einen zentralen Punkt an, der oft übersehen wird: Nicht alle „Gaben“ im Neuen Testament sind von derselben Art oder haben dieselbe Dauer. Man muss genau unterscheiden:
1. Römer 12 – die Dienstgaben
- Hier finden wir Gaben wie Dienen, Lehren, Ermahnen, Geben, Vorstehen, Barmherzigkeit üben (Röm 12,6–8).
- Sie sind praktische Dienste im Alltag der Gemeinde und gelten bis heute.
- Es handelt sich nicht um übernatürliche Manifestationen, sondern um Gnadengaben für den Dienst am Leib Christi.
👉 Diese Dienstgaben bleiben gültig, solange die Gemeinde auf der Erde ist.
2. 1. Korinther 12 – die Geistesgaben (Zeichen- und Offenbarungsgaben)
- Hier nennt Paulus Gaben wie Weissagung, Sprachenreden (Zungenrede), Auslegung der Sprachen, Wunderkräfte, Heilungen, Erkenntnis- und Offenbarungsreden.
- Sie dienten als Beglaubigungsgaben in der Anfangszeit der Gemeinde, solange das Wort Gottes noch nicht vollendet war.
- Kor 13,10: „Wenn aber das Vollkommene gekommen ist, so wird das, was stückweise ist, weggetan werden.“
- to teleion (τὸ τέλειον) = „das Vollkommene, das Vollendete“ → gemeint ist nicht Christus (er war ja schon da), sondern die Vollendung der göttlichen Offenbarung = das vollendete Wort Gottes.
- Darum haben diese Zeichengaben aufgehört, als das Neue Testament abgeschlossen war.
👉 Heute gibt es sie nicht mehr, auch wenn manche Christen das missverstehen.
3. Epheser 4 – die Personengaben
- „Er gab die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer“ (Eph 4,11).
- Hier sind Personen selbst die Gabe an die Gemeinde.
- Apostel und Propheten waren die Grundlegung (Eph 2,20) → sie gehören ins 1. Jahrhundert.
- Evangelisten, Hirten und Lehrer sind zwar weiterhin nötig, aber die eigentliche, autorisierte Gebergabe waren die Männer, die im 1. Jahrhundert durch den Herrn selbst gesetzt wurden.
- Nach dem Tod dieser ersten Männer gibt es diese ursprünglichen Gebergaben nicht mehr in derselben Weise.
👉 Auch hier: Heute ruft Gott zwar noch Evangelisten und Lehrer, aber nicht mehr in der ursprünglichen „Gebergaben“-Autorität des 1. Jahrhunderts.
Zusammenfassung der Unterscheidung
- Römer 12 (Dienstgaben): Bleiben bis heute.
- 1. Korinther 12 (Zeichengaben): Haben aufgehört, da das Vollkommene (Wort Gottes) gekommen ist.
- Epheser 4 (Personengaben): Apostel und Propheten waren grundlegend und sind nicht mehr da; Evangelisten/Hirten/Lehrer in ursprünglicher Form ebenfalls im 1. Jh.
tabellarische Übersicht über die Unterschiede der Gaben in Römer 12, 1. Korinther 12 und Epheser 4 – zuerst im Text, dann gleich die fertige HTML-Version für bibelkreis.ch, und dazu schlage ich ein OG-Bild (Vergleichstafel) vor. Vergleich der Gaben im Neuen Testament 1. Römer 12 – Dienstgaben (bleibend)- DienenLehrenErmahnenGebenVorstehenBarmherzigkeit üben
- Sprachenrede (Zungen)Auslegung der SprachenWeissagungOffenbarung von Erkenntnis und WeisheitHeilungenWunderkräfteUnterscheidung der Geister
- ApostelProphetenEvangelistenHirten und Lehrer