Jesus Christus der König
Zitat von Hans Peter Wepf am 20. August 2026, 13:16 Uhr
Der Herr Jesus als König – eine biblische KlärungDie Schrift zeigt den Herrn Jesus in verschiedenen Aspekten als König. Man muss sorgfältig unterscheiden zwischen seiner ewigen Gottheit, seiner messianischen Berufung als Sohn Davids und der zukünftigen sichtbaren Herrschaft.
1. Ist er schon immer König?
Als Gott der Sohn: Ja. Er ist von Ewigkeit her der souveräne Herr über alles. Kolosser 1,16-17 und Hebräer 1,3 zeigen, dass alles durch ihn und für ihn geschaffen ist und er alle Dinge trägt. In diesem Sinn ist er immer König gewesen.
Als Messias und Sohn Davids: Nein, nicht in der vollen sichtbaren Herrschaft.
Die Schrift spricht von einer Einsetzung.
Psalm 2,6:
„Ich aber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“
Daniel 7,13-14 zeigt, dass dem Sohn des Menschen Herrschaft, Ehre und Königtum gegeben wird. Die volle Ausübung dieser Herrschaft steht noch aus.2. Von wem?
Vom Vater.
- Psalm 2,6–8
- Daniel 7,13-14
- Lukas 1,32-33 (Gabriel an Maria)
- Offenbarung 2,26-27 und 3,21 (der Vater gibt dem Sohn die Herrschaft)
3. Als Gott oder als Mensch oder als Sohn des Menschen?
- Als Gott:
ewig und unwandelbar souverän.- Als Mensch und Sohn Davids:
die messianische Königswürde (2. Samuel 7; Psalm 89; Jesaja 9,6-7; Lukas 1,32-33).- Als Sohn des Menschen:
besonders Daniel 7 und die Evangelien. Hier wird ihm die Herrschaft über die Völker gegeben. In den Evangelien nennt er sich selbst „Sohn des Menschen“ gerade im Zusammenhang mit kommender Herrlichkeit und Gericht (Matthäus 25,31; 26,64).4. Über Juda oder Israel oder der ganzen Welt?
Zuerst und grundlegend über Israel (Haus Jakobs).
Lukas 1,32-33: „Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird über das Haus Jakobs regieren in Ewigkeit.“Dann über die Nationen und die ganze Erde.
- Psalm 2,8:
„Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitz.“- Sacharja
14,9; Offenbarung 11,15; 19,15-16.Es ist die Davidische Herrschaft, die zuerst Israel gilt und dann die Welt umfasst.
5. Über Gläubige wie Ungläubige?
Über beide.
- Gläubige gehören zu seinem Reich und freuen sich an seiner Herrschaft
(Kolosser 1,13; Offenbarung 1,5-6).- Ungläubige stehen unter seiner Autorität und werden von ihm gerichtet
(Johannes 5,22-27; Apostelgeschichte 17,31; Offenbarung 19,15).Es gibt keinen Bereich der Schöpfung, der seiner Herrschaft entzogen ist (Matthäus 28,18).
6. Jetzt schon oder im Millennium?
Beides, aber in verschiedener Weise:
- Jetzt:
Ihm ist bereits „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ (Matthäus 28,18). Er sitzt zur Rechten Gottes und wartet, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden (Psalm 110,1; Hebräer 10,12-13). Für die Gemeinde ist er das Haupt (Epheser 1,22-23; Kolosser 1,18).- Im Millennium:
Die sichtbare, irdische Königsherrschaft über Israel und die Nationen. Dann wird er auf dem Thron Davids sitzen und die Welt in Gerechtigkeit regieren
(Jesaja 9,6-7; 11; Jeremia 23,5-6; Offenbarung 20,4-6).Die Gemeinde ist nicht das messianische Reich Israels. Das Reich in seiner irdischen Form ist noch zukünftig.
7. Auf der neuen Erde und in der Herrlichkeit?
Ja.
Offenbarung 22,1-5 zeigt den Thron Gottes und des Lammes. Seine Herrschaft hört nie auf. Lukas 1,33: „und seines Königtums wird kein Ende sein.“In der ewigen Herrlichkeit ist er der König der Könige und Herr der Herren in vollkommener und unangefochtener Weise.
