Schlüssel des Königreiches der Himmel Mt 16,19
Zitat von Hans Peter Wepf am 8. September 2026, 11:11 Uhr
Bibel und Bibeltools
Mt 16,19 ⸀δώσω σοι τὰς ⸀κλεῖδας τῆς βασιλείας τῶν οὐρανῶν, καὶ ὃ ⸀ἐὰν δήσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται δεδεμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς, καὶ ὃ ⸁ἐὰν λύσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται λελυμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς.1
Elberfelder 2023
Mt 16,19 Und ich werde dir die Schlüssel des Königreiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.
1
δώσω WH NIV ] καὶ δώσω Treg RP • κλεῖδας WH Treg NIV ] κλεῖς RP • ⸀ἐὰν WH NIV RP ] ἂν Treg • ⸁ἐὰν WH NIV RP ] ἂν Treg
Schlüssel: Offb 3,7; Jes 22,22; Mt 23,13
binden: Joh 20,23; Apg 3,6-7
Petrus bekam die Schlüssel nicht als „Papst-Schlüssel“
und auch nicht als dauerndes Sonderamt über die Gemeinde.
Der Text steht in Matthäus 16,19:„Ich will dir die Schlüssel des Königreiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird im Himmel gelöst sein.“
„Schlüssel des Königreiches der Himmel“ – griechisch kleidas tēs basileias tōn ouranōn –
meint die Vollmacht, die Tür zum Königreiches der Himmel aufzuschließen.
Nicht Himmelstür im Sinne von Petrus als Pförtner,
sondern: durch die Verkündigung des Evangeliums den Zugang öffnen oder verschliessen
(binden und lösen).Wofür genau?
Petrus sollte als Erster die Tür aufmachen – und das hat er historisch zweimal getan:
- Apostelgeschichte 2 – Pfingsten in Jerusalem.
Er predigt den Juden: „Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, hat Gott zum Herrn und Christus gemacht.“ Dreitausend kehren um. Die Tür zum messianischen Angebot wird für Israel aufgeschlossen.- Apostelgeschichte 10 – Haus des Kornelius.
Derselbe Petrus öffnet die Tür für die ersten Heiden. Der Heilige Geist fällt auf Unbeschnittene, bevor sie das Gesetz halten. Danach muss Petrus das in Jerusalem verteidigen (Apg 11 und 15).Deshalb die Schlüssel bei Petrus, obwohl er der Apostel der Beschneidung ist (Galater 2,7–8). Gott ließ den anerkannten Apostel Israels die Tür auch für die Heiden aufmachen, damit die Jerusalemer Gemeinde es nicht als eigenmächtigen Sonderweg des Paulus abtun konnte.
Wichtig zur Einordnung
Dieselbe Vollmacht „binden und lösen“ gibt der Herr später allen Jüngern (Matthäus 18,18). Es ist also keine alleinige Petrus-Monopolstellung.
Die Schlüssel gehören zum Königreich der Himmel – dem Angebot an Israel,
das in den Evangelien und der frühen Apostelgeschichte im Vordergrund steht. Sie sind nicht dasselbe wie die spätere Offenbarung des Leibes Christi, die Paulus empfangen hat (Epheser 3).
Petrus öffnet Türen im irdischen Programm;
Paulus verkündigt das Geheimnis der Gemeinde aus Juden und Heiden in einem Leib.Kurz:
Die Schlüssel waren die Öffnungsvollmacht.
Petrus hat sie benutzt – zuerst für Israel, dann einmalig auch für die Heiden.
Danach tritt er in der Apostelgeschichte zurück,
und Paulus trägt das Evangelium der Gnade weiter.Matthäus 18,15–20 steht nicht mehr bei Petrus allein, sondern bei den Jüngern gemeinsam – und der Zusammenhang ist Gemeindezucht, nicht „Himmelstür aufschließen“.
Der Ablauf:
- Ein Bruder sündigt. Geh hin und überführ ihn unter vier Augen.
- Hört er nicht, nimm einen oder zwei mit (zwei oder drei Zeugen, 5. Mose 19,15).
- Hört er auch die nicht, sage es der Versammlung (ekklēsia).
- Hört er auch die Versammlung nicht, sei er dir wie der Heide und der Zöllner.
Dann kommt Vers 18:
„Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.“
Dasselbe Wortpaar wie in Matthäus 16,19: binden (deō) und lösen (lyō). In der rabbinischen Sprache bedeutete das: etwas für verbindlich erklären oder freigeben, verbieten oder erlauben, feststellen oder aufheben.
Hier geht es um eine gemeinsame Entscheidung der Versammlung im Namen des Herrn: Die Gemeinde stellt fest, dass jemand in der Sünde verharrt – oder dass er umkehrt und wieder aufgenommen wird. Der Himmel bestätigt das, weil es nach dem Wort und im Namen Christi geschieht, nicht weil Menschen eigenmächtig Himmelstore zu- oder aufschließen.
