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Jesaja Kapitel 1 Vers um Vers Auslegung. Mit 10 Punkt Einleitung


Jesaja Quellen

Vers-für-Vers-Auslegung (Elberfelder 2023)

1
Das Gesicht Jesajas, des Sohnes Amoz’, welches er über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen Ussijas, Jothams, Ahas’, Jehiskias, der Könige von Juda.

Der Prophet stellt sich und den historischen Rahmen vor. „Gesicht“ (חָזוֹן) betont die göttliche Offenbarung. Der Schwerpunkt liegt auf Juda und Jerusalem, nicht auf dem Nordreich.

2
Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn Jehova hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen.

Jehova spricht als Vater, der seine Kinder erzogen hat. Der Abfall ist umso schwerwiegender. Himmel und Erde werden als Zeugen des Bundesbruchs angerufen.

3
Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis.

Selbst die unvernünftigen Tiere kennen ihren Herrn. Israel dagegen hat weder Erkenntnis noch Verständnis – ein schwerer Vorwurf.

4
Wehe der sündigen Nation, dem Volke, belastet mit Ungerechtigkeit, dem Samen der Übeltäter, den verderbt handelnden Kindern! Sie haben Jehova verlassen, haben den Heiligen Israels verschmäht, sind rückwärts gewichen.

Vierfache Beschreibung der Sünde: sündige Nation, belastetes Volk, Same der Übeltäter, verderbte Kinder. Sie haben den „Heiligen Israels“ (typischer Jesaja-Titel) verlassen und sind rückwärts gegangen.

5–6
Warum solltet ihr weiter geschlagen werden, da ihr nur den Abfall mehren würdet? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech. Von der Fußsohle bis zum Haupte ist nichts Gesundes an ihm: Wunden und Striemen und frische Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, und nicht erweicht worden mit Öl.

Die Züchtigungen haben nicht zur Umkehr geführt. Der Körper des Volkes ist von oben bis unten krank und unversorgt.

7–8
Euer Land ist eine Wüste, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; eure Flur Fremde verzehren sie vor euren Augen; und eine Wüste ist es, gleich einer Umkehrung durch Fremde. Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Hütte im Weinberge, wie eine Nachthütte im Gurkenfelde, wie eine belagerte Stadt.

Die äußeren Folgen der Sünde: Verwüstung durch Feinde. Zion gleicht einer einsamen, bedrohten Hütte.

9
Wenn Jehova der Heerscharen uns nicht einen gar kleinen Überrest gelassen hätte, wie Sodom wären wir, Gomorra gleich geworden.

Ohne den gnädigen Überrest wäre das Volk völlig vernichtet worden. Hier erscheint zum ersten Mal der wichtige Gedanke des Überrests.

10–15
Höret das Wort Jehovas, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra! … eure Hände sind voll Blutes.

Die Führer und das Volk werden mit Sodom und Gomorra verglichen. Der ganze äußere Kult (Opfer, Feste, Gebete) ist Jehova zuwider, weil er mit Blutschuld und Unrecht verbunden ist.

16–17
Waschet euch, reiniget euch; schaffet die Schlechtigkeit eurer Handlungen mir aus den Augen, lasset ab vom Übeltun! Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, leitet den Bedrückten; schaffet Recht der Waise, führet der Witwe Sache!

Der Ruf zur praktischen Umkehr: Reinigung, Abkehr vom Bösen und aktives Tun des Guten, besonders gegenüber den Schwachen.

18
Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht Jehova. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.

Die große Gnaden-Einladung. Jehova lädt zum Rechtsstreit ein und bietet völlige Reinigung an – nicht durch eigene Leistung, sondern durch seine Gnade.

19–20
Wenn ihr willig seid und höret, so sollt ihr das Gute des Landes essen. Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwerte verzehrt werden. Denn der Mund Jehovas hat geredet.

Zwei klare Wege: Gehorsam führt zum Segen, Widerspenstigkeit zum Gericht. Der Mund Jehovas hat es beschlossen.

21–23
Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! … der Waise schaffen sie nicht Recht, und der Witwe Sache kommt nicht vor sie.

Jerusalem, einst treu und gerecht, ist zur Hure geworden. Die Fürsten sind korrupt und lieben Bestechung.

24–26
Darum spricht der Herr, Jehova der Heerscharen, der Mächtige Israels: Ha! Ich werde mich letzen an meinen Widersachern … Danach wird man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt.

Jehova wird Gericht üben, die Schlacken ausschmelzen und Richter und Räte wiederherstellen. Das Ziel ist die Wiederherstellung der Stadt als „Stadt der Gerechtigkeit“.

27
Zion wird erlöst werden durch Gericht, und seine Rückkehrenden durch Gerechtigkeit.

Erlösung geschieht durch Gericht und Gerechtigkeit – nicht durch billige Gnade.

28–31
Aber Zerschmetterung der Übertreter und der Sünder allzumal; und die Jehova verlassen, werden untergehen. … und sie werden beide miteinander verbrennen, und niemand wird löschen.

Die endgültige Scheidung: Die Abtrünnigen gehen unter. Die Götzen (Terebinthen und Gärten) bringen Schande und Verderben.

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Hans



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HANS PETER WEPF
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