Zusammenfassung in Kürze:
Aspekt Status Schriftlicher Schwerpunkt Als Gott Immer Kol 1; Heb 1 Als Messias/Sohn Davids Eingesetzt, noch nicht voll sichtbar Ps 2; Lk 1,32-33; Offb 19–20 Über Israel Primär und zukünftig sichtbar Lk 1; Jer 23; Hes 37 Über die Nationen Im Millennium und ewig Ps 2; Offb 11,15; 19 Jetzt Autorität + Haupt der Gemeinde Mt 28,18; Eph 1 Millennium Sichtbare irdische Herrschaft Offb 20; Jes 11 Neue Erde Ewig Offb 22; Lk 1,33 1. Die zentralen Stellen: Psalm 2, Psalm 110 und Daniel 7
Diese drei Abschnitte bilden das Rückgrat der messianischen Königsherrschaft des Herrn Jesus.
Psalm 2
Der Psalm beschreibt die Rebellion der Nationen und Könige gegen den HERRN und seinen Gesalbten (V. 1–3). Gottes Antwort ist eindeutig:
- V. 6: „Ich aber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“
- V. 7: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“
- V. 8–9: Der Sohn erhält die Nationen zum Erbteil und die Enden der Erde zum Besitz; er wird sie zerschmettern mit eiserner Rute.
Apostelgeschichte 4,25–28 und 13,33 sowie Hebräer 1,5 und 5,5
wenden diesen Psalm direkt auf den Herrn Jesus an. Die Einsetzung ist bereits geschehen (Auferstehung und Erhöhung), die volle Ausübung der Herrschaft über die Nationen steht noch aus.
Der Psalm blickt auf die zukünftige, sichtbare Unterwerfung der Völker.Psalm 110
Dies ist der am häufigsten im Neuen Testament zitierte Psalm.
- V. 1: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.“
- V. 2: „Den Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!“
- V. 4: Er ist Priester nach der Ordnung Melchisedeks – König und Priester zugleich.
Der Herr selbst wendet V. 1 auf sich an (Matthäus 22,44 u. a.). Hebräer 1,13 und 10,12–13 betonen: Er sitzt jetzt zur Rechten Gottes und wartet, bis die Feinde unterworfen sind. Die Herrschaft „inmitten der Feinde“ (V. 2) ist noch zukünftig und geht von Zion aus.
Daniel 7,13–14
Hier erscheint „einer wie eines Menschen Sohn“ vor dem Alten an Tagen:„Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört wird.“
Der Herr bezieht sich mehrfach auf diese Stelle (besonders Matthäus 26,64; Markus 14,62). Die Übergabe der universalen Herrschaft an den Sohn des Menschen geschieht sichtbar und öffentlich. Das ist noch nicht die heutige Situation, sondern die zukünftige.
Zusammenhang der drei Stellen
Psalm 2 zeigt die Einsetzung und den Anspruch auf die Nationen. Psalm 110 zeigt die gegenwärtige Stellung zur Rechten Gottes und das Warten auf die Unterwerfung der Feinde. Daniel 7 zeigt die feierliche Übergabe der ewigen, weltweiten Herrschaft an den Sohn des Menschen.Alle drei Stellen sprechen von einer Herrschaft, die vom Vater verliehen wird und die in ihrer vollen irdischen Ausprägung noch aussteht.
2. Die Unterscheidung: Jetzige Stellung und Millennium
Hier muss man sauber trennen, sonst vermischt man die Haushaltungen.
Die jetzige Stellung des Herrn Jesus
Seit der Auferstehung und Himmelfahrt:
- Ihm ist „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ (Matthäus 28,18).
- Er sitzt zur Rechten Gottes (Psalm 110,1; Hebräer 1,3; 10,12–13; 1. Petrus 3,22).
- Er ist das Haupt der Gemeinde, die sein Leib ist (Epheser 1,20–23; Kolosser 1,18).
- Er übt jetzt eine himmlische, geistliche Herrschaft aus und wartet, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden.
Diese Herrschaft ist real, aber noch nicht die sichtbare, irdische Davidsherrschaft. Die Gemeinde ist nicht das Reich in dem Sinn, wie es den Vätern verheißen wurde. Wir sind in die himmlischen Örter versetzt (Epheser 2,6) und erwarten die Erscheinung der Herrlichkeit (Titus 2,13).
Das Millennium (das tausendjährige Reich)
Dann wird die verheißene irdische Königsherrschaft anbrechen:
- Der Herr sitzt auf dem Thron Davids (Lukas 1,32–33; Jesaja 9,6–7; Jeremia 23,5–6).