Vers 19–20 gehört dazu: Wenn zwei von euch einmütig um etwas bitten, und wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. Die Vollmacht hängt also nicht an einem Amtsträger, sondern an der Übereinstimmung mit Christus und seinem Wort.
Unterschied zu Matthäus 16
- Kapitel 16: Schlüssel des Reiches der Himmel an Petrus – Öffnung der Tür (historisch Apg 2 und 10).
- Kapitel 18: Binden und Lösen an die Jünger gemeinsam – praktische Ordnung und Zucht in der Versammlung.
Beide Stellen stehen noch im Matthäus-Evangelium, also im Angebot des Reiches an Israel und an den jüdischen Überrest. Das ist nicht automatisch dasselbe wie die spätere Ordnung des Leibes Christi, die Paulus offenbart (1. Korinther 5; 2. Korinther 2; 1. Timotheus 5).
Das Prinzip bleibt erkennbar:
Die GdHdG Versammlung darf Sünde nicht decken,
und sie darf den Umkehrenden nicht draussen lassen.
Der Himmel steht hinter dem, was wirklich nach dem Wort Christi entschieden wird –
nicht hinter menschlicher Willkür.
↓↓Das Königreich der Himmel (basileia tōn ouranōn) in Matthäus ist nicht der Himmel selbst
und nicht die Herrlichkeit, in die der Gläubige nach dem Entschlafen oder bei der Entrückung eingeht.Der Himmel als Ort der Herrlichkeit bleibt der Himmel:
„Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln“ (Philipper 3,20),
„abwesend vom Leib und anwesend beim Herrn“ (2. Korinther 5,8). Das ist etwas anderes.Das Königreich der Himmel ist die vom Himmel her kommende Regierung Gottes,
die auf der Erde unter denen ausgeübt wird, die sich zum Namen des Herrn bekennen.
Es ist die:
himmliche Ordnung, die unter den Heiligen auf der Erde Geltung hat
– nicht der Wohnort Gottes, sondern seine Herrschaftsweise hier unten.Deshalb passen die Schlüssel und das Binden und Lösen genau dahin:
- Die Schlüssel öffnen oder verschliessen den
Zugang zu diesem Herrschaftsbereich (Matthäus 16).- Binden und Lösen ist die Ausübung dieser Ordnung in der Versammlung auf der Erde
(Matthäus 18): Was die Heiligen nach dem Wort Christi feststellen, gilt vor dem Himmel,
weil es seine Regierung auf der Erde betrifft.Das Königreich der Himmel ist also:
- Regierung, nicht Wohnort
- auf der Erde, nicht in der Herrlichkeit
- unter den Heiligen (und im weiteren Sinn auch im Kreis der Bekenner), nicht der Zustand nach dem Tod
- jetzt in Verantwortung und Zucht sichtbar, später in Macht, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt (Matthäus 19,28; 25,31)
Kurz: Petrus bekam nicht die Schlüssel zum Himmel.
Er bekam die Schlüssel des Königreiches der Himmel –
der göttlichen Regierungsordnung, die vom Himmel her
unter dem Volk Gottes auf der Erde gehandhabt wird.Das Königreich der Himmel ist die
Regierungsordnung der Heiligen unter Heiligen auf der Erde.
Nicht der Himmel als Herrlichkeit, nicht bloss innere Errettung,
sondern die vom Himmel her eingesetzte Ordnung,
nach der die Heiligen hier unten unter Heiligen leben, urteilen und handeln sollen.Darum stehen die Schlüssel und das Binden und Lösen nicht bei einem Einzelnen als Privatmacht,
sondern bei der Verantwortung der Heiligen:
- Sie erkennen an, was der Himmel schon erkannt hat.
- • Sie schliessen aus, was der Himmel nicht anerkennt.
- Sie nehmen auf, wen der Herr aufgenommen hat.
- Sie üben Zucht, nicht aus menschlicher Strenge, sondern weil Gottes Regierung unter seinem Volk sichtbar bleiben soll.
Matthäus 18
zeigt das am klarsten: zuerst unter vier Augen, dann vor Zeugen, dann vor der Versammlung. Das ist nicht Kirchenpolitik.
Das ist Regierungsordnung der Heiligen.
Wo zwei oder drei im Namen des Herrn versammelt sind,
ist Er in der Mitte – nicht als Gefühl, sondern als der, der diese Ordnung trägt.Petrus hat am Anfang die Tür zu diesem Herrschaftsbereich aufgeschlossen.
Die Ausübung selbst liegt danach bei den Heiligen gemeinsam: binden und lösen nach dem Wort, auf der Erde, unter der Regierung des Himmels.Wer das Königreich der Himmel mit dem Himmel selbst verwechselt,
macht aus den Schlüsseln eine Jenseitsfrage.
