Johannes 13.4 & 5
Zitat von Hans Peter Wepf am 8. September 2026, 13:07 Uhr
Betrachtungen Begriffserklärungen Playliste Johannes YT Johannes Elb 2023 Johannes Ev Vers um Vers Lukas 7,38; Lukas 7,44; Lukas 12,37; Lukas 22,27; 1. Samuel 25,41
-*-*
Johannes 13,4–5 (Elberfelder)
4 … von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab;
und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich.
5 Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an,
die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch
abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.Grundtext (NA28)
4 ἐγείρεται ἐκ τοῦ δείπνου καὶ τίθησιν τὰ ἱμάτια καὶ λαβὼν λέντιον διέζωσεν ἑαυτόν·
5 εἶτα βάλλει ὕδωρ εἰς τὸν νιπτῆρα καὶ ἤρξατο νίπτειν τοὺς πόδας τῶν μαθητῶν καὶ ἐκμάσσειν τῷ λεντίῳ ᾧ ἦν διεζωσμένος.Transliteration (deutsche Buchstaben)
4 egeíretai ek tu deípnou kai títhēsin ta himátia kai labṓn léntion diézōsen heautón
5 eíta bállei hýdōr eis ton niptḗra kai ḗrxato níptein tous pódas tōn mathētṓn kai ekmássein tō lentíō hō ēn diezōsménos
Der unmittelbare Zusammenhang (V. 1–3)
Bevor der Herr handelt, sagt der Geist, wer handelt:
Er wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater hinzugehen;
er hatte die Seinen geliebt und liebte sie bis ans Ende (eis télos).
Bei dem Mahl hatte der Teufel dem Judas schon ins Herz gegeben, ihn zu überliefern.
Und nun V. 3:
Er steht da im Bewusstsein, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hat
und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingeht.Die Fusswaschung geschieht also nicht aus
Schwäche, Unsicherheit oder menschlichem Vorbild-Denken,
sondern aus der Fülle der ihm gegebenen Gewalt und aus der klaren Kenntnis
seines Ausgangs und seines Ziels.
Der, dem alles übergeben ist, legt die Kleider ab.
Wort für Wort – Vers 4
egeíretai (ἐγείρεται) – er erhebt sich, er steht auf.
Präsens, lebendig erzählt.
Er lag (wie üblich) beim Mahl; jetzt unterbricht er die Lage bewusst.ek tu deípnou (ἐκ τοῦ δείπνου) – vom Abendessen / vom Mahl weg.
Das deípnon ist das Abendmahl, hier das letzte Mahl vor dem Leiden.títhēsin ta himátia (τίθησιν τὰ ἱμάτια) – er legt die Oberkleider ab
/ er legt sie hin.
títhēmi heißt hier: bewusst ablegen, beiseitelegen.
Die himátia sind die äußeren Gewänder, das, was Würde und Stellung sichtbar macht.
Er legt ab, was ihn als Herrn und Lehrer äusserlich kennzeichnet.labṓn léntion (λαβὼν λέντιον) –
indem er ein Leinentuch nahm. léntion ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen
(linteum): das grobe Leinentuch des Dieners, nicht ein festliches Tuch.diézōsen heautón (διέζωσεν ἑαυτόν)
– er umgürtete sich selbst. diazṓnnymi: fest um die Hüften binden,
sich zur Arbeit gürten.
Der Herr gürtet sich selbst.
Niemand gürtet ihn; er nimmt die Knechtsgestalt freiwillig.Die Handlung in V. 4 ist also:
Aufstehen – Ablegen der äusseren Herrlichkeit
– Nehmen des Dienertuchs
– Sich-selbst-Gürten.
Das ist Philipper 2,5–7 in einer sichtbaren Tat:
Er, der in Gottesgestalt war, entäusserte sich und nahm Knechtsgestalt an.
Wort für Wort – Vers 5
eíta (εἶτα) – danach, sodann. Bewusste Reihenfolge.
bállei hýdōr (βάλλει ὕδωρ) – er gießt / er wirft Wasser. Wieder Präsens. bállō ist kräftig: er schüttet das Wasser hinein, nicht zaghaft.
eis ton niptḗra (εἰς τὸν νιπτῆρα) – in das Waschbecken. Der bestimmte Artikel (ton) deutet auf das bereitstehende Becken hin. niptḗr ist das Gefäß zum Waschen von Körperteilen.
ḗrxato níptein (ἤρξατο νίπτειν) – er fing an zu waschen. árchomai + Infinitiv: der Anfang einer Handlung, die er durchführt. níptō (nicht loúō) bezeichnet das Waschen von Gliedern (Hände, Füße, Gesicht), nicht das volle Bad. Das ist später in V. 10 entscheidend: Wer gebadet ist (lelouménos), braucht nur noch die Füße gewaschen.
tous pódas tōn mathētṓn (τοὺς πόδας τῶν μαθητῶν) – die Füße der Jünger. Die staubigen, vom Weg schmutzigen Füße. In Palästina war das die Aufgabe des niedrigsten Sklaven, oft eines heidnischen Knechts. Kein jüdischer Freier wusch einem anderen die Füße; die Jünger hatten sich darüber gestritten, wer der Größte sei (Lukas 22,24).
ekmássein tō lentíō (ἐκμάσσειν τῷ λεντίῳ) – abtrocknen / abwischen mit dem Leinentuch. ekmássō: gründlich abreiben, trocken machen.
hō ēn diezōsménos (ᾧ ἦν διεζωσμένος) – mit dem er umgürtet war. Das Tuch, das er sich selbst umgebunden hatte, dient jetzt zum Abtrocknen. Der Gürtel des Knechts wird zum Tuch des Dienstes.
Die Handlungen des Herrn und ihre Bedeutung
- Er steht auf vom Mahl.
Der, der alles in der Hand hat und zum Vater geht, unterbricht die Gemeinschaftstafel, um den Niedrigsten Dienst zu tun. Grösse im Reich Gottes zeigt sich nicht im Sitzenbleiben, sondern im Aufstehen zum Dienst.- Er legt die Oberkleider ab.
Sichtbares Ablegen der Stellung.
Er behält seine Gottheit,
aber er legt die äussere Würde ab, um den Seinen nah zu kommen.
Das ist nicht Verlust der Herrlichkeit,
sondern deren freie Entäusserung um der Seinen willen.- Er nimmt das Leinentuch und gürtet sich selbst.
Der Herr wird Knecht.
Niemand zwingt ihn.
Er wählt die Schürze des Sklaven.
Das Tuch, das später seine Füsse trocknet, ist dasselbe, mit dem er sich gegürtet hat.
Dienst und Reinigung gehören zusammen.- • Er giesst Wasser in das Becken und wäscht die Füße.
Wasser und Waschen sprechen von Reinigung.
Im unmittelbaren Zusammenhang (V. 10–11)
unterscheidet der Herr zwischen dem einmaligen Bad (die Stellung in Ihm, das ganze Reinsein)
und dem nötigen Waschen der Füße (der Wandel auf dem staubigen Weg).
Die Jünger sind schon „rein“ durch das Wort, das er zu ihnen geredet hat (vgl. 15,3)
– ausser Judas.
Dennoch brauchen sie die Fusswaschung für den täglichen Weg.- Er trocknet sie mit dem Tuch, mit dem er umgürtet war.
Der Dienst wird zu Ende geführt. Es bleibt nicht bei der Geste; er vollendet die Reinigung.Die ganze Szene ist ein lebendiges Gleichnis seines gesamten Weges:
Er verlässt den Platz der Herrlichkeit (Aufstehen / Ablegen), nimmt Knechtsgestalt (Tuch und Gürtel),
vollbringt die Reinigung der Seinen (Waschen), und wird danach die Kleider wieder anlegen und sich wieder zu Tisch legen (V. 12) –
Hinweis auf Auferstehung und Erhöhung.
Zugleich ist es das konkrete Vorbild:
„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe“ (V. 15).
Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr.Petrus’ Widerstand in den folgenden Versen zeigt,
dass der natürliche Mensch diese Demütigung des Herrn nicht erträgt.
Der Herr besteht darauf:
Ohne dieses Waschen gibt es kein Teil mit Ihm.
Die Gemeinschaft mit Ihm schließt sowohl das einmalige Reinsein als auch das fortgesetzte Reinigen des Wandels ein.Das ist keine kirchliche Fusswaschungs-Zeremonie als Verordnung für den Leib Christi,
sondern die Offenbarung des Charakters dessen,
der die Seinen bis ans Ende liebt, und die bleibende Haltung derer, die Ihn als Herrn und Lehrer bekennen.

