Fragen und Antworten
#8 24.10.2024, 08:45 Andreas Moser : Ich hatte recherchiert, um über den Namen, die Bedeutung, die Person Schilo etwas herauszufinden. Dabei stieß ich u.a. auf einen Wikipedia Eintrag, der bezüglich `Schilo`von kabbalistischen Zeugen sprach. So war das Wort Kabbalistik lediglich eine Wortkreation von mir in diesem Moment. Danke für Deine Nachfrage und Herzlicher Gruß CarmenZuletzt geändert von Gast; 24.10.2024, 12:41.
1. Mose 49, 10 Wer ist Schilo? 20.10.2024, 13:37 Nicht weichen wird das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorchen.
1.Mose 49,10
Wer ist Schilo? Ist das der Herr Jesus?
Laut Recherchen im Netz (ob das stimmt, weiß ich nicht: „bis dass der komme, dem es gehört“, „ein großer Herrscher“,
laut Kabbalististik Wesensgleichheit mit dem Wort „Messias“
(Nur abgeschrieben! )
Vielen Dank!
Stichworte: –
21.10.2024, 13:41
>>> 3.3 Juda
„Dich, Juda, dich werden deine Brüder preisen; deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde, vor dir werden sich nieder- beugen die Söhne deines Vaters. Juda ist ein junger Löwe; vom Raube, mein Sohn, bist du emporgestiegen. Er duckt sich, er regt sich nieder wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer will ihn aufreizen? Nicht weichen wird das Szepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hin-weg, bis Schlio kommt, und ihm werden die Völker gehorchen. Er bindet an den Weinstock sein Eselsfül-len und an die Edelrebe das Junge seiner Eselin; er wäscht im Weine sein Kleid und im Blute der Trauben sein Gewand; die Augen sind trübe von Wein, und weiß die Zähne von Milch“ (Verse 8-12).
Wir kommen nun zum ersten Höhepunkt in den Segenssprüchen Jakobs und damit auch zur ersten Vor-stellung des Messias. Der Gegensatz zu den vorhergehenden Sprüchen ist außergewöhnlich groß. Nach all den negativen Dingen, die der Erzvater von seinen drei ältesten Söhnen zu sagen hatte, bekommen seine Worte bei Juda einen völlig anderen Ton. Hier hören wir kein Wort der Kritik, sondern ausschließlich nur lobenswerte Dinge. Doch kann dieser Enthusiasmus, womit Jakob über Juda spricht nur richtig verstanden werden, wenn wir in Juda Den sehen, der größer ist als er selbst. Denn obwohl wir aus der Geschichte Jo-sephs ein relativ günstiges Bild von Juda bekommen – er spielte damals bereits eine führende Rolle – , so finden wir doch auch den Bericht von Juda und Tamar in unserer Bibel erwähnt (l. Mose 38). Dieser Be-richt macht deutlich, daß Juda selber auch nicht tadellos war. Wenn wir jedoch in Juda ein Bild des Messias sehen, des Fürsten, der aus Juda hervorkommen sollte, dann ändert sich die ganze Sache. Der große Juda ist tatsächlich all unseres Lobes wert.
Die prophetischen Segenssprüche Jakobs enthalten eine Übersicht der ganzen Menschheitsgeschichte. Nach all dem Versagen des ersten Menschen, wie dies in den Sünden Rubens, Simeons und Levis zum Aus-druck gekommen ist, wird unser Auge auf Christus gerichtet. Gott ist in Christus in Gnade dazwischenge-treten, als die vollständige Verdorbenheit des natürlichen Menschen – sowohl unter Gesetz, als auch ohne Gesetz – ans Licht gekommen war. Der Messias (der große Juda, der wahre Schilo) wurde jedoch durch Juden und Heiden verworfen, so daß die Geschichte erneut einen Tiefpunkt erreichte, woraus es nur durch die Rettung (das Heil) des Herrn ein Entkommenen gab (V. 18). Dies geht bei der Wiederkunft Christi, am Ende der Tage, in Erfüllung. Das bildet dann den zweiten Höhepunkt, den wir am Ende dieser Sprüche mit Joseph und Benjamin erreichen. Sie weisen bildlich gemeinsam auf Christus in der Herrlichkeit des Friedensreiches hin. Deshalb können wir jetzt auch verstehen, daß Jakob seinen Söhnen Juda und Joseph soviel Andacht widmete. Er ist ein folgsames Instrument in der Hand des Heiligen Geistes, um uns einen Eindruck von der Größe Christi, sowohl bei seinem ersten Kommen auf die Erde, als auch bei seiner Wie-derkunft, zu geben.
Die Länge des Segensspruches Judas wird lediglich noch durch den Segensspruch Josephs erreicht oder sogar übertroffen (V. 22-26). Beide Sprüche enthalten einen Reichtum an Gedanken. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß Juda eine Führungsrolle zugeteilt bekam, die dem Vorrecht des Erstgeborenen entsprach (wegen des Versagens der drei ältesten Söhne Jakobs). Dies ist der Schlüssel zu einem rich-tigen Verständnis dieser Verse. Joseph jedoch bekam den Reichtum an Gütern, nämlich das doppelte Erb-teil, das für den Erstgeborenen bestimmt war (vgl. 5. Mose 21,15-17; 1. Chron.5,1.2). Dies ist der Grund, weshalb sich Jakob über Juda und Joseph so weit ausbreitet. Der Heilige Geist benutzt dies als Anlass, um uns ein Bild der Herrlichkeit Christi, als des Erstgeborenen unter vielen Brüdern, ja sogar der ganzen Schöpfung, zu malen (Röm.8,29; Kol.1,15). im Segen Moses liest der Schwerpunkt etwas anders. Dort treten nicht Juda und Joseph, sondern Levi und Joseph in den Vordergrund. An Juda widmet Mose nur einen Vers (5. Mose 33,7). Dieser Vers enthält eine Bitte um Wiederherstellung für Juda, um eine Zurück-führung aus der Gefangenschaft (worauf u.a. auch 5. Mose 30,1-10 anspielt) und um Kraft im Kampf gegen die Feinde. Das 5. Buch Mose handelt speziell von der Inbesitznahme des verheißenen Landes. Israel stand kurz vor dem Einzug ins Land Kanaan. Darum wird die geistliche Führung der Priester und Leviten, als eine notwendige Voraussetzung, um dem Volk den Besitz des verheißenen Landes garantieren zu können, bei Mose hervorgehoben. Joseph steht hier im Vordergrund als derjenige, der die reichsten Segnungen des Landes zugeteilt bekam. 1. Mose 49 behandelt mehr die prophetische Geschichte der Nachkommenschaft Jakobs und die Offenbarung der Errettung Gottes im und durch das Kommen des Messias.
Der Segen Judas zerfällt in vier Teile. Zuerst wird uns Juda gezeigt als derjenige, der durch seine Brüder geehrt und von seinen Feinden gefürchtet wird (V. 8). Dies wird dann noch näher illustriert durch das Beispiel der überwindenden Kraft des Löwen, des Königs der Tiere (V. 9). Anschließend wird die bleibende Herrschaft Judas und das Kommen Schilos, des Friedefürsten, dem sich sogar die Völker unterwerfen wer-den, angekündigt (V. 10). Schließlich wird die zukünftige Wohlfahrt Judas beschrieben und zwar in Wor-ten, die uns wieder an den Messias denken lassen, der bei seinem Einzug in Jerusalem tatsächlich eine Eselin gebrauchte (V. 11.12; vgl. Sach. 9,9).
Jakob beginnt mit einem Wortspiel anlässlich des Namens Juda. Der Sohn mit dem Namen „Lobpreis“ wird ein Gegenstand des Lobes für seine Brüder: „Dich, Juda, dich werden deine Brüder preisen“. Im He-bräischen ist das persönliche Fürwort „dich“ hervorgehoben. In der Elberfelder Bibel wird dies durch die Umschreibung „Dich, Juda, dich…“ wiedergegeben. Auf diese Weise verstärkte Jakob den Gegensatz zu seinen drei ältesten Söhnen. Endlich konnte er sich an einen Sohn richten, der seine Billigung verdiente. Juda war derjenige, der das Erstgeburtsrecht erwarb, das Ruben verspielt und auf das Simeon und Levi ebensowenig ein Anrecht hatten. Juda sollte den ersten Platz unter seinen Brüdern einnehmen und sie sollten ihn preisen und sich sogar vor ihm niederbeugen (V.8c). Das letztere finden wir auch in den Träumen Josephs, die sich erfüllten, als seine Brüder nach Ägypten herabkamen und sich vor ihm nieder-beugten. Sowohl Juda als auch Joseph ist ein Bild von Christus, der die Seinen aufgrund seines Erlösungs-werkes seine Brüder nennen kann und ihnen den Vaternamen offenbart (Joh.20,17). Christus ist der Erste inmitten vieler Brüder und er selber stimmt auch den Lobgesang in ihrer Mitte an (Ps.22,22; Röm. 8,29; Heb. 2,12). Er ist der wahre Juda, der wahre „Gott-lobende“, und wir dürfen mit ihm den Vater preisen und loben. Wenn wir dies tun, so beugen wir uns gleichzeitig auch nieder vor ihm, der uns den Vater geof-fenbart hat und wir ehren damit den Sohn, wie wir den Vater ehren. Wir preisen Gott und das Lamm, das der Löwe aus dem Stamme Juda ist (V. 9; Offb.5,5). Vers 8 gibt vielleicht den Grund an, weshalb die Brü-der Judas ihn ehrten. Er ist der triumphierende Held über seine Feinde: „Deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde“. Dies ist nicht das Bild eines Siegers, der seine Füße auf den Nacken seiner gefan-genen Feinde setzt (Jos.10,24; Ps.110,1), sondern das Bild eines Verfolgers, der seinen flüchtenden Wi-dersacher am Nacken ergreift. In der Geschichte Israels haben sich diese Worte in der Zeit des Königs David, des berühmten Sprosses aus dem Hause Juda, erfüllt (vgl. 2. Sam. 22,41, wo buchstäblich steht, daß seine Feinde ihm den Nacken zukehrten). Saul hatte seine Tausende erschlagen, aber David seine Zehn-tausende. Darum wurde er geehrt und alle Stämme Israels kamen nach Verlauf einer Zeit zur Anerkennung seines Königtums. Jakob gebrauchte nicht wie lsaak den Ausdruck „die Söhne deiner Mutter“ (l. Mose 27,29), sondern den Ausdruck „die Söhne deines Vaters“ (l. Mose 49,8c). Darin waren nicht nur die Stämme, die aus Lea hervorkamen, sondern alle Stämme Israels miteinbezogen. Ebenso wie David wegen seinen großen Taten allenthalben durch seine Brüder anerkannt wurde, empfängt jetzt auch Christus von seinen Erlösten die ihm zustehende Ehre, wegen des Sieges, den Er errungen hat. Satan, Sünde und Tod hat Er am Kreuz von Golgatha besiegt. Er hat den Teufel mit seiner eigenen Waffe geschlagen (vgl. 1. Sam. 17; Heb. 2,14). Darum loben wir seinen Namen und beugen uns voll Bewunderung vor Ihm nieder. Er ist der Löwe aus dem Stamme Juda, der eine universelle Herrschaft besitzt und darum auch einer uni-versellen Anbetung würdig ist.
Dies bringt uns zu Vers 9, wo sowohl das Bild eines jungen Löwen, als auch das eines erwachsenen Löwen und einer Löwin für Juda gebraucht werden. Der junge Löwe weist hin auf Schnelligkeit und die Ruhe des erwachsenen Tieres zeugt dagegen von der Ehrfurcht, die es einflößt. Nach dem Verschlingen der Beute ist er in sein Versteck im Gebirge emporgestiegen und wer könnte ihm da noch etwas antun? im Segen Moses wird das Bild des schnellen Löwenjungen für den Stamm Dan gebraucht und das der reißenden Löwin für Gad (5. Mose 33,20-22). Andere vergleiche mit Tieren finden wir in 1. Mose 49 im Fall von Issaschar (Esel), von Dan (Schlange), von Naphtali (Hindin) und von Benjamin (Wolf). Diese Vergleiche sind völlig frei von irgendwelchen mystischen Bedeutungen. Diese Tiere illustrieren lediglich bestimmte Charaktereigenschaften der Söhne Jakobs. Der Stamm Juda hat anscheinend schon von alters her einen Löwen als Wappensymbol besessen und sogar in unseren westlichen Ländern ist er ein sehr gebräuchliches Wappenbild. Kein anderes Tier bringt so deutlich die besondere, triumphierende Macht zum Ausdruck, über die Juda verfügen würde. in der Rede Bileams kommen ähnliche Ausdrücke im Blick auf das ganze Volk Israel vor (4. Mose 23,24; 24,9).
Die lobenden Worte von Vers 8 und 9 wecken Gefühle der Verwunderung und Erwartung. Juda wird durch Freund und Feind anerkannt und er ist das Vorbild von Mut und Kraft. Was gibt es denn jetzt noch mehr über ihn zu sagen? Diese Prophetie erreicht ihren Höhepunkt mit Vers 10, der einer der bekanntesten aber zugleich auch einer der schwierigsten Verse im ganzen Alten Testament ist. Juda würde seine Vorherrschaft bis zum Kommen Schilos beibehalten, der eine noch größere Herrschaft besitzen und sich sogar die Völker unterwürfig machen würde. Nach dieser Ankündigung folgt dann in Vers 11 und 12 die Beschreibung der Segenszeit, die mit dem Kommen Schilos beginnen würde.
Judas Herrschaft würde nicht zeitlich, sondern bleibend sein: „Nicht weichen wird das Szepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hinweg“ (V. 10a). Jetzt wird keine Bildersprache mehr verwendet, wie in Vers 9, wo wir Juda als einen überwindenden Löwen sahen. Er wird hier direkt als ein östlicher Fürst beschrieben, der seinen langen Stab – das Zeichen seiner würde – zwischen seinen Füßen stehen hat, während er auf seinem Thron gesessen ist. Übrigens ist der Herrscherstab nicht ausschließlich ein Symbol königlicher Würde, sondern er kann auch eine niedrigere Autorität andeuten (4. Mose 21,18; Richt. 5, 14). Einige Übersetzungen geben den Ausdruck „Herrscherstab“ mit „Gesetzgeber“ wieder. Diese Übersetzung ist an sich nicht falsch, doch aufgrund des Zusammenhangs müssen wir hier an einen Gegenstand denken (siehe auch Ps.60,7). Juda würde eine Führerrolle und somit den Vorrang über die anderen Stämme einnehmen. Bereits während der Wüstenreise nahm er innerhalb der Stämme Israels den ersten Platz ein und so ist es eigentlich stets geblieben. Natürlich kam seine allgemeine Vorherrschaft erst richtig im Königtum Davids zum Ausdruck, doch dieses Königtum blieb nicht bestehen. Zuerst wurde es auf das Zweistämmereich reduziert und nachher bei der babylonischen Gefangenschaft wich es vollständig von Juda. Jedoch seine führende Stellung hat Juda auch nach der Gefangenschaft beibehalten, so daß die übrigen Israeliten, die ins verheißene Land zurückkehrten, sogar als Judäer, oder Juden bezeichnet wurden und in diesem Stamm aufgingen. Jakob prophezeite hier somit nicht ausschließlich über das Königtum, sondern im allgemeinerem Sinn über die Führungsrolle, die das bleibende Teil Judas sein würde.
Diese Worte bilden die Vorbereitung zu dem nun folgenden Höhepunkt: „…bis Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorchen“ (V. 10b). Juda würde die Herrschaft behalten, doch beim Kommen des Schilo würde sich diese noch weiter ausdehnen und sogar die Völker mit einbeziehen. Der Ausdruck „Schilo“ hat den Übersetzern etwas Kopfzerbrechen bereitet, weil er allein hier in der Bibel vorkommt. Die Ortsbezeichnung Silo, der wir in den geschichtlichen Büchern regelmäßig begegnen, wird im Hebräischen immer in einer etwas anderen Weise geschrieben. Über die Worte „bis Schilo kommt“ bestehen viele auseinandergehende Übersetzungen, wie dies aus folgender Auswahl ersichtlich wird:
„bis er (nämlich Juda) nach Silo kommt“;
„bis er an einen Ort der Ruhe kommt“;
„bis sie (nämlich die Stämme) nach Silo kommen“;
„bis Ruhe kommt“;
„bis ein Geschenk für ihn kommt“
„bis ; er in das seinige kommt“;
„bis er kommt, von welchem es ist“ (nach Hes.21,32);
„bis sein Sohn kommt“;
„bis der Held kommt“;
„bis der Herrscher kommt“.
Das Wort schilo wird somit als eine Ortsbezeichnung, eine Sache und ein Personenname aufgefaßt. Doch sind die meisten Übersetzer und Ausleger der Ansicht, daß es sich hier um eine messianische Prophetie handelt. Es gibt zu viele Einwände, sowohl sprachlicher als auch auslegungsmäßiger Art, um Schilo hier als eine Ortsbezeichnung aufzufassen. Der Ausdruck beinhaltet ebenfalls mehr, als nur die Andeutung einer bestimmten Sache oder eines Glückzustandes. Er ist ein Name des Messias, der aus Juda hervorsprossen und der die Herrlichkeit der Herrschaft Judas zu ungeahnten Höhen führen würde. Es besteht kein Einwand dafür, eine erste Erfüllung dieser Prophetie im Kommen Davids und besonders Salomos zu sehen. Die Worte Schilo und Salomo zeigen auch eine gewisse Ähnlichkeit und sind eine Anspielung auf die Ruhe und den Frieden, der in Israel in den Tagen Salomos herrschte (l. Chron.22,9). Er festigte die Herrschaft seines Vaters David und regierte über alle Königreiche, vom Nil bis zum Euphrat (l. Kön.4,21.24).
Mit den Kommen des Friedefürsten aus dem Geschlecht Judas ist der Reichtum dieser Prophetie jedoch noch nicht erschöpft. Salomo war nicht der wahre Schilo, denn seine Herrschaft war nur zeitlich. Es sollte noch ein völlig einzigartiger Herrscher aus Juda hervorkommen (vgl. Jes.11,1-10; Micha 5,1-3). ihn würden die Völker suchen und Er würde groß sein bis an die Enden der Erde. Wir kennen diesen Friedefürsten. Es ist Christus, der größer ist als Salomo. Er kam und verkündigte den fernstehenden Völkern Frieden (Eph.2,13.17) und wir haben uns seiner Herrschaft unterworfen. Es ist interessant, daß das hier verwendete Wort für gehorchen („und ihm werden die Völker gehorchen“) auf einen freiwilligen Gehorsam hinweist. Dieses Wort kommt alleine noch in Sprüche 30, 17 vor, wo es den Gehorsam eines Kindes seiner Mutter gegenüber beschreibt. Unser Gehorsam Christus gegenüber ist ein bereitwilliger Gehorsam, ein Glaubensgehorsam (Röm. 1,5; 16,26). Dieses Wort wird durch andere auch wiedergegeben mit „sich anschließen“, oder „versammeln“ („zu ihm hin werden sich die Völker versammeln“). Christus ist der Mittelpunkt und die Anziehungskraft für all die Seinen, die zu ihm hin versammelt werden. Er zieht uns durch den Glauben zu sich und wir unterwerfen uns bereitwillig seiner Autorität. Doch diese messianische Prophetie ist noch weitreichender, wie wir aus den angeführten Stellen aus Jesaja und Micha ersehen können. sie weist schließlich auf das Friedensreich hin, das bei der Wiederkunft Christi beginnen wird. Christus wird in Majestät erscheinen und die Völker werden ihm öffentlich dienen und gehorchen. Seine Herrschaft wird sich bis an die Enden der Erde erstrecken (Psalm 72,8; Sach. 9,10) und Er wird der Mittelpunkt des Segens sein, sowohl für Israel, als auch für die Nationen.
In Übereinstimmung damit finden wir in den Schlussversen dieses Abschnittes (V. 11.12) eine Beschreibung des Segens des Friedensreiches und der Herrlichkeit des Friedefürsten. Es wäre falsch, wenn wir diese Verse ausschließlich auf Juda anwenden und in ihnen lediglich eine Vorhersage über die Fruchtbarkeit des Erbteils Judas im Lande Kanaan sehen würden. Neben der geschichtlichen Auslegung ist zugleich eine prophetische und ebenfalls geistliche Anwendung dieser Verse möglich. Der Zusammenhang mit Vers 10 macht deutlich, daß der Messias auch hier die Hauptperson klarstellt. „Er bindet an den Weinstock sein Eselsfüllen und an die Edelrebe das Junge seiner Eselin“. Es wird solch einen Überfluss an Weinstöcken geben, daß sie sogar für einen derartigen Zweck gebraucht werden können. Der Einzug Christi in Jerusalem fand auch auf einem Esel statt (Sach. 9,9). Vielleicht wird sich dieses Schauspiel wiederholen, wenn Er erneut zu seinem Volke kommt und dieses ihm zurufen wird: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn“ (Matth. 21,1-9; 23,39).
Überfluss an Wein ist insbesondere ein Kennzeichen der zukünftigen Heilszeit (Jes.25,6). wenn der Fluch vom Erdboden weggenommen sein wird, werden die Berge triefen von Wein und Milch (Joel 3,18; Amos 9,13). Dieser Überfluß wird auch durch die Ausdrucksweise in Vers11b angedeutet. Der Messias wird sein Kleid in Wein waschen können. Dieser Vers bildet einen bemerkenswerten Gegensatz mit Johannes 2, wo es an Wein mangelte. Wenn jedoch auf das Wort des Herrn gehört wird, wird dieser Mangel in einen Überfluß verwandelt. Der Wein ist ein bekanntes Bild der Freude (Richt. 9,13, Psalm 104,15). Wenn Christus den Platz bekommt, der Ihm zusteht, dann schenkt Er Überfluß an Freude. Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne macht unsere Freude völlig (l. Joh. 1,4). Diesen Segen möchte Er uns heute schon schenken.
Es ist schön, daß Vers 12 mit einer Beschreibung der persönlichen Herrlichkeit Christi endet: „Die Augen sind trübe von Wein, und weiß die Zähne von Milch“. Dieser farbliche Gegensatz erhöht seine Schönheit, wie wir dies auch in der Beschreibung des Bräutigams im Hohenlied 5,10-16 sehen. Christus wird im Friedensreich groß gemacht werden, doch dies geschieht bereits heute im Kreise seiner Brüder. Der Überfluß an Segnungen, die Er uns gibt, bringt uns zur Anbetung seiner Person.
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
1. Mose 15.6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
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https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSER…slegungen.html
#3 21.10.2024, 15:09 Freude! Vielen herzlichen Dank!
#4 22.10.2024, 17:57
https://bibelkreis.ch/themen/segenja…e%20in%20einer 4.2 Die Weltgeschichte in einer Nussschale
Ich denke sogar, daß wir in diesem Kapitel eine kurze Übersicht der ganzen Menschheitsgeschichte finden, weil Israel nach den Gedanken Gottes den Mittelpunkt davon bildet. in den ersten drei Söhnen sehen wir das Versagen des natürlichen Menschen seit dem Beginn seiner Geschichte. Ruben ließ sich durch seine Begierden leiten, Simeon und Levi gebrauchten Werkzeuge der Gewalt. Dies sind die zwei Grundsätze des Bösen seit dem Sündenfall: Innerliche Verdorbenheit und äußerliche Gewalttätigkeit. Diese Kennzeichen finden wir wiederholt in der Geschichte der Menschheit und auch in derjenigen Israels. Die Sünde Adams und Evas war die Begierde und diejenige Kains die Gewalttätigkeit. Sie wurden aus Gottes Gegenwart vertrieben. Die Verdorbenheit und die Gewalttätigkeit, die die Erde danach erfüllten, gaben den Anlass zum Gericht der Sintflut. Nach der Sintflut sehen wir keinerlei Verbesserung. Der Mensch wollte sich selbst einen Namen machen und begann den Götzen zu dienen. Zudem wird uns von einem Gewaltherrscher, namens Nimrod berichtet. Danach machte Gott einen Neuanfang mit der Berufung Abrahams. Er sonderte ein Volk aus der Mitte der übrigen Völker ab, damit es Ihm angehören und ihm dienen sollte. Die Geschichte Israels war jedoch auch eine Geschichte des Versagens, sowohl während der Wüstenreise, als auch im verheißenen Land. Verdorbenheit und Gewalt kennzeichnen die letzten Kapitel des Buches Richter und die ersten des Buches Samuel. Danach schaffte Gott jedoch durch den König David Rettung (das Buch Ruth erwähnt bereits seine Geburt).
Diese Phase der Geschichte Israels finden wir in Jakobs Prophezeiung über Juda, den Königsstamm erwähnt. Hier hören wir ausschließlich lobende Worte (Juda = Lob). Israel erlebte eine Blütezeit, worin es sich sogar die Nationen zu unterwerfen vermochte. Die Worte Jakobs über Schilo (= Ruhebringender) finden ihre Vorerfüllung wahrscheinlich in Salomo, dem Friedefürsten. Doch besitzen sie augenscheinlich eine weit größere Reichweite. Das Szepter würde nicht von Juda weichen, bis Schilo kommt, dem die die Nationen gehorchen würden. Diese Schilo-Prophetie ist eine messianische Prophetie. Juda würde den Herrscherstab bis zum Kommen Christi behalten, obwohl nur im Zweistämmereich und in noch geringerem Masse nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Ihm haben sich die Nationen jetzt im Glaubensgehorsam unterworfen (Röm. 16,26). Aber erneut stellen wir fest, daß diese Prophezeiung noch weitreichender ist. Christus ist jetzt noch der Verworfene und Er wird erst bei seiner Wiederkunft den universellen Frieden und die Wohlfahrt bringen, worüber Jakob gesprochen hatte. Dann wird Er als der wahre Friedefürst regieren und seine Herrschaft wird sich bis an die Enden der Erde erstrecken.
