Was bedeutet Matthäus 25.31-46  


Frage von Jeremie Kambila

Was bedeutet Matthäus 25:31-46    https://www.elb2023.com/neues-testament/matth%C3%A4us/matth%C3%A4us-kapitel-25
Zu Matthäus 25

Was bedeutet Matthäus 25:31-46 ELBBK
[31] Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen;
[32] und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böckenscheidet.
[33] Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böckeaber zur Linken.
[34] Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an;
[35] denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr tränktet mich; ich war Fremder, und ihr nahmt mich auf;
[36] nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.
[37] Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig, und speisten dich? Oder durstig, und tränkten dich?
[38] wann aber sahen wir dich als Fremder, und nahmen dich auf? Oder nackt, und bekleideten dich?
[39] wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir?
[40] Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.
[41] Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln;
[42] denn mich hungerte, und ihr gabt mir nicht zu essen; mich dürstete, und ihr tränktet mich nicht;
[43] ich war Fremder, und ihr nahmt mich nicht auf; nackt, und ihr bekleidetet mich nicht; krank und im Gefängnis, und ihr besuchtet mich nicht.
[44] Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig, oder als Fremder, oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?
[45] Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, insofern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan.
[46] Und diese werden hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.

https://bible.com/bible/2351/mat.25.31-46.ELBBK.


Matthäus 24–25 ist die große Endzeitrede Jesu.
Nach der Drangsal erscheint der Herr in Herrlichkeit und richtet die Völker:
Schafe erben das Reich,
Böcke gehen in die ewige Pein.

Eine ernste heilsgeschichtliche Weichenstellung
vor Beginn des 1000-jährigen Reiches.





YT zu Mt 24 YT zu Mt 25

1. Heilsgeschichtliche Linie Matthäus 24 → Matthäus 25

Matthäus 24

  • V. 1–14: Überblick über die ganze Zeitspanne bis zur Wiederkunft Christi – Wehen, Verführungen, Evangelium vom Reich.
  • V. 15–28: Die große Drangsal Israels, gekennzeichnet durch das „Gräuelbild der Verwüstung“ (Dan 9,27).
  • V. 29–31: Das Kommen des Menschensohnes in Herrlichkeit – sichtbar, machtvoll, mit Engeln, nach der Drangsalszeit.
  • V. 32–51: Mahnungen an Israel zur Wachsamkeit; der Feigenbaum (Bild für Israel) und das Bild des treuen bzw. bösen Knechts.

Matthäus 25

  • V. 1–13: Das Gleichnis der zehn Jungfrauen – Bild der wartenden Christenheit, Trennung von echten und falschen Bekennern.
  • V. 14–30: Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten – Verantwortung der Jünger im Blick auf den abwesenden Herrn.
  • V. 31–46: Das Endgericht über die Völker – nach der Erscheinung Christi; Einführung in das 1000-jährige Reich.



2. Exegese Matthäus 25,31–46

a) Zeitpunkt

  • „Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit“ (V. 31) → nach der 70. Jahrwoche Daniels, also nach der Drangsalszeit (vgl. Dan 9,27; Mt 24,29–30).
  • Es geht nicht um die Entrückung, sondern um die Erscheinung Christi zum Gericht und zur Aufrichtung des 1000-jährigen Reiches.

b) Der Richter

  • „Der Sohn des Menschen“ → Titel, der auf Seine Herrschaft über alle Nationen hinweist (Ps 8; Dan 7,13–14).
  • Er sitzt auf dem „Thron seiner Herrlichkeit“ – das ist der Richterstuhl auf Erden (im Gegensatz zum Richterstuhl Christi für die Gemeinde, 2. Kor 5,10).

c) Die Gerichteten

  • „Alle Nationen“ (V. 32) → nicht Israel (das wird gesondert gerichtet, Hes 20,34–38),
    nicht die Gemeinde (die ist schon verherrlicht, 1. Thes 4,16–17),
    sondern die Heidenvölker, die die Drangsalszeit überlebt haben.

d) Das Kriterium

  • Maßstab ist der Umgang mit den „geringsten meiner Brüder“ (V. 40).
    → Diese „Brüder“ sind die jüdischen Boten des Reichsevangeliums während der Drangsalszeit (vgl. Mt 24,14).
  • Wer sie annimmt und unterstützt (Speise, Trank, Unterkunft) beweist echten Glauben; wer sie ablehnt, zeigt Unglauben.

e) Das Ergebnis

  • Die Schafe: Gerechte, die das Reich erben – sie gehen als Lebende in das 1000-jährige Reich ein.
  • Die Böcke: Gottlose, die die Boten verwarfen – sie gehen „in die ewige Pein“ (V. 46), d.h. unmittelbar in die Hölle.
  • Die Gerechten dagegen „in das ewige Leben“ – hier in der Form des Lebens im messianischen Reich, das dann in die Ewigkeit mündet.