Der Text redet aber von der gegenwärtigen Regierungsordnung der Heiligen.

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Mt 16,19 ⸀δώσω σοι τὰς ⸀κλεῖδας τῆς βασιλείας τῶν οὐρανῶν, καὶ ὃ ⸀ἐὰν δήσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται δεδεμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς, καὶ ὃ ⸁ἐὰν λύσῃς ἐπὶ τῆς γῆς ἔσται λελυμένον ἐν τοῖς οὐρανοῖς.1 |
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Schlüssel: Offb 3,7; Jes 22,22; Mt 23,13 binden: Joh 20,23; Apg 3,6-7 |
Petrus bekam die Schlüssel nicht als „Papst-Schlüssel“
und auch nicht als dauerndes Sonderamt über die Gemeinde.
Der Text steht in Matthäus 16,19:
„Ich will dir die Schlüssel des Königreiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird im Himmel gelöst sein.“
„Schlüssel des Königreiches der Himmel“ – griechisch kleidas tēs basileias tōn ouranōn –
meint die Vollmacht, die Tür zum Königreiches der Himmel aufzuschließen.
Nicht Himmelstür im Sinne von Petrus als Pförtner,
sondern: durch die Verkündigung des Evangeliums den Zugang öffnen oder verschliessen
(binden und lösen).
Wofür genau?
Petrus sollte als Erster die Tür aufmachen – und das hat er historisch zweimal getan:
- Apostelgeschichte 2 – Pfingsten in Jerusalem.
Er predigt den Juden: „Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, hat Gott zum Herrn und Christus gemacht.“ Dreitausend kehren um. Die Tür zum messianischen Angebot wird für Israel aufgeschlossen. - Apostelgeschichte 10 – Haus des Kornelius.
Derselbe Petrus öffnet die Tür für die ersten Heiden. Der Heilige Geist fällt auf Unbeschnittene, bevor sie das Gesetz halten. Danach muss Petrus das in Jerusalem verteidigen (Apg 11 und 15).
Deshalb die Schlüssel bei Petrus, obwohl er der Apostel der Beschneidung ist (Galater 2,7–8). Gott ließ den anerkannten Apostel Israels die Tür auch für die Heiden aufmachen, damit die Jerusalemer Gemeinde es nicht als eigenmächtigen Sonderweg des Paulus abtun konnte.
Wichtig zur Einordnung
Dieselbe Vollmacht „binden und lösen“ gibt der Herr später allen Jüngern (Matthäus 18,18). Es ist also keine alleinige Petrus-Monopolstellung.
Die Schlüssel gehören zum Königreich der Himmel – dem Angebot an Israel,
das in den Evangelien und der frühen Apostelgeschichte im Vordergrund steht. Sie sind nicht dasselbe wie die spätere Offenbarung des Leibes Christi, die Paulus empfangen hat (Epheser 3).
Petrus öffnet Türen im irdischen Programm;
Paulus verkündigt das Geheimnis der Gemeinde aus Juden und Heiden in einem Leib.
Kurz:
Die Schlüssel waren die Öffnungsvollmacht.
Petrus hat sie benutzt – zuerst für Israel, dann einmalig auch für die Heiden.
Danach tritt er in der Apostelgeschichte zurück,
und Paulus trägt das Evangelium der Gnade weiter.
Matthäus 18,15–20 steht nicht mehr bei Petrus allein, sondern bei den Jüngern gemeinsam – und der Zusammenhang ist Gemeindezucht, nicht „Himmelstür aufschließen“.
Der Ablauf:
- Ein Bruder sündigt. Geh hin und überführ ihn unter vier Augen.
- Hört er nicht, nimm einen oder zwei mit (zwei oder drei Zeugen, 5. Mose 19,15).
- Hört er auch die nicht, sage es der Versammlung (ekklēsia).
- Hört er auch die Versammlung nicht, sei er dir wie der Heide und der Zöllner.
Dann kommt Vers 18:
„Wahrlich, ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.“
Dasselbe Wortpaar wie in Matthäus 16,19: binden (deō) und lösen (lyō). In der rabbinischen Sprache bedeutete das: etwas für verbindlich erklären oder freigeben, verbieten oder erlauben, feststellen oder aufheben.
Hier geht es um eine gemeinsame Entscheidung der Versammlung im Namen des Herrn: Die Gemeinde stellt fest, dass jemand in der Sünde verharrt – oder dass er umkehrt und wieder aufgenommen wird. Der Himmel bestätigt das, weil es nach dem Wort und im Namen Christi geschieht, nicht weil Menschen eigenmächtig Himmelstore zu- oder aufschließen.