In der Folge sehen wir, was nach der Blütezeit unter David und Salomo, resp. nach der Verwerfung des Messias geschah: Angleichung an die Nationen und Unterwerfung den Nationen gegenüber, was auf den völligen Abfall hinausläuft. Dies wird in Sebulon, Issaschar und Dan dargestellt. Auch hier hat die Prophetie wieder zwei Ebenen, einerseits eine geschichtliche, die sich bereits erfüllt hat und andererseits eine, die sich teilweise erst in der Zukunft noch erfüllen wird. Israel hat sich langsam unter den Einflussbereich der umliegenden Völker begeben, was dazu führte, daß es zum Sklaven dieser Nationen (u.a. Aegypten, Assyrien, Babel) wurde und auch in dessen Götzendienst verfiel. Wir finden hier Sebulon in Verbindung mit dem „Völkermeer“ (vgl. Jes.17,12. 13; Offb.17,15). Sebulon (= Wohnung) orientierte sich völlig nach den Nationen und insbesondere nach Zidon, wovon der Baalsdienst herstammte, den König Ahab in Israel einführte (1.Kön.16,31-33). Issaschar (= Lohn) verkaufte sich zum Sklavendienst und wurde dadurch tributpflichtig. in Dan (= Richter) nahm die Macht der Schlange, d.h. des Satans vollkommen Gestalt an, so daß Israel zu Fall gebracht und machtlos wurde. Der Stamm Dan wird in der Schrift oft in Verbindung mit Götzendienst erwähnt (Richt. 18; 1. Kön.12,29,30). Israel hatte den einen wahren Gott verlassen und schließlich seinen Messias verworfen, als dieser in Knechtsgestalt zu ihm kam. Damit endete die Geschichte Israels und des ersten Menschen in seiner Verantwortung vor Gott. Es war ein völliger Misserfolg und alleine in der Rettung des Herrn kann noch ein Ausweg gefunden werden (siehe V. 18). Wir finden diese Rettung im Kreuz und in der Auferstehung Christi vorgeschattet, doch gibt es auch noch einen zukünftigen Aspekt, der sich auf die Erlösung und die Wiederherstellung Israels bezieht. Das kurze Gebet Jakobs bildet den Wendepunkt in diesem Kapitel. Der oben genannte Prozess des Verfalls und Abfalls hatte sich nach der Verwerfung Christi wiederholt. Israel wurde unter die Nationen zerstreut und ist in noch größerem Masse von ihnen abhängig geworden. Diese Situation hat bis heute angedauert. Womit wir nun bei der noch zukünftigen Anwendung dieses Abschnittes angelangt sind. Dan ist ein Bild des Antichristen, der Israel regieren („richten“) wird. Dieser Antichrist wird stark in der Gunst des Führers des wiederhergestellten, römischen Reiches und des Satans selbst stehen (Offb.13). Der Götzendienst erreicht dann seinen endgültigen Höhepunkt und der gläubige Überrest aus Israel wird unter Schmerzen Ausschau halten nach der Offenbarung der göttlichen Rettung.
Doch dann wird Gott plötzlich das Geschick seines Volkes ändern. Er offenbart seine Rettung als Antwort auf das Gebet in Vers 18. in Dan wird der absolute Tiefpunkt erreicht, doch die Geschichte wendet sich dann zum Guten. in Gad, Aser und Naphtali werden die Auswirkungen der Rettung Gottes in der Endzeit vorgebildet. Gad (= Schar) wird zwar durch eine feindliche Schar bedrängt, aber er trägt schließlich doch den Sieg davon und vertreibt die Feinde aus dem Land (vgl. Micha 4,14-5,8). Aser (= glückselig) genießt von einem Überfluß an Nahrung und teilt davon auch anderen mit. Naphtali (= Kampf) freut sich an der Freiheit, die das Teil des Simgers ist und singt das Loblied der Erlösung.
Schließlich schildern uns Joseph und Benjamin ein zweifaches Bild der Herrlichkeit Christi im Friedensreich. Joseph (= Er füge hinzu) ist besonders ein Bild von dem durch seine Brüder verworfenen Messias, den Gott jedoch zu seiner Rechten erhöht und zum Retter der Welt gemacht hat. Der Vater blickt in Gunst und Wohlgefallen auf Ihn nieder und die reichsten Segnungen fallen ihm anheim. in Benjamin (= Sohn der Rechten) sehen wir mehr die irdische Seite der Regierung Christi. Bei seiner Erscheinung, wenn der Morgen des Friedensreiches anbricht, vernichtet Christus alle seine Feinde. Er muss herrschen, bis Er auch den letzten Feind, den Tod weggetan hat (l. Kor. 15,24-28). Dies wird am Ende des Reiches geschehen, „am Abend“ (i. Mose 49,27) und dann wird das tausendjährige Friedensreich in den ewigen Zustand übergehen.
Zusammenfassend sehen wir somit in den ersten drei Söhnen Jakobs die Verdorbenheit des natürlichen Menschen.
Ruben siehe, ein Sohn, erweist sich als ein unwürdiger Sohn. Simeon (=Erhörung) und Levi (= Anhänglichkeit) sind Bundesgenossen im Bösen.
Drei Söhne sind besonders ein Bild Christi, die uns zeigen, wie Er in die Not des Menschen eingreift: Juda, Joseph und Benjamin. Die Bedeutung ihrer, sowie der übrigen Namen ist bereits erwähnt worden. In der dritten Gruppe von drei Söhnen – Sebulon, Issaschar und Dan – stellen wir eine deutlichen Abwärtsentwicklung fest, die den Verfall inmitten Israels, der schließlich in den Abfall der letzten Tage mündet, darstellt. in der letzten Gruppe von drei Söhnen – Gad, Aser und Naphtali – finden wir wieder eine Aufwärtsentwicklung, die die Wiederherstellung Israels und die Auswirkung der Rettung Gottes darstellt. 1. Mose 49 ist somit prophetische Geschichtsschreibung. Verschiedene Teile davon haben sich im Laufe der Geschichte Israels bereits historisch erfüllt, aber es besteht noch ein großer Teil unerfüllter Prophezeiungen in Verbindung mit der Endzeit.
4.3 Die Geschichte der Versammlung
Im weiteren denke ich, daß dieses Kapitel auch geistliche Belehrungen im Blick auf die Geschichte des heutigen Volkes Gottes, nämlich der Versammlung enthält.
Auch dieses Kapitel des Alten Testamentes ist ja zu unserer Belehrung geschrieben (Röm. 15,4).
Israel ist aufgrund seiner Verwerfung des Messias eine zeitlang zur Seite gestellt worden und Gott besitzt nun ein anderes Zeugnis auf der Erde,
mit dem Er einen bestimmten Weg geht.
Doch leider hat die GdHdG gr. ekklesia der Gnadenzeit, fàlschlicherweise > Versammlung ebenso versagt, wie das alte Volk Gottes.
In den ersten vier Söhnen Jakobs sehen wir bildlich die charakteristischen Segnungen, die Gott seiner Versammlung ursprünglich geschenkt hatte:
► den Segen der Sohnschaft (Ruben)
► den Segen durch die Leitung des Geistes Gottes und das Hören des Wortes Gottes (Simeon)
► den Segen der Gemeinschaft mit Gott und mit den Gläubigen untereinander (Levi)
► den Segen der Anbetung in Geist und Wahrheit in der Anerkennung der Autorität Christi, der selber den Lobgesang inmitten der Seinen anstimmt (Juda).
Wenn wir die Geschichte der Christenheit verfolgen, dann erkennen wir, daß diese Vorrechte nicht lange bewahrt worden sind.
Die Söhne Jakobs machten den wunderbaren Bedeutungen ihrer Namen leider keine Ehre und ebenso war die Handlungsweise der GdHdG gr. ekklesia der Gnadenzeit, fàlschlicherweise > Versammlung
oft im Widerspruch zu ihrer hohen Berufung gewesen.
Die Christen haben sich mit der Welt vermischt und den Preis, den sie dafür zu bezahlen hatten, war daß sie in die Knechtschaft der Welt gerieten.
Dies wird durch
Sebulon (= Wohnung) und
Issaschar (= Lohn) dargestellt. Der Tadel, den Christus an die Versammlung von Pergamus richtete, lautete dann auch folgendermaßen: „Ich weiß, wo du wohnst, wo der Thron des Satans ist“ (Offb.2,13).
Die tote „Kirche“ … hat sich zu einem Machtfaktor von Bedeutung für diese Erde entwickelt, was im völligen Widerspruch zu ihrer himmlischen Berufung war.
Darum haben die Welt und „das Weib Jesabel“ (d.h. das Papsttum, Offb.2,20) über sie geherrscht.
Diese Geschichte des Versagens in Offenbarung 2 endet ebenfalls mit Götzendienst.
Dies wird durch den Stamm
Dan symbolisiert.
Den Einfluss Jesabels finden wir in der Endzeit im götzendienerischen Babylon von Offenbarung 17 und 18 wieder. Die bekennende Christenheit ohne Leben geht ihrem Gericht entgegen.
In dieser Situation kann alleine Gott noch helfen. „Auf deine Rettung harre ich“, ist darum das Gebet derer, die dem Wort Gottes und dem Namen Christi treu bleiben möchten.
Selbst in den dunkelsten Zeiten gibt es einen Überrest von Überwindern
(Gad besiegt eine Schar), der sich an einem Reichtum geistlicher Nahrung erfreut
(Aser isst Fettes) und der sich von den weltlichen und jüdischen Einflüssen freigekämpft hat
(Naphtali ist eine losgelassene Hindin).
Die wahre GdHdG gr. ekklesia der Gnadenzeit, fàlschlicherweise > Versammlung
wird an der Herrlichkeit Christi, des Ersten unter vielen Brüdern
(Joseph ist der Abgesonderte unter seinen Brüdern), teilhaben. Sie teilt auch seine Herrschaft hier auf dieser Erde und wird mit ihm auf seinem Thron sitzen
(Benjamin verteilt die Beute).
Die verlorengegangenen Segnungen der Anfangszeit bleiben somit das Teil eines treuen Ueberrestes, der Ausschau hält nach der vollen Offenbarung der Rettung Gottes bei der Wiederkunft Christi.
4.4 Etappen des geistlichen Wachstums
Zudem enthält 1. Mose 49 wertvolle Belehrungen für den einzelnen Gläubigen.
Unsere Geschichte als Kinder und Söhne Gottes ist leider nicht immer fleckenlos, wie uns dies bildlich in den drei ersten Söhnen Jakobs
Ruben; Simeon; Levy gezeigt wird.
Sie beginnt mit der Lektion aus dem 1. Korintherbrief: „Aber das Geistige war nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistige“ (Kap.15,46).
Trotz aller geschenkten Vorrechte kann uns der alte Mensch Probleme bereiten. Zwar anerkennen wir die Autorität Christi in unserem Leben
(Juda und Schilo),
aber in der Praxis sind wir nur allzu oft Sklaven der Welt, des Gesetzes und der Sünde
(Sebulon, Issaschar und Dan).
Unsere Not treibt uns dann zum Gebet um die Offenbarung der Rettung Gottes: „Auf deine Rettung harre ich“ (V. 18).
Wir haben aus eigener Erfahrung gelernt, daß wir von uns selber nichts Gutes mehr erwarten können und daß nur noch Gott helfen kann.
Das neutestamentliche Gegenstück dieses Gebetes Jakobs finden wir in dem Ausruf aus Römer 7,24: „ich elender Mensch! wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“
Wenn die Not einmal so groß ist, dann ist die Rettung nahe.
So wie die Prophezeiung Jakobs von diesem kritischen Moment an einen guten Verlauf nimmt, so ergeht es auch dem Gläubigen,
wenn ihm einmal die Augen für die Fülle des Heils in Christo geöffnet worden sind und er gelernt hat, daß er vom Gesetz der Sünde und des Todes freigemacht worden ist.
Er lernt Gott zu danken und es beginnt ein Prozess der Veränderung vom Sklaven zum Freien, vom Verlierer zum Sieger.
Römer 8 beschreibt uns das Leben des Überwinders, das der Christ in der Kraft des Geistes Gottes führen kann.
Dies ist genau das, was wir in den folgenden drei Söhnen Jakobs finden.
Gad überwindet die Feinde, die ihn bedrängen.
Aser symbolisiert das Leben im Überfluß, das das Teil des Überwinders ist. Seine Speise ist fett und er gibt königliche Leckerbissen, d.h. er kann von seinem eigenen Überfluß auch anderen mitteilen.
Naphtali vervollständigt dieses Bild und stellt die Freiheit und Freude dar, die der Gläubige nach dem Kampf von Römer 7 genießt.
Er ist eine losgelassene Hindin und er gibt schöne Worte, d.h. er singt den Lobgesang der christlichen Freiheit und ruft: „Abba, Vater!“
Schließlich erreicht dieser Prozess des geistlichen Wachstums seinen Höhepunkt, indem Christus selbst in dem Gläubigen Gestalt annimmt.
Das Leben im Geiste macht uns dem Bilde des Sohnes Gottes gleichförmig (vgl. Röm. 8,14.29). Dies wird bildlich durch die zwei letzen Söhne Jakobs, nämlich
Joseph und
Benjamin dargestellt. Beide sind ein deutliches Bild des Herrn Jesus. Christus selbst ist der Höhepunkt unserer Segnungen, die Krönung unseres Glücks.
in Joseph sehen wir ihn sowohl in seiner Erniedrigung, als auch in seiner Erhöhung, was unserem Leben sein Gepräge geben sollte.
So besitzen wir einerseits Christus in seiner tiefen Erniedrigung als unser Vorbild (Phil. 2) und andererseits Christus in seiner himmlischen Herrlichkeit
als das Ziel unseres ganzen Strebens (Phil. 3).
Wenn Er in dieser Weise Gestalt in uns bekommt, dann wird unser Leben auch mehr und mehr durch den Mann zur Rechten Gottes beherrscht werden,
der uns an den Folgen seines Sieges teilhaben lässt
(Benjamin verteilt die Beute). So werden wir geistlich zu Erwachsenen, von denen in den neutestamentlichen Briefe öfters
die Rede ist und das Bild Christi kann deutlich in uns gelesen werden (siehe u.a. 1. Kor. 3,1-3; Gal.4,19; Eph.4,12-16; Kol.1,28).
5 Vergleich mit dem Segen Moses (5. Mose 33)
Der Segen Jakobs hat ein bemerkenswertes Gegenstück in dem Segen Moses, wie er am Ende seines 5. Buches zu finden ist.
Der wichtigste Unterschied besteht darin, daß in 1. Mose 49 die Verantwortung des Menschen betont wird,
während in 5. Mose 33 der Schwerpunkt auf den Ratschlüssen Gottes liegt.
1. Mose 49 ist eine lange Geschichte von Schuld und Strafe, von Versagen und Wiederherstellung.
5. Mose 33 stellt eine Momentaufnahme des Volkes dar, wenn es in Uebereinstimmung mit Gottes Gnadenratschlüssen im Besitz all der Segnungen
des verheißenen Landes ist.
Der Geist Gottes übergeht hier all die negativen Dinge, die Jakob in 1. Mose 49 von seinen Söhnen erwähnt.
Natürlich gibt es auch ein Unterschied in der Art und Weise wie sie angesprochen werden.
Jakob betrachtet seine Söhne als Häupter und Vertreter der zwölf Stämme (1. Mo 49,28),
während Mose über die Stämme selbst spricht.
Die Reihenfolge der Stämme ist in 5. Mose 33 auch etwas anders als in 1. Mose 49. Auf Ruben folgt unmittelbar Juda, der Rubens Stellung als Erstgeborener empfing.
Simeon fehlt völlig, wahrscheinlich deshalb, weil sich dieser Stamm größtenteils in Juda aufgelöst hatte.
Es werden aber trotzdem zwölf Stämme erwähnt, weil Ephraim und Manasse beim Segen Joseph als einzelne Stämme gezählt wurden. im folgenden nun eine vergleichende Übersicht:
1. Mose 49 5. Mose 33
01. Ruben Ruben
02. Simeon Juda
03. Levi Levi
04. Juda Benjamin
05. Sebulon Joseph (Ephraim + Manasse)
06. Issaschar Sebulon
07. Dan Issaschar
08. Gad Gad
09. Aser Dan
10. Naphtali Naphtali
11. Joseph Aser
12. Benjamin
Auf Juda folgt Levi, der hier infolge seines Gehorsams zu Gott nach der Sünde Israels mit dem goldenen Kalb einen reichen Segen empfing (vgl. 2. Mose 32,25-29).
Zusammen mit Joseph nimmt er im Segen Moses den vornehmsten Platz ein. In 1. Mose 49 sind dies Juda und Joseph.
Wir sehen das Volk in 5. Mose 33 im Besitz des Landes, in die Nähe Gottes versetzt und in Uebereinstimmung mit den Geboten Gottes leben.
Hierfür ist der Levitendienst notwendig. Danach folgen die beiden Söhne Rahels. Zuerst Benjamin und dann Joseph. Die Reihenfolge wird durch geistliche Kriterien bestimmt.
So wie Levi den Dienst am Heiligtum besaß, so besaß Benjamin den Ort des Heiligtums.
Jerusalem gehörte zu seinem Gebiet und darum wird hier gesagt, daß er in Sicherheit bei dem Herrn wohnte und umgekehrt, daß der Herr auch bei ihm wohnte.
Dies führt dann zum Höhepunkt des Segens, der Joseph zufiel. Er wird hier ebenso wie in 1. Mose 49 der „Abgesonderte“ unter seinen Brüdern genannt.
Danach folgen erst die beiden letzten Söhne Leas und die vier Söhne der Mägde.
Ihre Segnungen stehen im engsten Zusammenhang mit dem Besitz und dem Genuss ihres jeweiligen Erbteils im verheißenen Land.
Mose hatte diese Segnungen ausgesprochen, kurz bevor das Volk unter der Leitung Josuas ins Land Kanaan einzog.
Doch abgesehen von der geschichtlichen Erfüllung einiger dieser Segnungen, enthalten sie ebenso wie die Segnungen in 1. Mose 49 doch mehrheitlich eine deutlich geistliche
und prophetische Bedeutung.
Auch 5. Mose 33 enthält einige Hinweise auf das Friedensreich.
Israel wird dann nicht nur zeitlich, sondern für immer im Besitz des Landes sein. Merkwürdig dabei ist, daß von der Zurückkehr Judas (aus der Zerstreuung?) die Rede ist. Levi besiegt seine Widersacher
– von denen es in der Endzeit genug geben wird
– und Benjamin wohnt dann in Sicherheit im Land.
Joseph herrscht sogar über die Nationen und seine Herrschaft wird sich bis an die Enden der Erde erstrecken. Sebulon und Issaschar werden die Völker zum Berg laden,
d.i. zum Berg des Herrn oder Tempelberg, der am Ende der Tage als der erhabenste Berg feststehen wird (Jes.2,2-5).
Eine letzte Anspielung auf das Friedensreich ist noch im Schlussvers des Segens Moses enthalten, der über die Huldigung spricht, die die Feinde Israels erzwungenermassen dem Volke darbringen werden.
Diese Ausdrucksweise finden wir auch in den Psalmen erwähnt und sie ist ein Hinweis auf die endgültige Unterwerfung der Nationen während der Regierung Christi.
6 Schluß
Über die praktische und geistliche Bedeutung dieser Segnungen für uns kann auch kein Zweifel bestehen. Auch für uns gilt, daß es der Segen des Herrn ist, der uns reich macht (Spr.10,22).
Unser Reichtum ist in erster Linie geistlicher Art, weil wir mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern in Christus gesegnet sind (Eph.1,3).
So wie Israel das verheißene Land als Erbteil besaß – und dies ist der Gegenstand des Segens Moses – so ist der GdHdG ein weitläufiges Gebiet geistlicher und ewiger Segnungen zuteil geworden,
das es gilt im Glauben in Besitz zu nehmen. Es handelt sich hier somit nicht, wie in 1. Mose 49 um die Etappen des geistlichen Wachstums, das wir durchmachen und ebenso wenig um
die Geschichte des Versagens und der Wiederherstellung des ganzen Volkes Gottes.
Hier in 5. Mose 33 finden wir als Gegenstand den ungestörten Besitz des göttlichen Segens im „Land“, das Er uns verheißen hat.
Dieser Segen ist persönlich unser Teil, doch handelt es sich hier mehr um die gemeinschaftliche Seite davon.
Er wird im „Stammesverband“, worin Gott uns gestellt hat und worin wir miteinander zusammenleben, genossen.
Dies kann mit Psalm 133 verglichen werden, wo über den Segen gesprochen wird, den Gott dort verordnet, wo Brüder einträchtig beieinander wohnen.
Ich gehe jetzt nicht näher auf die Segenssprüche Moses ein, weise aber nur noch darauf hin, daß sie mit einem Lobpreis gegen Gott enden, die Quelle allen Segens –
während Jakob inmitten seiner Prophezeiung ein kurzes, aber eindringliches Gebet ausspricht. Hugo Bouter
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
1. Mose 15.6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
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6 23.10.2024, 18:56Zitat von Carmen S.Beitrag anzeigen laut Kabbalististik
Leider bin ich schon zu spät, um mitzuschreiben. Daher meine Frage:
Was ist Kabbalistik? Im Herrn Jesus Christus
Andreas
24.10.2024, 05:27Lieber Andreas
Einer der Vorteile dieses Forums ist, dass man ein Thread aktiv schliessen müsste, was meines Wissens in diesem Forum noch nie gemacht wurde.
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Baldur Gscheidle
Esoterische Erscheinungen
Aberglaube
Okkultismus
Spiritismus
Christliche Erleuchtung – Magie
Mystik –New Age.
***
Denn wir haben nicht mit
Fleisch und Blut zu kämpfen,
sondern mit den Kosmokratoren,
nämlich mit den Herren der Welt,
die in dieser Finsternis herrschen,
mit den bösen Geistern
unter dem Himmel.
Eph 6,12
Baldur Gscheidle Stuttgart – April 2006
Einleitung
“Den Teufel merkt das Völklein nie, selbst wenn er es am Kragen hätte”. (Goethe)
Dieses Thema ist sicher alles andere als eine erbauliche und unterhaltsame Angelegenheit und soll nicht den Zweck haben, auf diese Weise die Neugier der Leute zu befriedigen, oder gar irgendwelche sensationelle Erscheinungen ans Licht zu bringen. Es ist mir persönlich wichtig, dass diese Materie transparent wird, um gegebenenfalls in einem Gespräch oder in der Seelsorge um diese Dinge zu wissen und gewappnet zu sein.
Grundsätzlich ist es dabei aber äußerst wichtig zu beachten, dass man niemals krampfhaft versuchen sollte, sein eigenes, oder das Leben eines anderen zwanghaft nach allen möglichen Bindungen zu durchforschen. Warnen möchte ich auch vor Bewegungen, welche nach den Sünden der Vorväter bis ins 3. und 4. Glied suchen. Nach deren Doktrin kann auch ein Bekehrter nicht durch den Heiligen Geist zur vollen Sündenerkenntnis geführt werden. Dazu braucht es dann den „vollmächtigen Seelsorger“, dem unter Umständen diese Sünden offenbart werden. Ohne ein völliges bekennen dieser Sünden kann niemand frei werden. Diese Lehre wird durch das Buch von Emil Kremer, „Geöffnete Augen“ verbreitet. Davor ist zu warnen. Wenn es der HERR schenkt und wir Ihm wirklich nachfolgen, wird Er uns über unseren Zustand Licht geben.
Der Gegenstand dieser Betrachtung ist außerordentlich vielschichtig und in allen Formen der weltweiten Verbreitung und Vernetzung kaum mehr zu überblicken.
Es gibt nahezu keinen Bereich unseres Lebens, unserer Gesellschaft und Kultur, der von diesen okkulten Erscheinungen unberührt geblieben ist.
Die heutige Welt treibt, wie wir alle erkennen können, immer mehr und schneller einer alles umfassenden Dämonisierung zu. Als fast zwangsläufige Folge davon beobachten wir auch eine mehr und mehr um sich greifende Übersexualisierung mit Perversionen, Prostitution, Kindersex, Pornographie, Homosexualität und auch die zahlreichen Abtreibungen, nicht nur in unserem Land.
Der “Spiegel” schreibt: Bei Umfragen bekennen sich heute 50 Prozent der Deutschen dazu, sie glaubten an außerirdische Wesen. Jeder dritte glaubt an Ufos, jeder siebte an Magie und Hexerei, zwei Drittel fürchten den schädlichen Einfluss von Erdstrahlen auf den Schlaf. Rund 20 Prozent sind überzeugt, mit dem Jenseits lasse sich Kontakt aufnehmen, und etwa 35 Prozent halten die Zukunft für vorhersagbar.
In Deutschland sollen rund 50 000 Wahrsager und Hellseher ihre Dienste offerieren – so viele wie katholische und evangelische Geistliche zusammen. Aber weniger als drei Viertel der Westdeutschen und sogar nur ein knappes Drittel der Ostdeutschen erklären, sie glaubten an Gott.
Dies also ist alles schon Teil des gesellschaftlichen Denkens geworden und wird als normal betrachtet. Teilweise werden diese Zeiterscheinungen sogar vom Staat legalisiert. Ein sittliches und moralisches Chaos greift immer mehr um sich und erfasst breite Kreise. Derzeit kommen eher die Leute in Schwierigkeiten die öffentlich kritisieren was einst verboten und strafbar war. Während dies alles in früherer Zeit meist in der Verborgenheit geschah, spielt sich in unserer Zeit das ganze Geschehen vielfach öffentlich ab.
Der gesellschaftliche Trend zur Esoterik mit den unübersehbaren Ausstrahlungen wird bereitwillig aufgenommen und geht kontinuierlich weiter. Ich will nur einmal die zahllosen “Halloween- Partys unserer Tage anführen, wo in der Tat Geister, Hexen und Teufel Erwachsenen und Kindern nahe gebracht werden. Fast jedes Geschäft vom Bäcker, Blumenladen, Buchhandlung und Großkaufhaus ist von diesem “Hallowahn” erfasst. In Jugendhäusern und Kindergärten, sogar in den Altentreffs werden Kürbisse ausgehöhlt und Horrormasken gebastelt, selbst beide Großkirchen halten solche Veranstaltungen ab und werben dafür.
Die Presse mit den Tageszeitungen, Illustrierten, Kinder und Jugendzeitschriften, ein großer Teil der Literatur, Internet, Werbung, Kunst, Theater, Film und Fernsehen, sind an der Verbreitung dieser okkult- esoterischen Infiltration beteiligt. Es gibt außerdem ein unübersehbares Angebot an esoterischer “Fachliteratur”. (Herr der Ringe, Harry Potter, oft auch noch von christlichen Kreisen empfohlen).
Die Erwachsenbildung der Kirchen und Volkshochschulen ist ebenfalls von diesen Programmen voll erfasst. In der “Erziehungswissenschaftlichen Ausbildung”, in Industrieseminaren, in Kindergarten und Schule, sind okkulte Methoden zur Erziehung und Bildung an der Tagesordnung. Diesem Sog kann man sich nur mit Mühe entziehen. (Prof. Franzke).
Wie erwähnt, macht dieser Trend auch vor kirchlichen Einrichtungen nicht Halt. Im Gegenteil, es muss leider festgestellt werden, dass diese okkulten Elemente nicht nur in die Großkirchen, sondern selbst in Freikirchen, Gemeinschaften und Gemeinden eingedrungen sind. (z.B. Kursangebote für das Enneagramm) bei der FEG und den Baptisten). Vor diesen Tatsachen dürfen wir nicht die Augen verschließen, kommen wir doch mit belasteten Menschen aus diesem Umfeld immer wieder in Berührung.
Vielleicht sind wir sogar selbst, oder auch Familienangehörige davon betroffen. Es ist noch anzumerken, dass Vieles von den hier angesprochenen Themen, oft unerkannt, teilweise schon seit Generationen in sogar so genannte “Bibeltreue Gemeinden” eingesickert und zur Tradition geworden ist. (Z. B. Allversöhnung wie Altpietistische- Hahnsche- und Pregizer- Gemeinschaft. Diese Gemeinschaften finden sich besonders in Baden- Württemberg, jedoch auch in anderen Teilen Deutschlands).
