Glaubensforum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Jesaja Kapitel 8 Vers um Vers Auslegung. Mit 10 Punkt Einleitung

10-Punkte-Einführung zu Jesaja 8

  1. Fortsetzung von Kapitel 7
    Das Kapitel knüpft direkt an die Immanuel-Verheißung und die assyrische Bedrohung an und vertieft die Botschaft.
  2. Der Name als Zeichen
    Jesaja soll auf eine große Tafel schreiben: „Es eilt der Raub, bald kommt die Beute“ (Maher-Schalal-Chasch-Bas). Sein Sohn erhält denselben Namen.
  3. Schnelle Erfüllung
    Noch ehe der Knabe „Vater“ und „Mutter“ rufen kann, wird Damaskus und Samaria geplündert – die nahe Erfüllung der Gerichtsworte.
  4. Die stillen Wasser von Siloah
    Das Volk verachtet die still fließenden Wasser von Siloah (Bild für das stille Vertrauen auf Jehova) und freut sich stattdessen an Rezin und Pekach.
  5. Die Flut des Euphrat
    Darum lässt der Herr die mächtigen Wasser des Stromes (Assyrien) heraufkommen. Sie werden Juda überschwemmen – bis an den Hals.
  6. Immanuel als Grenze
    Die Flügel des Feindes füllen die Breite des Landes – „Immanuel!“ Gott ist mit seinem Volk, auch im Gericht.
  7. Trotz und Vereitelung
    Die Völker mögen toben und Ratschlüsse fassen – sie werden zerschmettert und vereitelt, „denn Gott ist mit uns“ (Immanuel).
  8. Nicht ihre Furcht fürchten
    Jesaja und die Gläubigen sollen nicht alles „Verschwörung“ nennen, was das Volk so nennt, und sich nicht vor ihrer Furcht fürchten.
  9. Jehova heiligen
    Jehova der Heerscharen soll geheiligt werden – er allein sei Furcht und Schrecken. Er wird zum Heiligtum für die Gläubigen, aber zum Stein des Anstoßes für die beiden Häuser Israels.
  10. Zum Gesetz und zum Zeugnis
    In der kommenden Finsternis gilt nur eines: „Zum Gesetz und zum Zeugnis!“ Wer nicht danach spricht, für den gibt es keine Morgenröte.

Vers-für-Vers-Auslegung

1–4
Und Jehova sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit Menschengriffel: Es eilt der Raub, bald kommt die Beute … Gib ihm den Namen: „Es eilt der Raub, bald kommt die Beute“. Denn ehe der Knabe zu rufen weiß „mein Vater“ und „meine Mutter“, wird man vor dem König von Assyrien hertragen den Reichtum von Damaskus und die Beute von Samaria.

Der Name des Sohnes ist ein lebendiges Zeichen der schnellen Erfüllung. Damaskus und Samaria fallen rasch.

5–8
Darum, daß dieses Volk die Wasser von Siloah verachtet, die still fließen … darum, siehe, läßt der Herr über sie heraufkommen die Wasser des Stromes, die mächtigen und großen, den König von Assyrien … Und er wird in Juda eindringen, überschwemmen und überfluten; bis an den Hals wird er reichen. Und die Ausdehnung seiner Flügel wird die Breite deines Landes füllen, Immanuel!

Das Volk verachtet das stille Vertrauen auf Jehova und sucht menschliche Bündnisse. Die Folge: die übermächtige Flut Assyriens. Doch selbst in der Flut bleibt „Immanuel“.

9–10
Tobet, ihr Völker, und werdet zerschmettert! … Beschließet einen Ratschlag, und er soll vereitelt werden; redet ein Wort, und es soll nicht zustande kommen; denn Gott ist mit uns.

Trotz aller Anstrengungen der Völker: Gott ist mit uns – darum scheitern alle Pläne.

11–13
Denn also hat Jehova zu mir gesprochen … Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt; und fürchtet nicht ihre Furcht und erschrecket nicht davor. Jehova der Heerscharen, den sollt ihr heiligen; und er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken.

Praktische Anwendung:
Hier spricht Jehova ganz persönlich in die Angst und die Gerüchte hinein. Auch heute neigen wir dazu, die Furcht und die „Verschwörungen“ der Mehrheit zu übernehmen. Die Aufforderung ist klar: Nicht ihre Furcht fürchten – sondern Jehova allein heiligen. Er allein darf unser Schrecken und unsere Sicherheit sein. Wer ihn fürchtet, braucht vor Menschen und Umständen nicht zu beben.

14–15
Und er wird zum Heiligtum sein; aber zum Stein des Anstoßes und zum Fels des Strauchelns den beiden Häusern Israels … Und viele unter ihnen werden straucheln, und werden fallen und zerschmettert und verstrickt und gefangen werden.

Für die Gläubigen ist er Heiligtum, für die Ungläubigen Stein des Anstoßes (vgl. Röm 9,33; 1. Petr 2,8).

16–18
Binde das Zeugnis zu, versiegele das Gesetz unter meinen Jüngern. Und ich will auf Jehova harren … Siehe, ich und die Kinder, die Jehova mir gegeben hat, wir sind zu Zeichen und zu Wundern in Israel …

Jesaja und seine Söhne sind selbst Zeichen. Der Prophet will in der Zeit der Verborgenheit Gottes ausharren.

19–20
Und wenn sie zu euch sprechen werden: Befraget die Totenbeschwörer und die Wahrsager … so sprechet: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? … Zum Gesetz und zum Zeugnis! Wenn sie nicht nach diesem Worte sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte.

Die klare Grenze: Nicht zu den Toten und Okkulten, sondern zum geschriebenen Wort. Ohne das Wort gibt es keine Morgenröte.

21–22
Und es wird darin umherziehen, schwer gedrückt und hungernd … und siehe, Drangsal und Finsternis, angstvolles Dunkel; und in dichte Finsternis ist es hineingestoßen.

Das Ende derer, die das Wort verlassen: umherirrende Finsternis und Verzweiflung.

 




IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL