Johannes Evangelium Kapitel 2 Vers um Vers Auslegung
Zitat von Hans Peter Wepf am 26. August 2026, 5:25 Uhr
Johannes 2 – Kurz‑Zusammenfassung (EF 1905)
1. Die Hochzeit zu Kana – Wasser wird Wein (V. 1–11)
Jesus ist mit seiner Mutter und den Jüngern eingeladen.
Der Wein geht aus; Maria wendet sich an Jesus.
Jesus antwortet: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
Er verwandelt Wasser in besten Wein – das erste Zeichen.
Dieses Zeichen offenbart seine Herrlichkeit und die Jünger glauben an Ihn.
2. Der erste Tempelreinigungsakt (V. 12–17)
Jesus geht nach Jerusalem zum Passah.
Er findet Händler und Geldwechsler im Tempelbereich.
Er treibt sie hinaus und sagt: „Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.“
Die Jünger erinnern sich an Psalm 69: „Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“
3. Jesu Zeichenwort über den Tempel (V. 18–22)
Die Juden verlangen ein Zeichen für seine Vollmacht.
Jesus spricht: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“
Die Juden denken an den steinernen Tempel (46 Jahre Bauzeit).
Jesus aber redet vom Tempel seines Leibes – Hinweis auf Tod und Auferstehung.
Nach der Auferstehung verstehen die Jünger dieses Wort und glauben der Schrift.
4. Viele glauben wegen der Zeichen – aber Jesus vertraut sich ihnen nicht an (V. 23–25)
Viele glauben an seinen Namen wegen der Zeichen beim Passah.
Doch Jesus vertraut sich ihnen nicht an, weil Er alle kannte.
Er wusste, was im Menschen ist – göttliche Erkenntnis des Herzens.
🧩 Kernbotschaft von Johannes 2
Erstes Zeichen: Jesus offenbart seine Herrlichkeit in Kana – stille, aber mächtige Offenbarung.
Reinigung des Tempels: Heiligkeit Gottes duldet keine Vermischung mit Geschäftemacherei.
Christus als der wahre Tempel: Sein Leib ist der Ort der Gegenwart Gottes.
Göttliche Menschenkenntnis: Jesus sieht das Herz und unterscheidet echten Glauben von Zeichen‑Glauben.
Johannes 2 – Vers für Vers
(Elberfelder 1905)Die Hochzeit zu Kana (2,1–11) – Das erste Zeichen
Vers 1
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war daselbst.„Am dritten Tage“ knüpft an die vorhergehenden Tage in Kapitel 1 an (Berufungen der ersten Jünger). Kana in Galiläa – ein kleiner Ort, unscheinbar. Die Mutter Jesu ist bereits da; das deutet auf familiäre Verbindungen hin.
Vers 2
Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen.Jesus und die gerade berufenen Jünger sind Gäste. Er nimmt am normalen Leben des Volkes teil – keine weltflüchtige Askese.
Vers 3
Und als es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.Weinmangel bei einer jüdischen Hochzeit war peinlich und sozial belastend. Maria wendet sich an Jesus – sie kennt seine Möglichkeit, zu helfen, ohne dass sie ein Wunder ausdrücklich fordert.
Vers 4
Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Weib? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.Die Anrede „Weib“ (γύναι) ist respektvoll, aber distanziert (vgl. Joh 19,26). „Was habe ich mit dir zu schaffen?“ trennt klar zwischen familiärer Beziehung und seinem göttlichen Auftrag. „Meine Stunde“ weist auf die Stunde des Kreuzes und der Verherrlichung hin (vgl. Joh 7,30; 8,20; 12,23.27; 13,1; 17,1). Noch ist sie nicht da.
Vers 5
Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was irgend er euch sagen mag, tut.Maria akzeptiert die Antwort und weist die Diener auf unbedingten Gehorsam gegenüber Jesus hin. Das ist ein Muster des Glaubens: Nicht eigene Vorstellungen, sondern sein Wort.
Vers 6
Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt, nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß faßte.Sechs steinerne Krüge für die rituelle Reinigung (vgl. Mk 7,3–4). Fassungsvermögen: etwa 80–120 Liter pro Krug – insgesamt eine große Menge. Das Wasser der jüdischen Reinigungsvorschriften wird zum Schauplatz des Zeichens.
Vers 7–8
Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es.Gehorsam ohne sichtbares Wunder. Sie füllen „bis oben an“ – keine Halbheit. Dann schöpfen sie und bringen es dem Speisemeister (dem für den Ablauf Verantwortlichen).
Vers 9–10
Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, welches Wein geworden war (und er wußte nicht, woher er war, die Diener aber, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten es), ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.Das Wunder geschieht still. Der Speisemeister erkennt die Qualität: Der beste Wein kommt zuletzt. Typische menschliche Ordnung (zuerst das Gute, dann das Geringere) wird umgekehrt. Christus gibt das Beste am Ende.
Vers 11
Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.Es ist der „Anfang der Zeichen“ (ἀρχὴ τῶν σημείων). Das Zeichen offenbart seine Herrlichkeit (δόξα) – Anklang an 1,14. Die Jünger glauben. Das Wunder dient nicht der Sensation, sondern dem Glauben und der Offenbarung seiner Person.
Vers 12
Nach diesem ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger; und daselbst blieben sie nicht viele Tage.Kurzer Aufenthalt in Kapernaum mit der Familie und den Jüngern. Übergang zur nächsten Begebenheit.
Die Tempelreinigung (2,13–22)
Vers 13
Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.Erstes Passah im Johannes-Evangelium. Jesus geht nach Jerusalem – Zentrum der jüdischen Gottesverehrung.
Vers 14
Und er fand im Tempel die Ochsen- und Schafe- und Taubenverkäufer, und die Wechsler dasitzen.Im Tempelvorhof (wahrscheinlich dem Vorhof der Heiden) wird Handel getrieben: Opfertiere und Geldwechsel (römische oder andere Münzen in die Tempelwährung). Das entstellt den Zweck des Hauses Gottes.
Vers 15–16
Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Ochsen; und die Münze der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um; und zu den Taubenverkäufern sprach er: Nehmet dies weg von hier, machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause.Handlung mit Autorität. „Haus meines Vaters“ – klare Sohnesaussage. Der Tempel ist nicht für Handel bestimmt. (Johannes berichtet diese Reinigung am Anfang des Wirkens; die Synoptiker am Ende – möglicherweise zwei verschiedene Ereignisse oder eine thematische Anordnung.)
Vers 17
Seine Jünger aber gedachten daran, daß geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“Zitat aus Psalm 69,10. Der Eifer des Messias für das Haus Gottes erfüllt die Schrift.
Vers 18
Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, daß du diese Dinge tust?Forderung nach einem legitimierenden Zeichen. Die Autorität wird in Frage gestellt.
Vers 19
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.Rätselhaftes Wort. „Diesen Tempel“ – sie denken an das Gebäude.
Vers 20–21
Da sprachen die Juden: Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.Herodes’ Tempelbau hatte 46 Jahre gedauert (noch nicht ganz fertig). Jesus meint seinen Leib – den wahren Tempel, in dem Gott wohnt (vgl. Kol 2,9). Die Auferstehung in drei Tagen ist das entscheidende Zeichen.
Vers 22
Als er nun aus den Toten auferweckt war, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Worte, welches Jesus gesprochen hatte.Erst nach der Auferstehung verstehen die Jünger. Glaube an Schrift und an das Wort Jesu gehören zusammen.
Glauben und Misstrauen in Jerusalem (2,23–25)
Vers 23
Als er aber in Jerusalem war am Passah, am Feste, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat.Viele glauben aufgrund der Zeichen. Oberflächen-Glaube, der auf Wunder gestützt ist.
Vers 24–25
Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und nicht bedurfte, daß jemand Zeugnis gebe von dem Menschen; denn er selbst wußte, was im Menschen war.Jesus kennt die Herzen (vgl. 1,47–48). Er vertraut sich nicht einem bloßen Zeichen-Glauben an. Er weiß, was im Menschen ist – eine grundlegende anthropologische Aussage des Evangeliums.
Zusammenfassung des Kapitels
In Kana offenbart Jesus seine Herrlichkeit durch das erste Zeichen: Wasser der Reinigung wird zum Wein der Freude – Hinweis auf die neue Ordnung, die er bringt. In Jerusalem reinigt er das Haus seines Vaters und weist auf den wahren Tempel hin: seinen Leib, der abgebrochen und in drei Tagen aufgerichtet wird. Glauben, der nur auf Zeichen ruht, genügt nicht; Jesus kennt das Herz.

Johannes 2 – Kurz‑Zusammenfassung (EF 1905)
1. Die Hochzeit zu Kana – Wasser wird Wein (V. 1–11)
-
Jesus ist mit seiner Mutter und den Jüngern eingeladen.
-
Der Wein geht aus; Maria wendet sich an Jesus.
-
Jesus antwortet: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
-
Er verwandelt Wasser in besten Wein – das erste Zeichen.
-
Dieses Zeichen offenbart seine Herrlichkeit und die Jünger glauben an Ihn.
2. Der erste Tempelreinigungsakt (V. 12–17)
-
Jesus geht nach Jerusalem zum Passah.
-
Er findet Händler und Geldwechsler im Tempelbereich.
-
Er treibt sie hinaus und sagt: „Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.“
-
Die Jünger erinnern sich an Psalm 69: „Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“
3. Jesu Zeichenwort über den Tempel (V. 18–22)
-
Die Juden verlangen ein Zeichen für seine Vollmacht.
-
Jesus spricht: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“
-
Die Juden denken an den steinernen Tempel (46 Jahre Bauzeit).
-
Jesus aber redet vom Tempel seines Leibes – Hinweis auf Tod und Auferstehung.
-
Nach der Auferstehung verstehen die Jünger dieses Wort und glauben der Schrift.
4. Viele glauben wegen der Zeichen – aber Jesus vertraut sich ihnen nicht an (V. 23–25)
-
Viele glauben an seinen Namen wegen der Zeichen beim Passah.
-
Doch Jesus vertraut sich ihnen nicht an, weil Er alle kannte.
-
Er wusste, was im Menschen ist – göttliche Erkenntnis des Herzens.
🧩 Kernbotschaft von Johannes 2
-
Erstes Zeichen: Jesus offenbart seine Herrlichkeit in Kana – stille, aber mächtige Offenbarung.
-
Reinigung des Tempels: Heiligkeit Gottes duldet keine Vermischung mit Geschäftemacherei.
-
Christus als der wahre Tempel: Sein Leib ist der Ort der Gegenwart Gottes.
-
Göttliche Menschenkenntnis: Jesus sieht das Herz und unterscheidet echten Glauben von Zeichen‑Glauben.
Johannes 2 – Vers für Vers
(Elberfelder 1905)
Die Hochzeit zu Kana (2,1–11) – Das erste Zeichen
Vers 1
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war daselbst.
„Am dritten Tage“ knüpft an die vorhergehenden Tage in Kapitel 1 an (Berufungen der ersten Jünger). Kana in Galiläa – ein kleiner Ort, unscheinbar. Die Mutter Jesu ist bereits da; das deutet auf familiäre Verbindungen hin.
Vers 2
Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen.
Jesus und die gerade berufenen Jünger sind Gäste. Er nimmt am normalen Leben des Volkes teil – keine weltflüchtige Askese.
Vers 3
Und als es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.
Weinmangel bei einer jüdischen Hochzeit war peinlich und sozial belastend. Maria wendet sich an Jesus – sie kennt seine Möglichkeit, zu helfen, ohne dass sie ein Wunder ausdrücklich fordert.
Vers 4
Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Weib? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Die Anrede „Weib“ (γύναι) ist respektvoll, aber distanziert (vgl. Joh 19,26). „Was habe ich mit dir zu schaffen?“ trennt klar zwischen familiärer Beziehung und seinem göttlichen Auftrag. „Meine Stunde“ weist auf die Stunde des Kreuzes und der Verherrlichung hin (vgl. Joh 7,30; 8,20; 12,23.27; 13,1; 17,1). Noch ist sie nicht da.
Vers 5
Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was irgend er euch sagen mag, tut.
Maria akzeptiert die Antwort und weist die Diener auf unbedingten Gehorsam gegenüber Jesus hin. Das ist ein Muster des Glaubens: Nicht eigene Vorstellungen, sondern sein Wort.
Vers 6
Es waren aber daselbst sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt, nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß faßte.
Sechs steinerne Krüge für die rituelle Reinigung (vgl. Mk 7,3–4). Fassungsvermögen: etwa 80–120 Liter pro Krug – insgesamt eine große Menge. Das Wasser der jüdischen Reinigungsvorschriften wird zum Schauplatz des Zeichens.
Vers 7–8
Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es.
Gehorsam ohne sichtbares Wunder. Sie füllen „bis oben an“ – keine Halbheit. Dann schöpfen sie und bringen es dem Speisemeister (dem für den Ablauf Verantwortlichen).
Vers 9–10
Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, welches Wein geworden war (und er wußte nicht, woher er war, die Diener aber, welche das Wasser geschöpft hatten, wußten es), ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
Das Wunder geschieht still. Der Speisemeister erkennt die Qualität: Der beste Wein kommt zuletzt. Typische menschliche Ordnung (zuerst das Gute, dann das Geringere) wird umgekehrt. Christus gibt das Beste am Ende.
Vers 11
Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.
Es ist der „Anfang der Zeichen“ (ἀρχὴ τῶν σημείων). Das Zeichen offenbart seine Herrlichkeit (δόξα) – Anklang an 1,14. Die Jünger glauben. Das Wunder dient nicht der Sensation, sondern dem Glauben und der Offenbarung seiner Person.
Vers 12
Nach diesem ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger; und daselbst blieben sie nicht viele Tage.
Kurzer Aufenthalt in Kapernaum mit der Familie und den Jüngern. Übergang zur nächsten Begebenheit.
Die Tempelreinigung (2,13–22)
Vers 13
Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
Erstes Passah im Johannes-Evangelium. Jesus geht nach Jerusalem – Zentrum der jüdischen Gottesverehrung.
Vers 14
Und er fand im Tempel die Ochsen- und Schafe- und Taubenverkäufer, und die Wechsler dasitzen.
Im Tempelvorhof (wahrscheinlich dem Vorhof der Heiden) wird Handel getrieben: Opfertiere und Geldwechsel (römische oder andere Münzen in die Tempelwährung). Das entstellt den Zweck des Hauses Gottes.
Vers 15–16
Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Ochsen; und die Münze der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um; und zu den Taubenverkäufern sprach er: Nehmet dies weg von hier, machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause.
Handlung mit Autorität. „Haus meines Vaters“ – klare Sohnesaussage. Der Tempel ist nicht für Handel bestimmt. (Johannes berichtet diese Reinigung am Anfang des Wirkens; die Synoptiker am Ende – möglicherweise zwei verschiedene Ereignisse oder eine thematische Anordnung.)
Vers 17
Seine Jünger aber gedachten daran, daß geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“
Zitat aus Psalm 69,10. Der Eifer des Messias für das Haus Gottes erfüllt die Schrift.
Vers 18
Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, daß du diese Dinge tust?
Forderung nach einem legitimierenden Zeichen. Die Autorität wird in Frage gestellt.
Vers 19
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.
Rätselhaftes Wort. „Diesen Tempel“ – sie denken an das Gebäude.
Vers 20–21
Da sprachen die Juden: Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.
Herodes’ Tempelbau hatte 46 Jahre gedauert (noch nicht ganz fertig). Jesus meint seinen Leib – den wahren Tempel, in dem Gott wohnt (vgl. Kol 2,9). Die Auferstehung in drei Tagen ist das entscheidende Zeichen.
Vers 22
Als er nun aus den Toten auferweckt war, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Worte, welches Jesus gesprochen hatte.
Erst nach der Auferstehung verstehen die Jünger. Glaube an Schrift und an das Wort Jesu gehören zusammen.
Glauben und Misstrauen in Jerusalem (2,23–25)
Vers 23
Als er aber in Jerusalem war am Passah, am Feste, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat.
Viele glauben aufgrund der Zeichen. Oberflächen-Glaube, der auf Wunder gestützt ist.
Vers 24–25
Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und nicht bedurfte, daß jemand Zeugnis gebe von dem Menschen; denn er selbst wußte, was im Menschen war.
Jesus kennt die Herzen (vgl. 1,47–48). Er vertraut sich nicht einem bloßen Zeichen-Glauben an. Er weiß, was im Menschen ist – eine grundlegende anthropologische Aussage des Evangeliums.
Zusammenfassung des Kapitels
In Kana offenbart Jesus seine Herrlichkeit durch das erste Zeichen: Wasser der Reinigung wird zum Wein der Freude – Hinweis auf die neue Ordnung, die er bringt. In Jerusalem reinigt er das Haus seines Vaters und weist auf den wahren Tempel hin: seinen Leib, der abgebrochen und in drei Tagen aufgerichtet wird. Glauben, der nur auf Zeichen ruht, genügt nicht; Jesus kennt das Herz.