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Frage:
[00051 Hat der Herr Jesus mit dem Tode gerungen
Hat der Herr Jesus mit dem Tode gerungen?
Eine weitverbreitete Vorstellung — aber sie hält einer genauen Betrachtung der Schrift nicht stand.
Viele Christen kennen die Formulierung aus der Lutherbibel:
„… dass er mit dem Tode rang …“
Doch diese Übersetzung von Lukas 22,44 ist nicht das, was der griechische Text sagt.
Der Grundtext lautet:
καὶ γενόμενος ἐν ἀγωνίᾳ ἐκτενέστερον προσηύχετο
— „Und als er in Agonie, in Anstrengung, im inneren Kampf war, betete er heftiger.“
Das Wort ἀγωνία (agonia) bedeutet nicht „Todeskampf“, sondern Anstrengung, innerer Kampf, seelische Not.
Es ist verwandt mit ἀγών (agon) — dem „Kampf“ oder „Wettkampf“.
Doch ἀγωνία betont die empfundene Belastung, nicht den Gegner.
Jesus ringt nicht mit dem Tod.
Er ringt im Gebet, angesichts dessen, was vor ihm liegt:
nicht Menschen, nicht Folter, nicht Sterben —
sondern der Kelch des Gerichtes Gottes.
Er selbst sagt es in Johannes 18,11:
„Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat — soll ich den nicht trinken?“
In Gethsemane sehen wir nicht einen Menschen, der Angst vor dem Sterben hat.
Wir sehen den Sohn, der weiß, dass er gleich zur Sünde gemacht wird,
dass er den Zorn Gottes tragen wird,
dass er — der ewig Geliebte — am Kreuz rufen wird:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Das ist die Last, die seine Seele „bis zum Tod“ betrübt.
Nicht der Tod selbst.
Sollte er weniger Frieden gehabt haben als Stephanus, dessen Angesicht wie das eines Engels strahlte?
Unmöglich.
Der Engel in Gethsemane stärkt ihn — nicht, weil er dem Tod unterliegt,
sondern weil er den Weg des Gehorsams bis ans Kreuz geht.
Er betet heftiger, weil er den Willen des Vaters vollkommen erfüllen will.
Gethsemane zeigt uns nicht Schwäche.
Gethsemane zeigt uns die Größe des Jehova‑Messias,
den Mann der Schmerzen,
der freiwillig den Kelch trinkt, den nur er trinken konnte.
Nein — Jesus hat nicht mit dem Tod gerungen.
Er hat im Gebet gerungen, um den Willen des Vaters vollkommen zu tun.
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Martin Luther hat tatsächlich übersetzt, dass der Herr Jesus „mit dem Tode rang“.
Damit hat er eine Aussage in den Text hineingetragen, die der griechische Grundtext nicht enthält.
📜 Was Luther tatsächlich schrieb
In der Lutherbibel (Ausgabe 1545) lautet Lukas 22,44:
„Vnd es kam / das er mit dem Tode rang / vnd betet hefftiger.“
Damit formuliert Luther ausdrücklich:
➡️ „… dass er mit dem Tode rang …“
Diese Formulierung ist nicht im griechischen Text vorhanden.
Sie ist eine Interpretation, keine Übersetzung.
📖 Was der Grundtext sagt
Der griechische Text lautet:
καὶ γενόμενος ἐν ἀγωνίᾳ ἐκτενέστερον προσηύχετο
Wörtlich:
„Und als er in Agonie / innerer Anstrengung war, betete er heftiger.“
Das Wort ἀγωνία (agonia) bedeutet:
- innere Anstrengung
- seelischer Kampf
- Ringen im Sinne von Belastung
- NICHT: Todeskampf
Es gibt kein Wort für „Tod“ im Vers.
Es gibt kein Verb für „ringen mit einem Gegner“.
🧭 Warum Luthers Übersetzung problematisch ist
Luther hat „ἀγωνία“ als „Todeskampf“ verstanden und daraus gemacht:
➡️ „mit dem Tode rang“
Das ist theologisch folgenschwer, denn es erzeugt das Bild:
- Jesus fürchtet den Tod
- Jesus ringt mit dem Sterben
- Jesus ist wie ein Märtyrer, der Angst vor dem Ende hat
Doch das widerspricht dem gesamten Zeugnis der Schrift:
- Jesus geht freiwillig in den Tod
- Er fürchtet nicht das Sterben
- Er ringt mit dem Kelch des Gerichtes, nicht mit dem Tod
- Er wird vom Vater gestärkt, nicht weil er dem Tod unterliegt, sondern weil er den Weg des Gehorsams vollendet
🎯 Fazit
Ja — Luther hat geschrieben, Jesus habe „mit dem Tode gerungen“.