Aberglaube, Okkultismus, Spiritismus und Abgötterei sind seit dem Sündenfall in dieser Welt und haben die Menschen von GOTT getrennt. Schon das auserwählte Volk Israel konnte sich den Verführungen Satans nicht entziehen. In ihrem Ungehorsam gegen Gottes Willen trieben sie den schlimmsten Götzendienst und lehnten ihren “Lebendigen Gott” und Erretter ab. Wenn wir als Christen im Dienst für unseren HERRN Jesus Christus stehen, ist es für wichtig, diese okkulten Strömungen zu erkennen. In unserem Kampf gegen diese Erscheinungen sind wir jedoch nicht auf uns selbst gestellt. Hier dürfen wir dem Wort Gottes und unserem HERRN vertrauen:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1Jo 3,8
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. 2Kor 10,4
2.) Aberglaube:
Der gewöhnliche, alltägliche-, oder Volksaberglaube wird in unserer heutigen Gesellschaft von vielen, auch gebildeten Menschen größtenteils gedankenlos toleriert. Er ist allgegenwärtig. Ich denke an auf “Holz klopfen”, oder das “Toi-Toi-Toi”.
Der Mensch sucht in seinem Leben Glück, Macht, gesellschaftliches Ansehen, Reichtum und Wohlstand, Gesundheit oder auch den Zugang zu Gott, besser ausgedrückt, zur Götterwelt. Er sucht Sicherheit in einer unsicheren Welt, er will wissen was ihm die Zukunft bringt und wie er sie beeinflussen kann. All dies versucht er nun, losgelöst vom Lebendigen Gott, in eigener Regie mit Hilfe von Magie und Okkultismus zu vollbringen. Er öffnet sich dabei den okkulten, mystischen und dunklen Kräften, sei es nun bewusst oder unbewusst.
Was liegt ihm näher, wenn er in die Zukunft blicken will, als das tägliche Horoskop, das er in vielen Zeitschriften findet? Ob beim Arzt im Wartezimmer oder beim Frisör, selbst in der Physiopraxis einer “gläubigen Therapeutin” habe ich solche Blätter ausliegen sehen.
Für den Blick in die Zukunft und die Lösung der vielen menschlichen Probleme werden mit der unten angeführten Aufzählung der abergläubischen Formen riesige Summen umgesetzt.
Im engeren Sinn des Wortes versteht man unter Aberglauben magische Praktiken, die in allen Völkern Religionen und Kulturen vorkommen. So z.B. Orakel, Pendeln, Kartenlegen, Wahrsagen, Totenbefragung, Gläserrücken, Horoskope, Talismane, Amulette, Traumfänger, Maskottchen, Fetische, Glücks- und Unglückszeichen, magische Zahlen, sowie der Glaube an die geheimnisvollen Kräfte gewisser Rituale, Kraftworte und Zeremonien. Weiter, Beschwörungen, Besprechen, Zauberei, es findet sich sogar der Missbrauch der Bibel als Zauberbuch und dergleichen mehr. Letzten Endes geht es darum, die jenseitigen Mächte sich und seinen eigenen Zielen dienstbar zu machen. Beim Aberglauben geht es immer darum, ohne den Lebendigen GOTT, den Vater unseres HERRN Jesus CHRISTUS, das zu erreichen, was sich der Mensch ausmalt, ersehnt und vorstellt.
Spruch von Geibel ein Zitat. Lorber als Hinweis auf das scheinbar fromme aber verführerische Gerede dieser Mannes, die zu der okkult- spiritistischen Szene der Neuoffenbarer gehören.
Esoteriker und Okkultisten sprechen ebenfalls von Gott, das kann sogar recht fromm klingen; dieser Gott ist jedoch niemals der GOTT der Bibel! (Jakob Lorber)
Wer dem Glauben die Tür versagt, dem steigt der Aberglaube durch das Fenster. Wer Gottes heil’gen Geist verjagt, den quälen die Gespenster! (nach E. Geibel)
3.) Alternative Medizin – Heilung durch Magie
Gesundheit und Wohlbefinden stehen heute meist an erster Stelle der menschlichen Werteskala. Nicht umsonst spricht man von der Gesundheitswelle. Diese so genannte “Alternative Medizin”, auch als “Sanfte- oder Natürliche Medizin” bezeichnet, hat in unseren Tagen geradezu eine Hochblüte. Viele Menschen haben ihr Vertrauen in die wissenschaftliche Medizin verloren. In gewisser Weise ist das auch verständlich, liest man nur einmal die lange Liste der Nebenwirkungen, die auf den Beipackzetteln der Medikamente aufgeführt sind. Da kann man schon mal überlegen, ob man solch eine Pille nun schluckt, oder ob man es besser sein lässt. Scheinen doch manchmal die Nebenwirkungen schlimmer zu sein als das Leiden das man hat. Schließlich war vor nicht allzu langer Zeit in den Zeitungen zu lesen:
In Deutschland sterben jährlich mehr Menschen durch Arzneimittel, als an Verkehrsunfällen, Krebs, Herzinfarkten, oder irgendeiner anderen Erkrankung. Weit weniger als die Hälfte aller Deutschen sterben eines natürlichen Todes (es gibt Wissenschaftler, die von nur einem Drittel natürlicher Todesfälle ausgehen). Allein auf internistischen Stationen von Krankenhäusern soll es jährlich zu etwa 58 000 Todesfällen durch unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen kommen. (Internet).
Mit dieser Schreckmeldung werben nun auch Heilpraktiker, Homöopathen usw. auf breiter Front für ihre Alternative Medizin. Aber auch Apotheken haben schon lange diesen lukrativen Markt für sich entdeckt und bieten Homöopathische Produkte, Schüßler-Salze, Kinesiologie für Kinder, Ayurveda, Feng-Shui, Tai-Chi Medikamente, Bachblüten und anderes mehr an.
Sie versprechen dabei den Menschen eine Heilbehandlung ohne Nebenwirkungen. Was allerdings verschwiegen wird, ist der magisch-okkulte Hintergrund dieser Therapien. Nach dem Motto, d’ “Hauptsach xsond”, oder “wer heilt hat Recht”, machen sich viele auch keine weiteren Gedanken darüber.
Diese magisch- okkulten Therapien werden häufig in Verbindung mit Suggestion, Hypnose, Meditation und Selbstversenkung praktiziert, um Heilung, Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden, zu erreichen. Der neue Begriff dafür heißt “Wellness” und ist zu einer echten Modeerscheinung geworden. Zahlreiche Hotels in Deutschland Schweiz und Österreich werben für solche Wellnesstherapien.
Es existieren insgesamt eine große Anzahl dieser okkulten Therapien, die unter den verschiedensten Namen und Bezeichnungen eingeführt sind. Häufig werden sie auch nach dem Baukastensystem miteinander kombiniert und miteinander vernetzt. Die Übergänge sind fließend. (siehe Übersicht, S.14 – 16)..
Für Seminare, Kurse und Therapien werden bei uns enorme Summen ausgegeben. Dies muss ein äußerst gewinnbringendes Geschäft sein. Die verschiedenen Therapien sind auch unter dem Begriff “Holotrope – Ganzheitliche”, Medizin bekannt.
Diese Art von Heilkunde erhebt nun den Anspruch, den gesamten Menschen, nach Geist, Seele und Leib zu behandeln. Alle diese Therapien kommen aus den asiatischen Religionen und Kulten, dem Buddhismus, Hinduismus, Taoismus, der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM genannt, auch Hawaii, die Philippinen, sowie der indianische und asiatisch- sibirische Schamanismus können noch angeführt werden.
Die Homöopathie nach Hahnemann, die Therapie mit den Schüßler-Salzen, (Schüßler ist ein Ableger der Homöopathie) gehören ebenfalls zu diesen okkulten aus Asien stammenden Methoden.
Viele dieser Heilverfahren sind mit Massagen und sanften Berührungen verbunden. Auch suggestive Befehle und Hypnosetechniken werden dabei gebraucht. Der Klient entspannt sich dabei, gibt seinen eigenen Willen auf und überlässt sich so buchstäblich den Händen und dem Geist des Therapeuten.
Eine normale wohltuende Massage des Ehepartners, oder eines Physiotherapeuten und das “innere zur Ruhe kommen” aus einem von Hektik geprägten Alltag, hat mit der aus okkultem Hintergrund kommenden Form der Therapie jedoch nichts zu tun. Es wäre falsch, alles unter magischen Gesichtspunkten zu betrachten. Wir dürfen Gott dankbar sein für die natürlichen Möglichkeiten und Gaben die er schenkt. (dazu gehört auch eine gute Musik).
a) Akupunktur
Auf die fast am meisten bekannte Therapie, die Akupunktur möchte ich wegen ihrer großen Verbreitung noch etwas näher eingehen, nachdem seit Neuestem manche Krankenkassen für diese Therapie einen Zuschuss geben, sofern sie von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Über Akupunktur gibt es heute wissenschaftliche Untersuchungen von verschiedenen Universitäten und Instituten. Z.B wird sie schwangeren Frauen bei bestimmten Beschwerden, um eine Frucht schädigende Wirkung von Medikamenten auszuschließen, von der DAK voll bezahlt. Manche Kassen erstatten jedoch auch für eine Behandlung durch einen Heilpraktiker mit “Esoterischer Medizin” einen Beitrag. Allerdings nicht für alle Zweige dieser Medizin. Hier können also wirklich ernste Konflikte für einen Gläubigen entstehen. Wir wollen aber nicht vergessen, dass wir als Christen unsere Anliegen stets vor unseren GOTT bringen dürfen!!!
Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Phil 4,6
Was ist und wie funktioniert die Akupunktur nach Meinung der Esoterik?
Akupunktur ist ein mindestens 3- 5000 Jahre altes chinesisches Heilverfahren, bei dem feine Nadeln in bestimmte Punkte der Haut gestochen werden. Die Akupunktur beruht auf einer äußerst detaillierten Vorstellung der Chinesen vom “Fluss der Lebensenergie” Chi oder Qi im menschlichen Körper. Qi soll die Verbindung von kosmischer, göttlicher Ursubstanz mit der Atmosphäre der Erde sein. Diese Vorstellung ist allerdings als mystisch-magisches Gedankengut zu bezeichnen und somit abzulehnen. Nach chinesischen, und insbesondere esoterischer Lehre, soll Chi in zwölf Hauptbahnen fließen, den sog. Meridianen, die an den Akupunktur-Punkten knapp unter der Hautoberfläche liegen sollen und dort auch am besten beeinflusst werden können. Krankheiten gelten als Ergebnis eines gestörten Energieflusses. Diesen versucht nun der “Heiler” durch seine gezielten Interventionen wieder zu harmonisieren. Bei der Akupressur, die mit Händen oder auch Edelsteinen/Heilsteinen ausgeführt wird, soll diese kosmische Energie ebenfalls übertragen werden. Der Therapeut wirkt hier als der Vermittler der Kraft. (Medium)
b) Heilpflanzen:
Auch die landläufig bekannte Maria Treben mit ihren Heilkräutern aus der “Apotheke Gottes” ist anzuführen. Sie hat die Pflanzenheilkunde etwas in Verruf gebracht. In ihrem Buch schreibt sie, dass sie ihr Wissen von der “Jungfrau Maria” erhalten habe. Dies ist meiner Ansicht nach eine von ihr frei erfundene Verkaufshilfe, besonders für den katholischen Kreis ihrer Leserschaft. Was sie an Heilwirkungen anführt, war schon in der Antike und im Mittelalter den Ärzten bekannt und über Jahrhunderte in der Heilkunde im Gebrauch. Die Wirkungen der verschiedenen Heilkräuter werden heute weiter intensiv erforscht. Dazu gibt es eine große Anzahl guter und anerkannter Literatur.
Möchte an dieser Stelle noch auf die okkulte Seite der Heilpflanzentherapie hinweisen, wie sie von zahlreichen Heilpraktikern und auch von Hexenkreisen ausgeführt wird. Dabei sind nicht die enthaltenen Wirkstoffe der Pflanze entscheidend, sondern das Vermitteln magischer Kräfte, welche die Heilung bewirken sollen. Dies ist auch das Prinzip der Homöopathie. Tatsache ist, dass auch das Hexentum mit einer magischen Heilpflanzentherapie arbeitet. Die verschiedenen Heilpflanzen werden wie in der Astrologischen Heilkunde bestimmten Planeten und Sternen zugeordnet und sollen erst durch deren kosmische Kraft ihre volle Wirkung entfalten. Auch die Anthroposophische Medizin nach Rudolf Steiner zählt zu dieser Art Medizin. Vor dem Auspendeln von Heilmitteln, Medikamenten und Heilpflanzen aller Art ist zu warnen.
c) Heilung in der Charismatik
Unzählige gläubige und ungläubige Menschen haben hier schon Heilung und Gesundheit gesucht und erhofft. Bei den oft großen Heilungsversammlungen mit tausenden von Menschen wird der “Heilige Geist” zum Heilen gerufen, um nicht zu sagen “herbei beschworen” oder auch von den “charismatischen Magiern freigesetzt”. Die zahlreichen Veranstaltungen der charismatischen “Möchtegernheiler” haben meist trotz großartiger Werbung und Versprechungen, viele enttäuschte und gebrochene Menschen zurückgelassen. Sie gingen so krank nach hause wie sie gekommen waren.
