Jesaja Kapitel 5 Vers um Vers Auslegung. Mit 10 Punkt Einleitung
Zitat von Hans Peter Wepf am 24. August 2026, 6:30 Uhr
10-Punkte-Einführung zu Jesaja 5
- Das Lied vom Weinberg
Das Kapitel beginnt mit einem prophetischen Liebeslied (V. 1–7), das in eine scharfe Anklage und Gerichtsdrohung übergeht.- Der Weinberg Jehovas
Der Weinberg ist das Haus Israel, die Männer von Juda die Pflanzung seines Ergötzens. Jehova hat alles getan – und doch brachte der Weinberg nur Herlinge (saure, wilde Trauben).- Erwartung und Enttäuschung
Er wartete auf Recht – und siehe: Blutvergießen; auf Gerechtigkeit – und siehe: Wehgeschrei.- Sechs Weherufe
Ab Vers 8 folgen sechs „Wehe“-Rufe gegen konkrete Sünden: Landgier, Trunkenheit und Vergnügen, zynische Sünde, Verdrehung von Gut und Böse, Selbstgerechtigkeit und Bestechlichkeit.- Mangel an Erkenntnis
Das Volk wird weggeführt „aus Mangel an Erkenntnis“ (V. 13). Die Edlen verhungern, die Menge lechzt vor Durst.- Der Scheol sperrt den Rachen auf
Der Tod verschlingt die Pracht und das Getümmel der Stadt ohne Maß.- Jehova wird erhaben im Gericht
Gerade im Gericht erweist sich Jehova der Heerscharen als erhaben und der Heilige als heilig in Gerechtigkeit.- Verwerfung des Gesetzes
Die Wurzel der Sünde: Sie haben das Gesetz Jehovas der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht.- Der Zorn Jehovas bleibt ausgestreckt
Trotz schon erfolgter Schläge wendet sich sein Zorn nicht ab – seine Hand ist noch ausgestreckt.- Das herbeigerufene Gerichtsheer
Jehova erhebt ein Panier für ferne Nationen. Ein schnelles, unermüdliches Heer kommt vom Ende der Erde – Bild der kommenden Invasion (Assyrer).
Vers-für-Vers-Auslegung
1–2
Wohlan, ich will singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Lieben von seinem Weinberge: Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fetten Hügel. Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben; und er baute einen Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelter darin aus; und er erwartete, daß er Trauben brächte, aber er brachte Herlinge.Ein Lied voller Zuneigung, das die totale Fürsorge Jehovas zeigt – und die totale Enttäuschung.
3–4
Nun denn, Bewohner von Jerusalem und Männer von Juda, richtet doch zwischen mir und meinem Weinberge! Was war noch an meinem Weinberge zu tun, das ich nicht an ihm getan hätte? Warum habe ich erwartet, daß er Trauben brächte, und er brachte Herlinge?Jehova fordert das Volk selbst zum Urteil auf. Die Schuld liegt nicht bei ihm.
5–6
Nun, so will ich euch denn kundmachen, was ich meinem Weinberge tun will: seinen Zaun wegnehmen, daß er abgeweidet werde, seine Mauer niederreißen, daß er zertreten werde. Und ich werde ihn zu Grunde richten; er soll nicht beschnitten noch behackt werden, und Dornen und Disteln sollen in ihm aufschießen; und ich will den Wolken gebieten, daß sie keinen Regen auf ihn fallen lassen.Vollständige Preisgabe: Schutz weg, Pflege weg, Regen weg – Verwüstung.
7
Denn der Weinberg Jehovas der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung seines Ergötzens; und er wartete auf Recht, und siehe da: Blutvergießen, auf Gerechtigkeit, und siehe da: Wehgeschrei.Die klare Deutung. Wortspiel im Hebräischen: מִשְׁפָּט (Recht) – מִשְׂפָּח (Blutvergießen); צְדָקָה (Gerechtigkeit) – צְעָקָה (Wehgeschrei).
8–10
Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rücken … Denn zehn Juchart Weinberge werden ein Bath bringen, und ein Homer Samen wird ein Epha bringen.Wehe über die Landgier. Das Gericht: kümmerliche Erträge.