- Er regiert über das Haus Jakobs und die Nationen (Sacharja 14,9; Offenbarung 11,15; 19,15–16; 20,4–6).
- Gerechtigkeit und Frieden erfüllen die Erde (Jesaja 11; Psalm 72).
- Israel wird wiederhergestellt und ist das Zentrum der Herrschaft (Hesekiel 37; Amos 9,11–15).
Das Millennium ist die Erfüllung der alttestamentlichen Königsverheissungen an David und an Israel. Es ist die Zeit, in der Psalm 2,8–9 und Daniel 7,14 sichtbar Wirklichkeit werden.
Der entscheidende Unterschied
Aspekt Jetzt (Gnadenzeit) Millennium Stellung Christi Zur Rechten Gottes, wartend Auf dem Thron Davids, regierend Art der Herrschaft Himmlisch, über die Gemeinde Irdisch, sichtbar über Israel + Nationen Israel Verworfen / beiseite gesetzt Wiederhergestellt und Zentrum Gemeinde Leib Christi, himmlisch Mitregierend (Offb 20,4–6) Charakter Gnade, Geheimnis Gerechtigkeit, Erfüllung der Propheten Nach dem Millennium folgt dann die ewige Herrschaft auf der neuen Erde (Offenbarung 21–22), wo Gott und das Lamm den Thron haben und „seines Königtums kein Ende sein wird“ (Lukas 1,33)
Die Herrlichkeit des neuen Jerusalems
Das neue Jerusalem ist die endgültige, ewige Wohnung Gottes bei den Menschen – die Vollendung aller Wege Gottes. Es gehört nicht mehr zum Millennium, sondern zur neuen Schöpfung (Offenbarung 21–22). Hier findet die Königsherrschaft des Herrn Jesus ihre unendliche, unangefochtene Form: Gott und das Lamm auf dem Thron, und „seines Königtums wird kein Ende sein“ (Lukas 1,33).
1. Der Rahmen: Neue Himmel und neue Erde
Offenbarung 21,1–2: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“
Alles Frühere ist vergangen. Kein Meer mehr (Symbol der Unruhe und Trennung).
Die Stadt kommt vom Himmel herab – sie ist himmlischen Ursprungs und wird auf der neuen Erde erscheinen.2. Die eigentliche Herrlichkeit – Gott selbst ist da
Der Kern der Herrlichkeit ist nicht Gold oder Edelsteine, sondern die unmittelbare Gegenwart Gottes:
- Offenbarung 21,3: „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“
- Offenbarung 21,22: „Und ich sah keinen Tempel in ihr; denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm.“
- Offenbarung 21,23: „Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm.“
- Offenbarung 22,5: „Und Nacht wird nicht mehr sein und sie bedürfen nicht eines Lampenlichts und nicht des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten.“
Die Herrlichkeit Gottes und des Lammes ist das Licht der Stadt. Alles andere ist nur Widerschein dieser Herrlichkeit.
3. Die äußere Beschreibung der Stadt (Offenbarung 21,10–21)
Johannes wird im Geist auf einen großen und hohen Berg geführt und sieht die Stadt:
- Gestalt:
viereckig, Länge = Breite = Höhe (ca. 12.000 Stadien – eine unvorstellbare Größe, die die ganze neue Erde prägt).- Mauer:
144 Ellen hoch, aus Jaspis.- Grundsteine
der Mauer: zwölf, geschmückt mit allerlei Edelsteinen (Jaspis, Saphir, Chalzedon, Smaragd usw.) – Erinnerung an die zwölf Stämme und die zwölf Apostel des Lammes.- Tore:
zwölf, je drei nach jeder Himmelsrichtung, aus einer einzigen Perle. Darauf die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.- • Strasse:
reines Gold, wie durchsichtiges Glas.- Stadt selbst:
reines Gold, gleich reinem Glas.Die Materialien sprechen von Reinheit, Kostbarkeit, Durchsichtigkeit und unvergänglicher Schönheit.
Nichts Unreines kann hineinkommen (21,27).4. Der Fluss und der Baum des Lebens (Offenbarung 22,1–2)
„Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Strasse und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.“
- Der Strom kommt direkt vom Thron Gottes und des Lammes.
- Der Baum des Lebens (der in Eden verloren ging) ist wieder da – und zwar in Fülle.
