähigkeit und ließ dabei Macht und Herrlichkeit des Herrn außer Acht (2. Mose 4,10–16). Daraufhin teilte Gott den Dienst:
- Mose erhielt die äußere Führerschaft, die Belange des Königtums. Er wird sogar „König in Jeschurun“ genannt (5. Mose 33,5).
Mose ist damit das vorgeschattete Bild des Königs – letztlich hindeutend auf Jesus Christus, der das Königtum nicht verlieren wird (Psalm 10,16).- Aaron wurde zum Priestertum bestimmt. Mit dem ersten Hohenpriester verbindet Gott die Ordnung Aarons: Hohepriester, die nicht zugleich das Königtum innehaben (Hebräer 7,11).
Aaron ist das vorgeschattete Bild des Hohenpriesters – letztlich hindeutend auf Jesus Christus, der das Priestertum ewiglich behält (Hebräer 5,6).
4. Von Aaron zu Melchisedek – Erfüllung in Christus
Die Ordnung wechselt vom Alten zum Neuen Testament: von der getrennten Dienstleitung der Ordnung Aarons zur Priesterordnung Melchisedeks.
Jesus ist selbst nach der Ordnung Melchisedeks. Diese Ordnung lässt Königtum und Priestertum in einer Person zu. Melchisedek war „König von Salem“ und zugleich „Priester Gottes, des Höchsten“ (1. Mose 14,18).
Die Erfüllung ist der Gottessohn:
- König: Johannes 19,15; 1. Timotheus 6,15; Offenbarung 17,14
- Priester: Psalm 110,4; Hebräer 7,11; Hebräer 9,11
Nicht allein Christus, sondern auch die Kinder Gottes sind durch sein Opfer in die Stellung von Königen und Priestern gekommen (Offenbarung 1,6).
Ein weiteres Schattenbild im Tanach: der Hohepriester Josua (Sacharja 3,1) und der königliche Landpfleger Serubbabel (Haggai 2,20–23). Die Erfüllung weist auf den „Spross“ Jesus Christus hin (Jesaja 4,2; Sacharja 6,12; Jeremia 23,5; 33,15).
5. Innendienst und Außendienst
Bild Dienst in Israel Charakter der Frucht Weinstock Priestertum – Tempeldienst, Innendienst Beim Wein wird die innere Substanz genutzt Feigenbaum Königtum – Landesdienst, Außendienst Bei der Feige wird die ganze äußere Form genossen
6. Der verfluchte Feigenbaum – Ende der äußeren Landesform
In der Übergangszeit vom Gesetz zur Gnade verfluchte der Herr den Feigenbaum:
Der Feigenbaum, den du verfluchst, ist verdorrt. (Markus 11,21)
Dieser Fluch galt Israel nach der äußeren Landesform, der völkischen Existenz im Verheißungsland. Darin liegt in erweiterter Form das Königtum. Vierzig Jahre nach der Verfluchung vollzog sich das Ende des bis dahin noch vorhandenen Landes mit allen Überlieferungen.
Den Weinstock hat der Herr Jesus nicht verflucht, weil dieser auf das Priestertum hinweist. Das Priestertum wurde nicht beendet, sondern wechselte von der alttestamentlichen Ordnung im Fleisch zum geistlichen Priestertum des Neuen Testaments.
Petrus nennt die Gläubigen „ein heiliges Priestertum“ (1. Petrus 2,5).
7. Stellung der Gläubigen heute
Die Kinder Gottes sind heute keine Könige. Die Schrift nennt sie so nicht. Die Königswürde wartet auf uns in der Herrlichkeit, wenn wir Ihm gleich sein werden (1. Johannes 3,2).
Wohl aber bezeichnet uns das Wort Gottes als königlich. Das „-lich“ deutet auf die Ähnlichkeit hin, die noch nicht völlig erfüllt ist (1. Petrus 2,9).
Ein königliches Priestertum sind wir jetzt schon.