In vielen Kreisen herrscht der Gedanke, dass Krankheit, Leiden und Armut nicht gottgewollt sind. Wer hier Defizite hat, dem fehlt es eben am richtigen Glauben. Arztbesuche sind in manchen Gruppierungen verboten, es heilt der HERR allein. Hier werden auch an Magie erinnernde Methoden ausgeführt. Da erscheinen dann die ausgebreiteten Hände des “Heilers” in Großaufnahme auf dem Fernsehgerät. Er fordert dabei die Zuschauer auf, ihre Hände auf den Bildschirm zu legen, damit die Kraft des Heiligen Geistes (kosmische Kraft) zur Heilung oder Befreiung auf diese Weise übertragen wird. Heute werden z.B. von der charismatischen “Geistlichen Gemeinde Erneuerung” Schulungen angeboten und durchgeführt, wo “geistliches Heilen” erlernt werden kann. Dies erinnert an den bekannten Magier Simon, der Geld dafür bezahlen wollte um Macht über den Heiligen Geist zu bekommen.
4.) Mensch und Kosmos
a) Kosmischer Energiefluss – Kosmisches Bewusstsein
Es geht bei all diesen aus dem Okkultismus kommenden Heilverfahren jedoch nicht allein um Heilung, sondern um weit mehr, nämlich um eine Änderung des Bewusstseins, es soll eine “Kosmische Bewusstseinsveränderung” hervorgerufen werden, die den Menschen in Verbindung mit Geistern und Dämonen bringen soll. Die Esoterik spricht dabei verharmlosend von “Kosmischen Wesenheiten”.
Übereinstimmend wird von vielen esoterischen Therapeuten erklärt, “können all diese Therapien zur Trance und manchmal sogar zur Besessenheitstrance führen”, wobei der Mensch unmittelbar mit der Geisterwelt in Kontakt kommt. Besessenheitstrance ist besonders aus dem Schamanismus, den verschiedenen Voodoo-Kulten und auch aus Malaya bekannt.
In einem esoterischen Lexikon ist folgende Definition zu lesen:
“Alle physikalischen Körper befinden sich wie alle Atome in einem Zustand der Schwingung, die je nach Zusammensetzung und Erwärmung höher oder niedriger liegt, auch wissen wir, dass jeder Mensch ständig verschiedenartiger Strahlung ausgesetzt ist (Licht, Radiowellen, atomarer Zerfall, kosmische Strahlung). Diese messbaren Strahlungen und Schwingungen sind jedoch nicht die in alternativen Heilmethoden angesprochenen Energieströme, hier handelt es sich um so genannte “höheren Schwingungen”, “geistige Strahlung”. Sie beschreiben esoterische, okkulte Beziehungen”.
Die zahlreichen esoterisch- okkulten Heilmethoden aus den unterschiedlichsten Kulten und Religionen haben miteinander gemeinsam, dass Krankheiten und andere Störungen von einem unterbrochenen, so genannten “Kosmischen Energiefluss” und inneren “Blockaden”, gewisser Disharmonien psychischer und physischer Art herrühren sollen. (Auch in der Charismatik wird häufig von solchen Blockaden gesprochen). Diese aufgebauten Blockaden sollen den “Kosmischen Energiefluss”, das soll ein Kraftfluss aus der kosmischen Geistwelt sein, welcher durch den Körper strömt, beeinträchtigen und hemmen. Mit Hilfe der entsprechenden Therapie sollen nun diese Sperren gelöst und der heilende Energiestrom wieder zum Fließen gebracht werden.
Die blockierten und gestörten Organe sind nach chinesischer Auffassung (Traditionelle Chinesische Medizin) durch so genannte Leiterbahnen oder Meridiane miteinander verbunden durch welche die Lebensenergie Qi, auch Prana genannt, fließt. Die gesamte Erde soll nach Feng Shui ebenfalls von einem Netzwerk gleichartiger kosmischer Energiebahnen bedeckt sein. Der Mensch soll auf diese Bahnen bei der Gestaltung von Landschaften und Wohnräumen achten, um mit der kosmischen Energie in Harmonie leben zu können. Bei Reiki und Qi-Gong wird der Mensch selbst zum Kanal dieser kosmischen Energie. Sie fließt durch den Körper des Therapeuten und wird von seinen Händen durch Berührungen und Massage auf den Patienten übertragen.
So soll der Mensch, der sich diesem kosmischen Einfluss öffnet wieder ganzheitlich heil werden und dadurch auch zu einem neuen “kosmischen Bewusstsein” kommen. Wird nun der Energiefluss bei der entsprechenden Therapie wiederhergestellt, so kommt er zum idealen Zustand. Er kann sich jetzt mit Gott vereinigen.
Dies ist das Ziel aller esoterischen und mystischen Wege, die Vereinigung mit dem inneren Wesenskern des Kosmos, dem “kosmischen Bewusstsein”, das bedeutet die ursprüngliche Einheit mit der obersten Gottheit zu erreichen. In verschiedenen Kulturen und Religionen wird es mit anderen Worten auch Erleuchtung, (Jakob Böhme, Michael Hahn) Nirwana, (Buddha) Unio Mystica, (Christliche Mystiker) Chymische Hochzeit, (Alchemie) umschreiben. Die Initiative geht hier durch eine eigene Aktion vom Menschen aus. In Wahrheit vereinigt man sich hier mit dem “Fürsten dieser Welt” und seinem dämonischen Heer.
b)Kosmische Kräfte
Diese Kräfte sind wie schon angeführt, keine neutralen Energieströme oder Schwingungen, wie es manchmal von Esoterikern verschleiernd ausgedrückt wird, es sind in Wahrheit magische Energien; sie sind personifiziert und kommen aus dem Bereich Satans, der noch immer der Herrscher im Kosmos ist. Die Bibel spricht von den Kosmokratoren, den Mächten und Herrschern im Kosmos, im Weltall. (Eph.6,12)
Die Kräfte, die der Therapeut, Zaubernde oder Magier gebraucht um diesen Kraftfluss zu öffnen und zu kanalisieren, umfassen das Vermögen, durch seine Imagination- und Visualisierungskraft diese magische Energie zu verdichten und so Objekte magisch zu erschaffen. (Ähnliches ist aus der Charismatik, z.B. von dem koreanischen Pastor Yonggi Cho bekannt. Er erschuf sich im Geist mit dieser Vorgehensweise ein Fahrrad, einen Bürostuhl und einen Schreibtisch, welcher ihm dann anschließend von Gott in der Realität geschenkt wurde. („Die vierte Dimension“).
Es soll nun auch nach den Aussagen dieser „Spezialisten“ möglich sein, diese kosmische Energie überall dahin zu lenken, wo sie gebraucht wird. (Teleportation). Sie kann aber auch konzentriert und in einem bestimmten Gegenstand fixiert werden. Dieser muss dann durch magische Rituale aufgeladen werden, so dass er auch tatsächlich wirksam wird. (Talisman, Amulett). Auch Meditation, das ist ein “in sich selbst Versenken”, eine Übung und Technik der Geistes- und Gedankenkontrolle, dient der Öffnung für diese Energien und der angestrebten Bewusstseinserweiterung. Sie führt zur Trance und ermöglicht so den Kontakt zu den kosmischen Mächten. Voraussetzung für diese Bewusstseinserweiterung ist, Verstand, Gefühl und den Körper völlig zur Ruhe kommen zu lassen, leer zu werden; dabei lädt man sich dann mit der besagten Energie auf. Außer den erwähnten Methoden gibt es noch verschiedene andere Möglichkeiten den Zustand der Trance zu erreichen und so mit diesen “Kosmischen Kräften”, sprich den dämonischen Wesen in Kontakt zu kommen. So z.B. der Gebrauch von halluzinogenen Drogen, wie dies Frau Kübler- Ross beschrieben hat.
c) Mikro- und Makrokosmos
Dies ist ein weit verbreiteter Begriff in der Esoterik, der christlichen Theosophie und auch der jüdischen Geheimlehre, der Kabbala und kommt ebenfalls aus einem magischen Weltbild. All die vielen esoterischen Richtungen operieren mit diesem Prinzip. Der Makrokosmos, das ist der große allumfassende Kosmos, wird dabei als die Gottheit, als Gott gedacht. In ihm ist alles enthalten, er steht für das gesamte All. Mikrokosmos, also der kleine Kosmos, soll der Mensch sein, ein getreues Abbild des Makrokosmos und des Geschehens am Himmel.
Er ist aus Gott emaniert, das heißt ausgeströmt. In ihm soll alles was die Gottheit umfasst, modellhaft im Kleinen angelegt sein. Dieser Makrokosmos enthält sowohl den Ausfluss des Lichts, wie auch. das Dunkle, das Böse. Ebenso ist der Mensch geartet. Nun kann daraus abgeleitet werden, dass “Das Böse” eigentlich keine Sünde ist, es kommt ja aus der Gottheit. Daher braucht der Mensch auch keine Erlösung, da er ja selbst ein Teil der Gottheit ist. Dieser Gedanke findet sich in der gesamten Esoterik, der Astrologie und auch der christlichen Mystik und der Kabbala.
d) Der kosmische Christus
Noch anzuführen ist, dass in esoterischen und christlich-kabbalistischen Zirkeln ebenfalls von einem “kosmischen Christus” und einem “kosmischen Evangelium” gesprochen wird. Hier wollen besonders “Ausersehene und kosmisch Erleuchtete” Menschen durch Geistführer und “kosmische Wesenheiten”, außergewöhnliche Offenbarungen erfahren haben.
Christus soll nach diesen Lehren ein “kosmisches System” sein und allen verschiedenen global vertretenen Glaubensrichtungen innewohnen. In all diesen Religionen soll die göttliche Wahrheit zu finden sein. (Diese Aussage macht heute auch der Papst. Die Evangelische Allianz Großbritannien berichtet ähnliches. Quelle: “Biblisch Glauben, Denken, Leben”, Nr. 62, Bibelbund e.V.).
In Wahrheit, so die Esoterik, gibt es nur “EINE” kosmische Religion. Jede Art von Religion soll lediglich eine Variante der übergeordneten kosmischen Ur- und Universalreligion sein. Maria, die Mutter Jesu, soll dabei identisch mit den verschiedensten Göttinnen in den antiken Kulten und Religionen. Babylon, Ägypten, Persien, Indien sein, alle kennen die universelle kosmische Urmutter, aus welcher der “kosmische Erlöser-Christus” immer wieder neu geboren, reinkarniert wird. In der Zusammenfassung und Integration aller Religionen und religiösen Lehren, Schulen und Sekten soll überall der “kosmische Christus” zu finden sein. Dies ist das freimaurerische Prinzip, in dem alle Religionen gleich gültig sind. Dieser dort verkündigte Christus ist allerdings nicht der Sohn Gottes, Jesus Christus, der HERR und Erlöser der Bibel.
5.) Das Phänomen der Trance (und verschiedene Wege diesen Zustand zu erreichen).
Um das Kosmische Bewusstsein zu erfahren, ist nach Aussagen der Esoteriker der Trancezustand besonders wichtig. Die Esoterik definiert:
Trance ist die Begegnung und die Türe mit und zu einem “anderen, dem kosmischen Bewusstsein.”. Die Möglichkeiten und Techniken diesen Zustand zu erreichen sind groß. Es gibt akustische Reize wie Rasseln und Trommeln, Oberton- und Mantra-Singen, Rezitieren von Mantras und Gebeten (Rosenkranz); es gibt visuelle Auslöser, wie ins- Feuer- schauen, Stroboskop-Lichter in den Discos, Sonnenlicht durch bunte Glasfenster in Kirchen oder rhythmisch pulsierendes Blinken wie bei den “Mind-Machines”; (Moderne Mind Machines gestatten es durch gezielte Technologie und optisch-akustische Stimulation des Gehirns, alle Arten der Bewusstseins- Erweiterung und Entspannungszustände zu produzieren).
Tanz und Bewegung sind ebenfalls im Gebrauch, wie im Orientalischen Tanz der Sufi, im Trance-Tanz, beim Techno-Rave oder bei afrikanisch-karibischen Voodoo-Ritualen, auch physische Erschöpfung und Askese, wie extremes Fasten, Entzug von Schlaf usw., können Trance hervorrufen..
Bei “frommen Konzerten” und charismatischen Veranstaltungen, können solche in Trance gefallenen Menschen erlebt werden. Schamanen im Zustand der Trance können in die Zukunft schauen und von Krankheiten heilen. Trancezustände können außerdem Schweben und Schmerzunempfindlichkeit hervorrufen. Das Laufen über Glasscherben und glühende Kohlen sind bekannte Phänomene. (Schweben ist von einigen katholischen Heiligen bekannt, auch Michael Hahn will dies erlebt haben).
Ein besonders wirksames Verfahren um ganz bewusst Trance zu erreichen, ist die Kundalini-Atmung des Yoga, das Hyperventilieren beim “Holotropen Atmen” (zur Ganzheit, zum Kosmos hinführend). Zu beachten ist jedoch, dass diese Hyperventilation auch ein krankhafter Zustand sein kann, der mit der gezielten Trance hervorrufenden schnellen Atmung nichts zu tun hat. Hier gilt es also zu unterscheiden.
Es gibt pharmakologische Anregungsmittel, der Gebrauch von psychoaktiv wirkenden Substanzen wie z. B. Psilocibin Pilze, Fliegenpilz oder Peyote-Kaktus, sowie moderne Mittel, wie LSD und XTC. (Kübler- Ross).