- Die Nationen werden geheilt (ein Hinweis, dass es auch auf der neuen Erde noch Nationen gibt, die unter dem Segen der Stadt stehen).
5. Wer ist darin?
- Die Braut, das Weib des Lammes (21,9–10) – die Gemeinde in ihrer endgültigen Stellung.
- Die Namen der zwölf Apostel des Lammes auf den Grundsteinen (21,14).
- Die Namen der zwölf Stämme Israels an den Toren (21,12).
- Die Knechte Gottes, die sein Angesicht sehen und seinen Namen an ihren Stirnen haben (22,3–4).
Israel und die Gemeinde sind unterschieden, aber beide haben ihren Platz in der ewigen Herrlichkeit. Die Nationen wandeln in dem Licht der Stadt (21,24).
6. Der Thron und die Königsherrschaft
Offenbarung 22,3:
„Und kein Bann wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen.“Hier ist die endgültige Form der Königsherrschaft des Herrn Jesus erreicht:
- Nicht mehr „wartend zur Rechten“ (Psalm 110),
- nicht mehr die irdische Davidsherrschaft des Millenniums,
- sondern der gemeinsame Thron Gottes und des Lammes in ewiger, ungestörter Herrlichkeit.
Kurzüberblick der Herrlichkeit
Aspekt Beschreibung Schriftstelle Ursprung Vom Himmel herab, von Gott Offb 21,2.10 Licht Herrlichkeit Gottes + Lamm Offb 21,23; 22,5 Tempel Gott und das Lamm selbst Offb 21,22 Thron Gottes und des Lammes Offb 22,1.3 Reinheit Nichts Unreines, nur die im Lebensbuch Offb 21,27 Leben Strom und Baum des Lebens Offb 22,1–2 Dienst Seine Knechte dienen ihm und sehen sein Angesicht Offb 22,3–4 Die Herrlichkeit des neuen Jerusalems ist die sichtbare, ewige Entfaltung dessen, was der Herr Jesus als König und Lamm ist. Alles zielt auf die ungestörte Gemeinschaft:
„Sie werden sein Angesicht sehen“ (22,4).

Der Herr Jesus als König – eine biblische Klärung
Die Schrift zeigt den Herrn Jesus in verschiedenen Aspekten als König. Man muss sorgfältig unterscheiden zwischen seiner ewigen Gottheit, seiner messianischen Berufung als Sohn Davids und der zukünftigen sichtbaren Herrschaft.
1. Ist er schon immer König?
Als Gott der Sohn: Ja. Er ist von Ewigkeit her der souveräne Herr über alles. Kolosser 1,16-17 und Hebräer 1,3 zeigen, dass alles durch ihn und für ihn geschaffen ist und er alle Dinge trägt. In diesem Sinn ist er immer König gewesen.
Als Messias und Sohn Davids: Nein, nicht in der vollen sichtbaren Herrschaft.
Die Schrift spricht von einer Einsetzung.
Psalm 2,6:
„Ich aber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“
Daniel 7,13-14 zeigt, dass dem Sohn des Menschen Herrschaft, Ehre und Königtum gegeben wird. Die volle Ausübung dieser Herrschaft steht noch aus.
2. Von wem?
Vom Vater.
- Psalm 2,6–8
- Daniel 7,13-14
- Lukas 1,32-33 (Gabriel an Maria)
- Offenbarung 2,26-27 und 3,21 (der Vater gibt dem Sohn die Herrschaft)
3. Als Gott oder als Mensch oder als Sohn des Menschen?
- Als Gott:
ewig und unwandelbar souverän. - Als Mensch und Sohn Davids:
die messianische Königswürde (2. Samuel 7; Psalm 89; Jesaja 9,6-7; Lukas 1,32-33). - Als Sohn des Menschen:
besonders Daniel 7 und die Evangelien. Hier wird ihm die Herrschaft über die Völker gegeben. In den Evangelien nennt er sich selbst „Sohn des Menschen“ gerade im Zusammenhang mit kommender Herrlichkeit und Gericht (Matthäus 25,31; 26,64).
4. Über Juda oder Israel oder der ganzen Welt?
Zuerst und grundlegend über Israel (Haus Jakobs).
Lukas 1,32-33: „Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird über das Haus Jakobs regieren in Ewigkeit.“
Dann über die Nationen und die ganze Erde.
- Psalm 2,8:
„Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitz.“ - Sacharja
14,9; Offenbarung 11,15; 19,15-16.