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Lukas 7,38; Lukas 7,44; Lukas 12,37; Lukas 22,27; 1. Samuel 25,41
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Johannes 13,4–5 (Elberfelder)
4 … von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab;
und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich.
5 Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an,
die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch
abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Grundtext (NA28)
4 ἐγείρεται ἐκ τοῦ δείπνου καὶ τίθησιν τὰ ἱμάτια καὶ λαβὼν λέντιον διέζωσεν ἑαυτόν·
5 εἶτα βάλλει ὕδωρ εἰς τὸν νιπτῆρα καὶ ἤρξατο νίπτειν τοὺς πόδας τῶν μαθητῶν καὶ ἐκμάσσειν τῷ λεντίῳ ᾧ ἦν διεζωσμένος.
Transliteration (deutsche Buchstaben)
4 egeíretai ek tu deípnou kai títhēsin ta himátia kai labṓn léntion diézōsen heautón
5 eíta bállei hýdōr eis ton niptḗra kai ḗrxato níptein tous pódas tōn mathētṓn kai ekmássein tō lentíō hō ēn diezōsménos
Der unmittelbare Zusammenhang (V. 1–3)
Bevor der Herr handelt, sagt der Geist, wer handelt:
Er wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater hinzugehen;
er hatte die Seinen geliebt und liebte sie bis ans Ende (eis télos).
Bei dem Mahl hatte der Teufel dem Judas schon ins Herz gegeben, ihn zu überliefern.
Und nun V. 3:
Er steht da im Bewusstsein, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hat
und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingeht.
Die Fusswaschung geschieht also nicht aus
Schwäche, Unsicherheit oder menschlichem Vorbild-Denken,
sondern aus der Fülle der ihm gegebenen Gewalt und aus der klaren Kenntnis
seines Ausgangs und seines Ziels.
Der, dem alles übergeben ist, legt die Kleider ab.
Wort für Wort – Vers 4
egeíretai (ἐγείρεται) – er erhebt sich, er steht auf.
Präsens, lebendig erzählt.
Er lag (wie üblich) beim Mahl; jetzt unterbricht er die Lage bewusst.
ek tu deípnou (ἐκ τοῦ δείπνου) – vom Abendessen / vom Mahl weg.
Das deípnon ist das Abendmahl, hier das letzte Mahl vor dem Leiden.
títhēsin ta himátia (τίθησιν τὰ ἱμάτια) – er legt die Oberkleider ab
/ er legt sie hin.
títhēmi heißt hier: bewusst ablegen, beiseitelegen.
Die himátia sind die äußeren Gewänder, das, was Würde und Stellung sichtbar macht.
Er legt ab, was ihn als Herrn und Lehrer äusserlich kennzeichnet.
labṓn léntion (λαβὼν λέντιον) –
indem er ein Leinentuch nahm. léntion ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen
(linteum): das grobe Leinentuch des Dieners, nicht ein festliches Tuch.
diézōsen heautón (διέζωσεν ἑαυτόν)
– er umgürtete sich selbst. diazṓnnymi: fest um die Hüften binden,
sich zur Arbeit gürten.
Der Herr gürtet sich selbst.
Niemand gürtet ihn; er nimmt die Knechtsgestalt freiwillig.
Die Handlung in V. 4 ist also:
Aufstehen – Ablegen der äusseren Herrlichkeit
– Nehmen des Dienertuchs
– Sich-selbst-Gürten.
Das ist Philipper 2,5–7 in einer sichtbaren Tat:
Er, der in Gottesgestalt war, entäusserte sich und nahm Knechtsgestalt an.
Wort für Wort – Vers 5
eíta (εἶτα) – danach, sodann. Bewusste Reihenfolge.
bállei hýdōr (βάλλει ὕδωρ) – er gießt / er wirft Wasser. Wieder Präsens. bállō ist kräftig: er schüttet das Wasser hinein, nicht zaghaft.
eis ton niptḗra (εἰς τὸν νιπτῆρα) – in das Waschbecken. Der bestimmte Artikel (ton) deutet auf das bereitstehende Becken hin. niptḗr ist das Gefäß zum Waschen von Körperteilen.