11–12
Wehe denen, die des Morgens früh sich aufmachen, um starkem Getränk nachzulaufen … aber auf das Tun Jehovas schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.Wehe über die, die dem Vergnügen nachjagen und Gottes Handeln ignorieren.
13–17
Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis … Und Jehova der Heerscharen wird im Gericht erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit.Gericht durch Wegführung und Hunger. Doch gerade darin erweist sich Jehova als heilig.
18–19
Wehe denen, welche die Ungerechtigkeit einherziehen mit Stricken der Falschheit … Die da sprechen: Er beeile, er beschleunige sein Werk, damit wir es sehen …Zynische Herausforderung Gottes: „Lass dein Gericht nur kommen!“
20
Wehe denen, die das Böse gut heißen, und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen, und Licht zu Finsternis; welche Bitteres zu Süßem machen, und Süßes zu Bitterem!Die Verdrehung aller moralischen Maßstäbe.
21
Wehe denen, die in ihren Augen weise und bei sich selbst verständig sind!Selbstgerechtigkeit und Hochmut der eigenen Weisheit.
22–23
Wehe denen, die Helden sind, um Wein zu trinken … welche den Gesetzlosen um eines Geschenkes willen gerecht sprechen, und die Gerechtigkeit der Gerechten ihnen entziehen!Helden im Trinken und in der Bestechlichkeit der Rechtsprechung.
24–25
Darum … so wird ihre Wurzel wie Moder werden … denn sie haben das Gesetz Jehovas der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht. Darum ist der Zorn Jehovas wider sein Volk entbrannt … Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.Ursache und Folge. Der Zorn ist noch nicht zu Ende.
26–30
Und er wird ein Panier erheben den fernen Nationen … und siehe, eilends, schnell wird sie kommen. … Und man blickt zur Erde, und siehe, Finsternis, Drangsal; und das Licht ist verfinstert durch ihr Gewölk.Das herbeigerufene Gerichtsheer kommt unaufhaltsam. Das Ergebnis: Finsternis und Drangsal.
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Obertitel: www.bibelkreis.ch --- www.m316.ch
Titel (2 Zeilen):
Jesaja 5
Der Weinberg Jehovas – Herlinge statt Trauben

10-Punkte-Einführung zu Jesaja 5
- Das Lied vom Weinberg
Das Kapitel beginnt mit einem prophetischen Liebeslied (V. 1–7), das in eine scharfe Anklage und Gerichtsdrohung übergeht. - Der Weinberg Jehovas
Der Weinberg ist das Haus Israel, die Männer von Juda die Pflanzung seines Ergötzens. Jehova hat alles getan – und doch brachte der Weinberg nur Herlinge (saure, wilde Trauben). - Erwartung und Enttäuschung
Er wartete auf Recht – und siehe: Blutvergießen; auf Gerechtigkeit – und siehe: Wehgeschrei. - Sechs Weherufe
Ab Vers 8 folgen sechs „Wehe“-Rufe gegen konkrete Sünden: Landgier, Trunkenheit und Vergnügen, zynische Sünde, Verdrehung von Gut und Böse, Selbstgerechtigkeit und Bestechlichkeit. - Mangel an Erkenntnis
Das Volk wird weggeführt „aus Mangel an Erkenntnis“ (V. 13). Die Edlen verhungern, die Menge lechzt vor Durst. - Der Scheol sperrt den Rachen auf
Der Tod verschlingt die Pracht und das Getümmel der Stadt ohne Maß. - Jehova wird erhaben im Gericht
Gerade im Gericht erweist sich Jehova der Heerscharen als erhaben und der Heilige als heilig in Gerechtigkeit. - Verwerfung des Gesetzes
Die Wurzel der Sünde: Sie haben das Gesetz Jehovas der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht. - Der Zorn Jehovas bleibt ausgestreckt
Trotz schon erfolgter Schläge wendet sich sein Zorn nicht ab – seine Hand ist noch ausgestreckt. - Das herbeigerufene Gerichtsheer
Jehova erhebt ein Panier für ferne Nationen. Ein schnelles, unermüdliches Heer kommt vom Ende der Erde – Bild der kommenden Invasion (Assyrer).