Vers 19–20 gehört dazu: Wenn zwei von euch einmütig um etwas bitten, und wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. Die Vollmacht hängt also nicht an einem Amtsträger, sondern an der Übereinstimmung mit Christus und seinem Wort.
Unterschied zu Matthäus 16
- Kapitel 16: Schlüssel des Reiches der Himmel an Petrus – Öffnung der Tür (historisch Apg 2 und 10).
- Kapitel 18: Binden und Lösen an die Jünger gemeinsam – praktische Ordnung und Zucht in der Versammlung.
Beide Stellen stehen noch im Matthäus-Evangelium, also im Angebot des Reiches an Israel und an den jüdischen Überrest. Das ist nicht automatisch dasselbe wie die spätere Ordnung des Leibes Christi, die Paulus offenbart (1. Korinther 5; 2. Korinther 2; 1. Timotheus 5).
Das Prinzip bleibt erkennbar:
Die GdHdG Versammlung darf Sünde nicht decken,
und sie darf den Umkehrenden nicht draussen lassen.
Der Himmel steht hinter dem, was wirklich nach dem Wort Christi entschieden wird –
nicht hinter menschlicher Willkür.
↓↓
Das Königreich der Himmel (basileia tōn ouranōn) in Matthäus ist nicht der Himmel selbst
und nicht die Herrlichkeit, in die der Gläubige nach dem Entschlafen oder bei der Entrückung eingeht.
Der Himmel als Ort der Herrlichkeit bleibt der Himmel:
„Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln“ (Philipper 3,20),
„abwesend vom Leib und anwesend beim Herrn“ (2. Korinther 5,8). Das ist etwas anderes.
Das Königreich der Himmel ist die vom Himmel her kommende Regierung Gottes,
die auf der Erde unter denen ausgeübt wird, die sich zum Namen des Herrn bekennen.
Es ist die:
himmliche Ordnung, die unter den Heiligen auf der Erde Geltung hat
– nicht der Wohnort Gottes, sondern seine Herrschaftsweise hier unten.
Deshalb passen die Schlüssel und das Binden und Lösen genau dahin:
- Die Schlüssel öffnen oder verschliessen den
Zugang zu diesem Herrschaftsbereich (Matthäus 16). - Binden und Lösen ist die Ausübung dieser Ordnung in der Versammlung auf der Erde
(Matthäus 18): Was die Heiligen nach dem Wort Christi feststellen, gilt vor dem Himmel,
weil es seine Regierung auf der Erde betrifft.
Das Königreich der Himmel ist also:
- Regierung, nicht Wohnort
- auf der Erde, nicht in der Herrlichkeit
- unter den Heiligen (und im weiteren Sinn auch im Kreis der Bekenner), nicht der Zustand nach dem Tod
- jetzt in Verantwortung und Zucht sichtbar, später in Macht, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt (Matthäus 19,28; 25,31)
Kurz: Petrus bekam nicht die Schlüssel zum Himmel.
Er bekam die Schlüssel des Königreiches der Himmel –
der göttlichen Regierungsordnung, die vom Himmel her
unter dem Volk Gottes auf der Erde gehandhabt wird.
Das Königreich der Himmel ist die
Regierungsordnung der Heiligen unter Heiligen auf der Erde.
Nicht der Himmel als Herrlichkeit, nicht bloss innere Errettung,
sondern die vom Himmel her eingesetzte Ordnung,
nach der die Heiligen hier unten unter Heiligen leben, urteilen und handeln sollen.
Darum stehen die Schlüssel und das Binden und Lösen nicht bei einem Einzelnen als Privatmacht,
sondern bei der Verantwortung der Heiligen:
- Sie erkennen an, was der Himmel schon erkannt hat.
- • Sie schliessen aus, was der Himmel nicht anerkennt.
- Sie nehmen auf, wen der Herr aufgenommen hat.
- Sie üben Zucht, nicht aus menschlicher Strenge, sondern weil Gottes Regierung unter seinem Volk sichtbar bleiben soll.
Matthäus 18
zeigt das am klarsten: zuerst unter vier Augen, dann vor Zeugen, dann vor der Versammlung. Das ist nicht Kirchenpolitik.
Das ist Regierungsordnung der Heiligen.
Wo zwei oder drei im Namen des Herrn versammelt sind,
ist Er in der Mitte – nicht als Gefühl, sondern als der, der diese Ordnung trägt.
Petrus hat am Anfang die Tür zu diesem Herrschaftsbereich aufgeschlossen.
Die Ausübung selbst liegt danach bei den Heiligen gemeinsam: binden und lösen nach dem Wort, auf der Erde, unter der Regierung des Himmels.
Wer das Königreich der Himmel mit dem Himmel selbst verwechselt,
macht aus den Schlüsseln eine Jenseitsfrage.
Der Text redet aber von der gegenwärtigen Regierungsordnung der Heiligen.