Ebenfalls führen sexuelle Stimulierung wie im indischen Tantra oder die sexualmagischen Praktiken der Okkultisten und Satanisten durch Visualisierung und Imagination zur Trance. (Diese Techniken praktizierten Swedenborg und auch der berüchtigte Satanist und Freimaurer Aleister Crowley. Swedenborg beeinflusste viele spätere Esoteriker und Geheimgesellschaften. So auch Frau Blavatsky und Crowley).
Zum erreichen der Trance wird auch die Chakra-Therapie angewandt, die neuerdings schon in Krankenhäusern zur ganzheitlichen Heilbehandlung eingesetzt wird. (Z.B. Krankenhaus vom Roten Kreuz, Stuttgart). Aroma-Massagen, Chakra-Therapie, Energetische Massagen, Dorn- Breuß- Wirbelsäulentherapie, Fußreflexzonentherapie, Energiebehandlung mit Reiki, Ayurveda, Tibetische Massagen, Aura Soma, Geistiges Heilen nach H. Krohne, u.v.m.)
Bei diesen Trancezuständen kann es bis zur Besessenheitstrance kommen, das ist eine Besetzung durch eine andere Wesenheit.
In der Magie wird wie in vielen Naturreligionen (Schamanen) die Trance benutzt, um bewusst die Welt der Geister zu besuchen und sich mit bestimmten Göttern zu vereinen, mit der Seele auf Reisen zu gehen, sich an vergangene Inkarnationen der Seele oder an verdrängte oder vergessene Situationen in diesem Leben zu erinnern.
Im Trancezustand kann aber nicht nur Positives bewirkt, sondern auch Schaden, Krankheit und Tod zugefügt werden. Bekannt ist der schreckliche Voodoo- Zauber, wo Menschen mit Zaubermitteln und Giften zu Zombies, das sind willenlose, lebendige Leichname, gemacht werden.
6.) Magisch- Okkulter Einfluss auf den Pietismus – Allversöhnung – Charismatik
Möchte hier noch ein weiteres Thema erwähnen, das den meisten Christen entweder nicht bekannt ist oder aber auch von vielen Gläubigen überhaupt nicht wahrgenommen wird und werden will. viele zu mir gesagt, ich will das alles gar nicht wissen, ich will meine Ruhe und meinen Frieden haben.
Nun, bekannt und auch anerkannt ist dieser magische Einfluss auf die Katholische Kirche, die von den okkulten und aus dem Heidentum stammenden Gedanken und Ritualen tief durchsetzt ist.
Über dieses Thema gibt es eine Fülle guter und informativer Literatur. Auch ist uns Gregor Dalliard mit seinen aufklärenden Vorträgen über diese Gegebenheiten gut bekannt. Leider ist er nun “auf der anderen Seite vom Pferd gefallen” und hat sich der nicht minder abzulehnenden Allversöhnungslehre geöffnet, die ihre Wurzeln ebenfalls in Magie und Heidentum hat.
Was jedoch fast völlig unbekannt ist, ist der magisch- mystische und okkulte Einfluss auf den frühen und späteren Pietismus. Dieser Einfluss kam besonders über die jüdische Geheimlehre der Kabbala in diese Kreise. Bald nach der Bildung der pietistischen Bewegung durch Spener und Francke, flossen diese falschen Strömungen in den Pietismus ein.
Die Kabbala, die eine umfassende Zauberlehre enthält, soll eine theosophische Weltsicht, Erkenntnisse, Weisheit vermitteln und dem kabbalistisch Eingeweihten den Schlüssel für alle Geheimnisse und Erkenntnisse in die Hand geben. Der Eingeweihte und erfahrene kabbalistische Meister, soll sogar Macht über die Engel, Geister und selbst über Gott bekommen. Wir erinnern uns hier an die Versuchungsgeschichte und das Versprechen der Schlange: “Ihr werdet sein wie Gott”.
Die Kabbala soll zum richtigen Verständnis der Bibel führen, deshalb wurden ihre Lehren und Anschauungen gerade vom neu erwachten Pietismus so bereitwillig aufgenommen. Hinter dem Wortsinn des biblischen Textes suchte man nach der Lehre der Kabbala, geheime göttliche Offenbarungen, die nicht jedermann zugänglich sind. Man wollte den eigentlichen Sinn der Thora erfassen, wo hinter jedem Buchstaben und Wort neue Offenbarungen zu finden sind. Diese sind wichtig um in der künftigen Welt auch die Seele der Seelen, das heißt Gott selbst zu schauen. (Kabbalistische Buchstaben und Zahlenmystik).
Wichtige Vertreter die die Kabbala studiert haben und kabbalistisches Denken in die christliche Lehre eingebracht haben sind, und hier nur eine kleine Auswahl: Agrippa von Nettesheim (1486-1535), Jakob Böhme (1575- 1624), Emanuel Swedenborg (1688-1772), Friedrich Oetinger,(1702 – 1782) der sich auch intensiv mit der okkulten Alchemie befasste, Franz von Baader (1765-1841), sowie der von Oetinger stark beeinflusste Johann Michael Hahn (1758–1819). Fast alle erfuhren “Erleuchtungserlebnisse”, die sie durch verschiedene magische Praktiken, die zur Trance führten, erhielten. Sie erlebten Reisen in die Himmelswelt, besuchten die Planeten, und das Totenreich, sie erlebten Umgang mit Abgeschiedenen und Dämonen usw.
Sie haben die christliche Theosophie durch Studium und Anwendung der Kabbala, sowie durch Aufnahme katholischer Mystik in ihr System nachhaltig geprägt. Die christliche Theosophie beruft sich dabei auf den- auch die “Tiefen der Gottheit erforschenden Geist”.
Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. 1Kor 2,10.
Es geht dabei immer um den Weg des Menschen zu Gott. Der Mensch ist der Bestimmende. Nicht Gott bahnt den Weg zum Menschen, vielmehr schafft dies der “eingeweihte Kabbalist” mit Hilfe seiner errungenen Kraft und Macht. Genau dies haben die christlichen Mystiker als “Unio mystica”, als die Vereinigung mit Gott erlebt und beschrieben. Deutlich finden wir hier die Wurzeln aufgezeigt, die schließlich zum mystischen Pietismus geführt haben.
Jakob Böhme erfuhr seine Erleuchtung als er auf ein poliertes Zinngefäß blickte in dem sich die Sonne spiegelte. Er schrieb seine Bücher als Schreibmedium im Zustand der Trance. Er vertrat ebenfalls die Lehre der Wiederbringung aller Dinge. (apokatastasis panton)
Emanuel Swedenborg (1688–1772) konnte sich durch Sexualmagie und Atemtechnik willentlich und bewusst in Trance begeben. Er durchreiste Himmel und Hölle, sprach mit Engeln, Toten und Dämonen, er hatte auch das zweite Gesicht. Emanuel Swedenborg sah den Brand von Stockholm in einer Vision, als er bei einer Gesellschaft in Göteborg weilte. (Entfernung 400 km). 1763 schrieb er ein Buch über seinen Kontakt mit Jenseitigen und Engeln.
Friedrich Christoph Oetinger hatte als erster Deutscher Briefkontakt mit Swedenborg und entdeckte viel Verwandtes in seiner eigenen Theologie. Er war von Swedenborg begeistert und übersetzte verschiedene seiner Werke ins Deutsche. Er ist ebenso wie Blumhardt als Geisterprediger bekannt.
Auch Philipp Matthäus Hahn, Johann Michael Hahn, Friedrich Oberlin, ferner Goethe und Schelling haben von Swedenborg Wesentliches übernommen. Sie vertraten alle die Lehre der Allversöhnung.
Ebenso auch Jung- Stilling und der bekannte Johann Christoph Blumhardt der Ältere. Nach dieser Lehre sind die Toten um uns her, so wie auch Prof. Karl Heim seinen Studenten erklärte: “Die Toten sind uns näher als wir denken”.
So ist auch von Oetinger zu lesen, dass er den Toten und Abgeschiedenen predigte. Oetinger schrieb einmal an Swedenborg, wenn er das nächste Mal in den Himmel reise, doch auch den Apostel Johannes zu fragen, wie dies oder das in der Offenbarung Jesu Christi zu verstehen sei.
Von Swedenborg weiß man, dass er zum einen den weltweiten modernen Spiritismus begründete, zum anderen den deutschen Pietismus über Oetinger und andere nachhaltig beeinflusste. Swedenborg übte auch großen Einfluss auf die Freimaurerei aus, die viele seiner Vorstellungen in ihr System aufnahm.
Oetinger wiederum beeinflusste viele Theologen, so auch den Bauernsohn Johann Michael Hahn. Dieser schreibt über sein Bekehrungs- und Erleuchtungserlebnis:
“Denn es war lange finster auf der Tiefe, nämlich auf dem Chaos meiner qualvollen “Herzens Konfusion”, bis göttliche Bewegung es durch das Wort »Galgal« wendete und das Licht aus der Finsternis hervorbrachte und einen lichthellen, geborenen Schein in die Zentralkräfte meiner Seele gab. Ich sah in die innerste Geburt und allen Dingen ins Herz und mir war, als wäre auf einmal die Erde zum Himmel geworden, und als ob ich die »Allenthalbenheit« (allumfassende Gegenwart) Gottes schaute.
Mein Herz war gleich der ausgedehnten Ewigkeit, darin sich Gott offenbart. Er sagte, es seien in jener “zentralistischen Schau” die innersten Sinne und alle möglichen Fragen von Gott, von Christus, vom Geiste Gottes, nämlich wie, wo und was der dreieinige Gott sei, und wie alles von ihm komme, in ihm bestehe und durch ihn wiedergebrachtwerde, auf einmal beantwortet worden”.
Hahn über seine Sonderoffenbarungen: “Das ist eine unmittelbare Erkenntnis, die nicht auf direktem Weg, wie Hören und Lesen des Wortes, durch ständiges Denken und Schlüsse machen, sondern auch auf dem direkten Weg des inneren Schauens, durch so genannte Intuition gefunden wird”. (Intuition = Eingebung von oben).
Dies wird von Hahn und anderen auch “zentrale Erkenntnis” genannt, weil der Geist bei dieser Art zu “Erkennen” seine sämtlichen Kräfte konzentriert, in Eins zusammengefasst und, gleichsam in einem einzigen Brennpunkt sammelt.
Vielen dieser christlichen Mystiker ist gemeinsam, dass sie die Wiederbringung aller Dinge, die Versöhnung des gesamten Weltalls durch Jesus Christus mit allen von Gott geschaffenen Wesen vertreten und verkündigen. Dazu gehören auch Satan und seine Helfer. Diese Okkult- magische und spiritistische Welle erfasste viele Kreise in Deutschland, der Schweiz und ebenfalls das französische Elsass.
So konnte der Dichter Clemens von Brentano 1832 schreiben:
“Merkwürdig ist das allgemeine Hervortreten der Geister – und Wunderwelt und besonders der Gewalt des Satans in unserer Zeit … die Frommen in der Schweiz und in Württemberg haben hier keine andere Unterhaltung als Geister, Besessene, Doppelgänger usw.”
Auch der als bedeutender Mann des Pietismus geachtete und berühmte Arzt, Heinrich Jung- Stilling, (1740-1817); er war Freimaurer, ist für seine Verbindungen zur Geisterwelt bekannt. Er schrieb unter anderem die Bücher Theorie der Geisterkunde und “Szenen aus dem Geisterreich”, wo er seine Reisen durch die oberen Welten mit ihren Landschaften, und die Begegnungen und Gespräche mit “Seligen und Unseligen” Totengeistern beschreibt. Er wurde bei diesen Aufenthalten in der himmlischen Welt von einem Leitgeist, einen Engel namens Siona geführt. Er fasste den Engel als weiblich auf und spricht “Siona” an, als “unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit”.
Siona diktierte ihm die Schrift “Lavaters Verklärung” in die Feder. (Lavater, Schweizer Pfarrer, Allversöhner, bekannt durch seine physiognomischen Studien, er sagte aus den Stirnlinien die Zukunft voraus. Diese Lehre stammt aus dem „heiligen Buch der Kabbala“, dem „Buch des Glanzes“ – „Sohar“ genannt.). Alle, auch die dunklen und noch nicht zum Licht durchgedrungenen Seelen sind bei Jung- Stilling und anderen Anhängern der Allversöhnungslehre auf dem Weg zur ewigen Erlösung. Sie werden von schon “vollendeten Geistern” gelehrt und weitergeführt.
Johann Friedrich Oberlin(1740-1826) ist bekannt als bedeutender Pfarrer im elsässischen Steintal. Er erwarb sich große Verdienste um die wirtschaftlich und sozial zurückgebliebenen Menschen in diesem Tal. Er erzog und lehrte sie und brachte die ganze Gegend im Lauf der Zeit zu Bildung und Wohlstand. Er war freundschaftlich verbundenen mit Lavater (1741-1801) und Jung-Stilling undglaubte an Geister und deren Erscheinungen.
Zu Oberlins Freunden gehörten auch Männer wie Johann Wolfgang von Goethe (1749-1771), Herder (1750-1812), Schleiermacher (1768-1834) und andere, die alle als Freimaurer und Illuminaten bekannt sind.
Oberlin war ein Mann jenes Zeitalters, das näher als ein anderes, der ewigen Menschensehnsucht zu sein glaubte, mit der Geisterwelt des Jenseits in Fühlung zu treten. Oberlin hatte den Glauben, dass er dem Jenseits so nahe steht, dass er mehr von ihm erkennt, als die vielen Gleichgültigen und er verkehrte auch mit den Toten.
Er erzählte einmal, dass er in seiner Studentenzeit als Geisterbanner ein Haus von Gespenstern befreien konnte. Die Geister, mit denen er mit zunehmenden Jahren verkehrte, nahten sich ihm allerdings als freundliche Rater und Helfer.