Es ist die Davidische Herrschaft, die zuerst Israel gilt und dann die Welt umfasst.
5. Über Gläubige wie Ungläubige?
Über beide.
- Gläubige gehören zu seinem Reich und freuen sich an seiner Herrschaft
(Kolosser 1,13; Offenbarung 1,5-6). - Ungläubige stehen unter seiner Autorität und werden von ihm gerichtet
(Johannes 5,22-27; Apostelgeschichte 17,31; Offenbarung 19,15).
Es gibt keinen Bereich der Schöpfung, der seiner Herrschaft entzogen ist (Matthäus 28,18).
6. Jetzt schon oder im Millennium?
Beides, aber in verschiedener Weise:
- Jetzt:
Ihm ist bereits „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ (Matthäus 28,18). Er sitzt zur Rechten Gottes und wartet, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden (Psalm 110,1; Hebräer 10,12-13). Für die Gemeinde ist er das Haupt (Epheser 1,22-23; Kolosser 1,18). - Im Millennium:
Die sichtbare, irdische Königsherrschaft über Israel und die Nationen. Dann wird er auf dem Thron Davids sitzen und die Welt in Gerechtigkeit regieren
(Jesaja 9,6-7; 11; Jeremia 23,5-6; Offenbarung 20,4-6).
Die Gemeinde ist nicht das messianische Reich Israels. Das Reich in seiner irdischen Form ist noch zukünftig.
7. Auf der neuen Erde und in der Herrlichkeit?
Ja.
Offenbarung 22,1-5 zeigt den Thron Gottes und des Lammes. Seine Herrschaft hört nie auf. Lukas 1,33: „und seines Königtums wird kein Ende sein.“
In der ewigen Herrlichkeit ist er der König der Könige und Herr der Herren in vollkommener und unangefochtener Weise.
Zusammenfassung in Kürze:
| Aspekt | Status | Schriftlicher Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Als Gott | Immer | Kol 1; Heb 1 |
| Als Messias/Sohn Davids | Eingesetzt, noch nicht voll sichtbar | Ps 2; Lk 1,32-33; Offb 19–20 |
| Über Israel | Primär und zukünftig sichtbar | Lk 1; Jer 23; Hes 37 |
| Über die Nationen | Im Millennium und ewig | Ps 2; Offb 11,15; 19 |
| Jetzt | Autorität + Haupt der Gemeinde | Mt 28,18; Eph 1 |
| Millennium | Sichtbare irdische Herrschaft | Offb 20; Jes 11 |
| Neue Erde | Ewig | Offb 22; Lk 1,33 |
1. Die zentralen Stellen: Psalm 2, Psalm 110 und Daniel 7
Diese drei Abschnitte bilden das Rückgrat der messianischen Königsherrschaft des Herrn Jesus.
Psalm 2
Der Psalm beschreibt die Rebellion der Nationen und Könige gegen den HERRN und seinen Gesalbten (V. 1–3). Gottes Antwort ist eindeutig:
- V. 6: „Ich aber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“
- V. 7: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“
- V. 8–9: Der Sohn erhält die Nationen zum Erbteil und die Enden der Erde zum Besitz; er wird sie zerschmettern mit eiserner Rute.
Apostelgeschichte 4,25–28 und 13,33 sowie Hebräer 1,5 und 5,5
wenden diesen Psalm direkt auf den Herrn Jesus an. Die Einsetzung ist bereits geschehen (Auferstehung und Erhöhung), die volle Ausübung der Herrschaft über die Nationen steht noch aus.
Der Psalm blickt auf die zukünftige, sichtbare Unterwerfung der Völker.
Psalm 110
Dies ist der am häufigsten im Neuen Testament zitierte Psalm.
- V. 1: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.“
- V. 2: „Den Stab deiner Macht wird der HERR aus Zion senden; herrsche inmitten deiner Feinde!“
- V. 4: Er ist Priester nach der Ordnung Melchisedeks – König und Priester zugleich.
Der Herr selbst wendet V. 1 auf sich an (Matthäus 22,44 u. a.). Hebräer 1,13 und 10,12–13 betonen: Er sitzt jetzt zur Rechten Gottes und wartet, bis die Feinde unterworfen sind. Die Herrschaft „inmitten der Feinde“ (V. 2) ist noch zukünftig und geht von Zion aus.