Vers-für-Vers-Auslegung
1–2
Wohlan, ich will singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Lieben von seinem Weinberge: Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fetten Hügel. Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben; und er baute einen Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelter darin aus; und er erwartete, daß er Trauben brächte, aber er brachte Herlinge.
Ein Lied voller Zuneigung, das die totale Fürsorge Jehovas zeigt – und die totale Enttäuschung.
3–4
Nun denn, Bewohner von Jerusalem und Männer von Juda, richtet doch zwischen mir und meinem Weinberge! Was war noch an meinem Weinberge zu tun, das ich nicht an ihm getan hätte? Warum habe ich erwartet, daß er Trauben brächte, und er brachte Herlinge?
Jehova fordert das Volk selbst zum Urteil auf. Die Schuld liegt nicht bei ihm.
5–6
Nun, so will ich euch denn kundmachen, was ich meinem Weinberge tun will: seinen Zaun wegnehmen, daß er abgeweidet werde, seine Mauer niederreißen, daß er zertreten werde. Und ich werde ihn zu Grunde richten; er soll nicht beschnitten noch behackt werden, und Dornen und Disteln sollen in ihm aufschießen; und ich will den Wolken gebieten, daß sie keinen Regen auf ihn fallen lassen.
Vollständige Preisgabe: Schutz weg, Pflege weg, Regen weg – Verwüstung.
7
Denn der Weinberg Jehovas der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung seines Ergötzens; und er wartete auf Recht, und siehe da: Blutvergießen, auf Gerechtigkeit, und siehe da: Wehgeschrei.
Die klare Deutung. Wortspiel im Hebräischen: מִשְׁפָּט (Recht) – מִשְׂפָּח (Blutvergießen); צְדָקָה (Gerechtigkeit) – צְעָקָה (Wehgeschrei).
8–10
Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rücken … Denn zehn Juchart Weinberge werden ein Bath bringen, und ein Homer Samen wird ein Epha bringen.
Wehe über die Landgier. Das Gericht: kümmerliche Erträge.
11–12
Wehe denen, die des Morgens früh sich aufmachen, um starkem Getränk nachzulaufen … aber auf das Tun Jehovas schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.
Wehe über die, die dem Vergnügen nachjagen und Gottes Handeln ignorieren.
13–17
Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis … Und Jehova der Heerscharen wird im Gericht erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit.
Gericht durch Wegführung und Hunger. Doch gerade darin erweist sich Jehova als heilig.
18–19
Wehe denen, welche die Ungerechtigkeit einherziehen mit Stricken der Falschheit … Die da sprechen: Er beeile, er beschleunige sein Werk, damit wir es sehen …
Zynische Herausforderung Gottes: „Lass dein Gericht nur kommen!“
20
Wehe denen, die das Böse gut heißen, und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen, und Licht zu Finsternis; welche Bitteres zu Süßem machen, und Süßes zu Bitterem!
Die Verdrehung aller moralischen Maßstäbe.
21
Wehe denen, die in ihren Augen weise und bei sich selbst verständig sind!
Selbstgerechtigkeit und Hochmut der eigenen Weisheit.
22–23
Wehe denen, die Helden sind, um Wein zu trinken … welche den Gesetzlosen um eines Geschenkes willen gerecht sprechen, und die Gerechtigkeit der Gerechten ihnen entziehen!
Helden im Trinken und in der Bestechlichkeit der Rechtsprechung.
24–25
Darum … so wird ihre Wurzel wie Moder werden … denn sie haben das Gesetz Jehovas der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht. Darum ist der Zorn Jehovas wider sein Volk entbrannt … Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
Ursache und Folge. Der Zorn ist noch nicht zu Ende.
26–30
Und er wird ein Panier erheben den fernen Nationen … und siehe, eilends, schnell wird sie kommen. … Und man blickt zur Erde, und siehe, Finsternis, Drangsal; und das Licht ist verfinstert durch ihr Gewölk.
Das herbeigerufene Gerichtsheer kommt unaufhaltsam. Das Ergebnis: Finsternis und Drangsal.
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Obertitel: http://www.bibelkreis.ch --- http://www.m316.ch
Titel (2 Zeilen):
Jesaja 5
Der Weinberg Jehovas – Herlinge statt Trauben