Gaben 1. Korinther 12 00285

einen zentralen Punkt an, der oft übersehen wird: Nicht alle „Gaben“ im Neuen Testament sind von derselben Art oder haben dieselbe Dauer. Man muss genau unterscheiden:


1. Römer 12 – die Dienstgaben

  • Hier finden wir Gaben wie Dienen, Lehren, Ermahnen, Geben, Vorstehen, Barmherzigkeit üben (Röm 12,6–8).
  • Sie sind praktische Dienste im Alltag der Gemeinde und gelten bis heute.
  • Es handelt sich nicht um übernatürliche Manifestationen, sondern um Gnadengaben für den Dienst am Leib Christi.

👉 Diese Dienstgaben bleiben gültig, solange die Gemeinde auf der Erde ist.


2. 1. Korinther 12 – die Geistesgaben (Zeichen- und Offenbarungsgaben)

  • Hier nennt Paulus Gaben wie Weissagung, Sprachenreden (Zungenrede), Auslegung der Sprachen, Wunderkräfte, Heilungen, Erkenntnis- und Offenbarungsreden.
  • Sie dienten als Beglaubigungsgaben in der Anfangszeit der Gemeinde, solange das Wort Gottes noch nicht vollendet war.
    1. Kor 13,10: „Wenn aber das Vollkommene gekommen ist, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden.“
    • to teleion (τὸ τέλειον) = „das Vollkommene, das Vollendete“ → gemeint ist nicht Christus (er war ja schon da), sondern die Vollendung der göttlichen Offenbarung = das vollendete Wort Gottes.
  • Darum haben diese Zeichengaben aufgehört, als das Neue Testament abgeschlossen war.

👉 Heute gibt es sie nicht mehr, auch wenn manche Christen das missverstehen.


3. Epheser 4 – die Personengaben

  • „Er gab die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer“ (Eph 4,11).
  • Hier sind Personen selbst die Gabe an die Gemeinde.
  • Apostel und Propheten waren die Grundlegung (Eph 2,20) → sie gehören ins 1. Jahrhundert.
  • Evangelisten, Hirten und Lehrer sind zwar weiterhin nötig, aber die eigentliche, autorisierte Gebergabe waren die Männer, die im 1. Jahrhundert durch den Herrn selbst gesetzt wurden.
  • Nach dem Tod dieser ersten Männer gibt es diese ursprünglichen Gebergaben nicht mehr in derselben Weise.

👉 Auch hier: Heute ruft Gott zwar noch Evangelisten und Lehrer, aber nicht mehr in der ursprünglichen „Gebergaben“-Autorität des 1. Jahrhunderts.


Zusammenfassung der Unterscheidung

  • Römer 12 (Dienstgaben): Bleiben bis heute.
  • 1. Korinther 12 (Zeichengaben): Haben aufgehört, da das Vollkommene (Wort Gottes) gekommen ist.
  • Epheser 4 (Personengaben): Apostel und Propheten waren grundlegend und sind nicht mehr da; Evangelisten/Hirten/Lehrer in ursprünglicher Form ebenfalls im 1. Jh.

    tabellarische Übersicht über die Unterschiede der Gaben in Römer 12, 1. Korinther 12 und Epheser 4 – zuerst im Text, dann gleich die fertige HTML-Version für bibelkreis.ch, und dazu schlage ich ein OG-Bild (Vergleichstafel) vor. Vergleich der Gaben im Neuen Testament 1. Römer 12 – Dienstgaben (bleibend)
    • DienenLehrenErmahnenGebenVorstehenBarmherzigkeit üben
    👉 Diese Gaben sind praktisch und dauerhaft, sie gelten bis heute. 2. 1. Korinther 12 – Geistesgaben (vorübergehend)
    • Sprachenrede (Zungen)Auslegung der SprachenWeissagungOffenbarung von Erkenntnis und WeisheitHeilungenWunderkräfteUnterscheidung der Geister
    👉 Diese Gaben waren Zeichen- und Offenbarungsgaben für die Anfangszeit. Sie haben aufgehört, weil „das Vollkommene“ (das vollendete Wort Gottes) gekommen ist (1. Kor 13,10). 3. Epheser 4 – Personengaben (grundlegend, 1. Jh.)
    • ApostelProphetenEvangelistenHirten und Lehrer
    👉 Apostel und Propheten bildeten das Fundament (Eph 2,20) und gehören ins 1. Jahrhundert. Evangelisten, Hirten und Lehrer waren als „Personengaben“ im Ursprungsgeschenk ebenfalls in jener Zeit gegeben. Heute gibt es zwar Diener in diesen Funktionen, aber nicht mehr in derselben „Gebergaben“-Autorität.