Daniel 7,13–14
Hier erscheint „einer wie eines Menschen Sohn“ vor dem Alten an Tagen:
„Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört wird.“
Der Herr bezieht sich mehrfach auf diese Stelle (besonders Matthäus 26,64; Markus 14,62). Die Übergabe der universalen Herrschaft an den Sohn des Menschen geschieht sichtbar und öffentlich. Das ist noch nicht die heutige Situation, sondern die zukünftige.
Zusammenhang der drei Stellen
Psalm 2 zeigt die Einsetzung und den Anspruch auf die Nationen. Psalm 110 zeigt die gegenwärtige Stellung zur Rechten Gottes und das Warten auf die Unterwerfung der Feinde. Daniel 7 zeigt die feierliche Übergabe der ewigen, weltweiten Herrschaft an den Sohn des Menschen.
Alle drei Stellen sprechen von einer Herrschaft, die vom Vater verliehen wird und die in ihrer vollen irdischen Ausprägung noch aussteht.
2. Die Unterscheidung: Jetzige Stellung und Millennium
Hier muss man sauber trennen, sonst vermischt man die Haushaltungen.
Die jetzige Stellung des Herrn Jesus
Seit der Auferstehung und Himmelfahrt:
- Ihm ist „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ (Matthäus 28,18).
- Er sitzt zur Rechten Gottes (Psalm 110,1; Hebräer 1,3; 10,12–13; 1. Petrus 3,22).
- Er ist das Haupt der Gemeinde, die sein Leib ist (Epheser 1,20–23; Kolosser 1,18).
- Er übt jetzt eine himmlische, geistliche Herrschaft aus und wartet, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden.
Diese Herrschaft ist real, aber noch nicht die sichtbare, irdische Davidsherrschaft. Die Gemeinde ist nicht das Reich in dem Sinn, wie es den Vätern verheißen wurde. Wir sind in die himmlischen Örter versetzt (Epheser 2,6) und erwarten die Erscheinung der Herrlichkeit (Titus 2,13).
Das Millennium (das tausendjährige Reich)
Dann wird die verheißene irdische Königsherrschaft anbrechen:
- Der Herr sitzt auf dem Thron Davids (Lukas 1,32–33; Jesaja 9,6–7; Jeremia 23,5–6).
- Er regiert über das Haus Jakobs und die Nationen (Sacharja 14,9; Offenbarung 11,15; 19,15–16; 20,4–6).
- Gerechtigkeit und Frieden erfüllen die Erde (Jesaja 11; Psalm 72).
- Israel wird wiederhergestellt und ist das Zentrum der Herrschaft (Hesekiel 37; Amos 9,11–15).
Das Millennium ist die Erfüllung der alttestamentlichen Königsverheissungen an David und an Israel. Es ist die Zeit, in der Psalm 2,8–9 und Daniel 7,14 sichtbar Wirklichkeit werden.
Der entscheidende Unterschied
| Aspekt | Jetzt (Gnadenzeit) | Millennium |
|---|---|---|
| Stellung Christi | Zur Rechten Gottes, wartend | Auf dem Thron Davids, regierend |
| Art der Herrschaft | Himmlisch, über die Gemeinde | Irdisch, sichtbar über Israel + Nationen |
| Israel | Verworfen / beiseite gesetzt | Wiederhergestellt und Zentrum |
| Gemeinde | Leib Christi, himmlisch | Mitregierend (Offb 20,4–6) |
| Charakter | Gnade, Geheimnis | Gerechtigkeit, Erfüllung der Propheten |
Nach dem Millennium folgt dann die ewige Herrschaft auf der neuen Erde (Offenbarung 21–22), wo Gott und das Lamm den Thron haben und „seines Königtums kein Ende sein wird“ (Lukas 1,33)
Die Herrlichkeit des neuen Jerusalems
Das neue Jerusalem ist die endgültige, ewige Wohnung Gottes bei den Menschen – die Vollendung aller Wege Gottes. Es gehört nicht mehr zum Millennium, sondern zur neuen Schöpfung (Offenbarung 21–22). Hier findet die Königsherrschaft des Herrn Jesus ihre unendliche, unangefochtene Form: Gott und das Lamm auf dem Thron, und „seines Königtums wird kein Ende sein“ (Lukas 1,33).
1. Der Rahmen: Neue Himmel und neue Erde
Offenbarung 21,1–2: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“
Alles Frühere ist vergangen. Kein Meer mehr (Symbol der Unruhe und Trennung).