So führte er nach dem Tod seiner Frau Salome über neun Jahre eine “Geisterehe”. Sie erschien ihm, sowie auch anderen Leuten recht häufig. In seinem Buch “Die Bleibstätten der Toten” beschreibt er, wie sie als Geistgestalt zu ihm kam, sie miteinander redeten, sich küssten und umarmten; sie beriet ihn und gab ihm Anweisungen was die Zukunft betraf.
Nach Gottes Wort ist dieser Umgang mit Toten und Dämonen für GOTT ein Gräuel!!
Leider wirken diese Lehren des 18. und 19. Jahrhunderts bis in die Gemeinde der Gegenwart hinein. Was mich persönlich immer wieder schmerzlich berührt ist die Tatsache, dass viele Prediger unserer Tage aus Unwissenheit ihre Anleihen bei diesen spiritistisch beeinflussten “Glaubensvätern” machen und sie häufig zitieren. Sicher, nicht alles was sie gesagt und geschrieben haben ist falsch, dennoch verführten sie viele Gläubige.
Trotz allem sollte man hier darauf achten, wen man zitiert. Auch unser HERR Jesus sowie der Apostel Paulus haben von Dämonen ausgesprochene Wahrheiten scharf zurückgewiesen. Zu solchen Leuten zähle ich auch viele Mystiker, an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl:
Franz von Assisi (1182-1226), Theresa von Avila (1645-1652), die französische Mystikerin Madame Guyon(1648-1717), bekannt durch ihr Buch über das Gebet. Sie lehrte, “Gott in sich selbst zu suchen”.
Durch eine “Reise in die Innenwelt” und ein damit verbundenes tieferes Bewusstsein will sie dem geheimnisvollen Sinn des Lebens näher kommen. Dazu, so die Esoteriker, sei nur der freie Zugang zu unserem Unterbewussten, jener magischen Schatzkammer, nötig.
Auch Johann Christoph Blumhardt (1805-1880),geradezu berühmt durch den bekannten lauten Schrei der Dämonen aus dem Mund der Schwester der Gottliebin Dittus “Jesus ist Sieger” rechne ich dazu. Dass Jesus Sieger ist, das wissen wir aus Gottes Wort!! Dazu brauchen wir nicht die Stimmen der Dämonen!
Nochmals zur Charismatik und der dort auftretenden okkulten Erscheinungen:
Es finden sich Erscheinungen ähnlich wie in der Esoterik, New Age, Schamanismus und Zauberei. Die Manifestationen von Zungenreden, Erscheinungen von Jesus und Engeln, Himmelsreisen, angebliche Totenerweckungen usw. sind bekannt. Die in der Charismatik als Torontosegen bekannten Erscheinungen zeigen sich in Lach- und Weinkrämpfen, Ausstoßen emphatischer und unartikulierter Laute wie Brüllen, Schreien, Knurren, Stöhnen, Gackern und Krähen usw. Ferner krampfartiges Zucken und Zittern am ganzen Leib, Umfallen („Ruhen im Geist“) Tranceartiger Bewusstseinszustand, Ähnlichkeiten mit Trunkenheit, Hüpfen und Tanzen, Überhitzungen des Körpers, auch Lähmungen einzelner Körperteile, Rollbewegungen auf dem Boden, Schmerzen, “Vomiting in the Spirit” – Das Erbrechen im Geist, auch von Schweben und “Emporgehoben werden” wird berichtet.
Ein weiteres Kennzeichen dieser Bewegung ist die so genannte “Geistliche Kampfführung”. Dabei wird der Heilige Geist beschworen, herbeigerufen und “freigesetzt”, um ganze Landstriche, Länder und Städte, Straßen und auch einzelne Häuser von Dämonen und Krankheitsgeist zu befreien. So kann nach charismatischem Denken, z.B. eine Evangelisation erst dann mit Erfolg stattfinden, wenn der gesamte Luftraum befreit ist. Dieses Thema beinhalten auch die zahllosen Visionen und prophetischen Bilder, die immer wieder in diesen Kreisen verbreitet werden und sich nie bewahrheiten.
In den charismatisch geprägten Alpha- Kursen wird nach eigenen Aussagen der Veranstalter am letzten Tag der Veranstaltungsreihe, der Heilige Geist “ins Spiel gebracht”! Der Heilige Geist wird also für die “charismatischen Beschwörer” beliebig abrufbar und verfügbar. Weiteres Zeichen ist das aggressive Gebet, auch das magische Ausführen von verschiedenen Ritualen wie Fahnenschwingen, Vergraben von Abendmahlsresten, gesegneten Abendmahlswein auf die Erde gießen um diesen Ort für Gott in Besitz zu nehmen. (Walter Heidenreich). Das sind Zeichen reiner Magie!!(Dies erinnert an das Märchen vom “Geist im Glas” der Brüder Grimm. Da wird auch der Geist “freigesetzt”, indem einfach der Stopfen von der Flasche gelöst wird. Hier hat der Magier den Geist voll im Griff).
So gehören diese okkulten- magischen und spiritistischen Erscheinungen nicht allein in die Welt des Unglaubens, sondern sie haben auch den Bereich der Kirche und der Gemeinde erreicht. So wie im alten Israel der Götzenkult mit all seinen Gräueln im auserwählen Volk zu finden war, so ist auch die Gemeinde schon lange mit diesen für Gott abscheulichen Erscheinungen unterwandert. Für uns als Gläubige, die dem HERRN von ganzem Herzen nachfolgen wollen gilt es diese Erscheinungen zu prüfen
- Apg 17,11 sie nahmen in Beröa das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und forschten täglich in der Schrift, ob es sich also verhalte.
- Phil 1,10 prüft worauf es ankommt, so dass ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Jesu Christi.
- 1Thes 5,21 prüfet aber alles. Das Gott Wohlgefällige behaltet
Zum Abschluss wollen wir noch Epheser 2. 1-7 lesen:
- Eph 2,1 Auch euch, die ihr tot waret, durch eure Übertretungen und Sünden,
- Eph 2,2 in welchen ihr einst wandeltet nach dem Lauf dieser Welt, nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geiste, der jetzt in den Kindern des Unglaubens wirkt,
- Eph 2,3 unter welchen auch wir alle einst einhergingen in den Lüsten unsres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren Kinder des Zorns von Natur, gleichwie die andern.
- Eph 2,4 Gott aber, der da reich ist an Erbarmen, hat durch seine große Liebe, womit er uns liebte,
- Eph 2,5 auch uns, die wir tot waren durch die Sünden, samt Christus lebendig gemacht – aus Gnaden seid ihr gerettet –
- Eph 2,6 und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,
- Eph 2,7 auf dass er in den darauf folgenden Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade erzeigte durch Güte gegen uns in Christus Jesus.
Manuskript zu einem Vortrag über das angeführte Thema,
Begriffsübersicht: Aberglaube- Okkultismus – Spiritismus
Aberglaube – Glücks-Unglückszeichen.
Abwehrzauber.
Ätherleib.
Akupunktur.
Alchemie.
Alexander-Technik.
Allversöhnungslehre
Amulette – Geweihte Medaillen, Bilder.
Anthroposophie – Steiner.
Apporte – Psychokinese- Telekinese – Teleportation.
Arme Seelen.
Askese Erlangen von Trance und Erleuchtung.
Astralreisen- Fantasiereisen.
Astrologie.
ASW Außersinnliche Wahrnehmungen.
Atemtechnik zur Entspannung und Erlangen von Trancezustand.
Auditionen.
Augen – Irisdiagnostik –Paramedizinisch.
Aura- Soma Therapie mit Farben – Duftstoffen, Edelsteinen Heilkräutern.
Automatisches Schreiben.
Ayurveda Therapie.
Besprechen.
Bewusstseinserweiterung.
Bioenergetik- kosmische Energie.
Biofeedback – magisches.
Bilokation – Geistreisen.
Chakra-Therapie.
Channeling.
Déjà-vu-Erlebnisse.
Charismatik – Pfingstkirchen.
Chiromantie, Handlinien lesen.
Dämonen – UFO- Glaube.
Drogen – halluzinogene – Bewusstseins- erweiternde – Trance erregende Drogen.
Druiden- Bewegung.
Edelsteintherapie.
Einweihungen, magische Initiation.
Ektoplasma.
Enneagramm.
Entspannungstechniken zum Erlangen von Trance und höherem Bewusstsein. Erleuchtungserlebnisse, Initiation.
Erscheinungen – Jesus, Engel- Maria – Heilige, Dämonen, Totengeister. (Philippinen).
Esoterik.
Exorzismus, Austreiben von Dämonen mit magisch- okkulten Praktiken und Mitteln.
Fantasy in Literatur, Film, Fernsehen.
Fantasie –Zeitreisen.
Farbtherapie – magische.
Feldenkrais- Therapie
Feng Shui – Wellness.
Feuerlaufen.
Fernheilung.
Fetisch – Fetischismus.
Freimaurertum.
Fußreflexzonenmassage.
Geister- Geist Wesen, Dämonen, Geisthelfer, Geistführer- Kontrollgeist, Transkommunikation mit der Geisterwelt.
Geistiges- Spirituelles Heilen.
Geistoperationen (z.B. Philippinen).
Geomantie – Orte der Kraft.
Glasrücken – Tischrücken.
Gruppendynamik.
Heilen durch magische Praktiken. Heilkräuter in Verbindung mit Magie.
Hellsehen – Clairvoyance.
Homöopathie- Schüßler Salze.
Horoskope.
Huna- Kahuna – Magie
Hypnose.
I- Ging – Chinesisches Orakel.
Inspirationen.
Jenseitskontakte, Totengeister, Dämonen.
Kabbalistik – Magie.
Kampfsportarten –verbunden mit Joga, Islam, magische Initiation usw. Katholizismus, Marien- Heiligen- Verehrung, Reliquienkult, usw.
Kinesiologie.
Kosmische Lebensenergie, Kosmisches Bewusstsein.
Kundalini Atmung – Yoga – Sexualmagie.
Levitation- Schweben (Franz von Assisi).
Magie – Zauberkunst – Schwarze und Weiße Magie – magische Rituale.
Magnetismus- Mesmerismus, Magnetopathie.
Mala, buddhistische Gebetskette – im Katholizismus Rosenkranzgebet.
Mandala Meditationshilfe für rituelle Magie.
Mantik (Wahrsagen).
Mantra.
Maskottchen.
Meditation.
Mediumismus – Medialität.
Mikrokosmos – Makrokosmos.
Musik- zum Erreichen von Trance.
Mystik- Mysterienkulte, christliche Mystik.
Nahtod Erfahrungen – Thanatologie
New Age.
NLP – Neurologisches Programmieren.
Numerologie – Zahlenmystik – Buchstabenmystik – Kabbala.
Okkultismus –Parapsychologie, Paramedizin.
Pendeln – Wahrsagen
Persönlichkeitsarbeit- magische.
Physiognomik, Metopososkopie,
Zukunft aus dem Gesicht lesen.
Polarity-Therapie.
Positives Denken.
Pornographie.
Präkognition – Vorauswissen- Hellsehen.
Psi – Phänomene.
Psychoanalyse, Psychotherapie.
Psychokinese.
Qi oder Chi, Od, Orgon, Prana –
Kosmische Lebenskraft.
Qi-Gong – Reiki.
Ouija-Brett – Wahrsagebrett.
Radiästhesie – Wünschelrute Erdstrahlen.
Rebirthing.
Reinkarnationstherapie.
Rituale – magische.
Rolfing.
Runenmagie- Neogermanismus.
Satanismus, Teufelsanbetung. Satanskulte.
Sexualmagie – Tantrismus, Swedenborg, Crowley, La Vey.
Selbsthypnose.
Shiatsu Massage.
Spiritismus.
Spiritismus- christlicher.
Spuk Phänomene (J.C. Blumhardt, J. Kerner, Mörike).
Sufi- Mystik.
Suggestion – Auto und Fernsuggestion.
Symbole – magische, Pentagramm, Hexagramm Yin u. Yang, Tattoos, als Amulett und Zaubermittel.
Tai- Chi.
Taoismus.
Talisman.
Tarot – Kartenlegen.
Kabbalistische Buchstabenmystik.
Telekinese, Telepathie, Teleportation.
Thanatologie, Sterbe-Forschung, Nahtod- Erfahrungen – Kübler- Ross, R. Moody.
Theosophie – (Steiner – Blavatsky).
Theosophie – christliche,
(Böhme, Oetinger, J.M. Hahn).
Tischrücken.
Torontosegen – geistliche Kampfführung.
Trance – Trancezustände, Trancetechniken.
Totenbefragung, Gebet für Verstorbene.
Transzendentale Meditation, TM
Traumdeutung.
Traumfänger.
UFO-Phänomene.
Ungehorsam, Unglaube gegen Gottes Wort = Zaubereisünde.
Vereinigung mit Gott, mit dem Licht,
Unio mystica.
Visionen.
Visualisieren – Imagination.
Voodoo – Kulte – Condomble – Macumba.
Wahrsagen – auch aus der Bibel – Bibliomanie.
Wicca – Hexenkulte, keltisches Neuheidentum
Yin und Yang.
Yoga- Yogatechniken.
Zauberei – Mantik, Zauberbücher.
Zeichendeuterei.
Zen – Buddhismus,
Mystische Versenkung, Meditation.
Zukunftsschau, Hellsehen.
Zungenreden, Glossolalie, Xenoglossie – in allen Kulten und Religionen.
Im Herrn Jesus Christus
Hans Peter Wepf
1. Mose 15.6
Und er glaubte Jehova; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
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