ḗrxato níptein (ἤρξατο νίπτειν) – er fing an zu waschen. árchomai + Infinitiv: der Anfang einer Handlung, die er durchführt. níptō (nicht loúō) bezeichnet das Waschen von Gliedern (Hände, Füße, Gesicht), nicht das volle Bad. Das ist später in V. 10 entscheidend: Wer gebadet ist (lelouménos), braucht nur noch die Füße gewaschen.
tous pódas tōn mathētṓn (τοὺς πόδας τῶν μαθητῶν) – die Füße der Jünger. Die staubigen, vom Weg schmutzigen Füße. In Palästina war das die Aufgabe des niedrigsten Sklaven, oft eines heidnischen Knechts. Kein jüdischer Freier wusch einem anderen die Füße; die Jünger hatten sich darüber gestritten, wer der Größte sei (Lukas 22,24).
ekmássein tō lentíō (ἐκμάσσειν τῷ λεντίῳ) – abtrocknen / abwischen mit dem Leinentuch. ekmássō: gründlich abreiben, trocken machen.
hō ēn diezōsménos (ᾧ ἦν διεζωσμένος) – mit dem er umgürtet war. Das Tuch, das er sich selbst umgebunden hatte, dient jetzt zum Abtrocknen. Der Gürtel des Knechts wird zum Tuch des Dienstes.
Die Handlungen des Herrn und ihre Bedeutung
- Er steht auf vom Mahl.
Der, der alles in der Hand hat und zum Vater geht, unterbricht die Gemeinschaftstafel, um den Niedrigsten Dienst zu tun. Grösse im Reich Gottes zeigt sich nicht im Sitzenbleiben, sondern im Aufstehen zum Dienst. - Er legt die Oberkleider ab.
Sichtbares Ablegen der Stellung.
Er behält seine Gottheit,
aber er legt die äussere Würde ab, um den Seinen nah zu kommen.
Das ist nicht Verlust der Herrlichkeit,
sondern deren freie Entäusserung um der Seinen willen. - Er nimmt das Leinentuch und gürtet sich selbst.
Der Herr wird Knecht.
Niemand zwingt ihn.
Er wählt die Schürze des Sklaven.
Das Tuch, das später seine Füsse trocknet, ist dasselbe, mit dem er sich gegürtet hat.
Dienst und Reinigung gehören zusammen. - • Er giesst Wasser in das Becken und wäscht die Füße.
Wasser und Waschen sprechen von Reinigung.
Im unmittelbaren Zusammenhang (V. 10–11)
unterscheidet der Herr zwischen dem einmaligen Bad (die Stellung in Ihm, das ganze Reinsein)
und dem nötigen Waschen der Füße (der Wandel auf dem staubigen Weg).
Die Jünger sind schon „rein“ durch das Wort, das er zu ihnen geredet hat (vgl. 15,3)
– ausser Judas.
Dennoch brauchen sie die Fusswaschung für den täglichen Weg. - Er trocknet sie mit dem Tuch, mit dem er umgürtet war.
Der Dienst wird zu Ende geführt. Es bleibt nicht bei der Geste; er vollendet die Reinigung.
Die ganze Szene ist ein lebendiges Gleichnis seines gesamten Weges:
Er verlässt den Platz der Herrlichkeit (Aufstehen / Ablegen), nimmt Knechtsgestalt (Tuch und Gürtel),
vollbringt die Reinigung der Seinen (Waschen), und wird danach die Kleider wieder anlegen und sich wieder zu Tisch legen (V. 12) –
Hinweis auf Auferstehung und Erhöhung.
Zugleich ist es das konkrete Vorbild:
„Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe“ (V. 15).
Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr.
Petrus’ Widerstand in den folgenden Versen zeigt,
dass der natürliche Mensch diese Demütigung des Herrn nicht erträgt.
Der Herr besteht darauf:
Ohne dieses Waschen gibt es kein Teil mit Ihm.
Die Gemeinschaft mit Ihm schließt sowohl das einmalige Reinsein als auch das fortgesetzte Reinigen des Wandels ein.
Das ist keine kirchliche Fusswaschungs-Zeremonie als Verordnung für den Leib Christi,
sondern die Offenbarung des Charakters dessen,
der die Seinen bis ans Ende liebt, und die bleibende Haltung derer, die Ihn als Herrn und Lehrer bekennen.