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Jesaja Kapitel 9 Vers um Vers Auslegung. Mit 10 Punkt Einleitung

10-Punkte-Einführung zu Jesaja 9

  1. Vom Dunkel zum Licht
    Das Kapitel beginnt mit der Verheißung, dass die Finsternis über dem bedrängten Land (besonders Galiläa) nicht bleibt. Ein großes Licht wird aufgehen.
  2. Galiläa der Nationen
    Das Land Sebulon und Naphtali, das zuerst verächtlich gemacht wurde, wird später zu Ehren gebracht – der „Weg am Meer“, das Jenseitige des Jordan, der Kreis der Nationen.
  3. Große Freude
    Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. Die Freude ist wie in der Ernte und beim Verteilen der Beute.
  4. Das zerbrochene Joch
    Das Joch der Last, der Stab der Schulter und der Stock des Treibers werden zerschlagen – wie am Tag Midians (Gideon).
  5. Das Ende des Krieges
    Jeder Kriegsstiefel und jedes blutgetränkte Gewand werden verbrannt. Der Krieg hat ein Ende.
  6. Das Kind und der Sohn
    Der Höhepunkt: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben …“ – die große messianische Verheißung.
  7. Die fünf Namen
    Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst. Herrschaft und Friede ohne Ende auf dem Thron Davids.
  8. Der Eifer Jehovas
    „Der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun.“ Die Erfüllung hängt allein an Gottes Eifer.
  9. Gericht über den Hochmut
    Ab Vers 8 wendet sich das Kapitel wieder dem Gericht zu: Das Volk bleibt trotz Schlägen im Hochmut und kehrt nicht um.
  10. Die Hand bleibt ausgestreckt
    Der wiederholte Refrain: „Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.“ Das Gericht geht weiter, weil keine Umkehr geschieht.

Vers-für-Vers-Auslegung

1–2
Doch nicht bleibt Finsternis dem Lande, welches Bedrängnis hat. … Das Volk, das im Finstern wandelt, hat ein großes Licht gesehen; die da wohnen im Lande des Todesschattens, Licht hat über sie geleuchtet.

Die Finsternis von Kapitel 8 wird nicht das letzte Wort sein. Besonders über Galiläa (Sebulon und Naphtali) geht ein großes Licht auf (vgl. Mt 4,15–16).

3–5
Du hast die Nation vermehrt, hast ihr groß gemacht die Freude … Denn das Joch ihrer Last … hast du zerschlagen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel der Gestiefelten im Getümmel, und jedes Gewand, in Blut gewälzt, die werden zum Brande, ein Fraß des Feuers.

Freude, Befreiung und das Ende des Krieges. Das Bild erinnert an Gideons Sieg.

6
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst.

Eines der klarsten messianischen Worte des Alten Testaments. Das Kind ist zugleich „starker Gott“ und „Vater der Ewigkeit“. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter.

Praktische Anwendung:
Hier wird uns nicht nur ein Kind, sondern der Sohn gegeben. Die Herrschaft ruht nicht auf unseren Schultern, sondern auf den seinen. In aller Not und Bedrängnis dürfen wir wissen: Die Regierung der Welt und unseres Lebens liegt bei dem, der Wunderbarer, Berater und Friedefürst ist. Das nimmt die Last von uns und setzt sie auf die richtige Schulter.

7
Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Throne Davids und über sein Königreich, um es zu befestigen und zu stützen durch Gericht und durch Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun.

Ewige Herrschaft und unendlicher Friede auf dem Thron Davids. Die Erfüllung ist allein Gottes Werk – sein Eifer bringt es zustande.

8–12
Der Herr hat ein Wort gesandt wider Jakob … Die Ziegelsteine sind eingefallen, aber mit behauenen Steinen bauen wir auf … Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Trotz Gericht bleibt das Volk im Hochmut. Es will aus eigener Kraft wieder aufbauen. Der Zorn Jehovas wendet sich nicht ab.

13–17
Und das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt … Die Leiter dieses Volkes führen irre … Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Keine Umkehr. Die Führer (Haupt) und die Lügenpropheten (Schwanz) werden ausgerottet. Der Zorn bleibt.

18–21
Denn die Gesetzlosigkeit brennt wie Feuer … Sie fressen ein jeder das Fleisch seines eigenen Armes: Manasse den Ephraim, und Ephraim den Manasse; diese miteinander fallen über Juda her. Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Selbstzerstörung und Bruderkrieg. Der Refrain schließt das Kapitel: Die Hand Jehovas bleibt ausgestreckt zum Gericht.




IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
YT: MEIN KANAL