3. Heilsgeschichtliche Bedeutung

  • Dieses Gericht ist kein allgemeines Weltgericht, sondern das Völkergericht bei der Aufrichtung des Reiches.
  • Es zeigt die drei großen Gerichte der Endzeit:
    1. Gericht über Israel (Hes 20).
    2. Gericht über die Völker (Mt 25).
    3. Gericht vor dem großen weißen Thron nach dem 1000-jährigen Reich (Offb 20).
  • Damit schließt Matthäus 25 die endzeitliche Rede des Herrn Jesus ab:
    • Zuerst: Warnung vor Verführung und Drangsal (Kap. 24).
    • Dann: Verantwortung der Christenheit (Jungfrauen und Talente).
    • Schließlich: die Entscheidung über die Völker, die den Übergang ins Reich regelt.

Heilsgeschichtliche Reihe Matthäus 24 → 25

Matthäus 24 zeigt in prophetischer Übersicht den Weg bis zur Wiederkunft des Herrn:

  • V. 1–14: Überblick über die Zeit bis zum Ende – Verführungen, Kriege, Evangelium vom Reich.
  • V. 15–28: Die große Drangsal Israels nach Daniel 9,27.
  • V. 29–31: Das Kommen des Menschensohnes in Macht und Herrlichkeit.
  • V. 32–51: Mahnungen an Israel, den Feigenbaum zu beachten, treu zu wachen und zu dienen.

Matthäus 25 entfaltet drei Bilder:

  • V. 1–13: Die zehn Jungfrauen – Trennung echter und falscher Bekenner in der Christenheit.
  • V. 14–30: Die anvertrauten Talente – Verantwortung der Jünger in der Zeit der Abwesenheit Christi.
  • V. 31–46: Das Gericht über die Nationen – Trennung von Schafen und Böcken.


Matthäus 25,31–46: Das Völkergericht

Zeitpunkt

Das Gericht findet nach der 70. Jahrwoche Daniels statt, also nach der Drangsalszeit. Es steht im unmittelbaren Anschluss an die Erscheinung des Herrn in Herrlichkeit (vgl. Mt 24,29–30).

Der Richter

Der „Sohn des Menschen“ tritt als König und Richter auf. Er sitzt auf dem „Thron seiner Herrlichkeit“ und übt Gericht aus über die noch lebenden Völker.

Die Gerichteten

„Alle Nationen“ meint die Heidenvölker, die die Drangsal überleben.

  • Nicht Israel (dessen Gericht in Hes 20 beschrieben wird).
  • Nicht die Gemeinde (die bei der Entrückung bereits beim Herrn ist).
  • Sondern die lebenden Nationen auf der Erde.

Das Kriterium

Das entscheidende Maß ist ihr Verhalten gegenüber „diesen meinen Brüdern“. Damit sind die jüdischen Boten des Reichsevangeliums während der Drangsal gemeint (vgl. Mt 24,14).

  • Annahme und Unterstützung dieser Zeugen zeigt echten Glauben.
  • Ablehnung oder Verfolgung beweist Unglauben.

Das Ergebnis

  • Schafe: Gerechte, die das Reich erben und als Lebende ins 1000-jährige Reich eingehen.
  • Böcke: Gottlose, die verworfen werden und „in die ewige Pein“ gehen.
  • Die Gerechten: Sie haben Anteil am „ewigen Leben“ – zunächst im messianischen Reich, das dann in die Ewigkeit übergeht.

Heilsgeschichtliche Bedeutung

Dieses Gericht ist kein allgemeines Weltgericht, sondern das Gericht über die Völker bei der Aufrichtung des Reiches. Es steht neben:

  1. dem Gericht über Israel (Hes 20),
  2. dem großen weißen Thron nach dem Reich (Offb 20).

Damit schließt Matthäus 25 die endzeitliche Rede des Herrn ab:

  • Warnung vor Verführung (Kap. 24).
  • Verantwortung der Christenheit, [Die wirklichen Christen sind zu diesre Zeit bereits bei Christo in der Herrlichkeit.]  (Kap. 25,1–30).
  • Entscheidung über die Völker (Kap. 25,31–46).