Nein — das steht nicht im griechischen Text.
Der Herr Jesus rang nicht mit dem Tod,
sondern im Gebet, angesichts des Kelches des göttlichen Gerichtes.
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Nein, unser Herr Jesus hat NICHT mit dem Tode gerungen.
Habe das Wort GERUNGEN hier gefunden:
1. Mo 32,29: Da sprach er: Nicht Jakob soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott GERUNGEN und hast obsiegt.
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Lukas 22,44
Und als er in ringendem Kampfe war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.
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Mt 26,37-38 Kommentar dazu gekürzt von Werner Mücher (= bzw von WK)
Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und beängstigt zu werden.
Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wachet mit mir:
Nicht das, was Menschen Ihm antun würden (Kajaphas, Herodes, Pilatus … ) oder die Aussicht sterben zu müssen, löste diese Betrübnis und Angst aus, sondern das Gericht über die Sünde und die Verlassenheit von Gott, die vor Ihm lagen. Das ist der Kelch, den der Vater Ihm geben würde (Joh 18,11).
Joh 18,11
Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich den nicht trinken?
Sollte Er weniger als manche Märtyrer mit Frieden in den Tod gehen?
Unter ihnen Stephanus, dessen Angesicht wie das eines Engels strahlte.
Was für einen Blick gibt Gethsemane uns auf ihn, Jehova-Messias, obwohl er der Mann der Schmerzen, mit Leiden vertraut war!
Wer hat Bedrängnis so wie er kennengelernt? (WK).
Hat der Herr Jesus (in Lukas 22, 44) mit dem Tode gerungen?
Das Herr Jesus mit dem Tod gerungen hat, ist aus der fantastischen Interpretations-Welt von Dr. Martin Luther kreiert, mit dem traurigen Ausgang, das niemand seine Übersetzung prüfte. In Lukas 22, 44 verstand Luther: „Vnd es kam/ das er (Jesus) mit dem Tode rang/ vnd betet hefftiger. Es ward aber sein schweis wie Blutstropffen/ die fielen auff die Erden.“
Hier eine etwas bessere Übersetzung:
Und als er in [~ringendem~] Kampfe war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.
Im Gruntext:
καὶ γενόμενος ἐν ἀγωνίᾳ ἐκτενέστερον προσηύχετο· καὶ ἐγένετο ὁ ἱδρὼς αὐτοῦ ὡσεὶ θρόμβοι αἵματος καταβαίνοντες ἐπὶ τὴν γῆν
Aus dem Zusammenhang erkennt man, das Herr Jesus von einem Boten vom Himmel gestärkt wurde und befindlich in Anstrengung betete Er heftiger…
Das Wort „ἀγωνίᾳ“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Kampf“, „Anstrengung“ oder „Wettbewerb“. Es handelt sich dabei um das Substantiv „ἀγωνία“ (agonia) im Dativ Singular, das von „ἀγών“ (agon) abgeleitet ist, was „Kampf“ oder „Wettbewerb“ bedeutet.
Ein Beispiel für die Verwendung dieses Wortes findet sich im Neuen Testament, im Brief des Paulus an die Philipper 1, 30:
… da ihr denselben Kampf (ἀγών – agon)habt, den ihr an mir gesehen und jetzt von mir höret. (Paulus meint, die selbe Anstrengung)
Was ist der Unterschied zwischen ἀγωνία (agonia) und ἀγών (agon). Beide haben ähnliche Bedeutungen und können oft im gleichen Kontext verwendet werden. Beide Wörter beziehen sich auf einen Kampf, eine Anstrengung oder einen Wettbewerb.
Jedoch gibt es einen subtilen Unterschied zwischen den beiden Begriffen. ἀγωνία nämlich, betont eher das Leiden oder die Qualen oder die Not der eigenen Anstrengung, die mit einem Kampf oder Wettbewerb verbunden sind, während „ἀγών“ eher als Kampf oder Anstrengung im Zusammenhang verstanden (erkannt) wird und das allgemeine Substantiv ist, wie im Beispiel von Philipper 1, 30.
ἀγωνία (agonia) wie in Lukas 22, 44 meint die eigene empfundene Anstrengung selbst, in dieser befindlich, bettete Er heftiger.]
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