„Königlich“ beschreibt die Eigenschaft des bereits vorhandenen Priestertums.
- Die Priester im AT dienten dem Herrn und dem übrigen Volk. Ebenso hat der Herr uns geheißen, einander zu dienen (Galater 5,13).
- Die Könige im AT herrschten nach Gottes Weisung über Israel. Unser Königtum in Christus ist bis zur Offenbarung der Söhne Gottes noch verborgen. Das Herrschen hat uns der Herr jetzt nicht erlaubt (1. Petrus 5,3).
Sobald der Herr uns in die Herrlichkeit aufgenommen hat (Offenbarung 5,10), ist erfüllt, was verheißen wurde: Könige und Priester zu sein. Dann werden wir mit dem Haupt in jenen tausend Jahren mitherrschen.
Heute erfüllen wir den Wunsch Gottes, wenn wir im Vorbild Jesu einander dienen (Lukas 22,27).
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
- Mose 15,6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.

Israel – Weinstock und Feigenbaum
Jeremia 8,13 (Elberfelder 1905)
Wegraffen werde ich sie, spricht Jehova. Keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist verwelkt: So will ich ihnen solche bestellen, die sie verheeren werden.
1. Die Frage
Welche Bedeutung haben im Worte Gottes der Weinstock und der Feigenbaum?
Weinstock und Feigenbaum sind alttestamentliche Schattenbilder von Israel, dem irdischen Volk Gottes. Jehovas Absicht mit den Menschen war von jeher, dass sie fruchtbar sein sollten. In der Gesetzeszeit musste Gott durch den Propheten Jeremia klagen: Der Weinstock hat keine Trauben, der Feigenbaum keine Feigen.
2. Fruchtlosigkeit und Gericht
Aufgrund der Fruchtlosigkeit ist über Israel das Strafgericht Gottes (Zerstreuung) angekündigt. Ein Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen (Matthäus 3,10). Ein gefällter Baum dient der Verbrennung – das weist auf das Gericht über Israel hin.
Ins Gericht gelangt nur der fluchwürdige Teil, nicht der Fruchtträger. Dieselbe Warnung gilt nicht allein Israel, sondern auch der Christenheit (Römer 11,21).
Gott nennt sein irdisches Volk nicht grundlos an vielen Stellen Weinstock und Feigenbaum. Die beiden Bezeichnungen stellen Israel nach zwei Seiten dar. Diese Seiten begegnen im Tanach von Mose an bis zur Zeit Jesu auf Erden – und im Neuen Testament besitzen sie sogar Ewigkeitswert.
Kurz:
- Weinstock = Priestertum
- Feigenbaum = Königtum
3. Mose und Aaron – getrennte Dienste
Gott hatte Mose bestimmt, Königtum und Priestertum zu beginnen. Mose fand sich dazu nicht fähig, obwohl er das Zeugnis Gottes besaß:
Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren. (4. Mose 12,3)
Er blickte zu sehr auf seine Unfähigkeit und ließ dabei Macht und Herrlichkeit des Herrn außer Acht (2. Mose 4,10–16). Daraufhin teilte Gott den Dienst:
- Mose erhielt die äußere Führerschaft, die Belange des Königtums. Er wird sogar „König in Jeschurun“ genannt (5. Mose 33,5).
Mose ist damit das vorgeschattete Bild des Königs – letztlich hindeutend auf Jesus Christus, der das Königtum nicht verlieren wird (Psalm 10,16). - Aaron wurde zum Priestertum bestimmt. Mit dem ersten Hohenpriester verbindet Gott die Ordnung Aarons: Hohepriester, die nicht zugleich das Königtum innehaben (Hebräer 7,11).
Aaron ist das vorgeschattete Bild des Hohenpriesters – letztlich hindeutend auf Jesus Christus, der das Priestertum ewiglich behält (Hebräer 5,6).
