Glaubensforum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Jakob wurde die die eigene Kraft, List und Selbstsicherheit gebrochen.


Bei Jakob wurde nicht irgendetwas „gebrochen“, sondern genau das, worauf er sein ganzes Leben lang gebaut hatte: die eigene Kraft, List und Selbstsicherheit.

In 1. Mose 32,25 rührt der Mann (Hosea 12,4–5 macht deutlich:
es ist Gott selbst) das Hüftgelenk an – den Sitz der natürlichen Stärke. Danach hinkt Jakob. Er kann nicht mehr so stehen, so rennen und so „machen“, wie vorher.
Der Segen kommt erst, als er nicht mehr siegt, sondern sich festklammert:
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Aus dem Fersenhalter (Jakob) wird Israel – aber mit bleibendem Hinken.

Was bei uns gebrochen werden muss, ist dasselbe:
das ungebrochene Ich, der Eigenwille, das Vertrauen auf Fleisch und Klugheit.
Gott rührt oft gerade den Punkt an, auf den wir uns am meisten verlassen.

Weitere klare Beispiele in der Schrift

1. Der zerbrochene Geist (das eigentliche Opfer)
Psalm 51,19 (Elberfelder 2023):
„Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“
Nicht äußere Leistung, sondern das zerbrochene Innere ist Gott wohlgefällig.

2. Paulus – der Dorn im Fleisch
2. Korinther 12,7–10: Damit er sich nicht überhebe, bekommt er den „Pfahl fürs Fleisch“.
Dreimal bittet er um Wegnahme.
Die Antwort: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen.“
Genau wie bei Jakob: Die Schwachheit bleibt sichtbar, damit die Kraft Christi wohnen kann.

3. Petrus
Sein starker Punkt war:
„Und wenn alle Anstoß nehmen, ich nicht.“
Der Hahnenschrei bricht genau dieses Selbstvertrauen.
Danach weint er bitterlich – und wird brauchbar.

4. Mose
40 Jahre in Midian. Der Mann, der in Ägypten „etwas tun“ wollte,
muss erst zum Hirten werden, der sagt:
„Ich bin nicht beredt.“ Dann gebraucht Gott ihn.

5. Abraham

  1. Mose 22:
    Der Sohn der Verheissung muss „geopfert“ werden.
    Nicht Isaak stirbt, aber Abrahams letzter Halt am Sichtbaren wird gebrochen.
    Danach kommt die Bestätigung des Bundes.

6. Das Weizenkorn und das Kreuz
Johannes 12,24: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein.
Lukas 9,23: Täglich das Kreuz auf sich nehmen – das eigene Ich verleugnen.

7. Hebräer 11,21
Jakob betet am Ende an, „sich auf die Spitze seines Stabes stützend“.
Der Stab erinnert lebenslang an Peniel. Der Gebrochene bleibt abhängig.

Theologische Linie (kurz und nüchtern)

Gott bricht nicht aus Willkür, sondern weil ungebrochene Selbstkraft Segen und Gemeinschaft hindert.
Bei Jakob steht das noch in der Linie Israels und der Verheissung an die Väter.
Für uns in der Gnadenzeit gilt dasselbe Prinzip im Blick auf das Fleisch
(Römer 7–8; Galater 2,20; 5,24):
Das Ich muss mit Christus gekreuzigt sein,
sonst wirkt der Geist nicht frei.

Der Hinken Jakobs ist kein Fluch, sondern Gnadenzeichen:
Jeder Schritt erinnert ihn, dass er nicht mehr in eigener Kraft geht.
Dasselbe gilt für den zerbrochenen Geist, den Dorn und das tägliche Sterben des alten Menschen.

Das ist für viele tatsächlich lehrreich, weil es erklärt, warum Gott oft gerade unsere
"„starken Seiten“" anrührt – nicht um uns zu zerstören,
sondern damit wir Ihn festhalten statt uns selbst.

Carmen Katharina und Hans haben auf diesen Beitrag reagiert.
Carmen KatharinaHans



IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL