Glaubensforum

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Johannes Evangelium Kapitel 20 Vers um Vers Auslegung

Johannes 20 – Kurz‑Zusammenfassung (EF 1905)

1. Das leere Grab – Maria Magdalena (V. 1–10)

  • Am ersten Tag der Woche kommt Maria früh zum Grab und sieht den Stein weggenommen.

  • Sie läuft zu Petrus und Johannes: „Sie haben den Herrn weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

  • Petrus und Johannes laufen zum Grab; Johannes kommt zuerst, Petrus geht hinein.

  • Sie sehen die Leinenbinden und das zusammengelegte Schweißtuch – Zeichen von Ordnung, nicht Raub.

  • Johannes sieht und glaubt.

  • Sie verstehen die Schrift noch nicht vollständig, dass Jesus aus den Toten auferstehen musste.

2. Erscheinung Jesu vor Maria – „Rühre mich nicht an“ (V. 11–18)

  • Maria bleibt weinend am Grab.

  • Zwei Engel fragen sie, warum sie weint.

  • Jesus steht hinter ihr, sie erkennt Ihn zunächst nicht.

  • Jesus spricht ihren Namen: „Maria!“

  • Sie antwortet: „Rabbuni!“

  • Jesus sagt: „Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.“

  • Er sendet sie zu den Jüngern: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“

  • Maria verkündigt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen.“

3. Erscheinung vor den Jüngern – Frieden und Sendung (V. 19–23)

  • Am Abend des ersten Tages erscheint Jesus den Jüngern, obwohl die Türen verschlossen sind.

  • Er spricht: „Friede euch.“

  • Er zeigt ihnen Hände und Seite – Zeichen der Identität.

  • Er sendet sie: „Wie der Vater mich gesandt hat, sende ich euch.“

  • Er haucht sie an und sagt: „Empfangt  Heiligen Geist.“

  • Vollmacht zur Sündenvergebung wird gegeben.

4. Thomas – vom Zweifel zum Bekenntnis (V. 24–29)

  • Thomas war beim ersten Erscheinen nicht dabei.

  • Er sagt: „Wenn ich nicht die Nägelmale sehe und meine Hand in seine Seite lege, werde ich nicht glauben.“

  • Acht Tage später erscheint Jesus erneut.

  • Jesus fordert Thomas auf, zu sehen und zu berühren.

  • Thomas bekennt: „Mein Herr und mein Gott!“

  • Jesus antwortet: „Glückselig, die nicht gesehen und doch geglaubt haben.“

5. Zweck des Evangeliums (V. 30–31)

  • Johannes erklärt den Zweck seines Evangeliums: Viele Zeichen sind nicht geschrieben, aber diese sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

 

🧩 Kernbotschaft von Johannes 20

  • Auferstehung: Historisch, körperlich, sichtbar – der Sieg über den Tod.

  • Persönliche Begegnung: Maria erkennt Jesus, als Er ihren Namen spricht.

  • Frieden und Sendung: Der Auferstandene gibt Frieden und sendet die Jünger mit Vollmacht.

  • Glaube: Thomas’ Zweifel wird in das stärkste Bekenntnis verwandelt.

  • Seligpreisung: Glaube ohne Sicht ist besonders gesegnet.

  • Ziel des Evangeliums: Glaube an Christus führt zum Leben.

Johannes 20 – Vers für Vers
(Elberfelder 1905)

Das leere Grab (20,1–10)

Vers 1–2
An dem ersten Wochentage aber kommt Maria Magdalene früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen. Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Am ersten Tag der Woche, noch in der Dunkelheit. Maria findet den Stein weggerollt und läuft zu den Jüngern mit der Nachricht vom „gestohlenen“ Leib.

Vers 3–7
Petrus und der andere Jünger (Johannes) laufen zur Gruft. Der andere Jünger kommt zuerst an, bückt sich und sieht die leinenen Tücher liegen, geht aber nicht hinein. Petrus kommt nach, geht hinein und sieht die Tücher und das Schweißtuch, das um das Haupt Jesu gewesen war, nicht bei den Tüchern liegend, sondern besonders zusammengewickelt an einem Ort.

Vers 8–10
Da ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zur Gruft gekommen war, und er sah und glaubte. Denn sie kannten die Schrift noch nicht, daß er aus den Toten auferstehen müsse. Die Jünger gingen wieder heim.

Jesus erscheint Maria Magdalene (20,11–18)

Vers 11–13
Maria steht draußen an der Gruft und weint. Sie bückt sich hinein und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu Häupten und einen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.
Sie sprechen zu ihr: Weib, was weinst du?
Sie: Weil sie meinen Herrn weggenommen haben, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Vers 14–16
Als sie dies gesagt hat, wendet sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.
Jesus: Weib, was weinst du? Wen suchst du?
Sie meint, es sei der Gärtner: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich werde ihn wegholen.
Jesus spricht zu ihr: Maria!
Sie wendet sich um und spricht auf hebräisch: Rabbuni! (das heißt Lehrer).

Vers 17–18
Jesus: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott.
Maria Magdalene kommt und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen habe und er dies zu ihr gesagt habe.

Jesus erscheint den Jüngern (20,19–23)

Vers 19–20
Als es nun Abend war an jenem Tage, dem ersten der Woche, und die Türen verschlossen waren, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und stand in der Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch!
Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

Vers 21–23
Wiederum spricht Jesus zu ihnen: Friede euch! Gleichwie der Vater mich gesandt hat, sende auch ich euch.
Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfanget  Heiligen Geist. Welchen irgend ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen irgend ihr sie behaltet, sind sie ihnen behalten.

Thomas und der Auferstandene (20,24–29)

Vers 24–25
Thomas, einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagen zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen.
Er aber: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger lege in das Mal der Nägel und meine Hand lege in seine Seite, so werde ich nicht glauben.

Vers 26–27
Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen und Thomas bei ihnen. Jesus kommt, während die Türen verschlossen sind, und steht in der Mitte und spricht: Friede euch!
Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.

Vers 28–29
Thomas antwortet und spricht zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!

Der Zweck des Evangeliums (20,30–31)

Vers 30–31
Viele andere Zeichen tat nun zwar Jesus vor den Jüngern, die nicht in diesem Buche geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, auf daß ihr glaubet, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und auf daß ihr glaubend Leben habet in seinem Namen.


Zusammenfassung
Kapitel 20 bezeugt die Auferstehung: das leere Grab mit den geordneten Tüchern, die Erscheinung vor Maria Magdalene (die erste Zeugin), die Erscheinung vor den Jüngern mit dem Friedensgruß und der Sendung, und die Begegnung mit Thomas, die zum Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott!“ führt. Das ganze Evangelium ist geschrieben, damit wir glauben und im Glauben Leben haben.

 




IN CHRISTO!
HANS PETER WEPF
BIBELKREIS.CH
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