4. Von Aaron zu Melchisedek – Erfüllung in Christus
Die Ordnung wechselt vom Alten zum Neuen Testament: von der getrennten Dienstleitung der Ordnung Aarons zur Priesterordnung Melchisedeks.
Jesus ist selbst nach der Ordnung Melchisedeks. Diese Ordnung lässt Königtum und Priestertum in einer Person zu. Melchisedek war „König von Salem“ und zugleich „Priester Gottes, des Höchsten“ (1. Mose 14,18).
Die Erfüllung ist der Gottessohn:
- König: Johannes 19,15; 1. Timotheus 6,15; Offenbarung 17,14
- Priester: Psalm 110,4; Hebräer 7,11; Hebräer 9,11
Nicht allein Christus, sondern auch die Kinder Gottes sind durch sein Opfer in die Stellung von Königen und Priestern gekommen (Offenbarung 1,6).
Ein weiteres Schattenbild im Tanach: der Hohepriester Josua (Sacharja 3,1) und der königliche Landpfleger Serubbabel (Haggai 2,20–23). Die Erfüllung weist auf den „Spross“ Jesus Christus hin (Jesaja 4,2; Sacharja 6,12; Jeremia 23,5; 33,15).
5. Innendienst und Außendienst
| Bild | Dienst in Israel | Charakter der Frucht |
|---|---|---|
| Weinstock | Priestertum – Tempeldienst, Innendienst | Beim Wein wird die innere Substanz genutzt |
| Feigenbaum | Königtum – Landesdienst, Außendienst | Bei der Feige wird die ganze äußere Form genossen |
6. Der verfluchte Feigenbaum – Ende der äußeren Landesform
In der Übergangszeit vom Gesetz zur Gnade verfluchte der Herr den Feigenbaum:
Der Feigenbaum, den du verfluchst, ist verdorrt. (Markus 11,21)
Dieser Fluch galt Israel nach der äußeren Landesform, der völkischen Existenz im Verheißungsland. Darin liegt in erweiterter Form das Königtum. Vierzig Jahre nach der Verfluchung vollzog sich das Ende des bis dahin noch vorhandenen Landes mit allen Überlieferungen.
Den Weinstock hat der Herr Jesus nicht verflucht, weil dieser auf das Priestertum hinweist. Das Priestertum wurde nicht beendet, sondern wechselte von der alttestamentlichen Ordnung im Fleisch zum geistlichen Priestertum des Neuen Testaments.
Petrus nennt die Gläubigen „ein heiliges Priestertum“ (1. Petrus 2,5).
7. Stellung der Gläubigen heute
Die Kinder Gottes sind heute keine Könige. Die Schrift nennt sie so nicht. Die Königswürde wartet auf uns in der Herrlichkeit, wenn wir Ihm gleich sein werden (1. Johannes 3,2).
Wohl aber bezeichnet uns das Wort Gottes als königlich. Das „-lich“ deutet auf die Ähnlichkeit hin, die noch nicht völlig erfüllt ist (1. Petrus 2,9).
Ein königliches Priestertum sind wir jetzt schon.
„Königlich“ beschreibt die Eigenschaft des bereits vorhandenen Priestertums.
- Die Priester im AT dienten dem Herrn und dem übrigen Volk. Ebenso hat der Herr uns geheißen, einander zu dienen (Galater 5,13).
- Die Könige im AT herrschten nach Gottes Weisung über Israel. Unser Königtum in Christus ist bis zur Offenbarung der Söhne Gottes noch verborgen. Das Herrschen hat uns der Herr jetzt nicht erlaubt (1. Petrus 5,3).
Sobald der Herr uns in die Herrlichkeit aufgenommen hat (Offenbarung 5,10), ist erfüllt, was verheißen wurde: Könige und Priester zu sein. Dann werden wir mit dem Haupt in jenen tausend Jahren mitherrschen.
Heute erfüllen wir den Wunsch Gottes, wenn wir im Vorbild Jesu einander dienen (Lukas 22,27).
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
- Mose 15,6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.