Die Stadt kommt vom Himmel herab – sie ist himmlischen Ursprungs und wird auf der neuen Erde erscheinen.
2. Die eigentliche Herrlichkeit – Gott selbst ist da
Der Kern der Herrlichkeit ist nicht Gold oder Edelsteine, sondern die unmittelbare Gegenwart Gottes:
- Offenbarung 21,3: „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“
- Offenbarung 21,22: „Und ich sah keinen Tempel in ihr; denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm.“
- Offenbarung 21,23: „Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm.“
- Offenbarung 22,5: „Und Nacht wird nicht mehr sein und sie bedürfen nicht eines Lampenlichts und nicht des Lichtes der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten.“
Die Herrlichkeit Gottes und des Lammes ist das Licht der Stadt. Alles andere ist nur Widerschein dieser Herrlichkeit.
3. Die äußere Beschreibung der Stadt (Offenbarung 21,10–21)
Johannes wird im Geist auf einen großen und hohen Berg geführt und sieht die Stadt:
- Gestalt:
viereckig, Länge = Breite = Höhe (ca. 12.000 Stadien – eine unvorstellbare Größe, die die ganze neue Erde prägt). - Mauer:
144 Ellen hoch, aus Jaspis. - Grundsteine
der Mauer: zwölf, geschmückt mit allerlei Edelsteinen (Jaspis, Saphir, Chalzedon, Smaragd usw.) – Erinnerung an die zwölf Stämme und die zwölf Apostel des Lammes. - Tore:
zwölf, je drei nach jeder Himmelsrichtung, aus einer einzigen Perle. Darauf die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. - • Strasse:
reines Gold, wie durchsichtiges Glas. - Stadt selbst:
reines Gold, gleich reinem Glas.
Die Materialien sprechen von Reinheit, Kostbarkeit, Durchsichtigkeit und unvergänglicher Schönheit.
Nichts Unreines kann hineinkommen (21,27).
4. Der Fluss und der Baum des Lebens (Offenbarung 22,1–2)
„Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Strasse und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.“
- Der Strom kommt direkt vom Thron Gottes und des Lammes.
- Der Baum des Lebens (der in Eden verloren ging) ist wieder da – und zwar in Fülle.
- Die Nationen werden geheilt (ein Hinweis, dass es auch auf der neuen Erde noch Nationen gibt, die unter dem Segen der Stadt stehen).
5. Wer ist darin?
- Die Braut, das Weib des Lammes (21,9–10) – die Gemeinde in ihrer endgültigen Stellung.
- Die Namen der zwölf Apostel des Lammes auf den Grundsteinen (21,14).
- Die Namen der zwölf Stämme Israels an den Toren (21,12).
- Die Knechte Gottes, die sein Angesicht sehen und seinen Namen an ihren Stirnen haben (22,3–4).
Israel und die Gemeinde sind unterschieden, aber beide haben ihren Platz in der ewigen Herrlichkeit. Die Nationen wandeln in dem Licht der Stadt (21,24).
6. Der Thron und die Königsherrschaft
Offenbarung 22,3:
„Und kein Bann wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen.“
Hier ist die endgültige Form der Königsherrschaft des Herrn Jesus erreicht:
- Nicht mehr „wartend zur Rechten“ (Psalm 110),
- nicht mehr die irdische Davidsherrschaft des Millenniums,
- sondern der gemeinsame Thron Gottes und des Lammes in ewiger, ungestörter Herrlichkeit.
Kurzüberblick der Herrlichkeit
| Aspekt | Beschreibung | Schriftstelle |
|---|---|---|
| Ursprung | Vom Himmel herab, von Gott | Offb 21,2.10 |
| Licht | Herrlichkeit Gottes + Lamm | Offb 21,23; 22,5 |
| Tempel | Gott und das Lamm selbst | Offb 21,22 |
| Thron | Gottes und des Lammes | Offb 22,1.3 |
| Reinheit | Nichts Unreines, nur die im Lebensbuch | Offb 21,27 |
| Leben | Strom und Baum des Lebens | Offb 22,1–2 |
| Dienst | Seine Knechte dienen ihm und sehen sein Angesicht | Offb 22,3–4 |
Die Herrlichkeit des neuen Jerusalems ist die sichtbare, ewige Entfaltung dessen, was der Herr Jesus als König und Lamm ist. Alles zielt auf die ungestörte Gemeinschaft:
„Sie werden sein Angesicht sehen“ (22,4).